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Ratgeber Adapter: Der richtige Adapter für jede Aufgabe

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Adapter machen inkompatible Formate zueinander passend. Dabei reichen sie von simplen USB-Steckern über Audio-Kabel bis zu PCIe-Steckkarten für SCSI, M2 oder eSATA.

Was nicht passt, wird passend gemacht. Mit dem richtigen Adapter bekommt man fast alle Anschlüsse auf das Format, das man benötigt. Wir zeigen, wie man USB fast beliebig ausbauen kann, wie man den Lightning-Stecker am iPhone umwandelt oder wie man alte Festplatten am PC anschließt. Dazu zeigen wir ein paar Möglichkeiten, alte Hardware wie eSATA oder IDE mit aktuellen Systemen zu betreiben.

Nachdem selbst das neue iPhone 12 (Ratgeber) keine USB-C-Buchse hat, bleiben Lightning-Adapter für Apple-Fans weiter relevant. Die meisten suchen nach einer von zwei Varianten: Entweder soll der Lighthing-Stecker in einer USB-Variante enden oder in einer 3,5-mm-Klinkenbuchse. Alternativ gibt es noch Adapter, die beides können, Klinkenbuchse und Ladeanschluss. Beim Umwandeln von Lighthing auf USB-C oder USB-A hat man eine breite Auswahl an Produkten, von günstig bis Apple. Besonders clever sind dabei die Multi-Adapter. Diese bestehen aus modularen Steckern, so dass man mit einem Kabel zwischen Lightning, USB-C, USB-A oder Micro-USB wechseln kann. So kann man einfach die unterschiedlichsten Geräte aufladen oder ansteuern.

Etwas schwieriger wird es bei der Variante Lighthing auf Klinkenbuchse. Offenbar ist die Zahl derer, die hochwertige Kopfhörer per Klinke an ihr iPhone anschließen in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die offiziellen Adapter von Apple bekommt man im Web ab etwa 7 Euro. Alternativen sind oft teurer. Besonders clever sind Adapter, die den Lighthing-Anschluss in Daten und Audio trennen. So kann das iPhone laden und zugleich kann man über die Klinkenbuchse Musik hören.

Der Universal Serial Bus hat eine Aufgabe: Externe Geräte möglichst einfach an den PC anschließen. Das funktioniert auch wunderbar, wenn auch mit Einschränkungen. Die liegen vor allem an der Bandbreite. So hat USB beispielsweise Probleme mit der Übertragung von visuellen Inhalten. Davon abgesehen gibt es aber wenig, was USB nicht kann. Egal ob Datenträger, WLAN-Dongle, Datenkabel, LAN-Anschluss, Soundkarte oder TV-Empfänger: Fast alles, was man intern in einen PC bauen kann, lässt sich per USB nachrüsten.

USB-auf-LAN ist kein Problem, meist schafft man aber nur eine 10/100 Verbindung.

Meist ist es so, dass man nur jeweils eine Funktion nachrüsten kann, etwa ein USB-auf-LAN-Adapter oder ein WLAN-Adapter. Es gibt jedoch USB-Hubs, die teilen die verfügbare Bandbreite zwischen allen angeschlossen Geräten auf. Sprich: Je mehr der LAN-Adapter zieht, desto weniger bleibt für den USB-Stick. Da die wenigsten Geräte aber dauerhaft laufen, schadet es nicht, einen günstigen Hub im Rucksack zu haben.

Deutlich vielseitiger ist USB-C. Das liegt nicht nur an der höheren Bandbreite, USB-C schafft mindestens 5 GBit/s, die Thunderbolt-3-Variante liegt sogar bei 40 GBit/s. Damit ist nicht nur eine schnelle Anbindung an externe Datenspeicher sichergestellt, man kann problemlos externe Monitore oder externe Grafikkarten (Ratgeber eGPUs) anschließen. Dabei darf man sich aber nicht blenden lassen. Viele Smartphones besitzen zwar eine USB-C-Buchse, erreichen aber nur Geschwindigkeiten von USB 2.0 (etwa 40 MByte/s in der Praxis). Dennoch, an den meisten Notebooks und aktuellen Desktop-PCs findet sich oft mindestens ein USB-C-Anschluss, der im besten Fall gleich noch Thunderbolt 3 unterstützt, erkennbar am kleinen Blitz-Symbol.

USB-C-Docks im Vergleich (17 Bilder)

Vier der USB-C-Docks, die wir für unseren Ratgeber ausprobiert haben.

Es ist fast zu schade, einen 1-zu-1-Adapter an so einem Anschluss zu nutzen. Wir empfehlen daher eher den Griff zu einem passiven oder aktiven USB-C-Dock. Damit bekommt man nicht nur wichtige Schnittstellen, etwa LAN oder HDMI, die meisten der Geräte liefern als Dreingabe mehrere USB-A-Buchsen. So kann man ältere Geräte problemlos weiter nutzen.

Mehr zu diesem Thema zeigen wir im Artikel USB-C-Docks ab 30€: Bequem Monitore & Co anschließen.

USB-C hat den Nachteil, dass nicht jeder PC den Standard beherrscht. Entsprechend lohnt es sich, ein USB-C-auf-USB-A-Kabel oder einen passenden Adapter mitzunehmen. USB-C ist kompatibel zu älteren Standards, verliert dann allerdings Geschwindigkeit. Besonders krass tritt das auf, wenn man einen USB-A-auf-C-Adapter falsch einsteckt. Wie wir im Ratgeber: Der richtige Datenspeicher für unterwegs zeigen, verliert man damit im schlimmsten Fall zwei Drittel der Geschwindigkeit. Wenn die externe Festplatte also zu langsam ist, vielleicht einfach mal den USB-C-Adapter drehen, so dumm es klingt.

Wer Festplatten ausbauen und anschließend auslesen oder löschen möchte, der kann sie problemlos per USB ansprechen. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Ansätze: Gehäuse, in denen sich SSDs oder HDDs einbauen und mobil nutzen lassen oder Adapter, in die man Festplatten einspannt. Letztere sind eher dazu da, Daten einer alten oder möglicherweise defekten Festplatte auszulesen.

Mit solchen HDD Docks kann man alte Festplatten mit einem anderen Rechner verbinden, etwa um die Daten zu retten.

Diese Docks sind einfach aufgebaut: Sie bieten einen oder mehrere Schächte an, meist werden die jeweiligen Festplatten von oben eingeschoben, die notwendigen Anschlüsse für Strom und SATA oder IDE sind in den Docks integriert. Die Docks unterstützten Festplatten mit 2,5 oder 3,5 Zoll, viele Geräte können beide Formate. Wichtig ist hier, dass man die Docks ausschaltet, wenn man die Festplatte einsteckt oder entfernt. Die Docks müssen meist selbst mit Strom versorgt werden. Auf der PC-Seite sind die Geräte einfach zu verwenden. Sie melden sich als USB-Massenspeicher und können ohne Treiber wie eine externe Festplatte genutzt werden. Einige haben die Möglichkeit, die Festplatten direkt zu klonen oder zu löschen.

Eine große Überraschung fanden wir in unserem Beitrag NVMe günstig nachrüsten. Ursprünglich gingen wir eigentlich davon aus, dass eine PCIe-Adapterkarte langsamer sein sollte als ein M.2-Steckplatz auf dem Mainboard. Tatsächlich war das Gegenteil der Fall. Wahrscheinlich dürfte es mit der besseren Kühlung zusammenhängen, immerhin sitzt die PCIe-Karte nicht zwischen CPU-Kühler und Grafikkarte. Insofern können wir diesen Ansatz jedem empfehlen, der sein Mainboard mit einer M.2-NVMe aufrüsten will.

Solche Adapter kombinieren M.2-Steckplätze mit PCIe-Anschlüssen.

Neben den einfachen Karten gibt es auch PCIe-Adapter, die mehrere M.2-Speicher in einem Gerät aufnehmen. Dann allerdings sollte das Mainboard die Funktion PCIe Bifurication (oder PCIe Splitting) unterstützen. Die sorgt dafür, dass sich ein PCIe-Anschluss aufteilen lässt, etwa könnte so ein PCIe-x16-Anschluss entweder zwei PCIe-x8- oder vier PCIe-x4-Karten ansteuern. Das ist derzeit nur in wenigen Mainboards für Endkunden verfügbar. Wer sich nicht sicher ist, dass ein Mainboard diese Funktion bietet, der sollte lieber zwei einzelne Adapter verwenden.

Neben USB-C sind die DisplayPort und HDMI weitverbreitet, um Inhalte an Monitore oder TVs zu übertragen. Die wenigsten Notebooks haben aber beide Anschlüsse. Da würden sich Adapter anbieten, allerdings führten sie im Test immer wieder zu Problemen. Ein Beispiel: Während man DisplayPort meist ohne zusätzliche Hardware auf HDMI umbiegen kann, möchte ein HDMI-Port oft eine zusätzliche Stromversorgung, um DisplayPort-Geräte ansteuern zu können. Wichtig zu wissen ist, dass sich Adapter immer nur in eine Richtung nutzen lassen. Sprich: Ein DisplayPort-zu-HDMI-Adapter kann nicht für HDMI-zu-DisplayPort genutzt werden. Ein weiteres potenzielles Problem ist der Kopierschutz HDCP. Es kann beim Einsatz eines Adapters vorkommen, dass der Kopierschutz zickt oder ganz fehlschlägt. Probleme kann das beispielsweise beim Einsatz von Konsolen oder Blu-Ray-Playern machen.

Einfacher ist es, wenn man von Digital auf Analog geht. Das klingt veraltet, aber wer in Firmen unterwegs ist, der findet häufiger einen VGA-Anschluss, als man denkt. Alte Beamer oder beispielsweise Anschlussverteiler in Konferenzräumen sind hier die üblichen Verdächtigen. HDMI auf VGA ist normalerweise kein Problem. Retro-Gamer, die ihre NES oder SNES-Konsole im Keller finden, möchten sie vielleicht am aktuellen TV anschließen. Das geht, wenn allerdings kein passender SCART-Anschluss mehr vorhanden ist, dann kann es teuer werden. Es gibt Konverter, die das analoge SCART für HDMI übersetzen, allerdings nicht viele. Preislich sind sie ähnlich teuer wie Raspberry Pi, mit dem man eine Retrokonsole selbst baut.

Ein spannender Bereich sind Kupplungen für HDMI. Damit kann man den Anschluss beispielsweise nach unten legen und so hinter der dem TV das Kabel sauber verlegen. Allerdings muss man darauf achten, dass die Kopplung die gleichen Spezifikationen wie das Kabel, der Zuspieler und der TV erfüllen. Denn wenn beispielsweise ein HDMI 2.1-Zuspieler über eine HDMI-1.3-Kopplung geleitet wird, fällt das komplette System auf diesen Standard zurück. Vorsichtig sollten alle sein, die HDMI auf DVI legen wollen. Das funktioniert nur mit einem passiven Adapter auf Single-Link DVI, nicht auf Dual-Link-DVI.

Bei DisplayPort geht es in den meisten Fällen wahrscheinlich darum, einen Mini-DisplayPort-Anschluss (etwa am Macbook) in ein anderes Format umzuwandeln. Adapter mit Buchsen für HDMI, DisplayPort oder VGA gibt es hier zahlreich. Wer Präsentationen oder Bilder auf externen Beamern oder Monitoren darstellen will, der hat meist kein Problem. Etwas problematischer kann die Wiedergabe von Sound sein: Wechselt man von DisplayPort auf HDMI kann es zu Einschränkungen und Fehlern kommen, eventuell zickt auch hier der Kopierschutz HDCP.

Displayport ist beim Thema DVI deutlich flexibler. Hier kann man von DisplayPort aus auf Single-Link-DVI (mit passivem Adapter) und auf Dual-Link-DVI (mit aktivem Adapter) gehen.

Die 3,5 Klinke ist nicht totzubekommen, so sehr es sich die Smartphone-Hersteller auch wünschen. Nicht jeder will auf Bluetooth umsteigen, auch um alte Hardware weiter nutzen zu können. Da es sich bei dem analogen Anschluss um ein altes und bewährtes Format handelt, das noch dazu kein integriertes DRM oder gar einen Kopierschutz besitzt, gibt es so ziemlich jeden Adapter rund um den Klinkenstecker. Dazu gehören Klinkenbuchsen mit USB-A oder USB-C Anschluss. Alternativ lässt sich die Klinke auf Cinch aufsplitten, um etwa den Kopfhörer oder den Zuspieler an einer Anlage anzuschließen. Bastler können die Signale eines Klinkensteckers in ein 3- oder 4-Port-Terminal aufteilen und so für eigene Projekte verwenden.

Geht die Kabelpeitsche verloren, kann man sie für wenig Geld nachkaufen.

Deutlich wichtiger ist es aber wahrscheinlich, den Stecker eines Headsets in die Kopfhörer und Mikrofon aufzuteilen, etwa um ein Headset wie das Sennheiser GSP 300 (Testbericht) an einer Soundkarte anzuschließen. Diese Kabelpeitschen sind günstig, gehen aber gerne verloren oder kaputt. Ersatz gibt es unter 2 Euro.

Hier kommen wir langsam tief in die Geschichte des Desktop-PCs hinein. Seit mehr als 14 Jahren ist SATA der de-facto-Standard um Festplatten im PC anzusteuern. Es kann aber sein, dass man eine alte Festplatte aus einem PC vom Dachboden ausgräbt, oder dass man einfach ein altes Bandlaufwerk oder einen Brenner weiternutzen möchte. Passende Adapter gibt es für unter 10 Euro. Beim Kauf muss man allerdings darauf achten, ob der IDE-Anschluss 2,5 oder 3,5 Zoll breit ist und wie die PIN-Belegung sein soll.

Noch ein Geist aus der Vergangenheit. Doch auch jetzt gibt es immer noch Nutzer von SCSI-Geräten. Kein Problem, allerdings sind SCSI-Karten für PCI-Express teuer. Knapp 400 Euro sollte man hier einplanen.

Wem eSATA wenig sagt, der muss sich dafür nicht schämen. Der Anschluss war dazu gedacht, externe Festplatten schnell mit dem PC zu verbinden. Oder, wie es die Kollegen der c’t 2013 schrieben: „eSATA war lange Zeit die einzige Schnittelle für externe Festplatten, die den Datentransfer nicht ausbremste.” Das hat sich fundamental geändert, eSATA gibt es kaum noch. Wer aber eine solche Festplatte noch irgendwo auftreibt, der kann sich die passende Schnittstelle für wenig Geld nachrüsten.

Man kann fast alles auf alles umleiten. Technische Probleme gibt es meist dann, wenn ein Kopierschutz in die Suppe spuckt. Dank USB-C wird aber auch das deutlich einfacher – und vor allem günstiger. Solide USB-C-Docks gibt es ab etwa 30 Euro, wie unser Ratgeber zu USB-C-Docks zeigt. Wir würden jedem mit USB-C empfehlen, zumindest ein günstiges passives Dock in der Laptop-Tasche zu haben. Man weiß nie, wann man es brauchen kann.

Die andere Seite sind Adapter für spezielle Anwendungsfälle. Hier kann man tief im Internet graben und findet für fast jeden noch so alten Standard einen Weg, ihn in mit einem aktuellen System zu verbinden. Das ist nicht immer billig (SCSI) oder praktisch, wer aber eine alte IDE-Festplatte mit den ersten Familienbildern oder ähnlichem findet, dem ist es die Arbeit wahrscheinlich wert. Dabei empfehlen wir, dass man gerade bei alten oder potentiell defekten Festplatten so wenig wie möglich am Original arbeiten, sondern sofort eine Kopie ziehen sollte. Das sollte dank der Speicherkapazitäten aktueller Datenspeicher kein Problem sein.

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