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Ratgeber Gaming-Tastaturen: Vernünftige Keyboards ab 25 €

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Mechanisch oder Rubberdome, teuer oder billig, Beleuchtung und Sondertasten. Unser Ratgeber erklärt Zockern, wie sie die perfekte Tastatur finden.

Tastaturen für Gamer gibt es wie Sand am Meer und in so ziemlich jeder Preiskategorie. Die schiere Auswahl an unterschiedlichen Modellen, Tastenarten und Ausstattungen überfordert schnell. In diesem Ratgeber erklären wir die verschiedenen Tastaturen, gehen genauer auf wichtige Features ein und zeigen die Unterschiede bei den Tastentypen. Zudem empfehlen wir eine Reihe solider Geräte zwischen 25 und 200 Euro.

Mehr Informationen sowie Tests zu einzelnen Keyboards gibt es in unserer Themenwelt Gaming-Tastatur. Noch mehr rund ums Thema Zocken samt einem Bauvorschlag für einen VR-tauglichen PC unter 530 Euro gibt es in unserer Themenwelt Gaming.

Die Tasten sind das Herzstück jeder Tastatur, weshalb sie das entscheidende Kriterium sein sollten. Die Tasten handelsüblicher Tastaturen teilen sich grundsätzlich in zwei Arten, die mechanischen und die sogenannten Rubberdome-Tasten, wobei erstere wiederum in verschiedenen Varianten existieren.

Die Razer Yellow Switches. Gut zu sehen ist die RGB-LED, die über den Tasten sitzt.

Die meisten Hersteller bieten sowohl Rubberdome- als auch mechanische Tastaturen sowohl mit und ohne Kabelverbindung an. Der Nachteil einer drahtlosen Verbindung besteht in einem minimalen Inputlag, der sich insbesondere in schnellen Spielen wie Shootern unangenehm auswirken kann. Dieses Problem tritt bei hochwertigen Tastaturen zwar mittlerweile praktisch kaum auf, gerade ältere Geräte mit Funksendern haben aber teilweise einen Lag.

Rubberdome-Tasten finden sich vor allem in günstigen oder flacheren Tastaturen. Sie bestehen aus einer Art Gummimatte unter den eigentlichen Tasten, die den Tastendruck registriert und den Druckwiderstand liefert. Drückt der Nutzer eine Taste nach unten, presst diese das unter ihr liegende Gummi oder Silikon zusammen und stellt den Kontakt mit der Elektronik her, die das entsprechende Tastensignal an den Computer weiterleitet. Anschließend bewegt das Gummi die Taste wieder in ihre Ursprungsposition.

Die Vorteile der Rubberdome-Tastaturen ergeben sich aus der Fertigungsart:

  • Rubberdome-Tastaturen kosten wenig in der Herstellung und benötigen keine aufwendigen Auslösemechanismen, da die Gummi-Widerstände unter den Tasten einfach als eine zusammenhängende Matte unter den Tasten liegen.
  • Die Tastaturen arbeiten besonders leise, weil die Tasten dank des Gummi-Mechanismus fast geräuschlos auslösen.

Allerdings bringt die Gummi-Unterlage in Rubberdome-Tastaturen auch Nachteile mit sich:

  • Materialermüdung führt zu zunehmender Ungenauigkeit beim Auslösen der Tasten.
  • Die Lebensdauer von Rubberdome-Tastaturen liegt durchschnittlich nur bei fünf bis zehn Millionen Anschlägen.

Rubberdome-Tastaturen kosten zwar wenig, eignen sich aufgrund ihrer mangelnden Präzision aber nur bedingt für die Nutzung im Gaming-Bereich.

Mechanische Tastaturen verfügen – wie der Name schon sagt – über einen speziellen Auslösemechanismus, der unter jeder einzelnen Taste sitzt. Dabei bestehen die einzelnen Tasten aus einem Kunststoffgehäuse, in dem ein Schalter und eine Feder sitzen. Drückt ein Nutzer die Taste nach unten, stellt diese den elektronischen Kontakt her, der den Tastendruck weitergibt. Anschließend schiebt die mechanische Feder die Taste wieder zurück in ihre Ursprungsposition.

Logitechs Romer-G-Switches werden komplett heruntergedrückt, die LED sitzt mittig unter der Taste.

Diese Mechanik besitzt gegenüber der Rubberdome-Technik diverse Vorteile:

  • Tasten lösen einzeln und damit deutlich präziser aus als bei Rubberdome-Tastaturen.
  • Hersteller können den Tastenwiderstand genau steuern und verschiedene Tastenarten für verschiedene Nutzerbedürfnisse anbieten.
  • Die Lebensdauer mechanischer Tastaturen liegt bei 20 bis 100 Millionen Anschlägen.

Der heilige Gral sind mechanische Tastaturen deshalb aber trotzdem nicht, auch sie haben Nachteile:

  • Mechanische Tastaturen kosten wegen der filigranen und komplexen Mechanik deutlich mehr als Rubberdome-Tastaturen.
  • Der Federmechanismus unter den Tasten sorgt dafür, dass die Anschläge um einiges lauter sind als bei Rubberdome-Tastaturen.

Darüber hinaus funktionieren zwar alle mechanischen Tastaturen nach demselben Prinzip, allerdings gibt es verschiedene Tastentypen, die jeweils unterschiedliche Funktionen besitzen:

  • Lineare Tasten besitzen einen gleichmäßigen Widerstand und eignen sich am besten für schnelle Shooter, weil Spieler diese Tasten besonders zügig betätigen können.
  • Taktile Tasten besitzen einen zusätzlichen Widerstand in der Nähe des Auslösepunktes, der als Rückmeldung an den Nutzer wirkt. Diese Tasten eignen sich zum Tippen und für Spiele wie Echtzeitstrategie und MOBAs, weil sie das zügige Betätigen mehrerer Tasten nacheinander erlauben, ohne dass man die Tasten komplett nach unten drücken muss.
  • Clicky Tasten funktionieren genauso wie taktile Tasten, geben aber zusätzlich beim Erreichen des Auslösepunktes ein Klickgeräusch von sich.

Während bis vor einigen Jahren der Hersteller Cherry mit seinen Cherry MX Switches den Markt für mechanische Tasten dominierte, bieten mittlerweile diverse Unternehmen eigene mechanische Tasten an. Wer eine mechanische Tastatur kaufen möchte, trifft aktuell vor allem auf diese Tastenvarianten:

Mechanische Schalter in der Übersicht
Schalter Typ Lebensspanne geeignet für Lautstärke
Cherry MX Red lineare Tasten mit leichtem Widerstand Lebenspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet für schnelle Spiele (zum Tippen eher ungeeignet) geringe Lautstärke
Cherry MX Black lineare Tasten mit schwerem Widerstand Lebensspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet für schnelle Spiele (zum Tippen eher ungeeignet) geringe Lautstärke
Cherry MX Blue Clicky Tasten mit schwerem Widerstand Lebenspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet zum Tippen hohe Lautstärke
Cherry MX Brown taktile Tasten mit mittlerem Widerstand Lebensspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet zum Spielen und Tippen geringe Lautstärke
Cherry MX Speed lineare Tasten mit leichtem Widerstand Lebensspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet für sehr schnelle Spiele geringe Lautstärke
Kailh Red lineare Tasten mit leichtem Widerstand Lebenspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet für schnelle Spiele (zum Tippen eher ungeeignet) geringe Lautstärke
Kailh Black lineare Tasten mit schwerem Widerstand Lebensspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet für schnelle Spiele (zum Tippen eher ungeeignet) geringe Lautstärke
Kailh Blue Clicky Tasten mit schwerem Widerstand Lebenspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet zum Tippen hohe Lautstärke
Kailh Brown taktile Tasten mit mittlerem Widerstand Lebensspanne von 50 Millionen Anschlägen geeignet zum Spielen und Tippen geringe Lautstärke
Razer Green Clicky Tasten mit schwerem Widerstand Lebensspanne von 80 Millionen Anschlägen geeignet zum Spielen und Tippen hohe Lautstärke
Razer Orange taktile Tasten mit mittlerem Widerstand Lebensspanne von 80 Millionen Anschlägen geeignet zum Spielen und Tippen geringe Lautstärke
Razer Yellow Lineare Tasten mit leichtem Widerstand Lebensspanne von 80 Millionen Anschlägen geeignet für schnelle Spiele geringe Lautstärke
Razer Opto-Mechanical Clicky Tasten mit mittlerem Widerstand Lebensspanne von 100 Millionen Anschlägen geeignet zum Spielen und Tippen geringe Lautstärke
Razer Mecha-Membrane taktile Tasten mit mittlerem Widerstand Lebensspanne unbekannt geeignet zum Spielen und Tippen geringe bis mittlere Lautstärke
Logitech Romer-G Tactile leicht-taktile Tasten mit leichtem Widerstand Lebensspanne von 70 Millionen Anschlägen geeignet für schnelle Spiele geringe Lautstärke
Logitech Romer-G Linear lineare Tasten mit leichtem Widerstand Lebensspanne von 70 Millionen Anschlägen geeignet zum Spielen geringe Lautstärke
Logitech GX Blue Clicky Tasten mit hohem Widerstand Lebensspanne von 70 Millionen Anschlägen geeignet zum Tippen hohe Lautstärke
Steelseries QS1 lineare Tasten mit leichte Widerstand Lebensspanne unbekannt geeignet für schnelle Spiele geringe Lautstärke
Roccat Titan taktile Tasten mit hohem Widerstand Lebensspanne unbekannt geeignet zum Spielen und Tippen geringe Lautstärke

Wer sich bei der Wahl der Tasten einer Tastatur nicht entscheiden kann, sollte nach Möglichkeit die Tastatur und das Druckgefühl vor dem Kauf ausprobieren. Neben der Eignung der einzelnen Tastentypen für bestimmte Anwendungsgebiete spielt die persönliche Vorliebe beim Herunterdrücken der Tasten und beim Bedienkomfort eine wesentliche Rolle.

Die Tastentypen alleine machen noch keine Gaming-Tastatur aus. Sie besteht nicht nur aus Tasten, sondern verfügt je nach Modell über diverse Extras und Zusatzausstattung. Wer eine Kaufentscheidung trifft, sollte sich also bereits im Vorfeld entsprechende Gedanken darüber machen, was die Tastatur außer der Weitergabe von Tastenbefehlen sonst noch können soll.

Die Unterschiede beginnen bereits beim Aufbau der Tastatur: Einige Tastaturen, die sogenannten Full-Size-Keyboards, verfügen über das normale Tastenfeld sowie einen Ziffernblock. Wer ein möglichst platzsparendes Eingabegerät sucht, das sich leicht verstauen lässt, sollte nach einer Kompakttastatur ohne Nummernblock Ausschau halten, etwa der Razer Blackwidow Tournament Edition Chroma V2 (Testbericht).

Gaming-Tastaturen sollten mehrere Multimedia-Tasten besitzen. Oft gibt es zudem eine dedizierte Taste für die Gaming-Modus, die etwa die Windows-Taste deaktiviert.

Darüber hinaus gibt es Tastaturen, die mit separaten Makrotasten ausgestattet sind. Diese Makrotasten befinden sich meistens am linken oder oberen Rand der Tastatur und lassen sich mithilfe der zugehörigen Treibersoftware programmieren. Damit lassen sich etwa häufig genutzte Combos praktisch hinterlegen. Viele Hersteller verzichten aber auf ein separates Makrotasten-Panel und erlauben dafür die Programmierung einzelner Makrotasten per Doppelbelegung über die Treibersoftware. Logitech oder Corsair gehören zu den Herstellern, die eine Auswahl an Tastaturen mit dedizierten Makrotasten anbieten.

Eine Besonderheit mechanischer Tastaturen gegenüber Rubberdome-Tastaturen zeigt sich auch bei der Ausstattung: Mechanische Tastaturen besitzen meistens eine RGB-Beleuchtung für jede einzelne Taste. Der Vorteil dabei: Spieler können bestimmte häufig genutzte Tasten farblich besonders hervorheben. Die RGB-Beleuchtung sollte aber keinen wesentlichen Einfluss auf die Kaufentscheidung nehmen, weil sie in den meisten Fällen ein rein optisches Gimmick darstellt. Eine Ausnahme ist Razer, die für bestimmte Spiele Plugins für ein optisches Feedback der Tastatur liefern. So leuchtet etwa in Diablo 3 die Tastatur kurz Orange auf, wenn ein legendärer Gegenstand droppt.

Ein Beispiel für Switches von Cherry.

Anders verhält es sich mit den diversen Slots und Zusatzfunktionen, über die viele Gaming-Tastaturen verfügen. Eine Audiosteuerung mit Lautstärkeregler sowie Mute- und Pause/Play-Taste gehört bei vielen Tastaturen zur Standard-Ausstattung. Manche Hersteller versehen ihre Hardware mit einer schicken Lautstärkewalze und beleuchteten Extratasten – aber hierbei handelt es sich in den meisten Fällen um Extras, die man haben kann, aber nicht muss. Zusätzliche Anschlüsse wie USB-Slots oder Durchführungen für Audiokabel erweisen sich demgegenüber als weitaus nützlicher, weil man auf diese Weise schnell einen Controller oder ein Headset über die Tastatur mit dem PC verbinden kann, ohne ständig unter dem Schreibtisch herumkriechen und den entsprechenden Anschluss am PC-Gehäuse suchen zu müssen. Viele Tastaturen verfügen schließlich über eine spezielle Gaming-Taste, die sich gesondert programmieren lässt und die dann auf Knopfdruck bestimmte Tasten oder Bereiche der Tastatur deaktiviert – beim Zocken durchaus praktisch.

Tastaturen mit mechanischen Tasten oder mit Rubberdome-Tasten, mit oder ohne Extras gibt es am Markt mittlerweile jede Menge. Wer keine Lust hat, sich durch endlose Listen unterschiedlicher Hardware zu wühlen, kann sich an unseren Empfehlungen orientieren. Wir haben für verschiedene Preiskategorien die solide Empfehlungen herausgesucht.

Tastaturen für Gamer unter 30 Euro: Hier tummeln sich enorm viele Anbieter, bereits für drei bis fünf Euro bekommt man eine Tastatur. Unsere Empfehlung hier ist die Sharkoon Skiller Pro+. Sie kostet knapp 25 Euro, ist eine Rubberdome-Tastatur mit Beleuchtung und Handballenauflage. Für uns ist sie eine sehr günstige Einsteigertastatur mit gutem Tippgefühl. Auch andere Marken wie etwa Logitech, Microsoft oder Trust sind solide Tipps.

Tastaturen für Gamer unter 100 Euro: In diesem Preissegment kommen dann schon die ersten mechanischen Tastaturen mit ins Rennen. Da wäre etwa die Sharkoon Skiller Mech SGK3. Für knapp 60 Euro bekommt man eine mechanische Tastatur mit Kailh-Switches (Red, Blue, Brown). Sie ist eine günstige, stabile Gaming-Tastatur mit mechanischen Tasten, die aber ohne besondere Extras auskommt. Die Logitech G413 für etwa 65 Euro ist eine mechanische Tastatur, die auf Minimalismus setzt. Getippt wird auf verhältnismäßig leisen Romer-G-Switches. Eine gute Alternative ist die Logitech G613 Lightspeed für 90 Euro. Sie ist kabellos und setzt auf mechanische Romer-G-Schalter. Insgesamt eine gut verarbeitete Gaming-Tastatur ohne Hintergrundbeleuchtung und sehr guter Drahtlosverbindung.

Wer lieber Rubberdome möchte, der sollte sich die Roccat Horde Aimo für um die 78 Euro ansehen. Sie bietet eine Hintergrundbeleuchtung und eine Handballenauflage. Uns hat die Ausstattung sehr gut gefallen, gerade bei Multimedia-Funktionen kann die Tastatur punkten.

Tastaturen über 100 Euro: Los geht es mit der Logitech G910 Orion Spectrum (Testbericht). Die gut ausgestattete Tastatur hat diverse Extras und setzt auf mechanische Tasten mit Romer-G-Schaltern. Leider fehlt ein USB-Hub. Die Roccat Vulcan 120 für knapp 140 Euro ist eine mechanische Tastatur mit Roccat Titan Switches und Multimedia-Tasten, RGB-Beleuchtung und Handballenauflage. Sie gefällt durch schickes Design und ist eine übersichtliche und elegante Tastatur ohne viele Extras.

Die Corsair K95 RGB Platinum (Testbericht) ab 160 Euro bietet mechanische Tasten mit Zusatz- und Makrotasten sowie RGB-Beleuchtung. Uns gefällt die sehr gute Ausstattung und Verarbeitung inklusive Multimediafunktionen und USB-Passthrough für USB 2.0. Dafür ist sie aber recht groß und teuer.

Die Razer Blackwidow Chroma V2 kostet mit 190 Euro noch mehr. Dafür bekommt man eine mechanische Tastatur mit Razer Switches, RGB-Beleuchtung und Handballenauflage mit Kunstlederüberzug. Sie ist ein bewährter verbesserter Klassiker unter den Gaming-Tastaturen.

Wie immer beim PC-Gaming kann man auch bei Tastaturen problemlos aufrüsten. Wer nicht viel Geld ausgeben möchte, der kann günstig einsteigen und beizeiten aufrüsten. Dazu muss es nicht mechanisch sein – es gibt einfach Leute, die mit diesen Keyboards nicht arbeiten oder spielen wollen. Kein Problem, es gibt auch hochwertige Rubberdome-Tastaturen, die noch dazu deutlich günstiger sind.

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