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Ratgeber: Luftdruck-Messer für Motorräder & Co

Bild: Bosch, Michelin, SKS

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Der richtige Reifendruck spielt eine wichtige Rolle. Er lässt sich leicht zu Hause überprüfen. TechStage zeigt günstige und teure Geräte dafür.

Wenn Motorradhersteller neue Modelle entwickeln, ermitteln sie in aufwendigen Verfahren den optimalen Reifenluftdruck. Die empfohlenen Werte für Vorder- und Hinterreifen sollten unbedingt eingehalten werden, nur so bleibt das Motorrad beherrschbar, egal ob beim Beschleunigen, Bremsen, in Schräglage oder bei Höchstgeschwindigkeit. Die Auflagefläche eines Motorradreifens auf der Straße ist gerade Mal so groß wie ein Hühnerei, dabei muss er enorme Kräfte aufnehmen und sich zuverlässig mit der Asphaltoberfläche verzahnen – das kann er aber nur bei korrektem Reifenfülldruck. Wer mit falschem Luftdruck fährt, gefährdet sich und andere, denn im Extremfall kann es zum Sturz kommen. Aber auch schon ein nur etwas zu niedriger Reifenfülldruck führt zu höherem Spritverbrauch und lässt das Gummi schneller verschleißen. Außerdem verschlechtert sich das Handling und der Bremsweg wird länger.

Eine Luftdruckkontrolle sollte mindestens alle zwei Wochen, am besten sogar vor jeder Fahrt stattfinden. Gemessen wird grundsätzlich in kaltem Zustand, denn im warmen Reifen erhöht sich der Luftdruck. Luftdruckmessgeräte an den Tankstellen sind oft ungenau und helfen daher nur bedingt. Viel besser ist es, entweder ein gutes Prüfgerät zu Hause zu haben oder eine elektronische Permanentüberwachung am Motorrad. Der Vorteil eines separaten Prüfgerätes ist, dass man es gleich noch für alle anderen Fahrzeuge mit Autoventil nutzen kann. So haben neben dem Bike auch das Auto, der Wohnwagen oder das Mountainbike immer den korrekten Luftdruck.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt Motorrad. Dort haben wir bereits Kommunikationsgeräte für Bikes (Ratgeber) vorgestellt, Motorrad-Navis wie das Garmin Zumo XT (Testbericht) oder günstigere Alternativen wie das TomTom Rider 550 (Testbericht) getestet. Außerdem liefern wir dort zehn Geschenktipps für Motorradfahrer (Artikel).

Das Oxford Air Gauge wirkt in seinem schwarzen Plastikgehäuse zwar nicht gerade hochwertig, liefert aber gute Ergebnisse. Den Luftdruck ermittelt es mit nur minimalen Abweichungen und das ist schließlich das Hauptkriterium. Angenehm ist auch der rechte Winkel des Anschlusses, sodass man das Ventil zwischen den Speichen der Felge problemlos erreichen kann. Allerdings verhakt sich das Oxford Air Gauge an manchen Rädern beim Abziehen am Ventil, sodass etwas Luft entweicht und man im Zweifelsfall wieder Luft nachpumpen muss. Der Messbereich reicht bis 10,0 bar und ist auf PSI umschaltbar. Das digitale Display ist leider nicht beleuchtet, aber bei normalen Lichtverhältnissen gut ablesbar. Ist die Messung abgeschlossen, schaltet es sich nach einigen Sekunden von allein ab, sodass die Batterie geschont wird.

Das Oxford Air Gauge ist ein solider und günstiger Luftdruckprüfer. Nichts für gehobene Profiansprüche, aber der Beweis, dass auch günstige Geräte gute Ergebnisse liefern können.

Zwar auch im Plastikgehäuse, aber rein optisch höherwertiger als der Oxford Air Gauge ist der Luftdruckmesser von SKS Germany. Er liegt gut in der Hand und wiegt nur 54 Gramm. Der Kopf ist drehbar, was das Aufsetzen am Ventil ungemein erleichtert und er bietet Eingänge sowohl für Motorrad/Autoventile, als auch für Sclaverandventile am Fahrrad. Die Messung erfolgt genau, selten beträgt die Abweichung mehr als 0,05 bar. Der Hintergrund des Digitaldisplays ist beleuchtet und erleichtert das Ablesen. Ein praktischer Knopf dient zum Ablassen der Luft, wenn zu viel in den Reifen gepumpt wurde, die Anzeige erfolgt dabei in Echtzeit. Die Maßeinheit reicht bis 10,0 bar und kann auf PSI umgestellt werden. Der Batterieladestand wird als Symbol dargestellt und die digitale Anzeige schaltet sich nach einer Weile selbstständig ab.

Der SKS Luftdruckmesser ist vergleichsweise günstig, bietet eine gute Ausstattung und ausreichend exakte Messergebnisse.

Ein echter Handschmeichler ist das Topeak Smart Gauge D2. Das kompakte Gerät überzeugt mit seiner guten Ausstattung. Der Kopf ist um 180 Grad schwenkbar, sodass er leicht an das Ventil zwischen den Speichen herankommt. Per Schieber wechselt der Nutzer zwischen den Ventilgrößen (Motorrad oder Fahrrad), ein weiterer Knopf dient zum Luftablassen. Das Smart Gauge D2 misst sehr präzise, dabei ist das große Display gut ablesbar. Es kann bis zu 17,0 bar messen, auch wenn dieser Druck wohl jeden Motorradreifen sprengen würde. Die Tasten zur Bedienung des Menüs sind zwar etwas klein geraten, aber noch akzeptabel bedienbar. Der Druck kann wahlweise in bar, PSI und in kg/cm2 wiedergeben werden. Wenn die Messung abgeschlossen ist, ertönt ein akustisches Signal.

Das Topeak Smart Gauge D2 weiß mit genauen Messwerten und guter Ausstattung zu gefallen. Dank seiner kompakten Abmessungen von 10,2 x 4,5 x 3,5 Millimeter passt es in fast jede Jackentasche und kann auf der Tour mitgeführt werden.

Das Autmor TPMS Reifendruck-Kontrollsystem unterscheidet sich von den anderen bisher gezeigten Messgeräten. Es besteht aus Ventilkappen, die aufgeschraubt werden und anschließend dauerhaft Reifendruck und -Temperatur an den Empfänger funken. Die Temperaturmessung erweist sich zwar als ungenau und zeigt meist zu wenig an. Dafür werden die Druckmesswerte präzise an das beleuchtete Display gefunkt. Dieses lässt sich am Lenker oder im Cockpit befestigen. Es zeigt permanent die Daten von Vorder- und Hinterreifen in Echtzeit an. Das Reifendruck-Kontrollsystem schaltet sich ein, sobald sich der Reifen dreht, es dauert allerdings ein paar Sekunden bevor der aktuelle Wert angezeigt wird. Weicht der Druck oder die Temperatur vom vorgewählten Wert ab, schlägt das Kontrollsystem Alarm. Die Maßeinheiten können zwischen Grad Celsius und Fahrenheit sowie bar und PSI umgeschaltet werden. Das Gehäuse des Displays ist wasserdicht und wird entweder ans Motorrad geklebt oder geschraubt, allerdings entpuppt sich die angeblich diebstahlsichere Schraube als normale Kontermutter. Der Hersteller verspricht eine Batterielebensdauer von mindestens zwei Jahren.

Das Autmor TPMS Reifendruck-Kontrollsystem zeigt den Luftdruck beider Pneus während der Fahrt an. Die Temperaturangaben sind eher Anhaltspunkte als genaue Werte.

Reifen-Gigant Michelin liefert eine Alternative zum Automor-System. Das Reifendruck-Kontrollsystem für Motorräder funkt die Daten an das runde Display, das sich mit Halterung am Lenker, im Cockpit oder der Verkleidung befestigen lässt. Leider sind Magnet und Klebestreifen nicht besonders stark, entsprechend sollte die Halterung möglichst waagerecht liegen. Die Angaben für beide Reifen in der gut ablesbaren Anzeige sind präzise mit nur geringfügigen Abweichungen. Das Michelin-System arbeitet mit dem sogenannten SAS-System, das automatisch die Kalibrierung und Funkverbindung zwischen Sensor und Display vornimmt. Leider können die kleinen Batterien in den Drucksensoren nicht getauscht werden, angeblich sollen sie aber mindestens drei Jahre halten. Die einzelnen Sensoren lassen sich nachkaufen, sie kosten um die 24 Euro das Stück.

Das Michelin Reifendruck-Kontrollsystem ist ein sehr praktisches System, das dem Fahrer permanente Sicherheit über den Luftdruck in den Reifen gewährt.

Wer nicht nur messen, sondern notfalls gleich noch aufpumpen möchte, der sollte sich den Bosch Easy Pump Akku ansehen. Das Gerät misst nicht nur den Druck im Reifen sehr akkurat, sondern ist gleichzeitig ein Kompressor. Dank eines integrierten Akkus kann es bis zu 10,3 bar in den Reifen pumpen. Der flexible Schlauch ist 20 Zentimeter lang und lässt sich problemlos an das Motorradventil anschließen. Den gewünschten Druck darf der Nutzer im digitalen und beleuchteten Display vorwählen und der Easy Pump Akku schaltet sich nach dem Erreichen des Drucks automatisch ab. Aufgeladen wird der Akku praktisch per USB-C. Zusätzlich liegen im Griff diverse Adapter für Fahrrad-, Ball- und Luftmatratzenventile. Aufgrund seiner Länge von 215 Millimeter und seines Gewichts von 423 Gramm ist er für die Motorradtour eher ungeeignet, leistet aber in der heimischen Garage, im Kofferraum oder dem Wohnwagen sehr gute Dienste.

Bosch bietet mit Easy Pump eine faszinierende kleine Akku-Pumpe mit genauer Druckanzeige. Wer sich das Leben deutlich vereinfachen will, kommt um die Easy Pump kaum herum.

Eine Alternative zum Gerät von Bosch kommt von Osram. Der Osram Tyreinflate 450 lässt sich über eine 12-Volt-Ladebuchse betreiben und pumpt Reifen in kurzer Zeit auf. Im digitalen Display wird nicht nur der aktuelle Reifenluftdruck angezeigt, sondern dort kann auch der gewünschte Wert vorgewählt werden. Eine Balkenanzeige informiert über den zunehmenden Druck im Reifen. Das Osram Tyreinflate 450 verfügt über eine automatische Stopp-Funktion, sobald der Wert erreicht ist und kann bis 5,5 bar Druck aufpumpen. Der 65 Zentimeter lange, flexible Schlauch erreicht jedes Motorradventil, das 330 Zentimeter lange Netzkabel befindet sich sauber aufgewickelt im Gehäuse. Ventiladapter für Motorrad/Auto, Fahrrad und Bälle sind im Lieferumfang inbegriffen.

Osram bietet hier mit dem Tyreinflate 450 ein kompaktes und praktisches Gerät an, um den Reifendruck zu prüfen und auf Knopfdruck zu korrigieren.

Motorradfahrer wissen, wie lebenswichtig der korrekte Luftdruck ist. Da hilft es, wenn man sich nicht auf die Geräte an Tankstellen verlassen muss, sondern eins hat, mit dem man umgehen kann und das immer die gleichen Informationen zeigt. Auch die kabellosen Messsysteme sind ein praktisches Hilfsmittel, schließlich zeigen sie die wichtigen Informationen automatisch im Cockpit an.

Wer mehr Platz hat, der sollte zusätzlich in die Bosch Easy Pump oder den Osram Tyreinflate 450 investieren. Dann hat man nicht nur eine genaue Überprüfung des Drucks, sondern kann notfalls vor Ort aufpumpen. Dass die Geräte nebenbei noch Fahrräder, Bälle oder Luftmatratzen aufpumpen ist eine nette Dreingabe, die sie vor allem für die Fahrt an den See oder als Begleiter im Wohnwagen perfekt macht. Alternativen zu den beiden Pumpen zeigen wir im Artikel Mobile elektrische Luftpumpen von Xiaomi & Co. im Vergleich.

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