Ratgeber: Der richtige Datenspeicher für unterwegs | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Ratgeber: Der richtige Datenspeicher für unterwegs

von  //  Twitter

SSDs, HDDs oder große USB-Sticks: Wer Datenträger mitnehmen will, der hat eine riesige Auswahl an portablen Speichermöglichkeiten. Wir erklären, auf was man achten sollte.

Externe Festplatten und Datenspeicher haben auch in Zeiten der Cloud ihre Berechtigung. Sie sind schneller, offline verfügbar und kosten keine monatlichen Gebühren. Dank USB-C lassen sich die externen Speicher sowohl am PC wie am Smartphone nutzen. Wer allerdings eine externe Festplatte im Rucksack oder der Tasche dabei hat, der sollte ein paar Dinge beachten, um die Daten sicher zu transportieren.

Wie bei internen Festplatten gibt es auch bei mobilen Geräten die grundsätzliche Wahl zwischen Flash-basiertem Speicher oder klassischen mechanischen Platten. Letztere sind deutlich billiger, haben aber einen gravierenden Nachteil: Erschütterungen können zu mechanischen Fehlern und damit unlesbaren Daten führen. Die Hersteller steuern gegen und integrieren unterschiedliche Sicherheitsmechanismen. So werden die Schreibköpfe etwa stabil geparkt, wenn sie nicht im Betrieb sind. Das hilft, wenn die Festplatten transportiert werden. Fallen sie aber beispielsweise vom Tisch, während sie angesteckt sind, kann es dennoch zu Fehlern kommen. Portable HDDs benötigen also etwas an Sorgfalt.

Die Daten sollten nie nur auf der externen Platte liegen, Kopien und Backups sollten auf anderen Datenträgern existieren (Ratgeber: Backup für Windows). Der große Vorteil von HDDs schlägt auch bei portablen Festplatten voll durch: Sie sind günstig. Eine besseres Verhältnis von Preis-zu-GByte-Speicherplatz liefert derzeit keine andere Technik.

Wer seine externen Festplatten jeden Tag im Rucksack dabei hat, der sollte eine besonders geschützte Variante (links) wählen oder gleich zu Flash-basierten Speichern (rechts) greifen.

Flash-Speicher wie USB-Sticks, externe SSDs oder NVMes umgehen diese Problematik, es gibt schlicht keine mechanischen Teile zur Datenspeicherung. Aufpassen sollte man trotzdem. Denn ist etwa der USB-Anschluss defekt, kommt man im Zweifel auch hier nicht mehr an die Daten. Wer eine Festplatte sucht, die er täglich im Rucksack oder der Umhängetasche mit sich tragen kann, dem empfehlen wir klar einen Flash-basierten Speicher wie eine SSD oder einen großen USB-Stick. Wie schnell die Flash-Speicher sein können, zeigen wir in unserer Themenwelt Externe SSDs.

Bei portablen externen HDDs hat sich das 2,5-Zoll-Format durchgesetzt. 3,5 Zoll sind nicht nur unhandlich, die großen Festplatten benötigen meist auch mehr Strom, als der normale USB-Port zur Verfügung stellt. Bei 2,5-Zoll dagegen reicht ein Kabel für die Übertragung der Daten und zur Stromversorgung. Die noch kleineren Festplatten mit 1,8 oder gar 1 Zoll gibt es zwar, sie spielen aber eine sehr untergeordnete Rolle.

Bei Flash-basierten Speichern gibt es keine feste Form. Viele Hersteller orientieren sich an klassischen Festplatten, das liegt aber eher am Wiedererkennungswert denn an technischen Vorgaben. Alternativ gibt es große Speicher in Form von USB-Sticks oder einfach als flache Anhänger. Für die Leistung ist das egal.

Gibt es also konkrete Anhaltspunkte, wann eine Festplatte ordentlich geschützt ist? Ja, aber das ist etwas kompliziert. Viele Hersteller verpassen ihren Geräten den Beinamen „Rugged”. Dahinter steht aber keine spezifische Prozedur, es heißt einfach, dass ein oder mehrere Features verbaut wurde, um die Platte robuster zu machen. Einen Schritt weiter geht „nach militärischen Standards” oder „MIL-STD-810G/F zertifiziert”. Damit werden eine Reihe von Tests beschrieben, die die Platte überleben muss. Bei MIL-STD-810G gibt es etwa Vorgaben zum Staubschutz, wie viel Gerüttel ausgehalten werden muss und noch mehr. Aber: Hersteller können einen oder alle Punkte erfüllen oder sich nur daran orientieren. Ob und wie viele Vorgaben umgesetzt werden, liegt beim Anbieter. Das ist der Grund, warum es solche 1TByte-große Festplatten für 49 Euro oder für knapp 1000 Euro gibt.

Am verlässlichsten sind noch die IP-Zertifizierungen. Diese geben allerdings nur den Schutz gegen Wasser und Staub an, nicht, wie gut das Gerät gegen plötzliche Bewegungen wie einen Sturz geschützt ist. Dennoch, für eine mobile Platte ist ein grundlegender Schutz gegen Wasser und Staub nicht verkehrt. Die Tabelle zeigt, was welche IP-Bezeichnung bedeutet.

IP-Schutzklassen
1. Ziffer Schutz gegen Berührung / Fremdkörper 2. Ziffer Schutz gegen Wasser
0 ungeschützt 0 ungeschützt
1 Schutz gegen Fremdkörper > 50 mm / Schutz gegen Berührung mit dem Handrücken 1 Schutz gegen Tropfwasser
2 Schutz gegen Fremdkörper > 12 mm / Schutz gegen Berührung mit dem Finger 2 Schutz gegen Tropfwasser < 15 °C
3 Schutz gegen Fremdkörper > 2,5 mm / Schutz gegen Berührung mit Werkzeugen 3 Schutz gegen Sprühwasser
4 Schutz gegen Fremdkörper > 1 mm / Schutz gegen Berührung mit Draht 4 Schutz gegen Spritzwasser
5 Schutz gegen Staub / Schutz gegen Berührungen 5 Schutz gegen Strahlwasser
6 staubdicht, Schutz gegen Berührung 6 Schutz gegen schweres Strahlwasser
7 Schutz gegen zeitweises Untertauchen
8 Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen
Quelle: Heise.de

Hier ist die Auswahl leicht, realistisch gesehen gibt es nur NFTS und exFAT. NFTS sollte inzwischen jeder Windows-Nutzer kennen, es ist das Standardformat für Microsofts Betriebssystem. Es ist solide, kommt mit großen Dateien zurecht und lässt sich von jedem Windows-System nutzen. Allerdings gibt es auch hier Grenzen.

Wer seinen Datenträger an verschiedenen Betriebssystemen nutzen will, etwa an einem Android-Phone, einem Mac oder einer Playstation, der sollte gleich zu exFAT greifen. Das ebenfalls von Microsoft stammende Dateisystem hat sich zu einer universellen Alternative entwickelt. Mac OS unterstützt es ebenso wie diverse Linux-Distributionen. Vereinzelt kann es aber zu Problemen mit Geräten kommen, vor allem Smart-TVs zicken hier gerne. Dann hilft eventuell der Griff zu FAT32 als Dateisystem. Dann allerdings hat man andere Nachteile, etwa eine Größenbeschränkung der Dateien auf maximal 4 GByte.

Wer jetzt einen neuen Speicher kauft, der sollte ein Gerät mit USB-C-Anschluss nehmen. Der Anschluss liefert eine hohe Geschwindigkeit und ist mit PCs, Notebooks, Macbooks, Smartphones und Tablet kompatibel. Die meisten Hersteller legen zudem einen Adapter von USB-C auf USB-A bei, so dass man die Festplatte an nahezu jedem Gerät nutzen kann.

Von links nach rechts: USB-A, USB-C und USB-C mit Thunderbolt

Aber Vorsicht: Der Adapter muss richtig aufgesteckt sein. Falsch herum bricht der Durchsatz um nahezu zwei Drittel ein - auch wenn USB-C eigentlich beliebig eingesteckt werden kann. Auch die Qualität des Kabels ist wichtig. Wir haben für diesen Artikel mehrere Kabel für einen Benchmark verwendet. Gerade bei günstigen USB-C-zu-USB-A-Kabeln, wie sie etwas Smartphones oft beiliegen, kommt es zu einem deutlichen Einbruch beim Datendurchsatz.

Unser Tipp: Um die volle Leistung zu bekommen, sollte man auf USB-C mit Thunderbolt 3 achten. Diese Kabel haben in unseren Tests durchweg die höchste Geschwindigkeit gebracht. USB-A auf USB-C-Kabel, wie sie Smartphones beiliegen, sollte man nur im Notfall nutzen. Mehr Informationen zu USB-C-Kabeln und worauf man achten sollte, haben wir in der Kaufberatung USB-C-Kabel: Nicht jedes kann alles zusammengetragen.

Wo wir gerade bei der Geschwindigkeit sind, hier gibt es natürlich auch Unterschiede bei der Bauweise. SSD und Flash sind schneller als HDD. De facto limitiert aber vor allem der Anschluss am PC. Denn USB-C steht zunächst mal nur für die Anschlussart, nicht für die Geschwindigkeit. USB 2.0 etwa schafft realistisch bis zu 35 MByte/s, das schaffen selbst HDDs locker. Interessanter ist da USB 3. Hier fand kürzlich eine Umbenennung statt: Aus USB 3.0 wurde USB 3.2 Gen 1, USB 3.1 Gen 1 wurde zu USB 3.2 Gen 2. Die Tabelle erklärt das etwas deutlicher und zeigt den jeweiligen theoretischen und praktischen Durchsatz:

Überblick: Durchsatz bei USB 3.x
Neue Bezeichnung Alte Bezeichnung theoretische Bandbreite effektive Übertragungegeschwindigkeit (maximal)
USB 3.2 Gen 1 USB 3.0 5 Gbit/s (625 MByte/s) ca. 450 MByte/s
USB 3.2 Gen 2 USB 3.1 Gen 1 10 Gbit/s (1250 MByte/s) ca. 900 MByte/s
USB 3.2 Gen 2x2 - 20 Gbit/s (2500 MByte/s) (keine Messwerte vorhanden)

Zum Vergleich, ein klassischer SATA-Anschluss im PC schafft in der Praxis um die 560 MByte/s und liegt damit zwischen den beiden USB-Standards. Entsprechend sollte man sich überlegen, wofür man die Festplatte braucht. Das gilt noch mehr für NVMe-basierte Speicher. Diese Chips sind enorm schnell, werden aber schon am PC kaum ausgelastet. Wer auf der externen Platte nicht nur einfache Daten lagern will, sondern von dort auch Anwendungen starten möchte, der sollte auf USB 3.2 Gen 2 sowie eine SSD setzen, damit dürfte der Flaschenhals minimal sein.

USB-Sticks mit USB-C-Anschluss und mindestens 32 GByte Speicherplatz sind bereits unter 7 Euro zu bekommen. Wer Markenware möchte, etwa von Kingston oder Sandisk, der zahlt knapp 10 Euro. Allerdings gibt es Geräte mit USB-C derzeit nur bis 256 GByte Kapazität, der darüber möchte, der muss einen Stick mit USB-A-Anschluss kaufen.

Bei den externen HDDs verbreitet sich USB-C langsam. Wir raten zu Speichern mit mindestens einem TByte und sie sollten besonders geschützt sein. Entsprechende Modelle kosten ab 70 Euro aufwärts.

Deutlich größere Auswahl hat man bei den SSDs. Für eine vernünftige Größe mit mehr als 320 GByte Speicher, muss man allerdings mindestens knapp 70 Euro hinlegen. Nach IP6X staubdichte Modelle kosten ab etwa 80 Euro.

Neben dem einfachen Datenspeichern gibt es einige Modelle, bei denen die Hersteller mehr oder weniger sinnvolle Zusatzfunktionen bieten. So gibt es etwa Speicher mit WLAN oder Bluetooth. Geräte wie das Sandisk iXPand haben eine kabellose Ladefunktion samt Backup für iPhone und Android (Ratgeber). Andere Festplatten lassen sich nur nach Eingabe eines Codes auf einem Keypad entsperren. Und natürlich gibt es auch externe Festplatten mit RGB-Beleuchtung.

Am sinnvollsten sind dabei noch die Datenspeicher mit Kartenleser. Noch praktischer ist es, wenn diese die Karte nicht nur auslesen, sondern die Inhalte direkt auf der Platte sichern. Diese sind allerdings rar gesät und entsprechend teuer.

Nachdem dem Autoren zwei mobile HDDs gestorben sind, war klar: Für unterwegs nur noch SSD. Die Investition ist zwar zu Beginn höher, allerdings minimiert man da Risiko eines mechanischen Defekts. Wer jetzt kauft, der sollte zudem auf USB-C achten. Das macht es einfach, die Datenspeicher an Tablets oder Smartphones anzuschließen.

Beim Thema Rugged scheiden sich die Geister ein wenig. Bei klassischen HDDs sollte eine Gummiummantelung oder ein Schutz vor Staub und Spritzwasser auf alle Fälle dabei sein, auch wenn der Aufpreis teilweise sehr hoch ist. Bei SSDs oder USB-Sticks ist das weniger notwendig. Aber auch hier sollte man die Anschlüsse idealerweise schützen können.

Noch wichtiger ist aber, dass eine mobile Festplatte nie der einzige Speicherort für eine Datei sein sollte. Wer wichtige Informationen nur an einem Ort hat, der geht eine zu große Gefahr ein, dass sie auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Als zusätzliches Datenlager für unterwegs sind die Speicher inzwischen aber solide Begleiter zu fairen Preisen.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Einloggen, um Kommentare zu schreiben