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Ratgeber Wischroboter: Nie wieder selber wischen

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Warum zu einem reinen Wischroboter greifen, wenn es Modelle gibt, die saugen und wischen? Die Antwort gibt’s in unserem Ratgeber zu Wischrobotern.

Es gibt Staubsaugerroboter ohne Wischfunktion, Staubsaugerroboter mit Wischfunktion und Roboter, die ausschließlich über eine Wischfunktion verfügen. Doch warum sollte man zu reinen Einzelkämpfern greifen, wenn es Modelle gibt, die beides können? Die Antwort ist wie so oft im Leben: Spezialisten sind meist besser in dem eingeschränkten Aufgabenbereich, den sie bedienen. Das bedeutet nicht, dass die Hybridmodelle nichts taugen – Geräte wie der Eufy Robovac L70 Hybrid (Testbericht) oder Xiaomi Roborock S5 Max (Testbericht) sind die besten Beispiele dafür. Gerade beim Wischen sind aber reine Wischroboter aber oft besser.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Wischrobotern: Welche, die lediglich trocken Staubwischen können und andere, die zusätzlich nass wischen. Lösungen, die auf das manuelle Anfeuchten von Boden oder Wischtüchern setzen, gibt es auch noch, die halten wir aber für wenig sinnvoll. Ein besonders günstiges Beispiel dafür ist der Vileda Virobi Slim für unter 20 Euro. Solche Modelle sind allerdings nur bei sehr kleinem Budget oder sehr einfachem Anforderungsprofil erwägenswert. Topmodelle wie der neue iRobot Braava Jet M6 kosten zwar rund 25 Mal mehr, haben aber dafür deutlich mehr auf dem Kasten. Wie Saugroboter setzt dieses Modell übrigens auf Räder als Antrieb – das hinterlässt Spuren auf dem getrockneten Boden. Andere Wischroboter wie der Moneual Everybot RS700 verzichten ganz auf Räder. Der RS70 bewegt sich mittels der Dual-Spin-Technologie auf zwei rotierenden Pads vorwärts.

Ein Wischroboter sollte wie ein Saugroboter möglichst selbständig agieren. Zwar sind Handgriffe wie das Nachfüllen des Wassertanks oder das Wechseln der Wischtücher selbst beim intelligentesten Wischroboter nötig, der Wischvorgang selbst sollte dann aber ohne Beaufsichtigung stattfinden. Neben einer ordentlichen Navigation und vernünftigem Wassermanagement ist dafür vor allem eine Teppicherkennung wichtig. Denn der Haushaltshelfer soll nicht den Teppich ertränken, sondern lediglich Hartböden bearbeiten. Manche Modelle bieten eine Art einfachster Teppicherkennung, da sie selbst geringe Höhenunterschiede von wenigen Millimeter nicht überwinden können. Dadurch wird oftmals aber ein Raumwechsel unterbunden. Andere Modelle setzen auf Technik zur Erkennung. Modelle ohne irgendwie geartete Teppicherkennung sind nur in Ausnahmen zu empfehlen.

Der sorgfältige Umgang mit Wasser ist wichtig. Gehobene Modelle erlauben die Regelung der Wassermenge, die direkt auf das Putztuch gegeben wird. Das geschieht meist einfach per App. Auf diesem Wege eignen sich die Geräte für nicht versiegelte Flächen wie Laminat. Zu große Wassermengen führen hierbei ansonsten schnell zum Aufquellen des Bodens und resultieren auf Dauer in dessen Zerstörung. Modelle wie der iRobot Braava Jet M6 sprühen übrigens Reinigungsmittel durch eine Düse vor sich auf den Boden, um anschließend drüber zu fahren und das Mittel zu verteilen. Das ist bei nicht versiegelten Oberflächen mit Vorsicht zu genießen.

Der iRobor Braava Jet M6 spritzt Reinigungsflüssigkeit über eine Düse vor sich auf den Boden

Der von uns getestete Braava Jet M6 tropft beim Entfernen des Wassertanks immer etwas – das hinterlässt in Verbindung mit einem elektronischen Gerät immer ein etwas ungutes Gefühl. Passiert ist aber nichts. Wegen generell eher kleiner Wassertanks kommen die meisten Wischroboter übrigens nicht allzu weit in einem Durchgang. Eine Fläche von 30 Quadratmetern ohne Nachfüllen ist da etwa Durchschnitt, mehr gibt es nur bei wenigen Modellen. Einige Modelle haben zudem einen Extratank für das schmutzige Wischwasser.

Einigen Wischrobotern liegen spezielle Reinigungsflüssigkeiten und unterschiedliche Putztücher bei, die teilweise nach jedem Reinigungsvorgang ersetzt werden sollen. Das ist nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern geht darüber hinaus ins Geld. Hier hilft mitunter nur ein Blick ins Handbuch: Viele Modelle dürfen mit herkömmlichem Allzweckreiniger verwendet werden, manche Hersteller schließen das rigoros aus. Generell sollten Modelle mit waschbaren Microfasertüchern statt Einmaltüchern bevorzugt werden.

Wiederverwendbare Microfasertücher senken die Unterhaltskosten und helfen der Umwelt

Beim Thema Navigation gibt es deutliche Parallelen zu Saugrobotern. Normalerweise steigt das Leistungspensum mit zunehmendem Verkaufspreis, sodass teure Modelle deutlich zuverlässiger und besser reinigen als günstige Modelle. Das sieht man etwa bei der Navigation: Günstige Wischroboter folgen dem Chaosprinzip und fahren so lange in eine Richtung, bis sie vor ein Hindernis stoßen. Dann wechseln sie die Fahrtrichtung und setzen die Reinigung bis zum nächsten Hindernis fort. Teurere Modelle erkennen Hindernisse dank Sensoren frühzeitig und müssen dadurch gar nicht oder nur sehr vorsichtig auf ein Hindernis auffahren. Zudem wischen sie Bereiche in überlappenden Bahnen, sind durch die geordnete Fahrweise schneller und decken verlässlicher den kompletten Reinigungsbereich ab.

Im Gegensatz zu Saugrobotern, die sich mittels Laser oder Kamera komplett selbständig im Raum orientieren, kommt bei Wischrobotern oft eine Art Navigationsboje ins Spiel. Diese wird in der Raummitte platziert und ermöglicht dem Bot eine genaue Orientierung. Erst neueste Modelle wie der Braava Jet M6 von iRobot verzichten darauf – er verwendet wie die gehobenen Saugroboter der Marke eine Kamera und weitere Sensoren zur Orientierung im Raum. Gerade die Bahnenzieher sind bei der Reinigung von Ecken und Kanten zuverlässiger. Während Hybrid-Roboter einfach vorn saugen und hinten feucht nachfeudeln, simulieren „echte“ Wischroboter bisweilen die typische Schrubbbewegung, die der Mensch macht. Dann gibt es etwa Modelle, die wie der Brava Jet M6 vorfahren, ein Stück zurücksetzen und wieder weiter vorfahren. Andere Modelle wie der leise iRobot Braava 390T (unter 10 db) kombinieren dieses mehrfache Putzen einer Stelle mit Bewegungen nach links und rechts – eben wie ein Mensch beim Wischen. Eine weitere Alteranative sind vibrierende Reinigungsplatten (etwa iRobot Braava M240), in schneller Abfolge vor- und zurückbewegte Reinigungsplatten sowie rotierende Wischrollen wie beim Medion MD 18379.

Vileda ViRobi Slim Wischroboter rot

Vileda Virobi Slim

Moneual Everybot RS700 Wischroboter

Moneual Everybot RS700

iRobot Braava jet m6 Wischroboter (m613440)

iRobot Braava Jet M6

iRobot Braava 390T Wischroboter

iRobot Braava 390T

iRobot Braava jet 240 Wischroboter

iRobot Braava Jet 240

Medion MD 18379 schwarz Wischroboter (50059144)

Medion MD 18379

Teurere Modelle erlauben meist eine Steuerung per App oder unterstützen Sprachassistenten wie Google Assistent oder Amazon Alexa. Mittels App lassen sich dann einzelne Bereiche direkt ansteuern und reinigen oder Bereiche von der Reinigung ausklammern.

Eingetrocknete Kaffeeflecken bekommen gute Wischroboter im Gegensatz zu Hybridmodellen inzwischen mehr oder weniger gut in den Griff, solange sie nicht zu alt oder groß sind. Generell gilt: Kleine Verschmutzungen sind im Bereich des Machbaren, größere sollten lieber eben manuell beseitigt werden. Gerade die Spotreinigung bewältigen reine Wischroboter besser als ihre Kombi-Brüder.

Wischroboter sind teuer, gern wechseln dafür auch mal 600 Euro oder mehr den Besitzer. Wie immer bei Technik hilft Warten: Der inzwischen bisweilen für unter 20 Euro zu bekommende Vileda-Staubwischer kostete einstmals 50 Euro, der schon etwas ältere Braava 390T ist für rund die Hälfte des ursprünglichen Preises von fast 400 Euro zu bekommen. Grundsätzlich sollten Modelle unter 200 Euro aber nicht in die nähere Auswahl kommen.

Reine Wischroboter haben bei der Reinigungsleistung im Vergleich zu Saug-Wischrobotern die Nase vorn, mit richtig hartnäckigen Flecken oder schmierigen Substanzen kommen sie aber nur bedingt klar. In solchen Fällen sollten Nutzer lieber beherzt zum feuchten Küchentuch greifen und selbst Hand anlegen. Die Wischroboter sind eher für den täglichen Gebrauch gedacht, wodurch sie einen Grundlevel an Sauberkeit halten. Wie Saugroboter sind sie daher eine zusätzliche Haushaltshilfe, Wischeimer und Mopp sollte niemand vorschnell entsorgen.

Die Effizienz der Geräte hängt meist aber vom investierten Geld ab. Einen Betrag von rund 200 Euro sollten Interessenten nicht wesentlich unterschreiten. Wie fast immer bei Technik heißt es auch bei Wischrobotern: Viel hilft viel. Wer nur wenig Geld ausgeben will, bekommt nur eine Basisausstattung, die bestenfalls zum einfachen Staubwischen reicht und unter Umständen sogar hohe Unterhaltskosten wegen Verbrauchsmaterialien wie Einwegtüchern nach sich zieht.

Bei hoher Investition sind Dinge wie eigenständige Navigation, Nasswischen, spezielle Reinigungsmuster, Teppicherkennung und noch einiges mehr mit dabei. Das geht sogar bis zur automatischen „Wachablösung“ des Saugroboters durch den Wisch-Bot, nämlich in der Kombination iRobot S9+ oder i7+ mit dem Braava Jet M6. So viel Komfort schlägt dann aber mit rund 1700 Euro für Saug- plus Wischroboter zu Buche – so viel dürften nur wenige Nutzer auszugeben bereit sein.

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