Ratgeber Soundbars: Besserer Klang am TV | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Ratgeber Soundbars: Besserer Klang am TV

10
von und Moritz  // 

Der Sound aktueller TVs ist oft so dünn wie deren Bildschirm. Soundbars mit Subwoofer und ohne externe Geräte sorgen für einen fetteren Klang. Die 2.1-Systeme starten ab 35 Euro.

Soundbars lösen das Tonproblem dünner und flacher Fernseher. Dabei geben sie nicht nur Explosionen mehr Wumms, sie sorgen auch für verständlichere Dialoge und druckvollen Klang. Dazu kommen zusätzliche Features, etwa lassen sie sich oft als Bluetooth-Lautsprecher nutzen oder sind Teil eines Multiroom-Systems. In unserem Ratgeber zeigen wir, worauf man beim Kauf achten sollte und wie viel Geld man in die Hand nehmen muss.

Der Artikel ist Teil unserer Soundbar-Themenwelt. Dort haben wir bereits Tests zu Soundbars wie der LG SK6F (Testbericht), der Teufel Cinebar One Plus (Testbericht), der Sonos Arc (Testbericht) oder einen Vergleichstest mit vier Soundbars mit kabellosem Subwoofer ab 150 Euro veröffentlicht.

Eine Soundbar eignet sich für jeden, der mit dem Klang seines Fernsehers nicht zufrieden ist. Gamer, die für ihre Spiele ordentlich Wucht verlangen und Filmbegeisterte, die sowohl Dialoge verstehen wollen, als auch bei der Filmmusik nach Fülle und Klarheit suchen. Dazu bringen die meisten Soundbars weitere Funktionen mit. Old School CD-Player oder Radio finden oft kabelgebunden Anschluss, Smartphone und Co. steuern ab einer gewissen Preiskategorie per Bluetooth ihre Inhalte bei.

Was unterscheidet die günstigen Soundbars von den mittelpreisigen Modellen? Hier spielen Faktoren wie Wiedergabequalität, verwendete Komponenten und Verarbeitungsqualität eine tragende Rolle. Im Preis schlagen sich letztlich aber auch zusätzliche Features wie Netzwerkfunktionalität, zusätzliche HDMI-Anschlüsse mit ARC und Bedienung via App nieder. Einige mittelpreisige Modelle bieten durchaus viele Features. Wer jedoch darauf verzichtet, kann mit einem günstigeren Modell viel Geld sparen und erhält dennoch beim Fernsehen oder Zocken eine wuchtige Sound-Untermalung.

Bild: Sonos
Die besseren Soundbars sind nicht nur teurer, sondern meist auch in ihrem Aufbau komplex. Hier die Soundbar von Sonos.

Die meisten Soundbars werden durch zwei Zahlen definiert, etwa 5.1. Grob gesagt gibt die erste Zahl die Anzahl der ansteuerbaren Zonen an, die zweite zeigt, wie viele Subwoofer unterstützt werden. Die erste Zahl nennt also nicht mehr die Anzahl der Lautsprecher. Das war ein Erbe der klassischen Surround-Systeme, bei denen verschiedene Lautsprecher an verschiedenen Orten aufgestellt und anschließend eingemessen werden mussten. Moderne Soundbars besitzen mehrere Lautsprecher, die in unterschiedliche Winkeln abstrahlen. Zusammen mit Software in den Geräten können sie so ein räumliches Klangverhalten erzeugen, ohne dass dedizierte Lautsprecher auf der Rückseite notwendig sind.

Allerdings sollte man die Finger von Geräten lassen, die eine „0“ beim Subwoofer zeigen. Denn auch wenn man Bass irgendwie simulieren kann, es fehlt einfach diese Tiefe, die nur ein echter Subwoofer erzeugen kann. Dabei muss dieser gar nicht mal mehr als separates Gerät arbeiten. Soundbars wie die Anker Infiniti Pro (Testbericht) besitzen einen integrierten Bass, der dennoch das Klangbild ordentlich ausfüllt. Meist sitzt die Bassreflexröhre am hinteren Teil der Soundbar. Man sollte also beim Aufstellen darauf achten, dass der Bass sich links und rechts ausbreiten kann, die Soundbar sollte beispielsweise nicht eng in einer Fernsehwand eingeklemmt sein.

Anker Soundcore Infini Pro (12 Bilder)

Kleine LEDs signalisierend den aktuellen Eingang.


Tiefe Frequenzen sind weniger gut ortbar als höhere Frequenzen. Wenn das Gerät einen externen Subwoofer mitbringt, egal ob kabellos oder direkt verbunden, die Aufstellung des Subwoofers ortsunabhängiger als die der Soundbar. Diese sollte mittig über oder unter dem Fernseher liegen. Steht die Bassbox neben der Couch, beeinflusst das den Sound nicht negativ. Dennoch ist es sinnvoll, hier zu experimentieren. Für einen nahtlosen und homogenen Übergang zwischen Soundbar und Subwoofer empfiehlt es sich, beide frontseitig aufzustellen.

Bei beengten Platzverhältnissen ist es praktisch, wenn der Subwoofer nicht nur vertikal, sondern auch horizontal funktioniert. Entweder integriert er sich so besser in den Wohnraum oder kann im günstigen Fall auch unter dem Sofa verschwinden – völlig unsichtbar fürs Auge. Die Zimmerecke sollte man als Aufstellungsort des Subwoofers vermeiden. Wände reflektieren große Teile der tiefen Frequenzen und können damit das Klangbild verzerren.

Neben der zusätzlichen Flexibilität bei der Aufstellung durch den kabellosen Subwoofer ist auch die Größe der Soundbar ein wichtiges Kriterium. Bleibt genug Raum, dass sie unterhalb des Fernsehers ihren Platz findet, oder wird das Bild teilweise von der Soundbar verdeckt? Vorher messen bewahrt vor bösen Überraschungen. Soll die Soundbar an der Wand angebracht werden, gilt es darauf zu achten, ob es eine entsprechende Montagemöglichkeit gibt.

Hier sollte man sich durch die gerade im Einstiegssegment häufig übertriebenen Wattangaben der Hersteller nicht in die Irre führen lassen. In der Regel reichen im unteren Preissegment Leistungen von 50 - 100 Watt, um nicht nur ordentliche Pegel zu fahren, sondern im ungünstigsten Fall auch Ärger mit den Nachbarn zu bekommen.

Sonos Arc vs Sonos Playbar (5 Bilder)

Viel hilft viel: Die Anschlüsse des Denon AVR-3313.

Bei den Anschlüssen gilt: Je mehr, desto besser. Absolut essenziell ist aber ein HDMI-Anschluss mit ARC oder besser noch eARC. Der (enhanced) Audio Return Channel sorgt dafür, dass man sich keine Gedanken darüber machen muss, woher der Filmton kommt. ARC schleift den Ton im Grunde vom TV an die Soundbar durch. Dabei ist es egal, ob der Ton vom TV-Signal, einem Receiver, einer Konsole oder einem Blu-Ray-Player kommt. Der Fernseher wird dabei zur zentrale, an ihm werden alle Zuspieler eingesteckt. Vorsicht: Oft kann nur ein HDMI-Anschluss auch ARC, den sollte man also für die Soundbar freihalten.

Der Unterschied zwischen ARC und eARC liegt in der Bandbreite für den Sound und den damit unterstützten digitalen Tonformaten. ARC wurde damals entwickelt, um die optische Verbindung zwischen Zuspieler und Soundsystem zu ersetzen. Damit kann ARC alle Formate, die auch über die optische Verbindung kamen: Dolby Digital, DTS und PCM. Dual-Channel-Audio vom TV und eine 5.1-Ausstrahlung des Klangs sind damit problemlos machbar. eARC ist eine Erweiterung, die offiziell in HDMI 2.1 Einzug hält. Damit wird die Bandbreite erhöht, was deutlich mehr Formate unterstützt. So können Dolby Atmos oder DTS:X unkomprimiert übertragen werden. Die Tabelle zeigt, welche Audioformate welchen Standard benötigen. eARC kommuniziert mit dem TV und kann automatisch mitteilen, welche Formate unterstützt werden.

ARC vs eARC: Unterstützte Codecs
ARC eARC
Dolby Digital (bis 5.1) Dolby Digital (bis 5.1)
DTS Digital Surround (bis 5.1) DTS Digital Surround (bis 5.1)
PCM (2-Kanal) PCM (2-Kanal)
x Dolby Atmos
x Dolby True HD (bis 7.1)
x Dolby Digital Plus (bis 7.1)
x DTS:X
x DTS-HD-High Resolution (bis 7.1)
x DTS-HD Master Audio (bis 7.1)

Je mehr Geld man in die Hand nimmt, desto mehr Anschlüsse kann man erwarten. Es kommt dann darauf an, was man mit dem Gerät noch machen möchte. Wir fanden in den Tests etwa Bluetooth praktisch, so wird die Soundbar auch gleich zu einem Lautsprecher. Stereo Line-in oder ein Klinkeneingang kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn man eine klassische Anlage oder ein altes Tablet mit der Soundbar verbinden möchte. WLAN gibt es ab der oberen Mittelklasse. Damit geht häufig ein System wie Apple Airpay, Chromecast oder Spotify Connect einher, sprich, man kann übers Netzwerk Audio- oder Videoinhalte an die Soundbar schicken.

Bei Bluetooth sollte man darauf achten, dass der Standard 4.0 oder höher unterstützt wird. Dieser erlaubt eine schnelle Verbindung bei hohen Reichweiten. Darüber hinaus ist Bluetooth 4.0 trotz seiner gesteigerten Leistung energiesparend und schont so den Akku des zuspielenden Gerätes. Ebenfalls wichtig sind die unterstützen Codecs. SBC ist als Standard immer an Bord, während sich die lizenzpflichtigen Codecs aptX, AAC und aptX HD eher bei hochpreisigen Systemen wiederfinden. Diese Codecs bieten eine deutlich höhere Bitrate, was man gerade bei der Musikwiedergabe merkt. Wer seine Soundbar zugleich für Audio-Streaming oder Ähnliches nutzen möchte, sollte auf entsprechende Codecs achten.

Die 2.1-Soundbars erzeugen Ton vor allem von vorne. Sie können vor allem bei Stereo-Klang überzeugen, der Surround-Sound-Effekt ist aber oft wenig ausgeprägt. Dafür sind die Geräte günstig und vergleichsweise klein. Wer unter 100 Euro eine Soundbar sucht, der bekommt hier ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben vielen Noname-Herstellern sind auch bekannte Marken wie Samsung oder Canton hier vertreten, meist allerdings in den höheren Preisregionen. Funktionen wie Dolby Atmos und HDMI 2.1 sind in diesem Bereich noch selten.

LG SK6F (13 Bilder)

Beim Subwoofer stehen drei verschiedene Bauarten zur Auswahl. Bei einer integrierten Lösung steckt der Subwoofer in der Soundbar selbst. Für den Klang ist das kein Nachteil, allerdings wird die Soundbar damit deutlich größer. Bei kleineren Geräten ist der Subwoofer dagegen extern ausgelagert, entweder mit Kabel oder kabellos. Wir empfehlen eine 2.1 Soundbar allen, die wenig Geld investieren wollen und denen guter Stereo-Klang ausreicht.

Wer Filme sieht oder Spiele spielt, der sollte in eine Soundbar mit 5.1 investieren. In diesen stecken deutlich mehr Lautsprecher als bei den 2.1-Geräten. Die Soundbars nutzten unter anderem verschiedene Abstrahlwinkel, um Surround-Sound beim Zuschauer zu erzeugen. Das funktioniert in der Praxis überraschend gut, gerade bei den hochpreisigeren Geräten.

Doch auch im günstigen Umfeld erzielt man gute Ergebnisse – die Soundbars sind dem TV-Klang deutlich überlegen. Einige der Soundbars nutzen wie klassische Surround-Systeme zusätzliche Lautsprecher für den Klang von hinten. Sony hat hier etwa vernünftige Geräte um die 250 Euro im Angebot.


Soundbars sind nicht nur fürs Fernsehen gut. Im Gegenteil, gerade in Kombination mit Audio-Streaming oder Multiroom-Konzepten werden sie zu sinnvollen Zusatzgeräten im Haushalt. Warum auch nicht, die Audioqualität ist gut genug, um neben Videos auch Musik oder Radio zu streamen.

Die billigste Lösung ist dabei Bluetooth. Bereits unter 75 Euro bekommt man Soundbars mit Subwoofer, die Musik vom Smartphone oder Tablet empfangen. Bluetooth hat den Vorteil, dass man beim Ausgabegerät relativ frei ist. Android, iOS, ja selbst das Streaming von PC oder Notebook ist normalerweise kein Problem. Dafür muss das jeweilige Gerät aber nah an der Soundbar sein, mit jedem Meter Entfernung kann die Qualität abnehmen. Wie oben erwähnt ist die Qualität auch von dem verwendeten Codec abhängig. Geräte mit aptX-Codec beginnen im Preisvergleich bei knapp 160 Euro.

Beim Preis ist es so, dass Bluetooth mittlerweile fast schon Standard ist. Nur bei den ganz günstigen Geräten muss man gezielt danach suchen. In unserem Vergleich von vier 2.1-Soundbars mit kabellosem Subwoofer ist der Nahfunk überall integriert

Bluetooth ist der kleinste gemeinsame Nenner, birgt aber kaum Komfortfunktionen. Wer daher etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchte (was sich bei einer ordentlichen Soundbar durchaus lohnt), sollte einen genauen Blick in die Funktechniken legen. Für Apple-Nutzer sind Airplay und Airplay 2 interessant. Damit ist einfach, Lieder direkt vom iPhone oder dem Macbook zu streamen. Leider hält sich Apple mit der Zertifizierung passender Geräte ziemlich zurück – und die Hersteller lassen sie sich gut bezahlen. Ein Beispiel ist die Musiccast Bar 40 von Yamaha, die neben dem eigenen Multiroom-Konzept Musiccast (Testbericht) auch zu Airplay 2 kompatibel ist. Dafür kostet sie auch knapp 530 Euro.

Günstiger ist da schon Google Cast, ehemals Chromecast. Die Technik erlaubt es, vom Android-Smartphone oder aus dem Chrome-Browser heraus Audio und Video übers WLAN zu einem Endgerät zu schicken. Passende 2.1-Soundbars kosten etwa die Hälfte der Airplay-2-Varianten. Die von uns mit gut getestete LG SK6F (Testbericht) kostet zum Redaktionsschluss dieses Artikels um die 222 Euro. Eine Alternative kommt von Sony, die HT-MT500 liegt bei knapp 240 Euro.

Neben Google ist Amazons Alexa die zweite Option für alle, die gleich noch einen integrierten digitalen Assistenten suchen. Alexa und Amazon Music sind aber nur in die wenigsten Produkte direkt integriert. So beispielsweise in die Polk Audio Command Bar, die preislich etwa bei 300 Euro liegt. Billiger ist es da, einen Amazon Echo Dot bei einer Verkaufsaktion zu holen und per Klinke mit der Soundbar zu verbinden. Egal ob Command Bar oder Echo Dot, Alexa hat den Vorteil, dass es für fast alle Streaming-Dienste passende Alexa Skills gibt.

Der Streaming-Anbieter Spotfiy hat mit Spotify Connect eine weitere Alternative auf dem Markt. Damit kann die Soundbar zwar nicht von sich aus auf Spotify zugreifen, sie dient aber als Abspielgerät. So kann man zum Beispiel die Playliste auf dem Smartphone oder der Fitbit Versa 2 (Testbericht) auswählen und die Soundbar als Wiedergabegerät definieren. Das funktioniert überraschend gut und man hat den Vorteil, direkt in der Spotify-App suchen und steuern zu können. Kompatible Geräte sind etwa die oben erwähnte Polk Command Bar oder die Yamaha Musiccast Bar 400.

Beim Thema Multiroom kann man schwer eine absolute Empfehlung geben. Die Konzepte unterscheiden sich grob in zwei Bereiche: Entweder soll ein Multiroom-System komplett neu aufgebaut werden oder es sollen bestehende HiFi-Komponenten netzwerktauglich werden.

Wer alles sowieso neu aufbaut, sollte sich Sonos und dessen kleinere Soundbar Sonos Beam ansehen. Diese ist ein vollwertiger Sonos-Lautsprecher und zugleich eine kleine Soundbar. Sie macht an sich schon einen ordentlichen Klang, mit dem separat erhältlichen Subwoofer Sonos Sub wird das aber nochmal um Welten besser.

Heos App (23 Bilder)

Denon Heos


Wer bereits ein hochwertiges Audio-Equipment hat und nicht zwingend alles austauschen möchte, sollte sich die Multiroom-Systeme Musiccast von Yamaha oder Heos von Denon (Testbericht) ansehen. Hier gibt es ebenfalls Soundbars für den TV, zusätzlich gibt es Komponenten, mit denen die Hifi-Anlage Streaming- und Multiroom-fähig wird. Diese sind deutlich günstiger als etwas bei Sonos. Eine weitere Alternative kommt vom Hersteller Teufel. Dessen Raumfeld-System (Testbericht) liegt preislich eher im oberen Bereich, aber das Sounddeck Streaming (Testbericht) bringt auch ohne zusätzlichen Subwoofer einen

Schon günstige 2.1-Soundbar-Systeme werten dünnen Fernsehton spürbar auf. Egal ob mit kabelgebundenem oder drahtlosem Subwoofer liefern sie kräftige Bässe und klare Höhen. Features wie App-Steuerung, Netzwerkzugriff und eine hohe Anschlussvielfalt machen sich im Preis bemerkbar. Zusätzliche Anschlüsse wie HDMI, koaxiale und weitere optische Eingänge sowie Cinch, 3,5-mm-Aux-Eingang und Bluetooth machen aus dem System schnell eine vollwertige Musikanlage.

Gerade dann lohnt es sich, eine Soundbar mit vernünftiger Software und Netzwerkfunktionen zu besitzen. Die meisten werden wahrscheinlich mehr Musik hören als TV sehen – eine Soundbar kann da einen ganzen Raum oder eine kleine Wohnung ordentlich beschallen.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Einloggen, um Kommentare zu schreiben