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Smarte Außenbeleuchtung: So leicht klappt das Nachrüsten

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Funk-Bewegungsmelder, wo man sie braucht, sonnenstandsabhängige Lichtsteuerung, energiesparende LEDs und coole Farb-Effekte: Es gibt viele gute Gründe für smarte Außenbeleuchtung – und die ist nicht mal teuer. Wir zeigen, was möglich ist.

Während intellegente Beleuchtung im Innenbereich nichts außergewöhnliches mehr ist, ist der Einsatz von Hue & Co. im Außenbereich noch nicht sonderlich weit verbreitet. Das ist schade, denn die smarte Steuerung, der kabelunabhängige Einsatz von Funk-Bewegungsmeldern und die hellen LED-Leuchten sind für Hof, Einfahrt, Garten, Garage und Balkon prädestiniert.

In diesem Beitrag widmen wir uns der „klassischen“ Außenbeleuchtung mit fest installierten Wandleuchte und werfen einen kurzen Blick über den Tellerrand, welche Möglichkeiten es noch gibt. Mit smarter Gartenbeleuchtung haben wir uns bereits an anderer Stelle befasst und werden den Beitrag kurzfristig auf den aktuellen Stand bringen. Wer vor allem auf der Suche nach mehr Sicherheit statt nach einem smarten Beleuchtungskonzept ist, findet in unserem Vergleichstest Außenleuchten mit WLAN-Kamera und App-Steuerung passende Produkte.

Der einfachste Weg, Außenleuchten smart zu bekommen, geht über Funk – wie im Innenbereich. Vor allem der Zigbee-Funkstandard hat sich für die Lichtsteuerung etabliert. Wer ohnehin schon Produkte wie Hue oder Ledvance im Einsatz hat, kann Innen- und Außenbeleuchtung miteinander verknüpfen und komfortabel per App oder Apple Homekit konfigurieren.

Zwar gibt es auch andere Lösungen, doch Bus-Systeme wie Dali oder KNX sind schwer nachzurüsten und sind primär für Häuslebauer intessant. Aus heutiger Sicht sind der Funktionsumfang und das Angebot von Funklösungen ohnehin deutlich breiter aufgestellt; auch das Preis-Leistungsverhältnis ist hier besser.

Andere Funk-Standards wie Z-Wave, Bluetooth oder WLAN sind deutlich weniger verbreitet und häufig Insellösungen, die wir hier nicht näher betrachten.

Die Hue Bridge verbindet die Zigbee-Leuchten per Netzwerkkabel mit der Fritzbox im Hintergrund – und damit mit dem Heimnetz und dem Internet.

Was bringt nun eine smarte Außenbeleuchtung? Dass Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Home oder Apple Siri funktionieren, ist ja schon selbstverständlich – zugegeben aber nur eingeschränkt zielführend, denn die Hofbeleuchtung will man nun wirklich nicht per Ausruf im Wohnzimmer aktivieren. Lediglich für die Szenensteuerung kann das spannend sein. Buntes Licht bei Partys, weiß im Normalzustand, besonders hell bei Abwesenheit.

Los geht's mit der freien Konfigurierbarkeit. So lässt sich beispielsweise über die Hue-App oder Apple Homekit festlegen, welche Leuchten unter welchen Bedingungen anspringen und was sie tun. So ist etwa eine sanfte Grundbeleuchtung denkbar, die sich bei Sonnenuntergang aktiviert und bis Sonnenaufgang aktiv bleibt. Ein Helligkeitssensor ist dafür nicht nötig, entsprechende Informationen bezieht die Technik aus der Cloud.

Smarte Außenbeleuchtung (11 Bilder)

Blick auf den Outdoor-Bewegungsmelder in der Hue-App: An Tag und Nacht verhält er sich unterschiedlich.

Sobald sich etwas in der Einfahrt tut, spricht der Bewegungsmelder an und dreht das Licht ganz hell. Praktischerweise arbeiten beispielsweise die Hue-Outdoor-Bewegungsmelder dank batteriebetrieb völlig autark und unabhängig von jeglicher Verkabelung; der Sensor kann also an anderer Stelle platziert werden als die Leuchte. Auch der Einsatz von mehreren Bewegungsmeldern ist denkbar. Damit ist das Licht schon an, bevor jemand den Hof betritt – oder, mit einem Sensor innen vor der Haustür, noch bevor man die Türe öffnet.

Bewegungsmelder? Kein Problem – die Outdoor-Sensoren von Philips werden mit einer Schraube befestigt und müssen dank Zigbee-Funk und Batterieantrieb nicht angeschlossen werden.

Viele der Leuchten geben nicht nur weißes Licht wieder, sondern haben eine einstellbare Lichttemperatur oder sogar RGB-Unterstützung. Wirklich nötig ist das freilich nicht, sieht aber toll aus. Passend dazu gibt es auch LED-Strips, die sich unter Dachüberständen, im Windfang oder unter Gartenmöbeln montieren lassen, oder akkubetriebene Leuchten für laue Abendstunden auf dem Balkon – farblich freilich passend und auf Wunsch Ton in Ton mit den übrigen Lichtquellen am Haus.

Um Zigbee ansteuern zu können, braucht man eine Bridge. Sie stellt die Verbindung zwischen Heimnetz und Internet auf der einen Seite und den Lampen und Leuchten auf der anderen Seite her. Obwohl Zigbee auf so vielen Produkten von Ikea, Hue, Osram / Ledvance und vielen weiteren Herstellern draufsteht, ist leider nicht alles zueinander kompatibel – und nicht von jedem Hersteller gibt es passende Bridges.

Unserer Erfahrung nach ist es am einfachsten, mit einer Hue-Bridge zu arbeiten: Sie ist zuverlässig und zu den meisten Lampen kompatibel, außerdem gibt es diverse Schalter und Sensoren, die man anlernen kann. Leider ist vor allem das Hue-Zubehör vergleichsweise teuer, dafür aber auch qualitativ hochwertig und hat einen großen Funktionsumfang. Es gibt verlässliche Bewegungsmelder für innen und außen, eine gute App (und diverse Alternativen), passende Schalter und so weiter. Leider kann man aber derzeit keine Bewegunsmelder anderer Hersteller anlernen – schade, denn die ebenfalls auf Zigbee basierenden Tradfri-Sensoren von Ikea kosten gerade mal 10 Euro, während die Preisrange bei Philips bei ungefähr 35 Euro für den Indoor-Melder losgeht und bis gut 50 Euro für die wetterfesten Außensensoren reicht.

Die coole RGB-Wandleuchte von Ledvance wird über den Philips-Bewegungsmelder und den Timer in der Hue-App gesteuert – sorum funktioniert's problemlos.

Wer die günstigen Ikea-Sensoren einsetzen möchte, sollte auch zur Ikea-Bridge greifen; passende Außenleuchten gibt es von Ikea derzeit aber nicht – so bleibt nur der Weg zu smarten Birnen mit Standard-Fassung. Zwar kann man grundsätzlich auch Leuchten und Lampen anderer Hersteller mit dieser Bridge verbinden, hat dann aber einen deutlich eingeschränkteren Funktionsumfang, beispielsweise keine freie Farbwahl. Außerdem kann man beim Ikea-Bewegungsmelder quasi keine Einstellungen treffen, die verknüpften Lampen leuchten für exakt drei Minuten. In der Hue-App hingegen lassen sich Erkennungsreichweite, Umgebungshelligkeit, Leuchtdauer und so weiter getrennt voneinander konfigurieren.

Je nachdem, welche Leuchten am Haus montiert sind, kann bereits das Austauschen der „Glühbirnen“ ausreichen. Zwar sind viele Smart Bulbs mit E27- oder E14-Standardfassung größer als herkömmliche Energiespar- oder LED-Lampen. In unserem Fall haben die E27-Lampen von Philips nicht in die vorhandenen Außenleuchten gepasst, sie sind zu breit – man sollte vor dem Kauf also genau hinsehen. Die GU10-Lampen aus der Hue-Serie sind zwar nicht breiter als normale LEDs, aber höher. Auch das kann in der Praxis zu Problemen führen.

Der günstigste Weg, vorhandene Außenleuchten smart zu machen, ist der Austausch der „Birnen“. In unserem Fall klappt das leider nicht, da die Hue-Lampen zu breit sind.

Diverse Hersteller haben passende Außenleuchten mit Zigbee-Funk im Programm, darunter natürlich Philips mit Hue, Ledvance (Osram) oder Paul Neuhaus. Der folgende Preisvergleich zeigt im ersten Tab eine Auswahl unterschiedlicher Leuchten für die Wandmontage, die direkt an 230 Volt angeschlossen werden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags starteten die Angebote für weiße Außenleuchten bei etwa 50 Euro, für farbige bei etwa 100 Euro.

Vorhandene Outdoor-Lichter kann man beispielsweise auch über smarte Zwischenstecker, die es beispielsweise von Osram ebenfalls für den Außenbereich gibt, anbinden. So werden vorhandene Einfahrtbeleuchtungen smart. Wer gerne bastelt, kann auch mit passenden Zigbee-LED-Strips tolle Effekte erzielen. Außerdem spannend sind akkubetriebene Leuchten, etwa für den Einsatz am Balkon.

Smarte Steckdosen gibt's auch außentauglich – damit lässt sich beispielsweise eine vorhandene Wegbeleuchtung an Zeitschaltuhren, Sonnenstand oder Bewegungsmelder koppeln.

Smarte Außenbeleuchtung sieht toll aus, spart Strom und hat einen großen Funktionsumfang, der für Komfort und Sicherheit sorgt. Die Einstiegshürden sind niedrig, die Produktauswahl ist inzwischen erfreulich groß. Vor allem, wer schon Hue & Co. im Einsatz hat, kann mit geringen Hürden im Freien weitermachen – und für alle anderen ist es vielleicht eine gute Gelegenheit, sich mit dem Thema smarte Beleuchtung zu befassen.

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