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Ratgeber: Diese Sägen gehören in jede Hobby-Werkstatt

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Eine Säge ist in jeder Werkstatt unerlässlich, doch die Auswahl an verschiedenen Varianten ist riesig. TechStage zeigt, wofür Stich-, Säbel-, Kapp- oder Handkreissägen am besten geeignet sind.

In der Vergangenheit haben wir schon Themen wie Werkzeuge für die Nerd-Werkstatt (Ratgeber), mobile Lötkolben (Vergleichstest) oder günstige Airbrush-Systeme (Ratgeber) behandelt. Weitere DIY-Projekte und Gadgets gegen Langeweile (Ratgeber) haben wir ebenfalls bereits vorgestellt. So spannend diese teils kuriosen Themen auch sind, viele Dinge sind nur mit einer gut ausgestatteten Hobby-Werkstatt umsetzbar.

Dort gibt es Werkzeuge wie den Akku-Bohrschlagschrauber, der gleich mehrere Arbeiten übernehmen kann. Das Bohren, das Schlagbohren und das Schrauben. Bei elektrischen Sägen sieht das ein wenig anders aus. Sie sind meist recht speziell und für bestimmte Arbeiten gedacht. Je nach Form des Sägeblattes können sie beispielsweise keine Kurven sägen oder liefern bei geraden Schnitten nur mäßige Ergebnisse. Daher sollte gut überlegt sein, welche Säge man sich kauft und welche eher selten zum Einsatz kommen wird.

Eine Multi-Talent-Säge gibt es nicht. Die Stichsäge kann aber schon recht viel und ist bereits für kleines Geld zu haben. Gedacht ist sie hauptsächlich zum Sägen von Rundungen und Konturen. Mit einem stabilen Sägeblatt und einer geraden Führung kann sie aber durchaus auch lange gerade Schnitte oder Gehrungsschnitte ermöglichen. Verwendet man spezielle Sägeblätter, kann sie sogar ohne eine Bohrung in Material eintauchen.

Kabellose Sägen sind deutlich bequemer in der Handhabung.

Wie gut eine Stichsäge Konturen, Gehrungen oder lange Geraden sägt, hängt hauptsächlich von der Sägeblattführung ab. Es ist daher empfehlenswert, bei einer Stichsäge auf Qualität zu setzen. Bereits mit einer mittelpreisigen, grünen Stichsäge von Bosch erzielt man sehr gute Ergebnisse und strapaziert die Haushaltskasse nicht zu sehr.

Mit der Stichsäge lassen sich kleine, schnelle Schnitte oder aufwendige Konturen sägen. Dazu muss sie schnell einsatzbereit und vor allem flexibel sein. Bei keiner anderen Säge lohnt sich daher die Akku-Variante mehr, als bei der Stichsäge. Ob mit oder ohne Akku, die Stichsäge sollte zur Grundausstattung gehören.

Wer lange gerade Schnitte sägen muss, kommt an einer Handkreissäge nicht vorbei. Durch ihr großes rundes Sägeblatt und je nach Ausführung einem Spaltkeil dahinter führt sie sich einmal angesetzt fast von allein. Dazu kommt, dass ihr Sägeblatt stabiler als bei einer Stichsäge ist. Dadurch drückt es sich nicht weg und die Schnittfläche bleibt stets gerade. Auch dann, wenn Gehrungsschnitte in einem eingestellten Winkel ausgeführt werden.

Die Handkreissäge ermöglicht gerade Schnitte.

Um mit einer Handkreissäge einfacher und vor allem exakter Arbeiten zu können, ist eine passende Führungsschiene unumgänglich. Scheppach hat mit der PL55 beispielsweise eine günstige Handkreissäge mit Schiene und Tauchfunktion im Programm. Aber auch mit den Geräten von Bosch macht man keinen Fehler. Ob grün oder blau entscheidet das Budget.

Bei einfachen Handkreissägen wird die Schnitttiefe manuell und vor dem Schnitt eingestellt. Der Schnitt muss daher immer am Materialanfang beginnen. Nicht so bei sogenannten Tauchsägen. Hier lässt sich die Schnitttiefe zwar ebenso begrenzen, das Sägeblatt kann aber gleichzeitig von oben in das Material eintauchen, während die Grundplatte der Säge vollflächig auf dem Material aufliegt. Ein Vorteil, der das Arbeiten mit der Führungsschiene vereinfacht.

Ist die Schnitttiefe nicht entscheidend und sollen dennoch gerade Längsschnitte ausgeführt werden, kann eine Mini-Kreissäge oder Tauchsäge die sinnvolle Alternative sein. Ihre Schnitttiefe liegt bei maximal 3 Zentimeter, was beispielsweise locker für Regalbretter ausreicht.

Ein großer Vorteil ist natürlich ihre geringere Größe und kleinere Auflagefläche, wodurch sie sich leichter aufsetzen lässt als eine schwere Handkreissäge. Dafür eignen sich die wenigsten Mini-Handkreissägen für Gehrungsschnitte. Das würde ihre geringere Schnitttiefe noch weiter reduzieren.

Die Mini Handkreissäge DSM20 ist ein kleines Kraftpaket.

Eine der kräftigsten Mini-Handkreissägen ist erfahrungsgemäß die Dremel DSM20. Mit ihren verschiedenen Sägeblättern macht sie vor kaum einem Material halt und beherrscht sogar Bündigschnitte. Wird lieber eine Akku-Variante gewünscht, macht man auch mit der Bosch GKS 12V oder der Makita HS301DZ nichts verkehrt. Hier muss man aber deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Mini-Handkreissägen arbeiten mit einer sehr hohen Drehzahl, wodurch sie teilweise auch zum Schneiden von Glas oder Fliesen geeignet sind. Hierzu sollte man sich vorher über mögliche Sägeblätter informieren.

Leisten und Balken zuschneiden? Winkel- und Gehrungsschnitte? Ein Griff und schnell ist eine Holzlatte oder ein Brett abgelängt und das exakt rechtwinklig oder im eingestellten Winkel. Das kann nur die Kapp- und Gehrungssäge. Wer den Platz und das nötige Kleingeld hat, sollte sich auf jeden Fall ein solches Modell in die Werkstatt stellen. Keine Säge ist schneller arbeitsbereit und arbeitet dennoch sehr genau.

Durch die feste Anlage, gegen die das Sägeblatt das zu schneidende Material drückt, reicht sogar ein einfaches Einlegen der Leiste und dennoch bietet die Kapp- und Gehrungssäge eine hohe Sicherheit. Mit einem eingerichteten Anschlag können sogar Serienschnitte mit hoher Wiederholgenauigkeit ausgeführt werden.

Selbst Kapp- und Gehrungssägen gibt es mittlerweile mit Akku.

Wer exakt mit einer Kapp- und Gehrungssäge arbeiten möchte, der muss auch auf eine gute Qualität achten. Das betrifft vor allem den Tisch der Säge - dieser muss mit den seitlichen Auflageflächen fluchten und absolut plan sein. Von günstigen Modellen, wie Mannesmann oder anderen Discountersägen sollte man lieber die Finger lassen.

Die maximale Schnittlänge ist bei einer Kapp- und Gehrungssäge durch das Sägeblatt begrenzt. Mit einer Zugfunktion lässt sich das Sägeblatt jedoch verschieben und die Schnittlänge so deutlich vergrößern. Einige Modelle, beispielsweise die Metabo KS18 LTX 216, funktionieren sogar kabellos. Für ausreichend Power sorgen ein bis zwei 18-V-Akkus.

Während es bei vielen Sägen um die Genauigkeit geht, ist die Säbelsäge eine Säge, die einfach nur sägen soll. Das können Äste am Baum ebenso sein, wie Rohre, die bündig an der Wand abgesägt werden sollen. Und genau darin liegen die Vorzüge der Säbelsäge. Sie ist schmal gebaut und kommt in Ecken, in die keine andere Säge gelangt. Bei Bedarf kann das schmale lange Sägeblatt sogar gebogen und “um die Ecke” gesägt werden.

Da es bei Säbelsägen mehr auf Kraft als auf genaues Arbeiten ankommt, darf bei einer Säbelsäge gern auch zu günstigeren Baumarktmodellen gegriffen werden. Man sollte dabei jedoch auf die Sägeblatt-Aufnahme und dem möglichen Nachkauf der Sägeblätter achten.

Säbelsägen arbeiten wie die meisten Sägen auf Zug. Das heißt, das zu sägende Material wird gegen den beweglichen Fuß der Säge gezogen. Dieser sollte daher gut am Material anliegen. Besitzt sie zusätzlich eine Pendel-Funktion, arbeitet sie rein durch das Eigengewicht und muss nicht in Schnittrichtung gedrückt werden.

Nun die entscheidende Frage: Welche Säge brauche ich in der Werkstatt? Wie eingangs bereits erwähnt, sind Sägen sehr speziell und daher kann auch der eigene Bedarf sehr unterschiedlich ausfallen. Der Grundbedarf wird bereits mit einer Stichsäge für Konturenschnitte und einer Handkreissäge für lange gerade Schnitte abgedeckt. Wer vorwiegend dünnere Materialien bearbeitet, kann statt zur Handkreissäge auch zu einer Mini-Handkreissäge greifen.

Mit weiteren Arbeiten werden allerdings weitere unterschiedliche Sägen benötigt. Für den Baumschnitt eignet sich die Säbel- oder die Nanoblade-Säge und wer gern Möbel baut, sollte weder auf die Kapp- und Gehrungssäge noch auf eine Tischkreissäge verzichten.

Aus eigener Erfahrung und vielen Empfehlungen im Internet kann bei fast allen Sägen zum Hersteller Bosch geraten werden. Für den kleineren Geldbeutel gibt es die grünen Geräte, die bereits einen sehr hohen Qualitätsstandard genießen. Soll es etwas mehr sein, kann zu Bosch Blau, Makita oder Metabo gegriffen werden.

Weitere Artikel zu diesem Thema haben wir in unserer Themenwelt Werkzeug veröffentlicht. Dort haben wir Artikel zu Werkzeug für die Nerd-Werkstatt (Ratgeber), mobile Lötkolben (Vergleichstest) oder günstigen Airbrush-Systemen (Ratgeber). Zudem sehen wir uns im Artikel Akku-Werkzeuge im Vergleich: Leistung, Kompatibilität & Co. die verschiedenen Akku-Systeme am Markt an und klären, welche Hersteller kompatibel sind.

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