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Sechs Sportuhren im Vergleich: Das können Garmin, Fitbit & Co

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Sportuhren messen Puls und Bewegung, überwachen den Schlaf und helfen beim Training. Wir testen sechs aktuelle Geräte, die noch dazu schick aussehen.

Wer statt eines Fitness-Trackers eine smarte Uhr für Sportler sucht, der hat die Qual der Wahl. Neben klassischen Smartwatches (Übersicht) gibt es Sportuhren, die Sportler beim Training und im Alltag unterstützen. In diesem Vergleichstest stellen wir folgende Geräte gegenüber:

Gegenüber den „echten” Smartwatches unterscheiden sich die Sportuhren in mehreren Punkten. Zum einen setzen sie auf proprietäre Betriebssysteme, Android WearOS gibt es hier nicht. Am bekanntesten ist dabei noch das Tizen-Betriebssystem der Samsung Gear Sport. Zum anderen liegt der Fokus klar auf Sport. Alle Uhren besitzen einen Pulsmesser, überwachen Schritte und Schlaf. Dazu bieten sie einen Trainingsmodus, der Vorlagen für verschiedene Sportarten mitbringt. Ein Vorteil dieser Uhren ist die Akkulaufzeit: Während Smartwatches nach ein oder zwei Tagen wieder ans Ladegerät müssen, halten die Sportuhren deutlich länger durch.

Übersicht
Produkt Fit 3 Fitness Versa Vivoactive 3 Music Amazfit Stratos Gear Sport
Hersteller Huawei Suunto Fitbit Garmin Huami Samsung
GPS / WLAN -/- -/- - / ✔ ✔ / ✔ ✔ / ✔ ✔ / ✔
Display monochrom farbig farbig farbig farbig farbig
Brustgurtkompatibilität - Bluetooth - Bluetooth, Ant+ Bluetooth -
Schlafüberwachung ++ ++ ++ ++ + ++
Musik lokal/ Streaming - - ✔ / ✔ ✔ / ✔ ✔ / - ✔ / ✔
Funktionert ohne App nein ja nein nein nein nein
App braucht Account ja ja ja ja ja nein
Schrittzähler ++ ++ ++ ++ + ++
Stockwerkzähler ++ ++ ++ ++ ++ ++
Armband wechselbar ja, 18 mm ja, 20 mm ja, proprietär ja, 20 mm ja, 22 mm ja, 18 mm

Größe und Optik der Sportuhren unterscheiden sich nur minimal. Bis auf die Fitbit Versa wählen alle Hersteller ein rundes Design. Damit sehen die Geräte „echten” Uhren deutlich ähnlicher als Pulsmessern oder Fitness-Armbändern. Die Samsung Gear Sport besitzt als einziges Testgerät eine drehbare Lünette, alle anderen Produkte werden über das Touchdisplay und einen bis drei seitliche Knöpfe bedient. Die Ausnahme ist die Suunto-Uhr: Ihr Bildschirm ist nicht berührungsintensiv, die Steuerung erfolgt über insgesamt fünf seitliche Knöpfe.

Alle Sportuhren kommen mit Silikonarmbändern. Für den Sport ist das in Ordnung, im Alltag wirken die Bänder etwas billig. Da die Hersteller aber auf einen Schnellverschluss setzen, lassen sich die Bänder einfach austauschen. Die Größen variieren von 18 bis 22 mm. Fitbit hält sich nicht an den Verschlussstandard, liefert aber zahlreiche eigene Armbänder aus unterschiedlichen Materialen.

Bei der Verarbeitung haben uns alle Uhren überzeugt, nichts knarzt oder steht ab. Die Geräte sind so hell, dass man die Anzeigen bei normalem Licht gut lesen kann. Alle Sportuhren sind gegen Wasser geschützt. Schwimmen im See, Meer oder Pool ist kein Problem, ebenso wenig duschen. Gerätetauchen oder schnellere Wassersportarten sollte man ohne die Uhren erledigen. Bei diesen Sportarten wirkt ein deutlich höherer Druck auf die Dichtungen, so dass selbst eigentlich wasserfeste Geräte ihr Limit erreichen.

Beim Thema Software gibt es sowohl auf den Uhren wie in den zugehörigen Apps deutliche Unterschiede. Das liegt zum einen an der Designphilosophie der Hersteller, zum anderen einfach an einem Feature-Wildwuchs. Simpel und dennoch übersichtlich ist die Fitbit Versa. Auf der Uhr gibt es eine saubere Menüstruktur, in der zugehörigen App wird das weitergeführt. Alle für den Alltag relevanten Daten sind sauber aufbereitet und übersichtlich strukturiert.

Bei der Garmin Vivoactive 3 Music und der Suunto 3 Fitness ist viel Know-How in die Apps geflossen. Man merkt sowohl auf der Uhr wie in der begleitenden App den sportlichen Hintergrund der Hersteller. Ähnlich gut, wenn auch nicht ganz auf dem gleichen Level, erweisen sich die Huawei Fit und die Samsung Gear Sport. Beide haben ausgereifte Applikationen für die Smartphones, es wirkt, als habe sich Huawei stark von Samsung inspirieren lassen. Die Huami Amazfit Stratos fällt etwas aus der Reihe. Die App ist minimalistisch, aber lang nicht so aufgeräumt und informativ wie die von Fitbit. Die Uhr selbst ist mit Funktionen fast schon überfrachtet. Es gibt unglaublich viel zu tun, etwa kann sie Trainingsstrecken im GPX-Format im- und exportieren. Doch viele Features sind einfach zu gut versteckt oder an seltsamen Orten.

Mit Ausnahme der Suunto 3 Fitness setzen alle Sportuhren App auf dem Smartphone voraus. Die Samsung-App lässt sich dabei ohne Nutzerkonto verwenden, für alle anderen Geräte ist eine Anmeldung beim Hersteller notwendig. Die Daten werden zudem mit dem Cloud-System der Hersteller synchronisiert. Wer das nicht möchte, der sollte sich die Suunto-Uhr genauer ansehen.

Alle Uhren integrieren sich in mit den Benachrichtigungen der Smartphones und zeigen eingehende Nachrichten auf dem Display an. Besonders gut hat uns im Test die Amazfit Stratos gefallen. Die Macher nutzen den zur Verfügung stehenden Platz sehr gut, Chats und E-Mails kann ordentlich verfolgen.

Das Highlight der Uhren ist die Trainingsfunktion. Von Laufen über Walken, Radfahren oder Schwimmen, die Apps und Uhren bringen für zahlreiche Vorlagen für Sportarten mit. Dazu kommen einfache Pläne, so dass sich langfristige Trainings auf- und umsetzen lassen. Im praktischen Training unterscheiden sich die Uhren minimal. In einer Laufeinheit mit der Samsung-App auf dem Smartphone, der Amazfit Stratos und der Garmin Vivoactive 3 Music zeigen sich Abweichungen zwischen den verschiedenen Systemen. Die sind allerdings nicht so krass, dass man ein System als kompletten Versager hinstellen kann. Eine wichtige Erkenntnis ist aber, dass man sich für ein System entscheiden und bei diesem bleiben soll.

Eine Laufeinheit, drei Pulsmessungen im Vergleich: Ganz links kommen die Daten von einem Bluetooth-Pulsgurt, in der Mitte ist die Stratos Amazfit, rechts die Garmin Vivoactive 3 Music. Die Unterschiede sind erkenbar, aber nicht extrem.

Ein interessanter Punkt ist, wie die verschiedenen Systeme mit GPS-Koordinaten umgehen. Uhren, die ihr GPS-Signal vom Smartphone erhalten, zeichnen den Weg normalerweise sofort auf. Die Amazfit Stratos benötigte fast drei Minuten, um ein Signal zu erhalten. Dennoch scheint die Uhr die Daten vom Smartphone mit auszulesen, da die eigentliche Messung der zurückgelegten Strecke mit dem Handy vergleichbar ist. Die Garmin-Uhr benötigt etwas länger um den GPS-Fix zu bekommen und verlässt sich auch nur auf die Daten der Uhr.

GPS-Vergleich: Obwohl das Training am gleichen Ort gestartet wurde, unterscheiden sich die GPS-Daten leicht. LInks ist das Smartphone, in der Mitte die Amazfit Stratos, rechts die Garmin-Sportuhr.

Wer einfach nur Laufen gehen möchte, der kann jeder der Uhren problemlos nutzen. Die Garmin würden wir all denen empfehlen, die verschiedene Komponenten mit ins Training integrieren möchten. Sie kann als einzige Uhr die Pulsdaten an andere Geräte schicken. Das ist beispielsweise dann interessant, wenn man die Uhr beim Radfahren trägt und die Pulsdaten auf den Radcomputer anzeigen möchte. Die Geräte von Huami, Suunto und Garmin können auf Wunsch Pulsdaten von einem Bluetooth-Brustgurt empfangen, Garmin unterstützt sogar die Übertragung per ANT+. Die anderen Uhren messen den Puls am Handgelenk, im direkten Vergleich sind auch diese Informationen brauchbar.

Wer sein Smartphone komplett zu Hause lassen möchte, sollte zur Huami Amazfit Stratos, Samsung Gear Sport oder Garmin Vivoactive 3 Music greifen. Diese besitzen ein eigenes GPS-Modul und können alle notwendigen Daten direkt auf der Uhr aufzeichnen. Alle anderen getesteten Uhren zeichnen ebenfalls Streckendaten auf, benötigen dazu aber die GPS-Funktion eines verbundenen Smartphones.

Neben den gezielten Trainingseinheiten überwachen alle Uhren die tägliche Aktivität des Besitzers. Dazu gehören die Bewegung, die zurückgelegten Schritte sowie auf Wunsch der nächtliche Schlaf. Diese Aufgabe erfüllen alle Sportuhren sehr gut. Sie liefern eine gute Übersicht zu den zurückgelegten Schritten. Garmin fällt hier besonders positiv auf, da die Software das tägliche Schrittziel auf Wunsch anpasst: Wer sich mehr bewegt, dessen Tagesziel geht automatisch nach oben, das motiviert.

Obwohl alle Uhren die Schlafphasen aufzeichnen, bereiten sie die unterschiedlich auf.Links im Bild ist die Huawei-App, in der Mitte die Amazfit-Ansicht, rechts die Daten des Fitbit.

Bei der Überwachung des Schlafs nutzen alle Geräte die Bewegungserkennung sowie die Pulsrate, um die verschiedenen Schlafzonen zu bestimmen. Die Daten werden anschließend in der App aufbereitet und bieten einen guten Anhaltspunkt, um den eigenen Schlaf zu beurteilen. Die App von Huami fällt dabei negativ auf. In der App sind die verschiedenen Phasen unübersichtlich, das machen Garmin, Samsung, Fitbit, Suunto oder Huawei deutlich besser.

Fitbit bietet Frauen zusätzlich eine Funktion, mit der sich Zyklus und Eisprung verfolgen lassen. Im Testfeld ist der Fitbit der einzige Hersteller, der so eine Funktion im Programm hat.

Mit den Uhren von Garmin und Fitbit lässt sich kontaktlos bezahlen. Das ist ein cleveres Feature, verlangt aber auf beiden Systemen einiges an Einrichtung. Beide Karten erstellen im Grunde virtuelle Kreditkarten, die wie eine Prepaid-Lösung aufgeladen werden können. Dabei muss aber zunächst Kunde bestimmter Institute sein oder eine App wie Boon (Garmin, Fitbit) oder VimPay (Garmin) installieren. Wenn alle Hürden genommen sind, dann ist das kontaktlose Bezahlen eine ziemlich coole Sache. Nervig ist nur, dass Banken und Sparkassen noch keinen einheitlichen Ansatz haben, wie sie mit diesen neuen Bezahlmethoden umgehen sollen.

Die Geräte von Fitbit, Garmin, Samsung und Huami lassen sich mit Musik befüllen und per Bluetooth mit einem Kopfhörer verbinden. So kann man auch während des Sports Musik hören. Fitbit und Garmin unterstützen zusätzlich den Streaming-Dienst Deezer, im Test brachten wir den bei Garmin aber nicht ans laufen. Die Fitbit-Unterstützung funktionierte gut. Während eines aktiven Trainings konnten wir aber nicht die Playlisten wechseln. Insgesamt ist die Nutzung eines Streaming-Dienstes unbefriedigend, zu viele Hürden stehen vor einem ordentlichen Hörerlebnis. Besser ist da die Spotfiy-Integration auf der Samsung Gear Sport. Dort kann man auf der Uhr Playlisten auswählen, die Songs per WLAN übertragen und offline hören. So muss das sein. Garmin arbeitet derzeit daran, Spotify auch auf die Vivoactive 3 Music zu bringen. Zum Testzeitpunkt gibt es den Dienst nur für die teurere Fenix-Serie.

In der Praxis halten alle getesteten Uhren zwischen drei und fünf Tagen durch. Dabei haben wir die Geräte sowohl tags wie auch nachts getragen und neben der Bewegung auch den Schlaf überwachen lassen. Wer viel Sport treibt, dessen Sportuhren müssen eher an die Steckdose. Vor allem Funktionen wie GPS, Bluetooth oder WLAN fressen die Batterie leer.

Laufzeit im Alltag
Huawei Fit: Bis zu drei Tage
Samsung Sport: Bis zu vier Tage
Suunto 3 Fitness: Bis zu fünf Tage
Garmin Vivoactive 3 Music: Bis zu fünf Tage
Huami Amazfit Stratos: Bis zu fünf Tage
Fitbit Versa: Bis zu fünf Tage

Alle Testgeräte benötigen zwischen 90 Minuten und 120 Minuten, um wieder komplett geladen zu sein. Leider kocht beim Ladegerät jeder Hersteller ein eigenes Süppchen, einen Standard wie USB-C sucht man vergeblich.

Preislich liegen die Uhren größtenteils nicht weit auseinander. Einzige Ausnahme ist die Garmin Vivoactive 3 Music, sie ist die teuerste Sportuhr. Wer auf die Musik-Funktion verzichten kann, der sollte sich die normale Vivoactive 3 ansehen. Dieses Modell verzichtet auf die Musikfunktion, ist aber ansonsten baugleich.

Samsung Gear Sport R600 blau

Samsung Gear Sport, blau

Samsung Gear Sport R600 schwarz

Samsung Gear Sport, schwarz

Huawei Fit Large Aktivitäts-Tracker grau/schwarz

Huawei Fit, schwarz

Fitbit Versa Aktivitäts-Tracker grey/silver aluminium (FB505SRGY)

Fitbit Versa, silber

Fitbit Versa Aktivitäts-Tracker peach/rosegold aluminium (FB505RGPK)

Fitbit Versa, Rosegold

Garmin vivoactive 3 Music schwarz (010-01985-02)

Garmin Vivoactive 3 Music, schwarz

Garmin vivoactive 3 schwarz/edelstahl (010-01769-00)

Garmin Vivoactive 3, schwarz

Suunto 3 Fitness schwarz (SS050018000)

Suunto 3 Fitness, schwarz

Suunto 3 Fitness ocean (SS050051000)

Suunto 3 Fitness, ocean

Huami Amazfit Stratos schwarz

Huami Amazfit Stratos, schwarz

Die Auswahl ist nicht leicht. Es gibt im Vergleich keinen klaren Sieger – dafür auch keinen eindeutigen Verlierer. Wer einfach nur eine Uhr als Begleiter sucht, kann jedes der Geräte nutzen, je nach Vorliebe. Im Alltag hat uns vor allem die Fitbit Versa (Testbericht) gefallen, die dank ihrer minimalistischen Oberfläche und vernünftigen App einfach einzurichten und zu bedienen ist.

Wer sich stärker für das Thema Sport interessiert, sollte entweder zur Suunto 3 Fitness (Testbericht), der Garmin Vivoactive 3 Music (Testbericht) oder dem Schnäppchen Huami Amazfit Stratos (Testbericht) greifen. Von den Apps haben uns im Test die von Suunto und Garmin gut gefallen, Huami hat hier noch Nachholbedarf. Die Samsung Gear Sport (Testbericht) oder die Huawei Fit (Testbericht) decken ebenfalls viele Bereiche ordentlich ab. Hier ist es die persönliche Präferenz des Nutzers, wobei der Stil der Gear Sport etwas moderner wirkt.

Wem die Uhren zu groß sind oder wer einen Fitness-Tracker zusätzlich zu seiner echten Uhr sucht, dem empfehlen wir unseren Vergleichstest: Sechs Fitness-Tracker mit Pulsmessung.

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