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Resin-Vergleich: Fünf Harze für SLA-Drucker im Test

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Beim Kauf von Resin für den 3D-Drucker ist die Auswahl riesig. Wir haben graues Harz von fünf verschiedenen Herstellern getestet und zeigen die Unterschiede.

Bei den 3D-Druckern gibt es neben den verbreiteten FDM-Druckern, die Kunststoff-Filament aufeinanderschmelzen, eine ständig wachsende Zahl an bezahlbaren SLA-Druckern (Vergleichstest). Wer den Unterschied noch nicht genau kennt, sollte sich unseren Ratgeber UV-Harz oder Kunststoff-Filament: 3D-Drucker im Vergleich ansehen. Die Anzahl an verfügbarem UV-reaktiven Harzen ist in den letzten Monaten stark gestiegen. In diesem Test wollen wir herausfinden, ob und wie sich die Produkte unterscheiden und ob die angesetzten Preise angemessen sind.

Noch mehr Artikel zum Thema gibt es auf unserer Themenseite 3D-Druck.

Um eine Vergleichbarkeit zu erreichen, haben wir uns unterschiedliche UV-Harze in der Farbe Grau näher angesehen. Die Resins hat uns freundlicherweise der 3D-Druckshop 3D-Jake zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle. Folgende Produkte haben wir getestet:

  • 3D-Jake, 3D Printer Resin
  • Elegoo, Standard Photopolymer Resin
  • Formfutura, Platinum LCD Serie
  • Prima Creator, Value UV Resin Standard
  • Wanhao, 3D Printing Resin

Bis auf eine Ausnahme kommen alle Harze in einer unauffälligen dunklen Kunststoffflasche zum Kunden. Das Resin von Wanhao ist in einer wertigeren silbernen Aluflasche mit weißem Deckel abgefüllt. Neben dem Schraubverschluss kommen hier eine Abrisssicherung und ein Gummistopfen als Auslaufschutz zum Einsatz. Das wirkt zwar professionell, bedeutet aber zusätzliche Handgriffe beim Öffnen und Schließen.

Die getesteten Resins mit einer Auswahl der Testdrucken.

Alle Resins wurden mit einem Nova3d Elfin (Testbericht) zuerst mit identischen Standardeinstellungen und einer Schichtdicke von 0,05 mm gedruckt. Dass dies zu unterschiedlichen Druckergebnissen führt, ist uns bewusst. Die daraus resultierende Über- und Unterbelichtung haben wir bei der Bewertung der Druckqualität berücksichtigen. Im einem weiteren Durchgang haben wir die Herstellerangabe eingehalten.

Der Drucker steht in einem gut gelüfteten Raum mit einer Temperatur von circa 22 Grad. Die fertigen Objekte kommen für fünf Minuten in ein Alkoholbad in einem Magnetrührer. Anschließend haben wir sie nochmals gespült, getrocknet und dann 15 Minuten unter einer UV-Lampe nachgehärtet.

Neben den unterschiedlichen Grautönen unterscheiden sich die vier Resins auch in Sachen Geruchsentwicklung. Diese ist bei manchen Harzsorten extren unangenehm. Unsere Feststellungen sind nur für die getesteten Farbtöne repräsentativ. Andere Farben der gleichen Artikelserien können erfahrungsgemäß ganz anders riechen.

Die Resins von 3D-Jake und Elegoo riechen zwar deutlich, die Intensivität ist allerdings immer noch weniger unangenehm als beispielsweise beim grün-transparenten Harz von Anycubic (Testbericht Anycubic Photon). Bei geöffnetem Fenster und geschlossener Zimmertür bleiben die anderen Räume vom Chemiegestank verschont.

Die Grautöne bringen Konturen und Details voll zur Geltung.

Die Produkte von Prima Creator und Wanhao riechen weniger intensiv. Beim Einfüllen mussten wir kurz die Maske abnehmen, um den Geruch richtig wahrzunehmen. Dieser ist selbst nach einem langen Druckvorgang noch gut erträglich. Während des Drucks sollte man trotzdem nicht dauerhaft neben dem Drucker stehen.

Beim Einfüllen des Resins von Formfutura ist das Harz selbst ohne Maske kaum wahrnehmbar. Nur beim Öffnen des Druckerdeckels – nach mehreren Stunden Druck – trifft uns kurz die Geruchskeule. Diese ist dank offenem Fenster aber schnell sehr schnell verzogen.

In Sachen Handhabung haben alle fünf Testkandidaten gut abgeschnitten. Obwohl wir uns nicht an die von den Herstellern empfohlenen Belichtungszeiten halten, haben alle durchgeführten Druckvorgänge fehlerfrei funktioniert. Kein einziger Fehldruck bei über 14 Druckvorgängen ist für einen Hobby-Drucker ein durchaus respektables Ergebnis.

Bei keinem der Harze kam es zu Haftungsproblemen auf dem Druckbett. Im Gegenteil! Die Drucke saßen durch die teils zu langen Belichtungszeiten sehr fest, ließen sich aber trotzdem gut von der Druckplatte entfernen. Beim Lockern der Gelenke des Oktopus waren wir leider etwas unvorsichtig. Bei den Testdrucken der Resins von 3D-Jake und Formfutura ist uns deshalb je ein Stück vom Arm abgebrochen. Dies ist allerdings unsere Schuld und nicht die des Harzes.

Die Testergebnisse gefallen uns sehr gut.

Alle fünf Resins sind nach dem Aufschütteln verhältnismäßig flüssig. Am dickflüssigsten sind die Materialien von Elegoo und 3D-Jake. Beim Harz von Formfutura hat sich die Konsistenz innerhalb des Resintanks am schnellsten verändert. Bereits einige Stunden nach dem letzten Druck hatten wir das Gefühl, dass sich die einzelnen Komponenten voneinander absetzen. Wer sein Verbrauchsmaterial gerne mal für mehrere Tage oder gar Wochen im Tank des Druckers lässt, sollte das beachten. Erfahrungsgemäß reicht hier bereits kurzes, vorsichtiges Durchrühren mit einem Kunststoffspachtel, und das Resin ist wieder einsatzbereit.

Abgesehen von der immer wieder beeindruckenden Druckqualität der SLA-Drucker werden wir wohl auch zukünftig öfter auf die Farbe Gau zurückgreifen. Egal ob die hellen Grautöne oder die dunkleren Abstufungen: Die Druckerzeugnisse sehen toll aus. Das Grau bringt kleine Details und feine Konturen deutlich besser zum Vorschein als schwarzes, weißes oder halbtransparentes Material. Die Maßhaltigkeit der fertigen Drucke ist bei allen Testkandidaten in Ordnung. Die beweglichen Gelenke des Oktopus funktionieren bei allen Modellen.

Herstellerangaben der Belichtungszeit für eine Schichtdicke von 0,05 mm
Hersteller 3D-Jake Elegoo Formfutura Prima Creator Wanhao
Sorte
3D Printer Resin Standard Photopolymer Resin Platinum LCD Series Value UV Resin Standard 3D Printing Resin
Farbe dunkelgrau grau hellgrau grau grau
Belichtungszeit in Sekunden 8 - 14 8 13 4 - 8 8 - 16

Die ersten Testdrucke der Resins von Formutura und 3D-Jake sind schön geworden, aber sie sind minimal unterbelichtet und somit klebrig und glänzend. Das ist allerdings wenig verwunderlich, weil unsere Belichtungszeit von 7,5 Sekunden in diesen Fällen unter den Herstellervorgaben liegt.

Um bei 3D-Jake auf die bestenfalls 8 Sekunden zu kommen, ist anscheinend ein Drucker mit stärkerer UV-Lampe nötig. Die Details sind zwar gut zu erkennen, allerdings bleibt die Oberfläche trotz nachträglicher UV-Bestrahlung etwas klebrig. Unsere erste Vermutung, dass die Klebrigkeit auf unzureichende Spülung mit Alkohol zurückzuführen ist, hat sich nicht bestätigt. Beim Druck mit einer Belichtungszeit von über 9 Sekunden tritt das Problem nicht auf. Die Oberfläche bleibt trotzdem leicht glänzend.

Weitere Tests mit dem Harz von Formfutura zeigen, dass die Oberfläche auch mit 13 Sekunden Belichtungszeit klebrig bleibt. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich sind die Druckerzeugnisse bereits leicht überbelichtet. Das erkennt man an den weniger exakten Kanten und den zusammenklebenden Armelementen des Oktopus. Schade, denn geruchstechnisch ist das Material der absolute Gewinner, die Oberfläche aber enttäuscht.

Die Musterdrucke mit den Harzen von Wanhao, Prima Creator und Elegoo funktionieren auf Anhieb sehr gut – auch mit der minimal unterschrittenen Belichtungsdauer. Die Arme des Oktupus sind leichtgängig beweglich; die Oberfläche ist nach dem UV-Bad perfekt ausgehärtet.

Diese drei Figuren sind mit dem Elegoo-Resin gedruckt worden.

Der zweite Durchgang mit dem Harz von Prima Creator zeigt: 5,5 Sekunden sind hier ausreichend, um das Harz ausreichend auszuhärten. Das ist eine vergleichsweise kurze Zeit. Verglichen mit den 13 Sekunden bei Formfutura entspricht dies über 50 Prozent Zeitersparnis beim Druck.

Ob nun das helle Grau von Formfutura, die mausgrauen Resins von Prima Creator und Elegoo oder die dunklen Harze von 3D-Jake und Wanhao besser aussehen, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Die Testdrucke im direkten Vergleich (von links nach rechts): Formfutura, 3D-Jake, Elegoo, Wanhao und Prima Creator.

Gehen wir nach den Druckergebnissen der Testdrucke, gefallen uns die Ergebnisse bei Elegoo, Wanhao und Prima Creator am besten. Das leicht glänzende Finish bei 3D-Jake gefällt uns zwar nicht so gut, bei lackierten und bemalten Modellen ist dies aber zu vernachlässigen. Die klebrige Oberfläche bei Formfutura ist ohne Nachbearbeitung nicht empfehlenswert. Falls wir das Problem doch noch gelöst bekommen, werden wir diesen Punkt korrigieren

3D-Jake

3D-Jake 500 g

(Kein Produktbild vorhanden)

Formfutura 500 g

(Kein Produktbild vorhanden)

Elegoo 1000 g

(Kein Produktbild vorhanden)

Prima Creator 500 ml

(Kein Produktbild vorhanden)

Wanhao 1000 ml

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Das Positive vorweg: Alle fünf getesteten Resins liefern brauchbare Ergebnisse und ein schönes, gleichmäßiges Druckbild. Die Oberfläche bei dem Harz von Formfutura bleibt allerdings klebrig und ist somit nur nach Bemalung oder Lackierung gut zu gebrauchen.

In Sachen Belichtungszeit haben die Resins von Elegoo, Prima Creator und Wanhao die Nase vorn. Soll es schnell gehen, sind diese drei unsere Favoriten. Am schnellsten geht das Drucken mit dem Prima-Creator-Resin mit einer Belichtungszeit von vier bis fünf Sekunden. Wer mit dem Harz von 3D-Jake und Formfutura druckt, muss da deutlich mehr Zeit einplanen.

Geht es um die Geruchsentwicklung, da der Drucker beispielsweise in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung genutzt wird, empfehlen wir ganz klar den Griff zu Formfutura, Prima Creator oder Wanhao.

Stehen die Kosten für das Verbrauchsmaterial im Vordergrund, empfehlen wir die Produkte von Elegoo und 3D-Jake. Das Resin von Elegoo ist übrigens regelmäßig auf Amazon im Angebot. In den Aktionszeiträumen ist ein Liter des Resins für unter 20 Euro erhältlich. Gemessen am Preis- Leistungsverhältnis ist das Standard-Resin von Elegoo unser Testsieger.

Wir werden den Vergleichstest nach und nach mit weiteren Harzen auffüllen und ergänzen.

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