Ratgeber Soundbars: Fetter Klang für flache TVs | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Ratgeber Soundbars: Fetter Klang für flache TVs

von  //  Twitter

Soundbars und Soundbases liefern enorm guten Klang mit wenig Aufwand. Im Ratgeber zeigen wir, worauf es ankommt und welche Geräte interessant sind.

Ganz ehrlich: Flache Fernseher sind toll, aber der Sound kann in den meisten Fällen nicht mit alten Röhren mithalten. Gerade der Bass geht gerne unter. Kein Wunder, es fehlt einfach am Resonanzkörper. Heimkino-Fans bauen sich deswegen meist komplette 5.1- oder 7.1-Systeme, nicht jeder hat aber den Platz oder den Nerv, mit so vielen Lautsprechern zu hantieren.

Soundbars sind praktische Alternative. Alles, was man für einen fetten Sound braucht, steckt in den Röhren. Dass diese nicht teuer sein müssen, zeigt unser Vergleichstest zu 2.1-Soundbars. Dazu kommt, dass die Hersteller inzwischen guten Klang in vergleichsweise kleinem Raum unterbringen. Das gilt nicht nur für den normalen Sound, sondern auch für den Bass.

In diesem Ratgeber geben einen Überblick zu wichtigen Features zu zeigen am Ende, was die Klangverstärker kosten.

Was wäre die Technik ohne teilweise konkurrierende Formate? Sobald man sich mit Surround-Sound beschäftigt, landet man in einem Dschungel aus Abkürzungen. Grundsätzlich gibt es drei große Anbieter: Dolby, DTS und Auro, die beiden ersten teilen sich dabei den Löwenanteil des Marktes auf. Sämtliche Details zu klären, würden den Umfang dieses Artikels sprengen. Wir zeigen daher kurz die wichtigsten Tonformate und empfehlen ansonsten das c’t Nachgehakt-Video Im Sound-Kokon.

Wer sich eine Soundbar oder ein fertiges System kauft, der hat normalerweise wenig Einfluss, welche Technik verbaut ist. Wichtig sind die beiden Formate Dolby Digital und DTS - es gibt aber kaum Geräte, die ohne diese Formate kommen. Alle Weiteren sind eher Schmankerl für Audio-Fans.

Einen wichtigen Punkt gibt es noch, THX. Dabei handelt es sich um kein dediziertes Soundformat, sondern um eine Zertifizierung. Die besagt, dass das jeweilige Gerät (oder der Kinosaal) bestimmte Normen bei der Wiedergabe des Tons erfüllt, die eben von THX (das inzwischen zu Razer gehört) vorab definiert hat.

Die meisten Soundbars und Surround-Systeme werden zunächst als mit zwei Zahlen beschrieben, im Format X.X. Die erste Zahl steht für die Lautsprecher, die das System hat. Dabei ist es nicht die reine Anzahl der Lautsprecher, vielmehr die Zonen, die die Soundbar abdecken kann.

Was kompliziert klingt, kommt aus dem klassischen Surround-Sound-Aufbau: 2.0 etwa steht für zwei Lautsprecher, die links und rechts auf Ohrhöhe neben dem Lauscher aufgebaut sind. Gerade Zahlen teilen sich dabei gleich links und rechts neben dem Nutzer auf, bei ungeraden Zahlen kommt zusätzlich ein Center-Lautsprecher hinzu. Die Zahl hinter dem Punkt gibt die Anzahl der dedizierten Subwoofer an. Sprich, ein klassisches 5.1-System besitzt einen Center-Lautsprecher direkt vor dem Hörer. Dazu kommt je ein Front-Lautsprecher links und rechts, je ein Rücklautsprecher links und rechts hinter dem Hörer und ein Subwoofer. Dessen Position ist mehr oder weniger egal. Typische Setups sind folgende:

  • 2.1: Je ein Lautsprecher vorne links und rechts, ein Subwoofer
  • 3.1: Je ein Lautsprecher vorne links und rechts, ein Center-Lautsprecher in der Mitte, ein Subwoofer
  • 5.1: Je ein Lautsprecher vorne links und rechts, ein Center-Lautsprecher, je ein Lautsprecher hinten links und rechts, ein Subwoofer.
  • 7.1: Je ein Lautsprecher vorne links und rechts, ein Center-Lautsprecher, je ein Lautsprecher neben dem Hörer links und rechts, je ein Lautsprecher hinter dem Hörer links und rechts, ein Subwoofer.

Polk Audio Signa S2 (13 Bilder)

Nicht jeder kann oder will in seinem Wohnzimmer fünf oder gar sieben Lautsprecher rund um den Fernseher zu platzieren. Dazu braucht es vergleichsweise leistungsfähige Receiver sowie einiges an Kabel, um alle Lautsprecher mit dem zentralen Verstärker zu verbinden. Entsprechend entwickelten findige Ingenieure ein virtuelles Surround-System. Die Idee: Eine ganze Batterie unterschiedlicher Lautsprecher tricksen das Gehör aus und erzeugen das Hörgefühl von Räumlichkeit.

Für den Nutzer wirkt es so, als käme der Schall von links, hinten oder rechts, tatsächlich sitzt der Lautsprecher aber vor ihm. Der Nachteil: Nicht jedes Gehör lässt sich zuverlässig austricksen. Es gibt Nutzer, die diese Art von Klang nicht mögen, entsprechend wird das Hörererlebnis schlechter. Alle anderen profitieren von einem deutlich simpleren Setup. Statt fünf oder mehr Lautsprechern und Kabel reicht es, eine zentrale Sound-Einheit aufzubauen.

In den letzten Jahren hat sich ein Standard zur Verbindung von Multimedia durchgesetzt: HDMI. Über die Kabel laufen die Daten digital, die analogen Stecker sind inzwischen größtenteils Geschichte. HDMI gliedert sich in verschiedene Versionen. Diese sind bedingt abwärtskompatibel, fallen aber immer auf das älteste Glied in der Kette zurück. Sprich, sowohl die Geräte wie auch die Kabel müssen eine bestimmte Version unterstützen. Die unterste Grenze sollte dabei HDMI 1.4 sein, ab diesem Standard hielt die UHD-Auflösung (3840 [×] 2160p] in HDMI Einzug. Dazu kommt der Standard mit den Audioformate Dolby Digital Plus, Dolby True HD und dts-HD klar. Wer einen HDR-tauglichen 4K-TV (Themenwelt) hat, der sollte nicht unter HDMI 2.0a gehen.

Ein weiterer Grund für HDMI ab mindestens Version 1.4 ist HDMI ARC. Das steht für Audio Return Channel und ist ein Rückkanal, mit dem der TV Audiosignale von angeschlossenen Geräten an ein anderes Gerät schicken kann. Sprich: Konsole, Blu-Ray-Player (Vergleichstests) oder TV-Empfänger können direkt mit dem TV verbunden sein, das Audiosignal kann der Fernseher an eine ARC-taugliche Soundbar oder einen Verstärker schicken. Das ist gerade fürs Fernsehsignal interessant, da die meisten TVs inzwischen einen integrierten Receiver bieten.

ARC benötigt meist kein zusätzliches Setup, setzt aber voraus, dass am TV ein entsprechender HDMI-Port vorhanden und das Endgerät kompatibel ist. Dazu gibt es ein paar Einschränkungen: ARC kann zwar Dolby Digital und DTS-Tonformate, aber nicht Dolby Digital Plus, Dolby Digital True HD oder DTS-HD.

Wer mit diesen Einschränkungen nicht leben und HD-Formate per ARC übertragen möchte, der benötigt den Enhanced Audio Return Channel, kurz eARC. Der Standard ist vor allem in teureren Geräten zu bekommen. Er soll Teil von HDMI 2.1 werden, teilweise bekommt man ihn aber auch schon mit HDMI 2.0. Die Kollegen der c’t haben im Artikel eARC: Immer mehr Hersteller schalten HDMI-Audio-Rückkanal frei mehr Informationen dazu aufgeschrieben. Bei den Fernsehern verbauen derzeit vor allem Sony und LG bereits eARC kompatible Anschlüsse. Um es anders zu sagen: Von 1328 UHD-TVs im Preisvergleich bieten gerade einmal 56 Modelle eARC.

Der optische Eingang ist alt aber immer noch relevant. Er ist einfach einzurichten und unterstützt Stereo Audio, Dolby Digital und DTS als Mehrkanalton. Damit ist allerdings Schluss, wer andere Standards nutzen möchte, der muss auf HDMI wechseln.

Eine etwas unterschätzte Option ist Bluetooth. Die meisten neuen TVs haben Bluetooth an Board und können den Ton wie Smartphones streamen. Das funktioniert nicht nur mit Bluetooth-Headsets oder Kopfhörern (Themenwelt), sondern auch mit Lautsprechern. Sollte man das machen? Nicht, wenn man wirklich Surround-Sound möchte. Aber um den Ton zu hören, ohne dass Kinder oder ähnlich empfindliche Personen im Haushalt mitlauschen, kann man Bluetooth problemlos nutzen.

Es gibt zwar die Möglichkeit, eine Soundbar ohne Subwoofer zu nutzen. Dann fehlt den Geräten aber meist der richtige Wumms. Der Ton fühlt sich einfach nicht voll genug an. Subwoofer gibt es im Grunde in drei Ausführungen: Kabelgebunden, wireless oder integriert. Die günstigsten Systeme sind Soundbars mit kabelgebundenen, externen Subwoofern. Wireless-Ansätze sind allerdings nicht viel teurer und funktionieren ebenfalls enorm gut. Da zeigt unser Vergleich zu 2.1 Soundbars mit kabellosem Subwoofer.

Bei beiden steht aber irgendwo ein fetter Kasten herum. Die dritte Option sind Soundbars mit integriertem Subwoofer. Neben normalen Soundbars gilt das beispielsweise für Sounddecks oder Soundbases. Diese benötigen etwas mehr Platz, sorgen aber für eine beeindruckende Soundkulisse wie der Test des Teufel Sounddeck Streaming (Testbericht) zeigte.

Soundbars nur für Filme zu nutzen, ist eigentlich Verschwendung. Der Klang ist gut und die Geräte sind oft so platziert, dass sie Abendessen und Co gut musikalisch untermalen können. Kein Wunder, dass fast jeder Hersteller eines Multiroom-Systems eine Soundbar oder eine Soundbase im Programm hat. Wer also bereits ein Multiroom-Setup hat (Themenwelt), sollte seine Soundbar dazu passend wählen. Alternativ kann man Geräte mit Spotify Connect, Airplay oder Google Cast nutzen - damit sind zumindest eine einfache Nutzung als Streaming-System möglich.

Selbst eine mittelklassige Soundbar liefert einen deutlich besseren Klang als die meisten Fernseher. Dabei muss man kein Vermögen investieren, im Gegenteil. Wer etwas mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt clevere Zusatzfunktionen und vor allem Features rund ums Streaming von Musik.

Das sollte man in jedem Fall mit einplanen. Sparen kann man derzeit noch an eARC. Auch wenn die Funktion verlockend ist, gerade bei günstigen TVs wird es noch mehrere Jahre dauern, bis sie weitreichend verfügbar ist. Bis dahin reicht normaler Multikanalton per ARC oder eben der Anschluss eines richtigen X.1-Systems an einen ordentlichen Verstärker.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Einloggen, um Kommentare zu schreiben