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Sechs aktuelle Android-Tablets im Vergleichstest

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In den letzten Monaten haben wir sechs aktuelle Android-Tablets getestet. Unser Vergleichstest zeigt die Stärken und Schwächen der Geräte.

Es ist ruhig geworden auf dem Android-Tablet-Markt. Viele namhafte Hersteller haben schon länger kein neues Tablet mit Googles mobilem Betriebssystem auf dem Markt gebracht. Das letzte Top-Modell von Samsung erschien beispielsweise vor mehr als eineinhalb Jahren. Wir haben uns die interessantesten, aktuellen Android-Tablets der letzten Monate angeschaut und vergleichen sie in diesem Artikel.

In den Vergleichstest haben wir folgende Einzelprodukte aufgenommen:

Während keines der von uns getesteten Tablets größere Schwächen bei der Verarbeitung zeigt, gibt bezüglich Optik und Haptik teils große Unterschiede. Am hochwertigsten präsentieren sich das Huawei Mediapad M5 8.4 und das Huawei Mediapad M5 10.8. Bei beiden Tablets macht das Metallgehäuse ordentlich was her und liegt gut und angenehm in der Hand. Überrascht hat uns vor allem das Teclast T10, das verhältnismäßig günstig ist und trotzdem in edlem Gewand steckt. Auch das noch günstigere TrekStor Primetab P10 hat ein schickes Metallgehäuse, beim Chuwi Hi9 Air und beim Fire HD 10 Kids Edition kommt jeweils Kunststoff als Material zum Einsatz.

Bild: Techstage Chuwi Hi9 Air

Das Chuwi Hi9 Air strahlt trotzdem – abgesehen von einer etwas billig wirkenden Kunststoffabdeckung – noch eine gewisse Wertigkeit aus, das Fire HD 10 Kids Edition hingegen hat optisch und haptisch nicht viel zu bieten. Beim Fire HD 10 Kids Edition handelt es sich übrigens im Prinzip um ein normales Fire HD 10 (2018), das als „Kids Edition“ eine speziellen Schutzhülle für Kinder, ein Jahr Amazon FreeTime und eine zweijährige Austauschgarantie mitbringt.

An verfügbarem Speicherplatz gibt es bei unseren Test-Kandidaten jeweils 32 GByte internen Speicher, abgesehen von den beiden China-Geräten Teclast T10 und Chuwi Hi9 Air. Dort sind es jeweils 64 GByte. Das Huawei Mediapad M5 10.8 ist in Deutschland neben der 32-GByte-Variante auch als 64-GByte-Modell erhältlich. Die Speicherweiterung per Micro-SD-Karte ist bei allen Devices möglich.

Bild: Techstage Huawei Mediapad M5 8.4

Wer mobil per SIM-Karte ins Internet möchte, kann dies mit dem TrekStor Primetab P10, dem Chuwi Hi9 Air (sogar im Dual-SIM-Betrieb) und den beiden Huawei-Tablets Mediapad M5 10.8 und Mediapad M5 8.4, alle Geräte unterstützen LTE. USB-Typ-C-Anschlüsse (mit USB 3.0) gibt nur bei den beiden Mediapads von Huawei, bei allen anderen Tablets sind es noch Micro-USB-Ports. Die beiden Huawei-Tablets besitzen weiterhin jeweils einen Fingerabdrucksensor, den hat sonst nur noch das Teclast T10. Eine Kopfhörerbuchse hingegen gibt es bei allen von uns getesteten Tablets außer den Huawei-Geräten. Dafür gibt es dort den üblichen USB-Typ-C auf Klinke Adapter im Lieferumfang.

Bis auf das Fire HD 10 Kids Edition gibt es überall GPS, NFC hingegen unterstützt keines der Geräte. Bluetooth in Version 4.2 gibt es bei den Huawei-Tablets, beim Fire HD 10 Bluetooth 4.1 und ansonsten jeweils Bluetooth 4.0.

Drei der von uns getesteten Geräte haben uns bezüglich ihres Klangs überrascht: das verhältnismäßig günstige Teclast T10 mit klar und detailliert klingenden Stereolautsprechern und die beiden Huawei-Tablets. Sie besitzen für solche Geräte ungewöhnlich gut klingende Speaker, die von Harman Kardon zertifiziert sind. Bei den anderen drei Geräten konnte uns der Klang nicht überzeugen.

Zwei unserer Test-Kandidaten bieten „nur“ Full-HD-Auflösung: das Fire HD 10 Kids Edition und das TrekStor Primetab – beide jeweils 1920 × 1200 Pixel auf 10,1 Zoll großen Displays. Mit 2560 × 1600 Pixel trumpfen das Teclast T10 auf 10,1 Zoll, das Huawei Mediapad M5 10.8 auf 10,8 Zoll, das Huawei Mediapad M5 8.4 mit 8,4 Zoll großem Display und das 10,1 Zoll große Chuwi Hi9 Air auf. Die höher auflösenden Geräte haben in Sachen Schärfe logischerweise die Nase vor, aber auch bei den beiden Tablets mit geringerer Auflösung ist die Darstellung von Inhalten ausreichend scharf und erscheint keineswegs pixelig oder verwaschen.

Bild: Techstage TrekStor Primetab P10

Größer sind die Unterschiede, was die Farbwiedergabe angeht. Sehr gut ist diese bei den beiden Huawei-Geräten, zufriedenstellend beim Teclast T10, dem TrekStor Primetab P10 und dem Fire HD 10 Kids Edition. Das Chuwi Hi9 Air hingegen hat einen leichten, aber wahrnehmbaren Grünstich, der den Gesamteindruck des ansonsten guten Bildschirms etwas trübt. Die Blickwinkelstabilität war bei allen getesteten Tablets gut, bei der Helligkeit hingegen gab es wieder größere Unterschiede.

Das Chuwi Hi9 Air, das TrekStor Primetab P10 und das Fire HD 10 Kids dürften etwas heller leuchten und sind somit für den Außeneinsatz nur bedingt zu gebrauchen. Gut ist die Helligkeit bei den Huawei-Tablets, während das Panel des Teclast T10 die meisten Reserven bietet. Auf Fingereingaben reagieren alle von uns getesteten Tablets gut und präzise.

Bei keinem Tablet aus unserem Testparcours konnten uns die Kameras überzeugen. Selbst bei den Huawei-Geräten mit Specs, die sich brauchbar anhören (Hauptkamera mit Autofokus und 13-Megapixel-Auflösung und 8-Megapixel-Frontcam), sind maximal halbwegs brauchbare Schnapsschüsse drin. Ähnlich ausgestattet zeigen sich auch die beiden China-Devices Chuwi Hi9 Air und Teclast T10 – und bieten eine ähnlich durchwachse Qualität.

Bei den beiden günstigsten Geräten in unserem Vergleichstest sind mit ihrer mageren Kamera-Hardware (Amazon Fire HD 10 Kids Edition: 2-Megapixel-Hauptkamera und 0,3-Megapixel-Frontkamera, TrekStor Primetab P10 5-Megapixel-Hauptkamera, 2-Megapixel-Frontkamera) selbst halbwegs brauchbare Schnapsschüsse ein Glücksfall.

Das TrekStor Primetab P10 und das Fire HD 10 Kids Edition sind bezüglich ihrer Performance die schwächsten Tablets in unserer Testreihe. Beide haben einen Mediatek-MT8173-Chip und 2 GByte Arbeitsspeicher. Obwohl der Prozessor beim Primetab P10 ein klein wenig höher taktet, läuft das Amazon-Tablet in der Praxis flüssiger. Die Leistung beider Tablets empfanden wir noch als zufriedenstellend, das Öffnen und Wechseln von Apps dauert jedoch einen Moment.

Bild: Techstage Huawei Mediapad M5 10.8

Die beste Performance bieten die beiden Huawei-Tablets: Das Mediapad M5 10.8 kommt auf stolze 174.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark, das Mediapad M5 8.4 auf 178.000 Punkte. Ein Stück dahinter liegt das Chuwi Hi9 Air mit knapp 100.000 Punkten gefolgt vom Teclast T10 mit etwas mehr als 80.000 Punkten. Die Benchmark-Messungen entsprechen auch ungefähr der von uns empfundenen Systemperformance, wobei man schon beim Teclast T10 von einem flüssig und schnell laufenden System sprechen kann. Ein deutlich spürbarer Unterschied zum TrekStor Primetab P10 und dem Fire HD 10 Kids Edition.

Wie in fast allen anderen Bereichen liegen auch die neuen Huawei-Tablets mit ihrer Akkulaufzeit an der Spitze unseres Vergleichstests. Bis zu 12 Stunden Videowiedergabe sind ein top Wert. Bei den anderen Tablets kamen wir auf jeweils etwas um die acht Stunden, was auch gar nicht so übel ist.

Mit recht aktuellem Betriebssystem Android 8.0 laufen das Chuwi Hi9 Air und die beiden Mediapads von Huawei. Während es sich beim Hi9 Air um ein System ohne größere Anpassungen von Herstellerseite handelt, kommt bei Huawei eine vom Hersteller entwickelte Benutzeroberfläche zum Einsatz: die sogenannte EMUI. TrekStor verzichtet beim Primetab P10 darauf größer selbst Hand anzulegen, stellt aber nur Android in Version 7 zur Verfügung. Ähnlich sieht es beim Teclast T10 aus, auf dem der Hersteller nur einen eigenen Launcher implementiert hat.

Bild: Techstage Teclast T10

Das Fire HD 10 Kids Edition läuft hingegen mit Fire OS – einer von Amazon selbst entwickelten Version von Googles mobilem OS die auf dem veralteten Android 5.1 basiert. Ungewöhnlich für Android gibt es auf dem Tablet keinen Play Store und keine Google-Apps – Amazon stellt sein eigenes Ökosystem und seine eigenen Dienste in den Vordergrund. Die nachträgliche Installation von Google-Diensten inklusive Play Store ist aber auch für technisch weniger versierte Nutzer kein größeres Problem.

Chuwi Hi9 Air

Chuwi Hi9 Air

Teclast Master T10, 4GB RAM, 64GB Flash (820117)

Teclast T10

TrekStor Primetab P10 32GB schwarz, LTE (99381)

TrekStor Primetab P10 LTE

TrekStor Primetab P10 32GB schwarz (99361)

TrekStor Primetab P10 WLAN

Amazon Fire HD 10 2018 Kids Edition ohne Werbung  32GB blau (53-008726/53-008724)

Fire HD 10 Kids Edition Blau

Amazon Fire HD 10 2018 Kids Edition ohne Werbung  32GB pink (53-008727/53-008725)

Fire HD 10 Kids Edition Pink

Wer ein möglichst gutes aktuelles Android-Tablet sucht und das nötige Kleingeld hat, der greift zu einem Mediapad M5 8.4 (Testbericht) oder Mediapad M5 10.8 (Testbericht) von Huawei. In unseren Augen gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine besseren Tablets mit Android-OS. Wer ein Schnäppchen sucht, der findet bei den China-Geräten Teclast T10 (Testbericht) und Chuwi Hi9 Air (Testbericht) durchaus attraktive Alternativen.

Huawei MediaPad M5 10.8  32GB grau (53010BDU/53010BSP)

Huawei Mediapad M5 10.8 32 GB

Huawei MediaPad M5 10.8  64GB grau (53010BEL)

Huawei Mediapad M5 10.8 64 GB

Huawei MediaPad M5 10.8 LTE  32GB grau (53010BDW)

Huawei Mediapad M5 10.8 32 GB LTE

Huawei MediaPad M5 10.8 LTE  64GB grau (53010BES)

Huawei Mediapad M5 10.8 64 GB LTE

Huawei MediaPad M5  8.4 LTE  32GB grau (53010BDL)

Huawei Mediapad M5 8.4 LTE

Huawei MediaPad M5  8.4  32GB grau (53010BDN/53010BSM/53010BEG)

Huawei Mediapad M5 8.4 WLAN

Wer möglichst günstig mobil mit dem Tablet ins Internet kommen will, der findet eventuell im TrekStor Primetab P10 (Testbericht) den passenden Partner. Das Amazon Fire HD 10 Kids Edition (Testbericht) hingegen erscheint uns für das Gebotene etwas zu teuer. Wenn das Tablet möglichst wenig kosten soll, würden wir im Zweifelsfall eher zum 150 Euro teuren „normalen“ Fire HD (2018) greifen.

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