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Ratgeber: Funk-Rückfahrkamera im Auto nachrüsten

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Funk-Rückfahrkameras im Auto sorgen für zusätzliche Sicherheit und können mit überschaubarem Aufwand günstig nachgerüstet werden. Darauf sollte man beim Kauf achten.

Eine Rückfahrkamera, die sich automatisch beim Einlegen des Rückwärtsgangs aktiviert, gehört bei vielen Automodellen zur Sonderausstattung. Meist verlangen die Hersteller, zusammen mit dem Entertainment-Paket, gerne bis zu 2000 Euro Aufpreis. Beim Nachrüsten der Originalteile kann es sogar noch teurer werden. Dabei sind solche Systeme durchaus sinnvoll. Sie erschließen im Rück- und Seitenspiegel nicht sichtbare tote Winkel. Nicht nur bei klassischen PKWs, sondern auch in Wohnwagen, LKWs, Anhängern und anderen größeren Fahrzeugen. Diese Kaufberatung zeigt kostengünstige Nachrüstlösungen, die kabellos ihr Videosignal funken.

Funk ist elegant für die Nachrüstung. Das erspart das aufwendige Kabelverlegen vom Kofferraum durch den gesamten Passagierraum bis hin zur Anzeige in Fahrernähe. Außerdem eignen sich Rückfahrkameras mit Funkverbindung etwa für Anhänger.

Wichtig ist es hierbei, auf eine ausreichende Funkreichweite zu achten. Besonders in großen Fahrzeugen oder wenn Passagiere die direkte Funkverbindung stören, kann es zu Fehlern in der Signalübertragung kommen. Ein Signalausfall ist nicht immer sofort erkennbar und kann so beim Rückwärtsfahren gefährlich werden. Deswegen sollten Käufer die Funkverbindung vor dem finalen Einbau prüfen. Unabhängig davon raten wir auch mit funktionierender Rückfahrkamera stets zu einem Schulterblick.

Zudem sollte man wissen: Die günstigen Modelle funken meist unverschlüsselt zwischen Transmitter und Receiver im Frequenzbereich von 2468 MHz. Das ist eigentlich kein Problem, doch teilen sich diese Frequenz vergleichsweise viele Geräte. So kann es vorkommen, dass man beispielsweise aus Versehen fest installierte Kameras im Rückfahrmonitor sieht.

Receiver und Transmitter funken unverschlüsselt auf 2,4 GHz.

Eines der wichtigsten Merkmale einer guten Rückfahrkamera ist deren Aufnahmewinkel. Grundsätzlich gilt hier: Je größer, desto mehr zeigt sie von der Umgebung an und ist entsprechend besser geeignet. Die Aufnahmewinkel reichen meist von 90 bis 170 Grad.

Käufer sollten auf die Wetterfestigkeit achten, damit die Kamera nicht bei Starkregen oder im Winter den Geist aufgibt. Ein guter Hinweis auf eine Wasser- und Staubfestigkeit liefert die IP-Zertifizierung IPXY. Dabei steht das X für die staubabweisenden und das Y für die wasserabweisenden Eigenschaften. Bei einer Rückfahrkamera ist in den meisten Fällen eine Kennziffer von 6 für die Wasserfestigkeit ausreichend. Sie bietet Schutz gegen starkes Strahlwasser.

Ein weiteres sehr wichtiges Kaufkriterium sollte der Montageort der Kamera darstellen. So gibt es Modelle, die im Innenraum etwa oberhalb der Rückscheibe halten. Das hat der Vorteil einer einfacheren Montage, außerdem ist sie nicht Wind und Wetter ausgesetzt, sie bleibt dadurch sauber und trocken. Sie kann jedoch das Sichtfeld einschränken, die Scheibe reflektieren und möglicherweise tote Winkel bilden, in denen die Kamera nichts sieht.

Die Kamera von Lescars ist in ihrer Höhe variabel.

Verbreiteter sind Kameras an der Karosserie des Fahrzeugs oberhalb des Nummernschilds. Einige Modelle, wie die uns vorliegende Lescars kabellose Rückfahrkamera im Nummernschild ohne Display (Amazon 70 Euro), ersetzen das alte Nummernschild. Hier verdeckt die Kamera keine relevanten Bereiche. Hilfreich ist es zudem, das Käufer der Lescar-Lösung den vertikalen Aufnahmewinkel der Kamera justieren können. Die Kamera hat für eine verbesserte Nachtsicht zudem Infrarotsensoren an Bord. Praktisch wären noch Näherungssensoren, die akustisch ein sich näherndes Objekt signalisieren. Alternativ zur Lescar-Kamera bieten sich die Produkte Jorshake mit Nummernschild, ohne Display (Amazon 40 Euro) und Qiilu mit Nummernschild und mit Display (Amazon 45 Euro) an.

Für eine derartige Kameramontage von Modellen mit externer Stromversorgung empfehlen wir jedoch fortgeschrittene handwerkliche Kenntnisse und entsprechendes Werkzeug. Alternativ hilft eine Fahrt zur Werkstatt. Zwar ist es in einigen Fällen möglich, für die Kabelverlegung bereits vorhandene Öffnungen der Karosserie etwa die der Nummernschildbeleuchtung zu nutzen. In vielen Fällen ist es jedoch nötig, ein zusätzliches Loch mit etwa 15 mm Durchmesser zu bohren. Befindet sich das Loch in der Karosserie, sollte es unbedingt mit Rostschutzmitteln behandelt werden. Nach der Montage empfiehlt es sich, das Loch mit Dichtmasse zu verschließen, damit kein Wasser eindringen kann.

Die Stromanbindung erfolgt über den Stromkreislauf der Rückfahrleuchte. Hier sollte Käufer darauf achten, dass das Kabel mindestens 1 m lang ist. Sobald der Fahrer nun den Rückwärtsgang einlegt, erhält die Kamera Strom und verbindet sich mit dem Display.

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Alternativ gibt es auch Außenkameras mit Batterie- oder Akkubetrieb. Besonders spannend finden wir die Boscam kabellose Rückfahrkamera mit Akku, Monitor und zusätzlichem Solarpanel (Amazon 126 Euro). Dieses ersetzen zwar das manuelle Aufladen der Akkus nicht, verlängern aber den Zeitraum. Die kabellosen Kameras klemmen Käufer direkt an das Nummernschild, größeres handwerkliches Geschick ist dafür kaum nötig. Andere Lösungen nutzen zum Beispiel bereits vorhandene Bohrungen. Anschließend funkt die Boscom ihre Videodaten an das beiliegende Display.

Rückfahrkameras ohne Akku beziehen ihren Strom meist vom Stromkreislauf des Rückfahrlichts.

Andere Modelle wie die Uzone WiFi-Rückfahrkamera (Amazon 95 Euro) setzen auf WLAN und senden via WiFi-Direct an ein Smartphone. Von einer Smartphone-Lösung raten wir im Alltag ab. Denn hier muss stets zunächst die App geöffnet und eine WLAN-Verbindung initialisiert werden. Das dauert recht lang und kann in verkehrskritischen Situationen aufhalten oder ablenken. Abgesehen davon ist das Bedienen eines Smartphones während des Fahrens ohnehin verboten und kann zu einem Bußgeld führen. In speziellen Situationen, etwa um einen Wohnwagen auf dem Camping-Platz rangieren, kann die Smartphone-Lösung aber praktisch sein.

Praktikabler sind da schon kabellose Rückfahrkameras mit eigenem Display wie die oben genannte Boscam (Amazon 126 Euro), welches üblicherweise am Armaturenbrett halt findet und Strom vom Zigarettenanzünder bezieht. Der Fahrer aktiviert die Kamera über eine selbstklebende Fernbedienung.

Einige Rückfahrkameras kommen mit eigenen auf dem Armaturenbrett stehenden Displays. Hier sollte man zum einen auf eine ausreichende Größe von mindestens 4 Zoll und entsprechender Auflösung achten. Auch die Art der Befestigung ist wichtig.

Es gibt zudem Lösungen für ein im Rückfahrspiegel eingebautes Display. Von diesen raten wir jedoch ab. Im Testbericht der Spiegel-Dashcam DVR-M6 von Auto-Vox hat sich gezeigt, dass das Bild zwar okay ist, aber der Spiegel nicht. Er reflektiert im Alltag weniger gut, als man es von konventionellen Rückspiegeln gewohnt ist und kann nicht abblenden, was in der Nacht für den Fahrer sehr unangenehm sein kann.

Am elegantesten ist es, wenn die Rückfahrkamera den Bildschirm des DIN-2-Autoradios nutzt. Dafür benötigt es einen Videoeingang, also eine gelbe Cinch-Buchse. Viele vom Hersteller eingebaute Autoradios haben diesen. Vor dem Kauf einer entsprechenden Rückfahrkamera sollte man das jedoch in den Unterlagen verifizieren. Auch die meisten Nachrüstautoradios haben einen Video-In. Wir empfehlen dazu unseren Vergleichstest Moniceiver mit Android Auto und Apple Car Play.

Die Auswahl an nachrüstbaren Rückfahrkameras mit kabelloser Videoübertragung ist riesig – und nicht mal teuer. Doch die Lösungsansätze sind vielfältig. Gut sind außen am Nummernschild angebrachte Kameras wie Lescars (Amazon 70 Euro) und Jorshake (Amazon 40 Euro), die über die Rückfahrleuchte am Strom hängen und ihr Videosignal kabellos an einen Receiver übermitteln, der wiederum am Videoeingang des Autoradios hängt. Die Installation, vor allem die Stromversorgung der Kamera, ist aber nicht trivial. Wir empfehlen dies von einem Profi durchführen zu lassen.

Deutlich einfacher lassen sich komplett kabellose Rückfahrkameras wie die Boscam (Amazon 126 Euro) installieren. Sie beziehen ihren Strom über Akkus. Diese müssen in regelmäßigen Abständen wieder aufgeladen werden, Modelle mit Solarpanels verlängern den Zyklus. Gefunkt wird dann wahlweise ans Smartphone, was aber unpraktisch ist. Oder aber an ein zusätzliches Display für die Montage am Armaturenbrett.

Wer ältere Autos mit einem Head-up-Display nachrüsten will, dem empfehlen wir unseren Ratgeber OBD-2-Head-up-Displays fürs Auto im Vergleich. Für die sichere Fixierung von Smartphones hilft unser Vergleichstest: KFZ-Handy-Halterungen fürs Lüftungsgitter.

Wer mehr smarte Helfer fürs Auto sucht, dem empfehlen wir unseren Ratgeber elektronische Parkscheiben, unsere Themenwelt zu Dashcams oder den Artikel Digitalradio im Auto nachrüsten: DAB+-Adapter ab 25 Euro.

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