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Ratgeber Multimedia-Tastaturen für Smart TVs und Media PCs

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In den meisten TVs stecken kleine Computer. Warum diese also nicht bequem mit einer Multimedia-Tastatur von der Couch bedienen? Wir zeigen, worauf man achten sollte.

Wer seinen Smart-TV oder sein Media Center für mehr als nur Filme und Serien nutzt, der kommt schnell an die Grenzen der mitgelieferten Fernbedienungen. Wer beispielsweise im Web surft, ein komplexes Passwort eingibt oder einfach nur nach einem längeren Begriff sucht, der wünscht sich schnelle eine bequemere Eingabemöglichkeit.

Multimedia-Tastaturen schaffen da Abhilfe. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie kabellos funktionieren und über ein eingebautes Maus-Touchpad verfügen. Sie sind also quasi Maus und Tastatur in einem Gerät. Der Vorteil: Diese Tastaturen besitzen ein geringes Gewicht, lassen sich leicht verstauen und machen die Steuerung von multimedialen Inhalten am Smart TV oder Media Center deutlich angenehmer und nutzerfreundlicher.

Weil es mittlerweile eine große Fülle unterschiedlicher Multimedia-Tastaturen am Markt gibt, besprechen wir die wichtigsten Funktionen im Detail und erklären, worauf Käufer achten sollten.

Multimedia-Tastaturen unterscheiden sich in einigen Punkten von normalen PC-Tastaturen. Neben dem integrierten Touch-Pad, das jede Multimedia-Tastatur besitzen sollte, gibt es konkrete Unterschiede (die aber je nach Tastatur variieren können). Die meisten Multimedia-Tastaturen...:

  • … verzichten zugunsten des Touchpads auf einen Nummernblock
  • … besitzen flache, nicht-mechanische Tasten.
  • … besitzen spezielle Multimedia- und Navigationstasten, mit denen sich auf Knopfdruck der Mediaplayer aufrufen, die Medienwiedergabe steuern und der Sound des Wiedergabegeräts stumm schalten lässt.
  • … sind besonders flach und kompakt gebaut.
  • … funktionieren kabellos via Bluetooth oder USB-Empfänger.

Einige Modelle verfügen außerdem über ein gesondertes D-Pad sowie eine Hintergrundbeleuchtung.

Multimedia-Tastaturen besitzen gegenüber normalen Tastatur-Mauskombinationen aber auch ein paar Nachteile, die Käufer berücksichtigen müssen:

  • eine unter Umständen geringere Lebensdauer, weil die Tasten für eine andere Gebrauchshäufigkeit ausgelegt sind als normale Tastaturen
  • eine rudimentäre Maussteuerung, die keine Zusatzfunktionen besitzt (wie etwa Gaming-Mäuse)

Dementsprechend eignen sich Multimedia-Tastaturen vor allem für den vorgesehenen Zweck der Multimedia-Steuerung, aber nicht, um damit längere Texte zu schreiben oder gar Spiele zu zocken.

Wer mit dem Kauf einer Multimedia-Tastatur liebäugelt, sollte sich zunächst darüber klar werden, in welcher Umgebung die Tastatur zum Einsatz kommen und welche Funktionen sie erfüllen soll. Die einfachsten Modelle eignen sich nur zur Eingabe von Text. Sieht man sich aber etwas um, entdeckt man interessante Geräte mit einigen cleveren Features.

Multimedia-Tastaturen teilen sich grundlegend in drei verschiedenen Varianten: als normale Tastatur mit Touchpad, als normale Tastatur mit Touchpad und D-Pad oder Joystick, sowie als drahtlose Minitastatur. Für die Kaufentscheidung sollten folgende Features eine Rolle spielen:

  • D-Pad oder Joystick: ermöglicht rudimentäre Gaming-Steuerung ohne ein zusätzliches Gamepad
  • Bluetooth-Anbindung: sorgt für mehr Flexibilität bei der Verbindung mit anderen Geräten, die eventuell nicht über einen USB-Port verfügen
  • Reichweite der drahtlosen Verbindung (variiert meistens zwischen 10 und 15 Metern)
  • Hintergrundbeleuchtung: empfehlenswert für Räume mit geringer Beleuchtung
  • zusätzliche Tasten für die Multimedia- und Maussteuerung
  • Scrollrad: nützlich beim Surfen im Web (die Scroll-Funktion des Touchpads funktioniert häufig eher suboptimal)

Je nachdem, welche Bedürfnisse die Multimedia-Tastatur erfüllen soll, reichen in den meisten Fällen aber die Modelle mit geringen Zusatzfunktionen aus, um ein Smart-TV oder einen Multimedia-PC bequem steuern zu können. Ein wichtiger Punkt ist die Verbindung mit dem Smart TV oder dem Media Center. Bluetooth ist hier oft die bequemste Lösung, da hier anders als bei Infrarot keine direkte Sichtverbindung bestehen muss. Viele aktuelle TVs kommen mit Bluetooth-Geräten klar, allerdings gibt es keine 100-prozentige Garantie. Bei den Media PCs ist das oft kein Problem, gerade Eigenbauten basieren auf Linux oder Windows und können meist die notwendigen Treiber einspielen. Android-basierte Media-PCs haben normalerweise kein Problem mit Bluetooth.

Problematischer ist es bei Tastaturen, die auf den 2,4-GHz-Funk setzen. Die liefern meist einen eigenen Empfänger mit, der die Kommunikation zur Tastatur übernimmt. Ob dieser mit dem jeweiligen TV läuft, ist allerdings eher eine Glückssache.

Wir haben uns mehrere Multimedia-Tastaturen kommen lassen, um sie in einem Kurztest auszuprobieren.

Logitech bietet zwei unterschiedliche Multimedia-Tastaturen an, die es in unsere Kaufempfehlung geschafft haben. Die K400 besitzt als besonders günstiges Modell für knapp 24 Euro zwar nur die wichtigsten Funktionen und verzichtet auf eine Bluetooth-Anbindung, punktet dafür aber mit einem kompakten Design, dem günstigen Preis und einer soliden Verarbeitung.

Die K600TV verfügt gegenüber der K400 über eine größere Reichweite (15 Meter statt 10 Meter), ein D-Pad, Bluetooth-Support sowie die Möglichkeit, die Hardware mit mehreren Geräten parallel zu koppeln. Letzteres kann für Nutzungsszenarien hilfreich sein, in denen eine Tastatur unterschiedliche Geräte in mehreren Räumen steuern soll – etwa einen Medien-PC im Hobbyraum und ein Smart-TV im Wohnzimmer. Dafür kostet ihr K600TV aber auch fast das Dreifache der K400 und ist derzeit ab 65 Euro zu haben.

Das Microsoft All-in-One Media Keyboard ähnelt dem Aussehen und dem Layout nach stark der K400 von Logitech und rangiert mit einem Kostenpunkt von 24 Euro in derselben Preiskategorie wie das Konkurrenzmodell. Auch sonst unterscheidet sich die Tastatur kaum vom Logitech-Modell und verfügt über eine Verbindung via USB-Empfänger sowie zehn Meter kabellose Reichweite. Ein Vorteil der Microsoft-Tastatur: Sie ist spritzwassergeschützt.

Die Tastatur gibt es in zwei Ausführungen, mit Bluetooth oder mit 2,4 GHz-Funk, hier muss man beim Kauf auf die Beschreibung achten. Diese Minitastatur steht stellvertretend für zahlreiche andere Tastaturen in dieser Größe und dem Formfaktor. Dabei ist sie deutlich teurer als ihre Verwandten, allerdings bekommt man dafür auch eine vergleichsweise gute Verarbeitung. Die Eingaben funktionieren gut, auch wenn man keine längeren Texte damit schreiben möchte. Die Tastatur ist vor allem in Kombination mit einem Media-PC gut brauchbar, am Smart-TV zicken dann doch ab und an die Tasten.

Die Corsair K83 Wireless ist das Nobelmodell unter den Multimedia-Tastaturen. Sie verfügt über ein dediziertes Multimedia-Panel, eine LED-Beleuchtung sowie einen Joystick inklusive ControllerTasten, der zwar einen echten Controller nicht ersetzen kann, aber entspannte Mehrspielerrunden im Wohnzimmer möglich macht. Darüber hinaus überzeugt die K83 mit einem eleganten und dezenten Design sowie einer hervorragenden Verarbeitung. Der Haken: Die Tastatur schlägt mit einem Preis ab 120 Euro zu Buche – ob sich diese Investition lohnt, hängt letztlich von den Bedürfnissen des Käufers ab."

Gute Multimedia-Tastaturen gibt es ab knapp 25 Euro, selbst mit Bluetooth. Es gibt auch günstigere Geräte, allerdings merkt man irgendwann einfach, dass man eben bekommt, wofür man bezahlt. Sprich, die Tastaturen sind dann einfach schlecht verarbeitet oder arbeiten nicht mit TV oder Media Center zusammen.

Multimedia-Tastaturen sind Luxus-Produkte, ja. Doch wenn man einen Media-PC nutzt oder den Smart-TV zum Surfen von der Couch nutzt, dann will man die Geräte bald nicht mehr missen. Leider ist es anders als bei Notebooks oder Smartphones nicht immer garantiert, dass die TVs die Endgeräte auch ansprechen können. Die Kombination aus Bluetooth und vergleichsweise modernen TVs, idealerweise mit einem gut gepflegtem Betriebssystem lässt zumindest hoffen. Dennoch sollte man genau in die Daten der jeweiligen Tastaturen schauen.

Es schadet nicht, eine kurze Google-Suche nach dem jeweiligen Gerät und „Keyboard“ oder „Tastatur“ abzusetzen, um zu sehen, ob andere Nutzer vielleicht Probleme haben. Wen das nicht abschreckt, der bekommt ab etwa 20 Euro vernünftige Eingabegeräte, die auch am PC oder dem Notebook einwandfrei funktionieren.

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