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Ratgeber große TVs: ab 70 Zoll unter 700 Euro

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Große Fernseher müssen nicht viel kosten. Wir zeigen TVs von 70 Zoll bis über 90 Zoll. Dabei kosten die ersten Geräte gerade einmal unter 700 Euro.

Große Fernseher sind genial. Zumindest, wenn man sich einmal dran gewöhnt hat. Nur so lässt sich erklären, dass 55-Zoll-Testgeräte von einigen in der Redaktion als „Fernseher für Ameisen” belächelt werden. Zeit, einen Blick auf die großen Fernseher zu werfen. Was können sie, wie weit sollte man entfernt sitzen und was kosten die Geräte?

Bei der Bildschirmtechnik ändert sich trotz der Größe wenig. OLED besticht durch ein echtes Schwarz und intensiven Kontrast. LCD und alle zugehörigen Techniken (etwa QLED oder Nano Cell) sieht nicht schlechter aus, kommt aber nicht an dieses krasse Schwarz heran. Interessanterweise wird die Zahl an OLED-Fernsehern weniger, je größer die TVs werden. Wo unser Preisvergleich etwa bei 55 Zoll noch 53 Geräte anzeigt, sind es bei 77 Zoll nur noch sechs Stück. Bei LCD-basierten Geräten gibt es diese Einschränkungen nicht. Hier stehen in fast jeder Größe mehrere Produkte zur Auswahl.

Wer sich an die ersten Reihen im Kino erinnert, der kennt eins der Probleme großer Fernseher. Zu nahe am Bild muss man entweder den Kopf bewegen oder bekommt eine Genickstarre. Große TVs kennen dieses Problem ebenfalls, wenn auch nicht so extrem. Dennoch sollte man bedenken, wie viel Platz man zur Verfügung hat und wie weit man vom TV entfernt sitzen sollte. Dabei kann man bei einem 4K oder 8K-TV deutlich näher am Fernseher sitzen als dies bei alten Full-HD-TVs der Fall war. Als Faustregel gilt, dass man die Bildschirmdiagonale mal 1 bis 1,5 nehmen sollte. In diesem Bereich bewegt sich der ideale Sitzabstand.

Die Tabelle zeigt die Diagonale in Zoll und cm sowie den Abstand in cm.

Diagonale und Sitzabstand bei UHD
Diagonale Zoll Diagonale cm Minimalabstand in cm Maximalabstand in cm
70 178 178 267
75 190 190 285
77 196 196 294
80 208 208 312
85 216 216 324
90 249 249 373,5

Der nächste wichtige Punkt ist der Aufstellort. Große Fernseher benötigen nicht nur viel Platz, sie sind auch schwer. Der LG 86UN85006LA (Testbericht) etwa wiegt knapp 45 kg. Zum Vergleich: Der Grundig 55 GOB 9099 (Testbericht) mit 55 Zoll wiegt nur 30 kg. Der Unterbau muss also entsprechend stabil sein. Noch mehr gilt das, wenn der TV mit einer Halterung an der Wand installiert wird. Hier sollte man genau die Hinweise des Herstellers entsprechender Halterungen beachten und auf gute Dübel und Schrauben setzen. Auch das Material der Wand ist zu beachten - sonst liegt der teure TV schneller am Boden als einem lieb ist.

LG 86UN85006LA Bilder (6 Bilder)

Je größer der TV wird, desto mehr Arbeit muss der Bildprozessor leisten. Denn während die Bildfläche größer wird, bleibt die maximale Auflösung mit 3840 × 2160 Pixeln gleich. Sprich, je größer der TV, desto geringer werden die Pixel pro Zoll (PPI). Man kennt dies vom Smartphone, zu geringe Werte können das Bild unscharf wirken lassen. Die gute Nachricht ist allerdings, dass man dies beim TV deutlich weniger krass bemerkt. Dennoch kommt dem Bildprozessor immer dann eine wichtige Rolle zu, wenn Inhalte nicht mit UHD-Auflösung dargestellt werden. Sprich, alte Filme oder DVDs können auf großen TVs deutlich weniger gut aussehen als auf kleinen Fernsehern. Wer ein großes Gerät kauft, der sollte, wo möglich, immer gleich auch die höchstmögliche Qualität zuspielen.

Großer TV, großer Klang? Leider nein. Es gibt Ausnahmen, wie etwa der (kleine) Sony KD-65AG9 (Testbericht) zeigt. Grundsätzlich sollte man sich aber beim Kauf eines großen TVs irgendwann eine vernünftige Soundbar als Erweiterung holen. Der Grund hier ist einfach: Selbst die großen Fernseher sind weit vom Volumen eines alten Plasma-TVs entfernt. Moderne Soundbars packen unglaublich viele Lautsprecher in verschiedenen Winkeln in die System, so können sie selbst mit nur einem Gerät ein vernünftiges Surround-Gefühl erzeugen. Würde man dies in einen TV packen, so wäre dessen Fuß riesig.

Die Geräte mit 70 Zoll Bildschirmdiagonale sind überraschend wenig vertreten. Offenbar bleiben die meisten Hersteller entweder bei 65 Zoll oder gehen dann gleich zu 77 Zoll oder mehr. Dabei sind hier durchaus einige TVs, die eine gute Leistung für den Preise bieten. Sharp, Philipps und LG haben jeweils einen oder mehrere TVs für weniger als 700 Euro.

Sharp Aquos LC-70UI7652E: Setup (13 Bilder)

Einrichtung des Sharp Aquos LC-70UI7652E

In dieser Kategorie gibt es zwei große Stufen, 75 Zoll und 77 Zoll. Und damit gehen, zumindest laut der Diskussion in der Redaktion, auch die großen TVs erst wirklich los. No-Name-Geräte bekommt man ab etwa 700 Euro. Wer ein Gerät von einem namhaften Hersteller möchte, der bekommt etwa ein LG-Gerät ab 840 Euro. Unterhalb von 1000 Euro hat man eine gutes Auswahl verschiedener Hersteller, etwa spielt hier auch Samsung eine große Rolle.

Ab einer Diagonale von 80 Zoll gibt es keine No-Name-Hersteller mehr. Hier gibt es genau noch drei Anbieter, LG, Samsung und Sony. Die Preise sind dabei immer noch vergleichsweise vernünftig, sie beginnen ab 1329 Euro. Ein gutes Beispiel für diese Preisklasse ist der LG 86UN85006LA (Testbericht). Die 84-Zoll-Variante kostet um die 1700 Euro, kann aber mit zahlreichen Features Punkten. Im Einzeltest gefiel das Bild seht gut, auch wenn es bei der Helligkeit nicht an gute OLEDs herankommt.

Wer in diesem Preisbereich einen OLED-TV sucht, der hat nur zwei Produkte zur Auswahl. Die gute Nachricht: Beide kommen mit einer Auflösung von 7680 × 4320 Pixel. Die schlechte: Es handelt sich um die LG-TV mit aufrollbarem Display, die beide um die 30.000 Euro kosten.

Die absolute Oberklasse liegt derzeit über 90 Zoll Diagonale. Gerade mal zwei Geräte gibt es, beide von Samsung, beide mit 98 Zoll Diagonale und beide mit einer Auflösung von 8K (7680 × 4320 Pixel). Es wundert daher kaum, dass die Geräte fast schon unverschämt teuer sind.

Wenn 90 Zoll-TVs mit ihrer knapp 2,5-m-Diagonale immer noch zu klein sind, dann bleibt nur noch ein 4K-Beamer. Wer hier Qualität sucht, also einen Beamer, der ein 4K-Bild ohne irgendwelche Tricks wirklich in UHD darstellen kann, der muss mindestens 4400 Euro hinlegen. Dazu kommt eine vernünftige Leinwand sowie ein Soundsystem. Dafür bekommt man aber eine Bilddiagonale von 1,5 m bis 7,6 m – und echtes 4K mit 4096 × 2160 Pixeln.

Große Fernseher sind beeindruckend, keine Frage. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, kann man so leicht nicht mehr zu kleineren Displays zurück. Allerdings muss man sich vorab deutlich mehr Gedanken machen, wo man den TV aufstellt, wie weit entfernt man sitzt und ob der Fernseher stabil steht.

Wer die nötige Zeit investiert mitbringt, der kann aber ein ordentliches Schnäppchen machen. In unserem täglichen Angebots-Check tauchen regelmäßig große Fernseher ab 70 Zoll auf, die vergleichsweise günstig zu bekommen sind.

Wer sich für andere UHD-TVs interessiert, dem empfehlen wir neben unserer Themenwelt Fernseher unsere Artikel Kaufberatung UHD-TVs: 4K-Fernseher gibt's ab 250 € oder Ratgeber OLED-TV: 4K-Fernseher ab 1000 Euro.

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