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Smartphones mit Android 9 und wechselbarem Akku ab 64 Euro

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Bild: HMD Global

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Wechselbare Akkus versprechen schnelle und günstige Abhilfe bei Problemen: Einfach tauschen, wenn leer oder kaputt. Welche aktuellen Geräte gibt es?

Irgendwie wirkt der austauschbare Akku heute wie ein Relikt aus dem letzten Jahrtausend. Spannend eigentlich, wenn man sich die Empörung vieler Kunden in die Erinnerung ruft, als die ersten komplett verklebten Geräte auf den Markt kamen. In der Tat: Ein schneller und einfacher Wechsel des Kraftspenders ist heute nur noch bei wenigen Smartphone-Modellen möglich, die sich noch dazu überwiegend im untersten Preissegment tummeln. Entsprechend einfach ist die Ausstattung, aber es gibt sie noch.

Wir haben sechs aktuelle Modelle aus diesem Jahr herausgesucht, die abgesehen vom wechselbaren Akku auch aktuelles Android 9 Pie (Go) ab Werk haben. Das ist gerade in der Preisregion unter 100 Euro eine Seltenheit. Da Nutzer durch veraltetes Android nicht nur auf aktuelle Features verzichten, sondern ihre Daten auch einem höheren Sicherheitsrisiko aussetzen, sind die aufgeführten Modelle besonders für Menschen mit hohem Sicherheitsbewusstsein interessant. Und vor allem im unteren Preissegment gilt, dass man sich nicht unbedingt auf regelmäßige Software-Updates seitens der Hersteller verlassen sollte.

Die meisten der Einsteiger-Smartphones in unserer Liste stammen von kleineren und weniger bekannten Herstellern. Eine Ausnahme stellt das Nokia 1 Plus des Herstellers HMD Global dar. Das Android-Smartphone bietet für knapp 100 Euro einen 5,5 Zoll großen Touchscreen mit 854 × 480 Pixel, eine Hauptkamera mit 8 Megapixeln sowie eine Selfiecam mit 5 Megapixeln. Der Mediatek-Prozessor mit vier Kernen wird von nur 1 GByte Arbeitsspeicher flankiert. Zusammen mit 8 GByte internem, per Micro-SD-Karte (Vergleichstest) um bis zu 128 GByte erweiterbarem Speicher genügt das günstige Nokia-Modell nur geringen Ansprüchen. Wie sich das genau auswirkt haben wir in unserem Test des Nokia 1 aufgeführt, das eine sehr ähnliche Ausstattung bietet.

Der chinesische Hersteller ZTE findet sich in dieser Auflistung gleich zwei mal wieder. Das ZTE Blade L8 ist ab etwa 85 Euro zu haben, das ZTE Blade L130 sogar schon ab etwa 64 Euro. Das L8 bietet im Vergleich zum Nokia-Modell einen kleineren 5-Zoll-Screen mit ebenfalls 480p-Auflösung, auch hier stehen dem eingebauten Vierkern-Prozessor nur 1 GByte RAM zur Seite. Dafür spendiert der Hersteller dem ZTE Blade L8 immerhin 16 GByte internen Speicherplatz, der zudem erweiterbar ist.

Das günstigere ZTE-Modell hat sogar noch schwächere Hardware an Bord. Statt 5-Zoll-Display bekommt der Käufer hier 4 Zoll bei ähnlicher Auflösung, der Arbeitsspeicher wird sogar auf nur 512 MByte halbiert. Auch wenn ZTE wie bei fast allen Modellen in diesem Artikel auf das speziell auf schwache Hardware ausgelegte Android 9 Go setzt, dürfte beim ZTE Blade L130 wegen der sehr mageren Ausstattung von flüssiger Bedienung kaum die Rede sein. Die UPV des Herstellers liegt übrigens bei gerade einmal 59 Euro, im Handel ist das Einsteiger-Smartphone mit austauschbarem Akku derzeit aber sogar teurer. Der niedrige Preis wir übrigens auch beim Design sichtbar: Extrem breite Ränder um den Touchscreen lassen das günstige Android-Phone wie ein Modell von vor fünf Jahren wirken. Das ZTE Blade L130 ist ein Telefon für Puristen, aber irgendwie passt das ja auch ganz gut zum Wechsel-Akku.

Auch der französischer Hersteller Archos ist mit gleich zwei Modellen in unserer Auflistung der Smartphones mit Android 9 Pie (Go) und wechselbarem Akku vertreten: Archos Oxygen 57 und Archos Oxygen 63. Mit aktuell rund 129 und 158 Euro im freien Handel sind die Archos-Modelle zugleich auch die teuersten Smartphones in unserer Aufstellung. Der höhere Preis macht sich durch deutlich besserer Ausstattung positiv bemerkbar. So wird der 5,7 Zoll große Touchscreen in HD-Auflösung (1.520 × 720 Pixel) von einem Octa-Core-Prozessor befeuert, der zudem von 3 GByte RAM unterstützt wird. An internem Speicher gibt es 32 GByte Speicher, der wie den anderen Modellen um bis zu 128 GByte per Micro-SD-Karte erweiterbar ist. Die besten Micro-SD-Karten haben wir hier für euch getestet. Außerdem bietet das Archos Oxygen 57 zusammen mit seinem teureren Pendant Archos Oxygen 63 als einzige Vertreter in dieser Aufstellung eine Dualcam mit 8 und 0,3 Megapixel.

Beim Archos-Gerät für knapp 30 Euro mehr wird die Ausstattungsliste noch einmal etwas ausführlicher. Statt 5,7 Zoll großem Screen baut Archos in das Oxygen 63 ein Panel mit 6,3 Zoll ein, der Arbeitsspeicher wächst von 3 auf 4 GByte, der interne Speicher von 32 auf 64 GByte. Die Kamera bleibt gleich, die Kapazität der wechselbaren Akkus wächst von 2800 mAh (Oxygen 53) auf 3000 mAh beim Archos Oxygen 63. Mit dieser Ausstattung richtet sich das Archos Oxygen 63 in dieser Aufstellung an Nutzer, die mehr als nur die grundlegendsten Funktionen mit ihrem Smartphone nutzen wollen.

Das Cubot J5 stammt ebenfalls von einem hierzulande eher weniger bekannten chinesischen Hersteller. Das Modell, das derzeit für rund 70 Euro gehandelt wird, bietet abgesehen von Android 9 und einem wechselbaren Akku mit 2800 mAh einen Octa-Core samt 2 GByte RAM, 16 GByte erweiterbaren internen Speicher und eine Hauptkamera mit 8 Megapixel. Zusätzlich zur Micro-SD-Karte nimmt das Einsteiger-Smartphone gleichzeitig zwei Nano-SIM-Karten auf. Dank Glasoptik auf der Rückseite und für diese Preisklasse sehr schmale Ränder rings um das Display wirkt das Cubot J5 überraschend hochwertig.

Nokia 1 Plus Dual-SIM schwarz

Nokia 1 Plus

Archos Oxygen 57 blau (503801)

Archos Oxygen 57

Archos Oxygen 63 blau (503803)

Archos Oxygen 63

ZTE Blade L8 schwarz

ZTE Blade L8

(Kein Produktbild vorhanden)

ZTE Blade L130

Cubot J5 schwarz

Cubot J5

Ein wechselbarer Akku erscheint auf den ersten Blick sinnvoll – die Frage ist aber, ob sich das bei einem so preiswerten Modell überhaupt lohnt. Denn diese Einsteiger-Smartphones bieten derart einfache Hardware, dass schon beim Kauf nur grundlegende Funktionen wie Telefonieren oder gelegentliches versenden von WhatsApp-Nachrichten halbwegs Spaß machen. Vor allem die aufgeführten Modelle von HMD Global (Nokia) und ZTE richten sich an solche Puristen oder an Nutzer, die der Umwelt zuliebe auch einfachste Smartphones bei nachlassender Akkuleistung nicht einfach entsorgen wollen. Alle anderen sollten sich überlegen, ob sie nicht lieber bei schwächelndem Akku für einen vertretbaren Mehrpreis ein neues Modell kaufen, das dann über bessere Hard- und neuere Software verfügt.

Alternativ stellt sich die Frage, warum kein fest eingebauter Akku infrage kommt. Im Falle eines leeren Akkus bieten sich Möglichkeiten wie eine Powerbank an, außerdem werden moderne, hochwertigere Smartphones dank Techniken wie Quickcharge mittlerweile innerhalb kürzester Zeit wieder ausreichend geladen – und bis zum nächsten Nachladen reicht es auch bei niedrigem Akkustand meist, den Energiesparmodus zu aktivieren. Ansonsten bieten fest eingebaute Akkus überwiegend Vorteil – sie ermöglichen unter anderem flachere Smartphones und bieten durch das Verkleben der Gehäuse ein Mindestmaß an Wasserdichtigkeit.

Einen Mittelweg gehen die beiden aufgeführten Modelle von Archos. Sie verfügen über Technik, die voraussichtlich nach Ablauf des ersten Akku-Lebens dank neuem Kraftspender noch eine Weiternutzung erlauben. Das kostet aber eben auch mehr.

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