Vernetzte Bilderrahmen: Enkelbilder trotz Corona | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Vernetzte Bilderrahmen: Enkelbilder trotz Corona

von  // 

Bilderrahmen mit Netzwerkanbindung ermöglichen es, die Verwandtschaft täglich mit neuen und aktuellen Fotos zu versorgen. TechStage zeigt, welche Möglichkeiten es gibt.

Digitale Bilderrahmen sind der klassischen Variante deutlich überlegen. Sie speichern hunderte Fotos und zeigen diese in einstellbaren Zeitintervallen an. Das hat den Vorteil, dass so immer für Abwechslung gesorgt ist. Doch für wenig technikaffine Menschen stellt das Bespielen der Rahmen mit neuen Inhalten häufig ein Problem dar. Die Zielgruppe sind also weniger Nutzer mit aktuellem Smartphone, sondern beispielsweise deren Großeltern.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass digitale Bilderrahmen deshalb häufig nur mit alten Fotos bestückt sind und dementsprechend wenig genutzt werden. Wer die Verwandtschaft nicht selbst regelmäßig mit neuen Inhalten auf Speicherkarte versorgen kann, braucht eine andere Lösung. Und diese sollte möglichst unkompliziert und wartungsfrei sein. Geräte mit Netzwerkanbindung vereinfachen die Datenübertragung und erlauben eine bequeme und ortsunabhängige Aktualisierung der Bilder.

Am einfachsten funktionieren digitale Bilderrahmen mit WLAN-Anbindung (Vergleichstest). Sind diese einmal im Netzwerk angemeldet, empfangen sie neue Fotos und Videos kabellos und ohne Zutun. Familienangehörige können so, völlig ortsunabhängig, neue Inhalte direkt auf den Bilderrahmen senden. Die einzige Grundvoraussetzung ist lediglich ein verfügbares WLAN-Netzwerk und ein Stromanschluss am Aufstellort des Bilderrahmens.

Die Funktionsweise ist denkbar einfach. Nach dem Einbinden in ein WLAN werden eine oder mehrere Personen autorisiert, das Gerät mit neuen Inhalten zu befüllen. Das funktioniert bei den meisten Geräten sehr ähnlich. Wir erklären das Vorgehen konkret für Bilderrahmen mit der Frameo-Software, da diese von mehreren Herstellern, wie Braun, Denver (Testbericht) oder Somikon (Testbericht) eingesetzt wird. Andere Modelle von beispielsweise Dragon Touch, Nix oder Xoro (Testbericht), setzten auf eigene Software. Diese funktioniert zwar ähnlich, ist aber nur zu den Bilderrahmen des jeweiligen Herstellers kompatibel und zudem komplexer. Ein weiterer Vorteil von Frameo: Die Software bekommt regelmäßig neue Updates und so ist beispielsweise seit Kurzem die Darstellung von Videoclips mit einer Länge von 30 Sekunden möglich.

Die Autorisierung selbst funktioniert mithilfe eines zehnstelligen Codes. Diesen generiert der Bilderrahmen nach einem Fingerzeig auf „Freund hinzufügen“. Die Ziffernfolge muss der Nutzer dann innerhalb von 24 Stunden in seiner Android- oder iOS-App eingeben. Im Idealfall generiert ein Familienangehöriger diese Codes und versendet sie an alle, die neue Inhalte schicken können sollen. Das System ist so angelegt, dass man in der Frameo-App auch unterschiedliche Bilderrahmen beschicken kann. Auf Wunsch landen neue Urlaubsbilder so bequem in nur einem Arbeitsgang auf gleich mehreren Geräten.

Das Einladen von Freunden und Familienmitgliedern ist sehr komfortabel gelöst.

Der Besitzer des Bilderrahmens bekommt lediglich eine kurze Meldung angezeigt, wenn neue Inhalte aufgespielt wurden. Die Fotos oder Videoclips werden automatisch gespeichert und in der Diashow abgespielt. Ein Eingreifen auf Seite des Bilderrahmen-Nutzers ist frühestens dann nötig, wenn der interne Speicher des Rahmens voll ist.

Mit Preisen ab circa 100 Euro für einen Bilderrahmen ist diese Lösung zwar nicht sehr günstig, die Investition lohnt sich aus unserer Sicht aber. Die Auflösung der Einsteigermodelle mit 7-Zoll-Bildschirm liegt zwar nur bei 800 × 600 Bildpunkten, im Alltag ist das allerdings ausreichend, da man, anders als bei Smartphone oder Tablet, weiter vom Monitor entfernt ist. Falsch machen kann man bei dieser Lösung nichts. Der Bilderrahmen selbst kann nur an- und ausgeschaltet werden. Bei Bedarf ist auch eine Timer-Funktion verfügbar, mit der sich das Gerät zu voreingestellten Zeiten selbst ein- und ausschaltet.

Auch Tablets lassen sich als vernetzter digitalen Bilderrahmen benutzen. Die Anforderungen an die Hardware sind nicht hoch und so sind für den Zweck auch sehr günstige Android-Tablets oder ältere Modelle geeignet.

Einzig die Einrichtung ist etwas aufwendiger als bei der fertigen Lösung. Zuerst steht auch hier die Einbindung in ein verfügbares WLAN am Aufstellort. Als Nächstes muss eine entsprechende App installiert und eingerichtet werden. Wir haben versuchsweise die in der Grundversion kostenlose Software mit dem Namen Fotoo - Digital Photo Frame Photo Slideshow Player auf einem günstigen Kinder-Tablet mit Android installiert. Diese hat zwar einige Einschränkungen, die Vollversion ist mit knapp 10 Euro aber durchaus erschwinglich. Wer lediglich die eingeschränkte Version benutzt, muss mit regelmäßigen Pausen während der Diashow und weniger attraktiven Bildübergängen leben.

Günstige Kinder-Tablets mit Hülle sind ebenfalls gut als Bilderrahmen geeignet.

Die Inhalte können bei Fotoo aus verschiedenen Quellen bezogen werden. Neben Google-Drive oder OneDrive ist beispielsweise auch der Stream von einem Dropbox-Konto möglich. Da dessen Nutzung grundsätzlich kostenlos und die Freigabe von zusätzlichen Nutzern ebenfalls problemlos möglich ist, haben wir uns für diese Variante entschieden. Die Einrichtung und das Einladen zusätzlicher Nutzer sollte jemand übernehmen, der sich mit der Technik auskennt. Nach der Auswahl des gewünschten Dropbox-Ordners zeigt die App dessen Inhalt als Diashow an. Wer neue Bilder hochladen will, muss sie lediglich in den entsprechenden Ordner hochladen. Neue Inhalte werden direkt auf dem Tablet angezeigt. Das funktioniert mit einer entsprechenden Backup-Einstellung des Smartphones auch ganz bequem automatisch.

Mit entsprechender Einstellung am Tablet, schaltet sich dieses auch nicht automatisch ab und funktioniert für den Besitzer ebenso, wie der fertige digitale Bilderrahmen. Für den Dauerbetrieb muss das Tablet wie die Fertiglösung, am Stromnetz angeschlossen sein. Bei Bedarf kann man das akkubetriebene Gerät aber auch zeitweise mit auf den Balkon oder in ein anderes Zimmer nehmen. Um die Verkabelung möglichst unauffällig zu gestalten, empfiehlt sich die Nutzung eines abgewinkelten USB-Kabels. Zur Platzierung des Tablets empfehlen wir eine Hülle mit Aufsteller oder eine Halterung zum Aufstellen oder zur Wandmontage.

Der große Vorteil dieser Lösung: Sie ist günstiger als die Neuanschaffung eines WLAN-Bilderrahmens. Bei hochwertigeren Tablets ist die Auflösung meist sogar höher als bei der Fertiglösung. Allerdings birgt dieser DIY-Bilderrahmen im Zweifel mehr Problempotential. Zwar gibt es auch hier Möglichkeiten, wie eine Code-Sperre oder das automatische Booten der App nach einem Neustart, aber das klappt erfahrungsgemäß nicht immer.

Sowohl fertige WLAN-Bilderrahmen als auch die DIY-Variante eignen sich sehr gut, um die Verwandtschaft regelmäßig und ohne großen Aufwand mit neuem Bildmaterial zu versorgen. Gerade in der aktuellen Situation mit reduzierten Kontaktmöglichkeiten ist diese Möglichkeit sehr gut geeignet, um beispielsweise Oma und Opa am Familienleben teilhaben zu lassen.

Aus unserer Sicht sind beide Lösungen deutlich besser als klassische digitale Bildrahmen ohne Netzwerkanbindung, da neue Inhalte ohne größere Verzögerung und völlig ortsunabhängig aufgespielt werden können.

Wer ein altes Tablet herumliegen hat, sollte zuerst die DIY-Lösung ausprobieren und bei Gefallen die knapp 10 Euro in die entsprechende App investieren. Problemloser und insgesamt einfacher ist aber die Nutzung eines digitale Bilderrahmens mit WLAN-Anbindung (Vergleichstest).

Einloggen, um Kommentare zu schreiben