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Ratgeber: Sportuhren oder Fitness-Tracker für Jogger

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Wer laufen geht, sollte seine Leistung überwachen. Wir stellen Fitness-Tracker und Sportuhren von günstig bis teuer vor, die zuverlässige Partner beim Training und im Alltag sind.

Sobald man einen Fitness-Tracker oder eine Sportuhr als Begleiter beim Lauftraining sucht, hat man die Qual der Wahl. Neben den Apps auf dem Smartphone (Ratgeber) buhlen eine Vielzahl von Hardware-Herstellern um die Gunst der Kunden. Wir geben einen Überblick über verschiedene Anforderungsprofile und stellen passende Produkte vor. Weitere Artikel und ausführliche Einzeltests sammeln wir in der Themenwelt Sportuhr und der Themenwelt Fitness-Tracker.

Die einfache Faustregel lautet: Je mehr Funktionen und je genauer die Messungen, desto teurer werden die Geräte. Einfache Tracker gibt es bereits für unter 30 Euro, für hochwertige Multi-Sport-Uhren kann man dagegen auch mal 1000 Euro hinlegen. Deswegen ist wichtig, sich im Vorfeld klarzuwerden, was man denn eigentlich aufnehmen will. Wir teilen die Geräte daher in drei Felder ein:

  • 1) Einfache Workouts: Die einfachste (und billigste) Kategorie richtet sich an Nutzer, die vor allem den Puls messen wollen. Das kann beispielsweise einfach während des Tags erfolgen oder wenn man auf dem Laufband bzw. einem Home-Trainer oder ähnlichem unterwegs ist. Sprich, eine Messung der Entfernung per GPS ist überflüssig.
  • 2) GPS oder Musik: Diese Uhren und Fitness-Tracker verfügen entweder über einen integrierten Musik-Player oder über ein eigenes GPS.
  • 3) Kompletter Smartphone-Ersatz: Die vielseitigste Kategorie sind Sportuhren und Tracker, die sowohl einen eigenen GPS-Empfänger wie auch Musik-Features mitbringen. Damit kann man das Smartphone oder andere Player komplett daheim lassen. Es reicht, die Bluetooth-Kopfhörer zu verbinden und das Training kann losgehen.

Hand aufs Herz, wie gut können die Daten von billigen Trackern sein? In unseren Tests schneiden die meisten Geräte erstaunlich gut ab. Die Pulsmessung etwa ist bei allen Produkten auf einem ähnlichen Niveau, wobei Polar, Suunto oder Garmin bei Trainings besser abschnitten. Wer zu 100 Prozent nach Puls trainieren möchte, dem empfehlen wir einen Pulsgurt, der Daten per Bluetooth an Handy oder Fitness-Tracker schickt. Wem ein bisschen Toleranz nichts ausmacht, der kann ohne Probleme zu nahezu allen Produkten greifen. Große Unterschiede hatten wir bei den günstigen Produkten vor allem im Bereich der Aktivitätsmessung. Schritte etwa werden gerne erraten, statt sie wirklich zu zählen. Auch die Schlafüberwachung ist eher als langfristiger Trend interessant denn als minutengenaue Überwachung.

Insgesamt sind die Geräte und die zugehörigen Apps gute Motivationshilfen. Man sieht einfach, wie man sich weiterentwickelt, man merkt, dass man im Training immer weiter kommt, seinen Puls besser im Griff hat und einfach fitter wird. Gerade der Blick auf historische Daten kann da zum nächsten Schritt ermutigen.

Wer sich für seine Fitness-Daten im Alltag interessiert und ab und an trainiert, für den ist ein Fitness-Tracker ein guter Begleiter. Die Geräte haben sich von ihren einfachen Anfängen wie dem Jawbone Up (Testbericht) entfernt und sind inzwischen solide Begleiter. Sie liefern Bewegungsdaten direkt ans Handgelenk, dienen als Uhr und zeigen Benachrichtigungen vom Smartphone an. Die Geräte sind günstig, benötigen aber ein Smartphone in Reichweite, um den vollen Funktionsumfang – wie GPS-Unterstützung – anbieten zu können. Dazu bieten sie oft eine Steuerung der Musikwiedergabe am Handgelenk an, die Wiedergabe selbst erfolgt aber ebenfalls am Handy.

Wer einfach nur ein Gerät sucht, das das Handy möglichst günstig ergänzt, dem können wir das Mi Band 3 (Testbericht) oder das Mi Band 4 (Testbericht) empfehlen. Die Geräte sind absolute Preiskracher, beide gibt es unter 30 Euro. Andere solide Geräte in dieser Kategorie sind die Armbänder von Fitbit, etwa das Fitbit Inspire HR (Testbericht). Etwas teurer sind die Geräte dedizierter Fitness-Anbieter, etwa der Polar A370 (Testbericht) oder der Garmin Vivosmart (Testbericht). Deren Vorteil ist, dass sich externe Pulsmesser koppeln lassen. Das ist dann praktisch, wenn die optischen Messungen am Handgelenk nicht sauber funktionieren – das kommt bei manchen Sportarten häufig vor.

Es gibt eine Geräteklasse zwischen den einfachen Fitness-Trackern und den vollwertigen Sportuhren. Das sind Geräte, die entweder einen Musik-Player oder GPS an Bord haben. Ein Beispiel für letzteres ist das gute Huawei Band 3 Pro (Testbericht). Ebenso wie sein Vorgänger hat es ein eigenes GPS für Trainingseinheiten oder kann auf die Daten vom Smartphone zugreifen. Dafür fehlt die Musikwiedergabe. Bei der Fitbit Versa 2 (Testbericht) ist es genau umgekehrt. Ein Musik-Player ist an Bord, GPS fehlt.

Der Vorteil der Geräte ist, dass sie günstiger sind als viele Multi-Sportuhren mit GPS. Dabei muss man sich einfach überlegen, was man will. Wer im Studio läuft, Yoga macht oder Bouldern geht, dem reicht vielleicht schon ein Musik-Player. Wer dagegen draußen ist und die Natur genießen will oder einen hochwertigen Player (Ratgeber) besitzt, dem könnte das reine Tracking des Huawei Band 3 reichen. Es ist in dieser Kategorie einfach eine Abwägungssache – oder man hat sein Smartphone sowieso dabei.

Wer viel Sport treibt oder in Bereichen unterwegs ist, die ein Handy nicht übersteht, sollte sich eine Uhr holen, die das Smartphone komplett ersetzt. Das jeweilige Gerät sollte mindestens GPS integriert haben, sowie Musik per Bluetooth auf gekoppelte Kopfhörer übertragen. Hier kommt man in den Bereich der Smart-Watches sowie der soliden Sportuhren. Der günstigste Einstieg sind Geräte wie die Amazfit Stratos 2, deren Vorgänger schnitt im Testbericht mit „gut” ab. Alternativen dazu sind die Huawei Watch GT 2 (Testbericht), dazu ist dieser Bereich die Domäne von Geräten wie der Garmin Venu (Testbericht), der Vivoactive 3 Music (Testbericht), der Fitbit Ionic oder auch der Apple Watch.

Auf der technischen Seite erfüllen die Geräte alle die Aufgaben einer smarten Sportuhr. Unterschiede gibt es bei der Software und bei der Musikverwaltung. Während man beispielsweise die Garmin Venu einfach per USB am PC ansteckt und die Musik über den Dateimanager kopiert, müssen andere Uhren per WLAN oder über Sonderprogramme gefüllt werden. Bei der Apple Watch etwa läuft der Abgleich von Musik und Podcasts über das iPhone, die Uhr soll dabei in der Ladestation sein.

Wer sich für so eine Uhr interessiert, sollte auch prüfen, ob und welche Streaming-Dienste unterstützt werden. Garmin etwa hat lange nur Deezer unterstützt, zuletzt kam endlich auch Spotify dazu. Dafür ist die Integration gut: Die Uhr muss im WLAN und das Spotify-Konto über die App am Smartphone eingerichtet sein, dann kann man direkt vom Handgelenk aus Playlisten auswählen und offline speichern.

Wer keine Uhr will, sondern einen Tracker sucht, der ist in der Auswahl ziemlich beschränkt. Konkret empfehlen können wir den Samsung Gear Fit 2 Pro (Testbericht). Der Tracker ist eigentlich für Schwimmer gedacht und hat neben GPS auch Speicher für Musik sowie eine Spotify-Integration an Bord.

Nein, es muss keine Uhr für 1500 Euro sein, um den eigenen Fitness-Level festzuhalten. Wer einfach mehr tun möchte, der kann problemlos mit einem simplen Tracker starten. Die sind vergleichsweise günstig, liefern vor allem über einen längeren Zeitraum solide Daten und sind ein guter Einstieg. Wer mehr möchte oder wer das Smartphone komplett daheim lassen will, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

Dafür gibt es nicht nur sehr clevere Sportuhren, sondern auch die passende Software, die beim Training unterstützend zur Seite steht. Dazu kommt: smarte Sportuhren müssen nicht wie Plastikbomber aussehen. Geräte wie die Apple Watch, die Garmin Venu oder auch die Amazfit Stratos 2 sind solide Uhren, mit denen man sich auch in der Öffentlichkeit sehen lassen kann.

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