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Ratgeber: Das perfekte Wireless-Gaming-Headset

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Ein gutes Gaming-Headset ist für Zocker ähnlich wichtig, wie eine schnelle Grafikkarte oder ein Gaming-Monitor – doch was muss es können und wieviel darf es kosten?

Wer erfolgreich zocken will, braucht neben einem leistungsstarken PC (Ratgeber) auch einen geeigneten Monitor (Ratgeber), eine Gaming-Tastatur (Vergleichstest) und ein bequemes Headset. Das schnelle und exakte Lokalisieren des Gegners ist dabei nur ein Aspekt. Auch für die reibungslose Kommunikation bei Mehrspielerpartien sind sie unverzichtbar. Besonders komfortabel sind dabei kabellose Headsets – sie vermeiden nervigen Kabelsalat. Die Auswahl an Modellen und die Preisunterschiede sind allerdings sehr groß. Wir erklären, was ein Wireless-Gaming-Headset können muss und welche Kriterien beim Kauf entscheidend sind.

Zum Thema Sound beim Zocken, sind unter anderem folgende Artikel erschienen:

Gaming-Headsets brauchen neben ordentlichem Klang auch hohen Tragekomfort. Der beste Sound oder das abgefahrenste Design sind völlig nutzlos, wenn nach einer halben Stunde Kopf oder Ohren schmerzen.

Zwar ist bei praktisch allen Modellen das Kopfband in der Größe verstellbar, dass alleine reicht aber nicht aus. Auch die Form, Größe und die Beschaffenheit der Ohrpolster, die Spannung des Kopfbügels, und das Gewicht der Kopfhörer beeinflussen den Tragekomfort. Zwar gibt es auch einige Gaming-Headsets mit On-Ear-Kopfhörern, diese sind erfahrungsgemäß aber weniger gut geeignet, da sie das Ohr belasten und mittelfristig unangenehm zu tragen sind. Over-Ear-Kopfhörer entlasten die Ohrmuscheln – zumindest, wenn sie groß genug sind. Liegt das Ohr ungünstig an der Polsterung an oder wird gar geknickt, sind Schmerzen vorprogrammiert. Eine weitere Eigenschaft der Over-Ear-Modelle ist die bessere Abschirmung nach außen. Wer sich voll auf sein Spiel konzentrieren will, sollte nicht zu viel von der Umgebung mitbekommen.

Die Kopfbügelspannung muss ausreichend hoch sein, dass das Headset auch bei Bewegung sicher am Kopf sitzt, ohne zu verrutschen. Wer einen besonders breiten oder schmalen Kopf hat, sollte sich für ein Headset mit verstellbarer Bügelspannung, wie das Modell GSP 670 von Sennheiser (Testbericht), entscheiden.

Die Polsterung muss weich und ausreichend belüftet sein.

Wer plant länger als eine halbe Stunde am Stück zu zocken, sollte unbedingt auf die Beschaffenheit der Ohrpolster achten. Ist das Obermaterial aus billigem Kunststoff oder die Belüftung der Ohren nicht ausreichend, beginnt man schnell darunter zu Schwitzen. Das ist unangenehm und lenkt ab. Wer von Haus aus schnell schwitzt, sollte im Vorfeld klären, ob es Ersatzohrpolster für das Headset gibt. Sind die alten Polster einmal verschlissen, lassen sie sich dann mit wenigen Handgriffen austauschen. Das ist vor allem bei teuren Headsets wichtig, schließlich will man die hochpreisigen Geräte nicht nur wegen verschmutzter Polster ausmustern.

Eine positive Erkenntnis unserer Tests ist, dass selbst die günstigen Headsets inzwischen ordentlich verarbeitet sind. Die Unterschiede liegen im Detail und betreffen in erster Linie Haptik und Optik des verwendeten Materials. Billiger Kunststoff wirkt schnell abgenutzt und speckig. Kunststoff-Scharniere und Gelenke sind grundsätzlich weniger zu empfehlen, da sie nicht besonders belastbar sind.

Erfahrungsgemäß sollten die am meisten belasteten Teile aus Metall bestehen, um eine Langlebigkeit zu garantieren. Zudem sollte nichts klappern oder quietschen – insbesondere, während das Headset auf dem Kopf sitzt. Wer ein begrenztes Budget hat und nicht dringend auf eine Klapp-Funktion angewiesen ist, sollte darauf verzichten. Wer sein Headset häufig transportiert, profitiert zwar von der Kompaktheit, die Gelenke sind aber eine Fehlerquelle.

Gelenke und Scharniere müssen ausreichend stabil sein. Außerdem dürfen sie nicht quietschen.

Ein hohes Gewicht spricht zwar für stabile Metall-Komponenten, es belastet aber auch die Nackenmuskulatur. Allzu schwer sollte ein Gaming-Headset auf keinen Fall sein. Besonders dann nicht, wenn es für mehrere Stunden auf dem Kopf sitzen soll. Ein gutes Beispiel für ein hochwertiges, aber grenzwertig schweres Modell, ist beispielsweise das oben genannte GSP 670 von Sennheiser. Das kabellose Headset wiegt knapp 0,4 kg und somit etwa 160 g mehr als beispielsweise das Rig 700HD von Plantronics. Wer lediglich ein oder zwei Stunden spielt, kommt mit dem Mehrgewicht zurecht. Wer allerdings plant, nächtelang zu Zocken, sollte unbedingt zu einem leichten Modell greifen.

Bei kabellosen Headsets sitzen die Bedienelemente grundsätzlich am Gehäuse des Kopfhörers. Das ist erfahrungsgemäß praktischer als eine Kabel-Fernbedienung. Unterschiede gibt es aber trotzdem. Sind Lautstärkeregler und Tasten nicht klar unterscheidbar, kann das während des Games entscheidende Sekunden kosten. Die Bedienelemente sollten mit einem Griff sofort erreichbar und identifizierbar sein. Hier gilt das Motto: Weniger ist mehr. Zu viele Einzelelemente machen die blinde Bedienung unnötig kompliziert.

Ein ausreichend guter Sound ist wichtig. Zum einen nerven Hintergrundrauschen und scheppernde Lautsprecher, zum anderen spielt die eindeutige Identifizierung eine wichtige Rolle. Bei 3D-Shootern wie Counterstrike oder Call of Duty erhöht beispielsweise das schnelle und korrekte Lokalisieren von Schritten die eigenen Gewinnchancen. Sind Geräusche oder deren Richtung nicht klar zuordenbar, ist das ein signifikanter Nachteil.

Richtig unbrauchbaren Sound findet man selbst bei günstigen Headsets nur noch selten. Zwar sind Qualitätsunterschiede zwischen günstigen, mittelpreisigen und teuren Headsets hörbar, das kommt aber natürlich auch auf den eigenen Anspruch an.

Die größten Unterschiede zwischen Mittel- und Oberklasse sind das verwendete Material und der Preis.

Viele Gaming-Kopfhörer der Einstiger-Klasse kaschieren schwachen oder unsauberen Klang durch das Übersteuern von Hoch- und Tieftönern. Das führt zwar zu druckvollem Sound bei Explosionen und Ähnlichem, führt aber dazu, dass feine Klänge untergehen. Der Sound ist matschig und weniger differenzierbar. Alle in den letzten Monaten getesteten Headsets waren von der Soundqualität aber ausreichend – zumindest bei moderaten Ansprüchen. Für Gelegenheitszocker und Einsteiger sind somit auch die günstigen und mittelpreisigen Modelle interessant.

Wer regelmäßig längere Spiele-Sessions abhält und hohe Ansprüche an eine ordentliche Dynamik hat, sollte sich trotzdem lieber für ein Modell ab 100 Euro aufwärts entscheiden. Hier sind hochwertigere Lautsprecher verbaut und der Klang ist insgesamt runder und besser abgestimmt. Wer sehr hohe Ansprüche an die Klangtreue hat, sollte nach einem Markengerät von namhaften Herstellern wie Sennheiser, Steelseries oder Corsair Ausschau halten. Selbst deren günstigere Modelle verfügen über eine deutlich neutralere Klangabstimmung und ein harmonischeres Klangbild als die sehr billigen Noname-Headsets.

Erfahrungsgemäß haben die hochpreisigen Highend-Kopfhörer tatsächlich den besten Klang, doch dieses letzte Quäntchen Soundqualität möchte bezahlt sein. Die Qualitätsunterschiede zu mittelpreisigen Modellen sind in der Praxis minimal. Einen Unterschied bemerkt man überhaupt nur bei sehr genauem Hinhören. Beim Zocken bleibt üblicherweise aber nur selten Zeit, sich tatsächlich intensiv auf den Sound zu konzentrieren.

Gaming-Headsets gibt es mit Stereo- oder mit meist virtuellem Surround-Sound. In der Theorie sind mit Raumklang ausgestattete Modelle klar im Vorteil. Eine Richtungsbestimmung fällt mit echtem Surround deutlich leichter als mit nur zwei Tonquellen. Durch den meistens nur emulierten Raumklang, welcher per Software entsteht, ist dies aber nur zum Teil der Fall. Der Effekt funktioniert zwar bei manchen Games sehr gut, ist aber letztlich nicht mit echtem 5.1- oder 7.1-Sound vergleichbar. Zudem sind die Headsets häufig deutlich teurer als die vergleichbaren Stereo-Geräte. Den schon erwähnten GSP670 haben wir im Test nach einiger Zeit nur noch im Stereo-Modus benutzt. Der native Sound gefiel uns besser, als das virtuelle Klang-Erlebnis.

Unser Tipp lautet deshalb, lieber ordentlicher Stereo-Sound, als mäßig emulierter Raumklang. Wer echten Surround-Sound will, braucht neben einem teuren Headset noch eine hochwertige Soundkarte.

Zwar gibt es auch sehr günstige Gaming-Headsets mit Bluetooth, diese haben allerdings häufig eine spürbare Latenz. Für Spieler ist dies ein rotes Tuch. Bei der Übertragung per Bluetooth kommt es selbst bei namhaften Headsets immer wieder zu einen minimalen Zeitversatz. Für eine latenzfreie Übertragung müssen nämlich sowohl Sender als auch Empfänger den aptX-Low-Latency-Codec unterstützen.

Einige Modelle lassen sich per Funk, Bluetooth und Kabel verbinden.

Abhilfe schaffen USB-Funk-Dongles, wie sie beim Rig 700HD oder dem Sennheiser GSP370 genutzt werden. Diese arbeiten verzögerungsfrei und die Nutzung braucht zudem weniger Energie als ein Bluetooh-Modul. Mit dem GSP370 sind so mit einer Akkuladung bis zu 100 Stunden kabelloses Zocken möglich. So praktisch Bluetooth auch ist, wir bevorzugen die Funk-Variante.

Die Akkulaufzeiten der kabellosen Gaming-Headsets unterscheiden sich stark. Auch wenn es keine rekordverdächtigen 100 Stunden sein müssen, für mehrere Spiele-Sessions sollte eine Ladung ausreichen. Nichts ist nerviger, als ohne Sound auskommen zu müssen, nur weil das Headset leer ist. Wer das Aufladen gerne vergisst, muss darauf achten, ob das Headset während des Ladevorgangs genutzt werden kann. Einige Modelle unterstützen alternativ den Anschluss per 3,5-mm-Klinkestecker.

Wer statt Bluetooth die Funkverbindung nutzt, kann beim GSP670 länger zocken und vermeidet Verzögerungen bei der Übertragung.

Ein vernünftiges Headset-Mikrofon ist für Sprach-Chats unerlässlich. Natürlich gibt es auch hier spürbare Unterschiede in der Qualität, diese fallen in der Praxis allerdings gering aus. Ein Geräuschefilter für das Mikrofon ist vor allem in unruhiger Umgebung wichtig. Wer zu Hause spielt, kann aber auch darauf verzichten. In den Tests haben auch die Mikrofone der günstigen Headsets ordentlich funktioniert und die Stimme ausreichend klar übertragen. Bei billigen Mikrofonen ist vor allem die Klangfarbe nicht ganz neutral.

Bei einigen Gaming-Headsets ist das Mikrofon nicht fest mit dem Kopfhörer verbunden und kann abgenommen werden. Ob man das wirklich braucht, ist eine Frage des eigenen Geschmacks.

Bei der Wahl eines kabellosen Gaming-Headsets spielt die Kompatibilität eine wichtige Rolle. Nicht alle Headsets funktionieren sowohl am PC als auch an allen Konsolen. Zwar ist es häufig auch per Adapter möglich, die Kompatibilität zur Konsole herzustellen, das verursacht aber zusätzliche Kosten. Wer sich ein neues Modell kaufen möchte, muss sich im Vorfeld entscheiden, welche Plattformen unterstützt werden sollen.

In der unteren Preisklasse bis 150 Euro sind auch noch günstigere Modelle, als die hier gezeigten erhältlich. Wir zeigen aber lieber eine Auswahl von namhaften Herstellern, deren Produkte erfahrungsgemäß eine ordentliche Qualität aufweisen. Diese eignen sich nicht nur als Gäste-Headset, sondern auch für Gelegenheits-Zocker.

Logitech G533

Logitech G533

ASUS TUF Gaming H7

ASUS TUF Gaming H7

Corsair HS70 Pro

Corsair HS70 Pro

Astro Gaming A20

Astro Gaming A20

Steelseries Arctis 1 Wireless

Steelseries Arctis 1 Wireless

Plantronics Rig 500 Pro

Plantronics Rig 500 Pro

In der Kategorie bis 250 Euro sind erfahrungsgemäß sehr gute Geräte vertreten. Wer regelmäßig zockt und keine Unsummen ausgeben will, sollte hier zuschlagen. Das Sennheiser GSP370 (Testbericht) hat uns beispielsweise im Test überzeugt und bringt neben gutem Sound auch eine rekordverdächtige Akkulaufzeit mit.

Razer Nari Ultimate

Razer Nari Ultimate

Astro Gaming A40 TR

Astro Gaming A40 TR

SteelSeries Arctis 9X

SteelSeries Arctis 9X

Sennheiser GSP370

Sennheiser GSP370

Corsair Virtuoso RGB Wireless SE

Corsair Virtuoso RGB Wireless SE Gunmetal

Logitech G930

Logitech G930

Wer ein sehr hohes Budget zur Verfügung hat, kann sich für eines der Top-Modelle entscheiden. Diese Headsets überzeugen nicht nur klanglich, sondern auch durch eine hervorragende Verarbeitung und ein gutes, sehr neutrales Klangbild.

Astro Gaming A50 Wireless 7.1

Astro Gaming A50 Wireless 7.1

Astro Gaming A50 Wireless

Astro Gaming A50 Wireless

SteelSeries Arctis Pro Wireless

SteelSeries Arctis Pro Wireless

Sennheiser GSP 670

Sennheiser GSP 670


Wer zwischen 70 und 150 Euro investiert, bekommt vernünftige kabellose Gaming-Headsets, die für die gelegentliche Nutzung locker ausreichen. Weniger würden wir erfahrungsgemäß aber nicht ausgeben – zumindest nicht für kabellose Modelle. Bei häufiger Nutzung empfehlen wir die Geräte der mittleren Preisklasse. Wer sein Budget im Rahmen halten will, bekommt zwischen 150 und 250 Euro sehr gute Headsets. Hier stimmen sowohl die Verarbeitungsqualität als auch das Klangerlebnis.

Nur wer sehr hohen Wert auf ein perfektes Klangerlebnis und hochwertigste Materialien legt, muss tatsächlich über 250 Euro auf den Tisch legen. Aus unserer Sicht ist dies aber nicht nötig.

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