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Ratgeber: Soviel Smartphone gibt es unter 100 Euro

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Billig soll es sein und dennoch möglichst viel können? Wir erklären, was Smartphones bis 100 Euro bieten – und was nicht.

Update vom 12. Dezember 2020

Eines sollte klar sein, wenn man ein Smartphone bis 100 Euro sucht: Weder Hard-, noch Software sind meist aktuell und/oder besonders stark. Dennoch gibt es heute Modelle, die alle wesentlichen Funktionen eines Smartphones beherrschen und sich halbwegs ordentlich bedienen lassen, ohne dass das Gerät nach wenigen Tagen frustriert in den Müll wandert. Wir zeigen, was Nutzer beachten sollten.

Auch günstige Smartphones brauchen ein vernünftiges Betriebssystem. Möglich macht das bei vielen Smartphones der untersten Preisklasse Android Go, das speziell für sehr günstige Hardware entwickelt wurde. So laufen Go-Versionen von Android schon mit 512 MByte RAM, auch wenn dann oft nur spezielle abgespeckte Apps ordentlich funktionieren. Die können Nutzer aber meist gegen die normalen Versionen aus dem Play Store austauschen – auch wenn es gerade bei so extrem wenig Arbeitsspeicher und dann meist auch schwachen Prozessoren normalerweise keine flüssige Bedienung gibt.

Es wurde bereits angedeutet: Günstige Smartphones bieten oftmals nur eine geringe Speicherausstattung. Das betrifft den Arbeitsspeicher, dessen geringe Größe zumindest in einigen Bereichen durch Android Go ausgeglichen wird, aber auch den Massenspeicher. So haben besonders günstige Modelle nur 4 oder 8 GByte internen Speicher, der zum Glück aber in den meisten Fällen per Micro-SD-Speicherkarte erweitert werden kann. Somit stellt zwar zumindest der Speicherplatz kein großes Problem dar, wir empfehlen aber dennoch Modelle mit mindestens 16 GByte internem Speicher und 2 GByte RAM - beides ist bis 100 Euro auch in aktuellen Modellen gut zu haben.

Chipsätze in der unteren Preiskategorie kommen meist mit wenig CPU-Kernen und schwacher Grafikeinheit daher. Während in höherpreisigen Modellen längst Octa-Cores normal sind, sind bei Smartphones bis 100 Euro vermehrt Quad-Cores anzutreffen. Auch stammen die Chips meist nicht von Markenherstellern wie Qualcomm, sondern von günstigeren Anbietern wie Mediatek oder Unisoc (ehemals Spreadtrum). Das bringt bisweilen Nachteile bei Stromverbrauch und Update-Fähigkeit des Betriebssystems mit sich.

Für Updates müssen die Chip-Hersteller den Smartphone-Produzenten Geräte und Google Code zur Verfügung stellen. Während Qualcomm das noch recht zuverlässig tut, sieht das bei günstigeren Anbietern oft anders aus. Daher ist bei besonders günstigen Smartphones normalerweise nicht mit Versions-Upgrades von Android zu rechnen. Das ist besonders schade, da viele Smartphones unter 100 Euro mit Android 9 (oder älter) ausgeliefert werden. Updates auf Android 10 sind normalerweise nicht zu erwarten, doch es gibt immer mehr Ausnahmen, entsprechend ist auch Android 10 für unter 100 Euro zu haben. Da wir uns auf aktuelle Modelle aus 2020 konzentriert haben, bietet sogar der Großteil Android 10 an.

Die Display-Auflösung liegt bei Smartphones unter 100 Euro neist bei 720p oder darunter. Niedriger als 720p muss aber nicht mehr sein.

Günstige Smartphones haben günstige Displays. Was wie eine Binsenweisheit klingt, macht sich nicht nur durch niedrige Auflösung und oft auch eine kleinere Diagonale bemerkbar, sondern auch bei der Helligkeit, Farbwiedergabe und der Blickwinkelabhängigkeit. Doch auch hier gilt: Der Markt wandelt sich, hin und wieder sind sogar erste Modelle mit FHD+-Auflösung für unter 100 Euro zu haben. Wir empfehlen eine Auflösung von wenigstens 720p (1280 × 720 Pixel oder höher).

Auch sehr günstige Smartphones haben Kameras – die sind aber eher schön auf dem Datenblatt anzuschauen, als für gute Fotos zu gebrauchen. Megapixel-Zahl, Anzahl der Kameras, Pixel-Größe, Blende – all das sind Punkte, an denen bei Smartphones für unter 100 Euro kräftig gespart wird. Selbst bei Tageslicht ist daher nur eine mäßige Bildqualität zu erwarten. Kameras sollten daher kein Kaufkriterium bei günstigen Smartphones sein - auch wenn die Hersteller selbst in diesem Preisbereich bisweilen mit Triple-Cams werben.

Klingt komisch, ist aber so: Günstige Smartphones haben beim Thema Akku bisweilen sogar im Vergleich zu deutlich teureren Modellen einen Vorteil. Denn sie lassen sich mit wenigen Handgriffen austauschen. Während moderne, teurere Smartphones fest eingebaute Kraftspender in verklebten Gehäusen haben, lassen sich die Gehäuse sehr günstiger Smartphones immer noch überwiegend ohne Werkzeug öffnen und der Nutzer kann den Akku dann einfach austauschen. Auch hier ist aber ein langsamer Wandel hin zu fest eingebauten Akkus zu beobachten. Inzwischen gilt überwiegend: Der Akku ist fest eingebaut. Weitere Modelle mit wechselbarem Akku haben wir im Beitrag: Smartphones mit Android 9 und wechselbarem Akku zusammengefasst.

Der Akku ist bei günstigen Modellen oft noch ohne Werkzeug austauschbar

Selbst günstige Smartphones bieten heute vieles von dem, was auch Modelle für 1000 Euro können – nur meist in stark abgespeckter Form. So verbinden sich auch Smartphones für 50 Euro mit dem WLAN, funken aber nicht mit 5-, sondern nur mit 2,4 GHz und schon gar nicht per Wifi 6. GPS wird zwar ebenfalls unterstützt, andere Positionierungsnetzwerke wie GLONASS oder Galileo hingegen oft nicht. Auch LTE ist oftmals vorhanden, meist aber mit vergleichsweise niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Die genannten Beispiele lassen sich auf fast alle Features eines besonders günstigen Smartphones übertragen.

Unter 50 Euro gibt es keine empfehlenswerte aktuellen Smartphones. Natürlich kann man zur Not auch zu älteren Modellen greifen, schließlich ist ein günstiges Smartphone immer noch besser als gar keins. Raten würden wir dazu aber nur noch im äußersten Notfall und wenn das Budget absolut nicht mehr hergibt. Grund ist neben niedriger Display-Auflösung und schwachem Prozessor vor allem der mit 1 GByte zu kleine Arbeitsspeicher solcher Modelle. Lange Spaß hat damit kaum ein Nutzer.

Im Dezember 2020 sehen wir bis 75 Euro nur zwei empfehlenswerte Smartphones: Das TP-Link Neffos A5 und das ZTE Blade A3 (2020) - alle anderen aktuellen Smartphones bieten mit einer Auflösung deutlich unterhalb 720p für uns unzumutbar unscharfe Displays.

Nicht einmal 65 Euro kostet das ZTE-Modell zum Zeitpunkt des Artikels, das ist nicht viel Geld für ein Smartphone. Dafür erhalten Käufer ein knapp 5,5 Zoll großes LCD mit 1440 × 720 Pixel, das reicht für eine annehmbare Bildschärfe von fast 300 Pixel pro Zoll. Von den Kameras sollte man nichts erwarten, zum Glück versuchen die Hersteller beider hier aufgezählter Modelle mit ihren einfachen Hauptkameras mit 5- und den schlichten Frontkameras mit 2 Megapixel auch gar nicht erst, mehr zu versprechen – lobenswert!

Als Antrieb dient ein Quad-Core-Chipsatz von Unisoc (ehemals Spreadtrum), der von nur 1 GByte RAM flankiert wird – Wunder bei der Bedienbarkeit sollten Interessenten hier nicht erwarten, auch wenn Android 9 in der Go-Variante zum Einsatz kommt. Eine kleine Überraschung bietet das günstige Modell beim internen Speicher, der mit 32 GByte recht groß daherkommt. Erweiterbar ist er natürlich auch. USB C gibt es bei diesem Modell noch nicht, stattdessen müssen Käufer noch mit dem älteren Standard Micro-USB Vorlieb nehmen.

Das Smartphone von TP-Link bietet für knapp 70 Euro einen fast 6 Zoll großen Bildschirm mit ebenfalls 1440 × 720 Pixel und der fast gleichen restlichen Ausstattung. Unterschiede sind hier ein minimal anderer Chipsatz von Unisoc, halber interner Speicher, dafür aber ein etwas stärkerer Akku. Achtung: Das Modell beherrscht kein LTE!

Zwischen 75 und 100 Euro gibt es insgesamt neun empfehlenswerte Modelle, von denen wir hier drei besonders hervorheben wollen, die unserer Meinung nach am besten sind. Das erste Modell bietet dabei die höchste Rechenleistung, das zweite den größten internen Speicher und das dritte Modell ist am härtesten im Nehmen. Alle Modelle liegen mindestens bei 720p und 2 GByte RAM, fast alle haben bereits Android 10.

Das Oppo A12 bietet den schnellsten Octa-Core im Feld, der Mediatek Helio P35 taktet bis zu 2,3 GHz und wird von 3 GByte RAM unterstützt. Das 6,2 Zoll große HD-Display bietet eine Tropfen-Notch und Gorilla-Glas 3, insgesamt wirkt das Smartphone damit recht modern. Die Kamera bietet 13 Megapixel, ein Tiefensensor noch einmal 2 Megapixel. Daten finden im 32 GByte großen und erweiterbaren Speicher Platz. Ein Akku mit 4230 mAh sorgt für ordentliches Durchhaltevermögen. Größtes Manko: Bislang gibt es nur Android 9 für das Modell.

Das ist beim Honor 9A anders, hier liegt bereits Android 10 vor. Das Display ist mit 6,3 Zoll minimal größer und ebenfalls mit Tropfen-Notch ausgestattet. Auch hier bietet die Hauptkamera 13 Megapixel, hinzu kommt aber nicht nur ein Tiefensensor, sondern auch ein Weitwinkel mit 5 Megapixel. Der eingebaute Helio P22 hat ebenfalls acht CPU-Kerne, ist aber etwas schwächer als der Chipsatz im Oppo A12 – viel sollte man in dieser Preisklasse aber ohnehin nicht erwarten. Der Arbeitsspeicher ist ebenfalls 3 GByte groß. Highlight ist der interne Speicher, der 64 GByte an Daten fasst und erweiterbar ist. Der Akku leistet außerdem starke 5000 mAh.

Beim Ulefone Armor X7 ist der Name Programm: Das Einsteiger-Smartphone rühmt sich mit Outdoor-Qualitäten! Entsprechend ist das Modell IP68- und sogar nach MILD-STD 810G zertifiziert - für unter 100 Euro! Das Display ist dafür mit 5 Zoll bei HD-Auflösung vergleichsweise klein, ohne dass das Gerät selbst wesentlich handlicher als die zuvor genannten wäre. Grund ist der dicke, schützende Rahmen ringsherum. Die einzelne Kamera mit 13 Megapixel zeigt ebenfalls, wo die Entwicklungskosten hingeflossen sind: In Toughness statt Coolness.

Der eingebaute Quad-Core ist einer der schwächsten Vertreter in dieser Runde, allerdings wird er von 4 GByte RAM flankiert. 32 GByte interner Speicher und ein Akku mit 4000 mAh runden das Bild ab.

Hier haben wir noch einmal alle passenden Smartphones aus dem Preisbereich 75 bis 100 Euro im Überblick:

Ja, es gibt brauchbare Smartphones bis 100 Euro, sofern Nutzer leichte Abstriche bei den anfangs genannten Punkten machen können. Auffällig ist bei Smartphones bis 100 Euro, dass vor allem chinesische Hersteller vertreten sind, die hierzulande kaum Beachtung finden. Zwar gibt es grundsätzlich in diesem Preisbereich auch bekannte Marken wie LG, Huawei, Nokia und Wiko, die bieten aber meist ein schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis und tauchen daher in unserem Ratgeber nicht auf.

Für rund 50 Euro mehr bekommen Interessenten natürlich noch einmal bessere Technik, hier lohnt ein Blick in unsere Bestenliste: Top-10 der Smartphones bis 200 Euro. In einer anderen Liste haben wir die besten Smartphones mit Android One zusammengefasst. Wer besonders gut im Bilde sein will, schaut sich unsere Bestenliste: Die 10 besten Kamera-Smartphones an.

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