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Sensoren & Co.: Smarte Warnung vor Überschwemmung

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Überschwemmungen in Häusern sind teuer und ärgerlich. TechStage zeigt, wie man mit smarten Sensoren ab 50 Euro den Schaden minimiert.

Defekte Rückstauklappen, verstopfte Abflüsse, starker Regen oder eine poröse Dichtung: Wer einmal einen Wasserschaden hatte, will das so schnell nicht wieder; vor allem, wenn man gerade im Urlaub ist.

Wassermelder für das Smart Home versprechen eine frühzeitige Erkennung und Warnung vor austretendem Wasser. Wir zeigen, welche Lösungen es gibt und was sie wirklich bringen.

Wer hingegen eine Lösung sucht, um Pflanzen im Urlaub zuverlässig zu bewässern, sollte sich unsere Beiträge Automatische Bewässerung für Wohnzimmer, Balkon & Terrasse oder Wer braucht welche Bewässerungsanlage? durchlesen.

Warum smart? Herkömmliche Sensoren melden nur unmittelbar am Einsatzort, wenn Wasser austritt. Wer aber nicht Zuhause ist, bekommt davon nichts mit. Smarte Wassermelder senden hingegen eine Mitteilung auf das Smartphone des Eigentümers – etwa per Mail oder Push-Meldung. Das ist ein großer Vorteil für Urlauber & Co., denn im Zweifelsfall können Nachbarn, Verwandte oder Freunde dann nachsehen, was los ist.

Es gibt zwei Arten von smarten Sensoren: Mit Stromzufuhr per Steckdose oder per Batterie. Batteriebetriebene Lösungen sollen laut den Herstellern bis zu fünf Jahre durchhalten – je nach Häufigkeit der Alarme versteht sich. Geht die Batterie zuneige, warnen die Apps rechtzeitig.

Homematic IP (5 Bilder)

Zusätzlich unterteilen sich die Geräte in ihrer Kompatibilität mit nachrüstbaren Smart-Home-Lösungen wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apple Homekit. Manche Geräte wie Grohe Sense funktionieren ausschließlich mit einer zugehörigen App, sind also nicht mit anderen Systemen kompatibel.

Nahezu alle Lösungen bieten einen kleines Gerät, das man in die Nähe einer Wasserleitung, Spülmaschine, Waschbecken & Co. stellt – idealerweise dort, wo das Wasser austreten könnte. Die Geräte verfügen über zwei leitfähige Kontakte, die Wasser erkennen. Ausnahme: Eve Waterguard, Honeywell Lyric und Gigaset Elements nutzen ein Kabel mit 1,5 bis 2 Metern Länge. Im Kabel selbst sind die Sensoren und dienen für eine deutlich größere Erfassungsreichweite

Im Detail unterscheiden sich die verschiedenen Lösungen dann noch in ihrer Funktionalität. Manche warnen etwa auch vor zu hoher Luftfeuchte oder zu niedrigen Temperaturen.

Alle Sensoren haben eine App, die zur Einrichtung nötig ist. Bis auf Eve sind die Sensoren sowohl mit Android als auch iOS kompatibel. Eve funktioniert hingegen nur mit iOS – man braucht also mindestens einen iPod Touch.

Für die Aktivierung verlangen alle Apps Nutzerdaten – mindestens E-Mail-Adresse und Passwort. Grohe macht die Ausnahme und will gleich noch den vollständigen Namen sowie das Land wissen, in dem der Anwender wohnt. Wozu das sinnvoll sein soll, erschließt sich nicht.

Grohe Smart Sense - App Setup (17 Bilder)

Auch bei der Einrichtung verhält sich die Grohe-Lösung anders. Während die Lösungen Samsung Smart Things, Eve oder Homematic beispielsweise die komplette Einrichtung über die App durchführen, muss Grohe Sense initial eine eigene WLAN-Verbindung aufbauen, um sich anschließend mit dem eigenen WLAN zu verbinden – ein nerviger Zwischenschritt.

Bei Eve funktioniert die Einrichtung am einfachsten. Per Smartphone-Kamera scannt der Nutzer dabei den QR-Code am Gerät und verbindet es direkt mit Apple Homekit. Ein Zwischenschritt ist dennoch notwendig, denn Eve kommuniziert grundsätzlich nur via Bluetooth. Will man also von unterwegs eine Benachrichtigung erhalten, muss ein Apple TV oder Homepod als Homekit-Steuerzentrale zur Verfügung stehen. Damit klappt dann auch die Kommunikation via WLAN.

Die Produkte von Samsung, Gigaset oder Homematic benötigen zudem eine Zentrale, also einen Hub, der per LAN-Kabel an den Router kommt. Kostentechnisch sind diese Lösungen beim Einsatz von nur einem Sensor deutlich teurer, als die Lösungen von Grohe oder Eve. Dafür bieten solche Lösungen aber auch wesentlich mehr Freiheit durch die Erstellung von Regeln und das Einbinden von weit mehr und unterschiedlichen Sensoren. Wer sich also sicher ist, dass er nur ein Gerät für die Waschmaschine braucht, ist bei Eve oder Grohe in Hinblick auf die Kosten besser aufgehoben.

Eve Waterguard (5 Bilder)

Bei den Funktionen können die Wassermelder in der Basis alle das Gleiche: Sie schlagen Alarm, wenn sie Wasser entdecken. Das funktioniert sehr zuverlässig; getestet haben wir es bei Testgeräten von Eve, Grohe und Homematic. Einige Lösungen, darunter Gigaset Elements und Grohe Sense messen zusätzlich noch Temperatur und Luftfeuchte. Will man Schimmelbildung vermeiden, lohnt sich ein Griff zu diesen Geräten. Die jeweilige App erlaubt die Einstellung von Temperatur und Luftfeuchte, sodass je nach Einsatzgebiet der Alarm erst ausgelöst wird, wenn der individuell eingestellte Bereich erreicht ist.

Was aber, wenn ein Leck entdeckt wird, man aber nicht Zuhause ist und auch kein Nachbar schnell nachsehen kann? Dann hilft zusätzliche Technik. Eve oder Samsung bieten beispielsweise smarte Zwischenstecker. Löst der Überschwemmungsalarm bei der Waschmaschine aus, stoppt der Zwischenstecker die Stromversorgung und beendet das Waschprogramm. Liegt das Problem aber eher an einem undichten Schlauch oder ein Zwischenstecker passt nicht hinter die fest eingebaute Spülmaschine, hilft das wenig. Dann lohnt sich im Zweifelsfall das Zubehör Grohe Sense Guard, ein smarter Wasserstop. Löst hier der Überschwemmungsalarm aus, dreht Sense Guard den Hahn zu – im wahrsten Sinne des Wortes.

Grohe Smart Sense (3 Bilder)

Wir empfehlen zudem eine Überwachungskamera in Blickweite des potentiellen Überschwemmungsherds anzubringen. Der Nutzer sieht dann direkt, ob der Alarm korrekt ausgelöst hat oder ob es ein Fehlalarm war. Außerdem spart das Ärger, falls nur ein paar Tropfen Wasser ausgetreten sind und nicht die halbe Wohnung unter Wasser steht. Welche Überwachungskamera sich im Zweifelsfall gut eignet, haben wir im Beitrag: Security-WLAN-Kameras mit Cloud-Speicher zusammengefasst.

Wer einmal eine Überschwemmung Zuhause hatte, will das eigentlich nie wieder – so geht es auch dem Autor dieses Textes. Entsprechend lohnt sich aus unserer Sicht die Investition von gut 50 Euro für einen Überschwemmungssensor, der zumindest über ausgetretenes Wasser informiert. Wer noch weiteres Chaos vermeiden will, hat aktuell nur die Möglichkeit, zum smarten Wasserstop von Grohe zu greifen. Der meldet nicht nur, sondern unterbricht zusätzlich die Wasserzufuhr. Bei einem Rückstau im Abfluss hilft das aber auch nichts. Hier stehen eigentlich nur zwei Optionen zur Wahl: Entweder man schaut sich die Überschwemmung via Indoor-Kamera an und beurteilt dann, ob man aus dem Urlaub sofort zurückmuss. Oder ein Nachbar, Freund oder Familienmitglied hat einen Schlüssel und kümmert sich um das Problem.

Wer hingegen eine Lösung sucht, um Pflanzen im Urlaub zuverlässig zu bewässern, sollte sich unsere Beiträge Automatische Bewässerung für Wohnzimmer, Balkon & Terrasse oder Wer braucht welche Bewässerungsanlage? durchlesen.

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