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Ratgeber: Wie viel Smartphone gibt es bis 100 Euro?

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Billig soll es sein und dennoch möglichst viel können? Wir erklären, was Smartphones bis 100 Euro können – und was nicht.

Eines sollte klar sein, wenn man ein Smartphone bis 100 Euro sucht: Weder Hard-, noch Software sind aktuell und/oder besonders stark. Dennoch gibt es heute Modelle, die alle wesentlichen Funktionen eines Smartphones beherrschen und sich halbwegs ordentlich bedienen lassen, ohne dass das Gerät nach wenigen Tagen frustriert in den Müll wandert. Was müssen Nutzer beachten?

Auch günstige Smartphones brauchen ein vernünftiges Betriebssystem. Möglich macht das bei vielen Smartphones der untersten Preisklasse Android Go, das speziell für sehr günstige Hardware entwickelt wurde. So laufen Go-Versionen von Android schon mit 512 MByte RAM, auch wenn dann oft nur spezielle abgespeckte Apps ordentlich funktionieren. Die können Nutzer aber meist gegen die normalen Versionen aus dem Play Store austauschen – auch wenn es gerade bei so extrem wenig Arbeitsspeicher und dann meist auch schwachen Prozessoren normalerweise keine flüssige Bedienung geben wird.

Es wurde bereits angedeutet: Günstige Smartphones bieten oftmals nur eine geringe Speicherausstattung. Das betrifft den Arbeitsspeicher, dessen geringe Größe zumindest in einigen Bereichen durch Android Go ausgeglichen wird, aber auch den Massenspeicher. So bieten besonders günstige Modelle nur 4 oder 8 GByte internen Speicher, der zum Glück aber in allen Fällen per Micro-SD-Speicherkarte erweitert werden kann. Somit stellt zumindest der Speicherplatz in den meisten Fällen kein großes Problem dar.

Chipsätze in der unteren Preiskategorie kommen meist mit wenig CPU-Kernen und schwacher Grafikeinheit daher. Während in höherpreisigen Modellen längst Octa-Cores normal sind, sind bei Smartphones bis 100 Euro vermehrt Quad-Cores anzutreffen. Auch stammen die Chips meist nicht von Marktführer Qualcomm, sondern von günstigeren Anbietern wie Mediatek oder Spreadtrum. Das bringt bisweilen Nachteile bei Stromverbrauch und Update-Fähigkeit des Betriebssystems mit sich.

Für Updates müssen die Chiphersteller den Herstellern der Geräte und Google Code zur Verfügung stellen. Während Qualcomm das noch recht zuverlässig tut, sieht das bei günstigeren Anbietern oft anders aus. Daher ist bei besonders günstigen Smartphones normalerweise nicht mit Versions-Upgrades von Android zu rechnen. Das ist besonders schade, da die meisten Smartphones unter 100 Euro mit Android 8.1 (oder älter) ausgeliefert werden. Updates auf Android 9 oder gar 10 sind normalerweise nicht zu erwarten.

Günstige Smartphones haben günstige Displays. Was wie eine Binsenweisheit klingt, macht sich nicht nur durch niedrige Auflösung und oft auch eine kleinere Diagonale bemerkbar, sondern auch bei der Helligkeit, Farbwiedergabe und der Blickwinkelabhängigkeit.

Auch sehr günstige Smartphones haben Kameras – die sind aber eher schön auf dem Datenblatt anzuschauen, als für gute Fotos zu gebrauchen. Megapixel-Zahl, Anzahl der Kameras, Pixel-Größe, Blende – all das sind Punkte, an denen bei Smartphones für unter 100 Euro kräftig gespart wird. Selbst bei Tageslicht ist daher nur eine mäßige Bildqualität zu erwarten.

Klingt komisch, ist aber so: Günstige Smartphones haben beim Thema Akku bisweilen sogar im Vergleich zu deutlich teureren Modellen einen Vorteil. Denn sie lassen sich mit wenigen Handgriffen austauschen. Während moderne, teurere Smartphones fest eingebaute Kraftspender in verklebten Gehäusen haben, lassen sich die Gehäuse sehr günstiger Smartphones immer noch überwiegend ohne Werkzeug öffnen und der Nutzer kann den Akku dann einfach austauschen.

Selbst günstige Smartphones bieten heute vieles von dem, was auch Modelle für 1000 Euro können – nur meist in stark abgespeckter Form. So verbinden sich auch Smartphones für 50 Euro mit dem WLAN, funken aber nicht mit 5-, sondern nur mit 2,4 GHz. GPS wird zwar ebenfalls unterstützt, andere Positionierungsnetzwerke wie GLONASS oder Galileo hingegen nicht. Auch LTE ist vorhanden, meist aber mit vergleichsweise niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Die genannten Beispiele lassen sich auf fast alle Features eines besonders günstigen Smartphones übertragen.

Unter 50 Euro wird es eng, sofern man nicht in Kauf nehmen möchte, ältere Smartphones und/oder eine besonders alte Android-Version in den Händen zu halten. So bekommt man zwar für unter 40 Euro das Alcatel 1E mit 4-Zoll Display, das hat aber nur 4 GByte internen Speicher und Android 6.

Für nur 5 Euro mehr sind Käufer mit dem Doogee X10S deutlich besser aufgestellt: Das Modell bietet einen Touchscreen mit 5 Zoll, 8 GByte internen Speicher, 1 GByte RAM und Android 8.1 in der Go-Edition. Auch der Akku ist wesentlich stärker, wechselbar ist er ebenfalls.

Das ZTE Blade L130 für noch einmal 5 Euro mehr und damit genau an der 50-Euro-Barriere bietet sogar Android 9, ebenfalls in der Go Edition. Dem gegenüber stehen allerdings nur 512 MByte RAM und der nach wie vor wechselbare Akku leistet nur 1400 mAh. Auch der Touchscreen ist mit 4 Zoll kleiner, 8 GByte internen und erweiterbaren Speicher gibt es aber auch hier.

Alcatel 1E schwarz

Alcatel 1E schwarz

Doogee X10S silber

Doogee X10S silber

(Kein Produktbild vorhanden)

ZTE Blade L130 schwarz

Für nur 7 Euro mehr gibt es erstmals 16 GByte internen Speicher, zusätzlich schluckt das Doogee X50L Speicherkarten bis 128 GByte. Der Rest ist in etwa wie gehabt: Display mit 5 Zoll, 1 GByte RAM, Android 8.1 Go und ein Wechselakku – dieses Mal mit 2000 mAh – runden das Bild ab.

Für insgesamt rund 63 Euro gibt es beim Ulefone Note 7 erstmals ein richtig großes Display, es misst 6,1 Zoll. Die Auflösung ist allerdings mit 1280 × 600 Pixel nicht viel höher als bei den günstigeren Modellen. Außer des großen Displays gibt es auch erstmals eine Dual-Kamera mit 8 und 2 Megapixeln. Der Rest: 1 GByte RAM, 16 GByte Speicher (bis 64 GByte erweiterbar) und ein Akku mit 3500 mAh. Wechselbar ist er beim Ulefone allerdings nicht. Als Betriebssystem dient Android 8.1 Go.

Noch mehr gibt es für knapp 75 Euro. So ist beim Cubot J7 erstmals HD-Auflösung (1440 × 720 Pixel) mit dabei, die Dual-Kamera bietet schon 13 und 2 Megapixel, außerdem sind 2 GByte RAM und 16 GByte interner Speicher eingebaut. Der 2800 mAh starke Akku ist wieder wechselbar und als Krönung gibt es Android 9.

Doogee X50L schwarz

Doogee X50L schwarz

Ulefone Note 7 violett

Ulefone Note 7 violett

Cubot J7 blau

Cubot J7 blau

In der Kategorie über 75 Euro gibt es preislich erst einmal kaum Grund, zuzugreifen – die Unterschiede zu den zuvor genannten, günstigeren Smartphones sind einfach nicht groß genug. Erst das Xiaomi Redmi 7A für rund 90 Euro ist wieder sinnvoll, sofern man auf etwas mehr Leistung steht. Hier gibt es nämlich erstmals einen Octa-Core, der noch dazu von Qualcomm stammt: den Snapdragon 439, der eigentlich in der unteren Mittelklasse beheimatet ist. Hinzu kommen 2 GByte RAM, um 256 GByte erweiterbarer 16 GByte großer interner Speicher und ein Akku mit 4000 mAh. Der ist allerdings fest eingebaut, dafür gibt es aber auch ziemlich aktuelles Android 9. Kamera und Display sind hingegen nicht besser als bei den zuvor genannten Modellen.

Nur 5 Euro mehr kostet das Ulefone Note 7P. Das Smartphone bietet Android 9, ein 6,1 Zoll großes HD-Display, erstmals eine Triple-Kamera mit 8, 2 und 2 Megapixel, 3 GByte RAM und 32 GByte internen Speicher, der um bis zu 128 GByte erweitert werden darf. Auch ein Fingerabdrucksensor ist mit an Bord, der fest eingebaute Akku leitet 3500 mAh.

Auch die Spitzenposition gebührt einem Ulefone, nämlich dem P6000 Plus – zumindest, wenn Nutzer lange Laufzeiten erwarten. Denn zusätzlich zu den meisten technischen Features der Vorgänger bietet das P6000 Plus einen Akku mit satten 6350 mAh. Außerdem gibt es 3 GByte RAM, 32 GByte internen Speicher, Fingerabdrucksensor und Android 9. Leichte Abstriche muss man nur bei den Kameras und beim Antrieb machen, der nur aus einem Quad-Core besteht.

Xiaomi Redmi 7A 16GB matte black

Xiaomi Redmi 7A 16GB matte black

Ulefone Note 7P twilight

Ulefone Note 7P twilight

Ulefone P6000 Plus schwarz

Ulefone P6000 Plus schwarz

Ja, es gibt brauchbare Smartphones bis 100 Euro, sofern Nutzer leichte Abstriche bei den anfangs genannten Punkten machen können. Denn Dinge wie hohe Auflösung, viele Megapixel und eine große Menge Speicher sucht man in dieser Kategorie vergeblich. Auffällig ist bei Smartphones bis 100 Euro, dass vor allem chinesische Hersteller vertreten sind, die hierzulande kaum Beachtung finden. Zwar gibt es vereinzelt auch bekannte Marken wie LG, Huawei, Nokia und Wiko, die bieten aber meist ein schlechteres Preis-Leistungsverhältnis und tauchen daher in unserem Ratgeber nicht auf.

Für rund 50 Euro mehr bekommen Interessenten natürlich klar bessere Technik, hier lohnt ein Blick in unsere Bestenliste: Top-10 der Smartphones bis 200 Euro. Wer ausschließlich Smartphones mit besonders aktuellem Betriebssystem sucht, wird in unserer Top-10 der besten Smartphones mit Android 9 Pie bis 250 Euro fündig. In einer anderen Liste haben wir die besten fünf Smartphones mit Android One zusammengefasst. Wer besonders gut im Bilde sein will, schaut sich unsere Bestenliste: Die 10 besten Kamera-Smartphones an.

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