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Schnelle Speicherkarten von Sandisk und Co im Vergleich

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Hochauflösende Videoaufnahmen und Fotos im RAW-Format benötigen schnellen Speicher. Wir testen vier aktuelle SD-Karten ab 128 GByte, die schneller als 200 MByte/s schreiben.

Während sich aktuelle Smartphones, Action Cams und Videodrohnen zumindest derzeit noch mit dem 4K2K-Format begnügen und folglich mit rund 4000 × 2000 Pixeln bei bis zu 60 Bilder pro Sekunde aufnehmen, steht die nächste Generation bereits in den Startlöchern.

So könnte der Exynox-990-Prozessor in Samsungs kommendem Smartphone-Flaggschiff Galaxy S11 ebenso 8K-Aufnahmen ermöglichen wie der mutmaßlich künftig in Geräten von Oppo oder Xiaomi zum Einsatz kommende Qualcomm Snapdragon 865. Und auch 4K-Videos werden aufgrund des Umschwenkens von derzeit maximal 60 auf künftig 120 fps hungriger nach schnellerem Speicher. Nicht zu vergessen der erstmals im Xiaomi Mi Note 10 (Testbericht) eingesetzte 108-Megapixel-Sensor Isocell Bright HMX besonders große Bild- und Videodateien erzeugt und zukünftig in weiteren Smartphones zum Einsatz kommen wird. Der eigentliche Einsatzbereich für Medien mit Schreibgeschwindigkeiten von mehr als 200 MByte/s sind jedoch (semi-)professionelle Videokameras. Hier kann der Leistungsbedarf die Möglichkeiten moderner UHS-II-Speicherkarten sogar übersteigen.

Ob eine günstige SD-Karte ausreicht, oder ob ein kostspieliges Profi-Modell nötig ist, verrät ein Blick ins Datenblatt des Aufnahmegeräts: Ausschlaggebende Faktoren für die benötigte Geschwindigkeit sind die Auflösung, die Bildwiederholrate, der ausgewählte Codec und die Bitrate, welche bestimmt, wie viele Bildinformationen pro Sekunde gespeichert werden.

Die Adata Premier One

So nimmt etwa eine aktuelle GoPro Hero Black 8 mit werkseitigen Voreinstellungen 4K-Videos bei 50 fps auf und schreibt dabei 99.970 Kbit/s wie beispielsweise eine Blackmagic Pocket Cinema Camera 6K, die mit maximal 6144 × 3456 Pixeln auflöst. Bereits bei einer Aufnahme mit nur 30 fps im Blackmagic-RAW-Format und einer Datenkompression von 3:1 schreibt das handliche Videogerät mit 323 MByte/s – ganz ohne Kompression läge der theoretische Datendurchsatz also bei einem knappen Gbyte/s. Selbst die beschriebenen 323 MByte/s setzen bereits eine schnellere CFAST-2.0-Speicherkarte oder eine externe, via USB 3.1 angeschlossene SSD voraus. Beim Einsatz einer SD-Karte ist eine Verringerung der Auflösung oder eine höhere Kompression nötig. Aber auch für ambitionierte Hobbyfotografen können schnelle SD-Karten Sinn ergeben, etwa bei schnellen Serienaufnahmen im RAW-Format.

Einen Anhaltspunkt zur Einschätzung der Geschwindigkeit der verwendeten SD-Karte bietet deren Video-Speed-Class-Zertifizierung durch die SD Association. Speicher, auf deren Verpackung das V6-, V10-, V30-, V60- oder V90-Logo prangt, schreiben hochauflösende Videos mit mindestens zwischen 6 und 90 MByte/s. V90 ist derzeit leider die höchste Klassifizierung des „sustainable write speed“, einer garantierten Mindestgeschwindigkeit, die auch bei längeren Videoaufzeichnungen zur Verfügung steht. Die Hersteller bewerben ihre SD-Karten demgegenüber zusätzlich mit Maximalwerten von bis zu über 250 MByte/s. Ob diese kontinuierlich abrufbar sind, können nur intensive Tests zeigen, idealerweise im verwendeten Aufnahmegerät.

Nominell schreiben sämtliche SD-Karten im Testfeld mit 260 MByte/s, arbeiten somit am Limit des derzeit Machbaren und sind bis auf eine Ausnahme V90-zertifiziert: Sandisks Extreme Pro ist seit 2016 und somit am längsten auf dem Markt. 2016 ist auch das Jahr, in dem die Video Speed Class überhaupt erst von der SD Card Association vorgestellt wurde. Im Test arbeitete sie dennoch dauerhaft auf einem sehr hohen Niveau.

Die Angelbird AV Pro SD V90

Die Einzeltests zu den SD-Karten finden sich unter den folgenden Links:

Zumindest auf den ersten Blick fällt der Lieferumfang des Modells von ADATA knapp aus. Es gibt weder eine Transportbox, noch zusätzliche Software. Dafür liegt die Performance aber auf Augenhöhe mit deutlich teureren Modellen und die Herstellergarantie beträgt zehn Jahre. Mehr bietet in diesem Feld nur das kostspieligere Modell von Sandisk mit 30 Jahren. Das Zubehör der Extreme Pro umfasst auch eine Zwei-Jahres-Lizenz der Datenrettungs-Software Rescue Pro Deluxe. Toshiba bietet demgegenüber eine fünfjährige Garantiedauer und eine Ein-Jahres-Lizenz von LC Technology Data Recovery. Das teuerste Modell im Test, Angelbirds AV PRO SD V90, bietet eine immer noch ausreichende Garantie von drei Jahren, punktet dafür aber durch einen erweiterten Hersteller-Support im Falle eines Datenverlusts oder Problems. Weitere Details dazu finden sich im entsprechenden Einzeltest. Außerdem legt der Hersteller ein Target zur Profilierung von Digitalkameras und zwei ungewöhnlich robuste Transportboxen bei.

Testtabelle
Hersteller Adata Sandisk Toshiba Angelbird
Name Premier One 128 GByte Extreme Pro 128 GByte Exceria Pro N502 256 GByte AV PRO SD V90 256 GByte
Typ ASDX128GUII3CL10-C SDSDXPK-128G-GN4IN THN-N502G2560E6 AVP256SD
Klasse UHS-II U3, Class 10, V90 UHS-II U3, Class 10 UHS-II U3, Class 10, V90 UHS-II U3, Class 10, V90
Theoretische Lese-/Schreibgeschwindigkeit 290/260 MByte/s 300/260 MByte/s 270/260 MByte/s 300/260 MByte/s
Schnittstelle UHS-II UHS-II UHS-II UHS-II
Dateiformat exFAT exFAT exFAT exFAT
Größe / Formatierte Größe 128 / 117,75 GByte 128 /119,52 GByte 256 / 238,5 GByte 256 / 236,12 GByte
Verfügbare Optionen 64, 256 GByte 32, 64 GByte 32, 64, 128 GByte 64, 128 GByte, auch in 2er Packs erhältlich
Sonstiges Betriebstemperatur -25 bis +85°C Betriebstemperatur -25 bis +85°C; Rescue Pro Deluxe Software (2 Jahre) Betriebstemperatur -25 bis +85°C; LC Technology Data Recovery Software (1 Jahr) Betriebstemperatur -25 bis +85°C, baslCColor Mini Target für digitales Kameraprofil, zwei Transportboxen für SD-Karten
Laufzeit 10 Jahre 30 Jahre (laut Homepage) 5 Jahre 3 Jahre
Crystal Disk Mark
seq. Read QD1 262,8 MByte/s 272,6 MByte/s 251,8 MByte/s 265,3 MByte/s
seq. Write QD1 259,3 MByte/s 219,1 MByte/s 238,0 MByte/s 253,6 MByte/s
4K Rd. Read QD1 2563 IOPS 3517 IOPS 1571 IOPS 3184 IOPS
4k Rd. Write QD1 337 IOPS 507 IOPS 326 IOPS 350 IOPS
Kopiertest
Lesen: kleine Dateien (18.000x128 KByte) 33,2 MByte/s 34,3 MByte/s 27,5 MByte/s 28,6 MByte/s
Schreiben: kleine Dateien (18.000x128 KByte) 4,5 MByte/s 8,8 MByte/s 4,7 MByte/s 4,2 MByte/s
Lesen: mittelgroße Dateien (Lesen/Schreiben, 3.600x2,5 MByte) 206,4 MByte/s 215,0 MByte/s 205,3 MByte/s 207,8 MByte/s
Schreiben: mittelgroße Dateien (Lesen/Schreiben, 3.600x2,5 MByte) 63,9 MByte/s 101,1 MByte/s 69,2 MByte/s 64,2 MByte/s
Lesen: große Datei (1x25 GByte) 262,1 MByte/s 282,9 MByte/s 256,0 MByte/s 265,3 MByte/s
Schreiben: große Datei (1x25 GByte) 252,1 MByte/s 246,8 MByte/s 164,3 MByte/s 253,4 MByte/s
Lesen: gemischter Ordner (9,53 GByte) 01:11 min 01:11 min 01:13 min 01:11 min
Schreiben: gemischter Ordner (9,53 GByte) 08:54 min 04:55 min 07:54 min 09:46 min
Vorteile sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis Lese- und Schreib-Champion bei mittelgroßen und kleinen Dateien groß & schnell (mit Einschränkungen) schnellste Karte beim Schreiben großer Daten, hohes Speichervolumen
hohe Lese- und Schreibrate Laut Homepage 30 Jahre Garantie stabile, große Transportboxen
kostenfreie Datenrettung nach Registrierung
Nachteile keine Software oder ähnliche Zugaben kostspielig Leistungseinbruch beim Dauerschreiben - Ursache ungeklärt kostspielig

Sämtliche Performance-Tests laufen auf einem XMG ULTRA 17 Notebook mit Intel Core i9-9900K und 64 GByte RAM, die als schnelle RAM-Disk Verwendung finden. Das Gerät bietet einen UHS-II-Kartenleser mit PCIE-Express-Anbindung, welcher schneller als viele externe USB-C-Alternativen arbeitet. Da im Video- und Fotobereich vor allem große, sequenzielle Datensätze auf die Medien geschrieben werden, konzentriert sich der Vergleichstest auf diese Szenarien. Wer plant die Speicherkarten mit kleinen Dateien zu bespielen oder etwas zur Installation von Programmen zu verwenden, findet entsprechende Durchsatzwerte und IOPS-Messungen in den jeweiligen Einzeltests.

Die Sandisk Extreme Pro

Im Kopiertest mit einer 25 GByte großen Datei liefern die Modelle von ADATA, Angelbird und Sandisk jeweils Schreibwerte von um 250 MByte/s und begegnen sich damit auf Augenhöhe. Knapper Spitzenreiter ist Angelbirds AV PRO SD V90 mit 253,4 MByte/s. Zunächst irritierend fällt die vergleichsweise niedrige Leistung der Toshiba Exceria N502 Pro mit nur 164,3 MByte/s aus, wenngleich die Karte immer noch zu den sehr schnellen Vertretern ihrer Art gehört.

Im Crystal Disk Mark liefert die Toshiba jedoch wie erwartet ab und erreicht 238 MByte/s, ADATA und Angelbird kommen beim Schreiben von fünf jeweils 1 GByte großen Datensätzen erneut über 250 MByte/s, nur das Modell von Sandisk hinkt mit knapp 220 MByte/s geringfügig hinterher.

Geschwindigkeit
ADATA Premier One (128 GByte) Angelbird AV PRO SD V90 (256 GByte) Sandisk Extreme Pro (128 GByte) Toshiba Exceria Pro N502 (256 GByte)
Kopiertest: Schreiben (1x 25 GByte) 252,1 MByte/s 253,4 MByte/s 246,8 MByte/s 164,3 MByte/s
Kopiertest: Lesen (1x 25 GByte) 262,1 MByte/s 265,3 MByte/s 282,9 MByte/s 256,0 MByte/s
Crystal Disk Mark: seq. Write QD1 259,3 MByte/s 253,6 MByte/s 219,1 MByte/s 238,0 MByte/s
Crystal Disk Mark: seq. Read QD1 262,8 MByte/s 265,3 MByte/s 272,6 MByte/s 251,8 MByte/s

Spannender ist der Dauerschreibtest, der sowohl die 128- als auch 256-GByte-Karten fast komplett vollschreibt und die Leistungsergebnisse sekundengenau aufzeichnet. Die AV PRO SD V90 von Angelbird arbeitet während des gesamten Durchlaufs mit durchschnittlich 255,7 MByte/s und kann sich somit leicht von der ADATA Premiere One (248 MByte/s) und der Sandisk Extreme Pro (246,5 MByte/s) absetzen. Toshibas Exceria Pro N502 erreicht jedoch nur einen Mittelwert von 144,8 MByte/s. Den Grund dafür liefert ein Blick auf den Verlauf der Leistungskurve. Während die Kandidaten von ADATA, Angelbird und Sandisk eine beständige Performance aufweisen, bricht die Toshiba ein.

SD-Speicher: Leistungsmessung (4 Bilder)

Sämtliche Dauerschreibtests laufen allerdings mehrfach pro Speichermedium: Während des ersten Durchlaufs arbeitete auch die Exceria Pro N502 mit maximaler Leistung, ab dem zweiten Durchlauf brach sie zur Hälfte des Kopiervorgangs ein und ein dritter, vollständiger Schreibvorgang förderte die dargestellte Verlaufskurve zutage. Da der zuvor gezeigte Kopiertest mit einer 25-GByte-Datei erst nach dem Dauerschreibtests durchgeführt wurde, zeigt sich das Verhalten auch dort und wäre ansonsten gar nicht aufgefallen. Trotz der Verwendung von drei unterschiedlichen Testsystemen und zwei Testmustern trat der Leistungseinbruch immer wieder auf. Internen Tests von Toshiba zufolge konnte das Verhalten allerdings nicht nachgestellt werden.

ADATA Premier ONE R290/W260 SDXC    128GB, UHS-II U3, Class 10 (ASDX128GUII3CL10-C)

ADATA Premier ONE R290/W260

SanDisk Extreme PRO  R300/W260 SDXC    128GB, UHS-II U3, Class 10 (SDSDXPK-128G-GN4IN)

SanDisk Extreme PRO R300/W260

Toshiba Exceria Pro N502 R270/W260 SDXC    256GB, UHS-II U3, Class 10 (THN-N502G2560E6)

Toshiba Exceria Pro N502 R270/W260

Angelbird AV PRO SD V90 R300/W260 SDXC    256GB, UHS-II U3, Class 10 (AVP256SD)

Angelbird AV PRO SD V90 R300/W260

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Nicht jeder Anwender benötigt teure Speicherkarten mit einer Schreibleistung von mehr als 200 MByte/s und V90-Zertifikat. Für den Einsatz im Smartphone oder in der Action Cam genügt vielfach auch ein langsameres V30-Modell. Unverzichtbar sind die Medien jedoch, falls (semi-)professionelle Video- oder Fotokameras zum Einsatz kommen.

Für rund 122 Euro bietet ADATAs 128 GByte große Premiere Pro ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Lieferumfang umfasst zwar nicht einmal eine Kunststoffbox zum Transport, dafür stimmt aber die Leistung, die problemlos mit höherpreisigen Modellen mithalten kann. Die zehnjährige Herstellergarantie liegt ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt. Die Ergebnisse aus diesem Test sind allerdings nicht auf das langsamere 256-GByte-Modell übertragbar.

Die Toshiba Exceria N502 Pro

Spielt der Preis eine untergeordnete Rolle und geht es um erweiterten Hersteller-Support bei der Datenrettung, dann bietet Angelbird mit der 256 GByte fassenden AV PRO SD V90 das beste Paket. Zwar kostet die SD-Karte um 400 Euro, dafür handelt es sich aber auch um die schnellste, derzeit verfügbare Lösung in dieser Größenklasse. Als kleinen Bonus liefert Angelbird zwei sehr gute Transportboxen mit. Das ergibt vor allem für Profis Sinn, die mehrere Medien parallel mit sich führen.

Sandisks Extreme Pro ist hingegen maximal in einer 128-GByte-Version verfügbar, diese liefert jedoch sehr gute und beständige Leistungswerte. Für 180 Euro gibt es im Vergleich zur günstigeren ADATA ungewöhnlich großzügige 30 Jahre Herstellergarantie und eine Zwei-Jahres-Lizenz zur Nutzung der Software Rescue Pro Deluxe. Alternativen mit doppelt so viel Speicher bietet Sandisk derzeit nur in einer langsameren Version an.

Mit der Exceria N502 Pro hat Toshiba ebenfalls eine der wenigen, schnellen SD-Karten mit 256 GByte Speichervolumen am Start. Im Test erreicht das Modell die maximalen Werte von 260 MByte/s jedoch nicht dauerhaft, nach mehrmaligem Beschreiben brach die Leistung auf durchschnittlich um 145 MByte/s ein. Für viele Anwendungsszenarien ist das immer noch mehr als ausreichend, zusätzlich gewährt Toshiba eine fünfjährige Herstellergarantie und legt eine Ein-Jahres-Lizenz der LC Technology Data Recovery Software bei.

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