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Ratgeber: Abgefahrenes RC-Spielzeug bis 50 Euro

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Funkgesteuertes Spielzeug für Jung und Alt muss weder langweilig noch extrem teuer sein. Wir zeigen die interessantesten Modelle und erklären Unterschiede.

Fahr- und Flugzeuge mit Fernsteuerung sind faszinierend. Inzwischen bekommt man vernünftige ferngesteuerte Autos, Drohnen und Boote, ohne dass man mehrere 100 Euro hinlegen muss. Wir zeigen aber, worauf man beim Kauf achten sollte, um möglichst lange Spaß zu haben.

In der Vergangenheit haben wir vor allem günstige Flugmodelle getestet. Zu folgenden Drohnen haben wir Einzeltests:

Bei der Steuerung kommen drei grundsätzlich unterschiedliche Techniken zum Einsatz. Die klassische Funkübertragung, die Steuerung per Infrarotsignal und die Nutzung einer WLAN-Verbindung. Im niedrigen Preissegment dominiert die klassische Funkübertragung. Sie ermöglicht, je nach eingesetzter Technik, mehr oder weniger ordentliche Reichweiten und eine hohe Zuverlässigkeit. Während billige Modelle auf eine analoge Proportionalsteuerung zwischen 27 MHz und 40 MHz setzen, nutzen höherwertige Systeme Digitalsignale im 2,4-GHz-Frequenzband. Besser ist ganz klar die moderne 2,4-GHz-Technik. Hiermit ist der zeitgleiche Betrieb mehrere Modelle auf engstem Raum problemlos möglich. Bei den Modellen analoger Steuerung, müssen diese in unterschiedlichen Frequenzbändern unterwegs sein, um sich nicht gegenseitig zu stören. Sollen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig genutzt werden, sollte man darauf achten.

In der Praxis am wenigsten tauglich ist die Nutzung eines IR-Signals. Zum einen muss der Sender auf das Ziel ausgerichtet sein, zum anderen ist die Übertragung bei heller Umgebung nicht sehr zuverlässig. Die Reichweite solcher Modelle beträgt lediglich einige Meter. Am häufigsten kommt diese Technik deshalb bei billigem Indoor-Spielzeug zum Einsatz.

Bei fliegendem RC-Spielzeug gilt: je kleiner das Fahrzeug, desto nervöser ist dessen Flugverhalten.

Die Steuerung per WLAN-Signal hat sowohl Vor- wie auch Nachteile. Der große Vorteil dieser Übertragung ist die Datenvielfalt, die übertragen werden kann. Neben der reinen Steuerung gilt das beispielsweise für Bildsignale. Zwar ist der Betrieb innerhalb der WLAN-Reichweite durchaus zuverlässig, allerdings sind die Übertragung von Steuersignal und Kamerabild leicht zeitverzögert. Das zeigt zumindest unsere Erfahrung mit sehr günstigen WLAN-RC-Spielzeugen, wie kleinen Drohnen.

Sollen mehrere Fahrzeuge zeitgleich unterwegs sein, sollte WLAN oder 2,4-GHz-Funk zum Einsatz kommen. Mehrere 40-MHz-Modelle würden sich gegenseitig stören.

Die Steuerungsgenauigkeit der billigsten RC-Fahrzeuge ist nicht mit der von hochwertigen Modelle vergleichbar. Das liegt an größeren fertigungsbedingten Toleranzen und einer meist nicht vorhandenen proportionalen Steuerung. Steuersignale kennen dann nur den Status eins oder null. Wie weit der Hebel bewegt wird, spielt dementsprechend keine Rolle. Exakte Lenkmanöver bei RC-Autos sind so unmöglich. RC-Drohnen im Billigsegment steuern sich zwar wie große Modelle, sie sind insgesamt aber deutlich zappeliger und liegen unruhiger in der Luft. Zum Fliegen in Wohnzimmer oder Sporthalle reicht das mit etwas Übung trotzdem aus. Bei Multicopter gilt: je größer das Luftfahrzeug, desto ruhiger der Flug.

Zwar setzen immer noch einige günstige RC-Spielzeuge auf eine Stromversorgung per Batterie, bei den Modellen ab etwa 30 Euro hat sich aber der Akku durchgesetzt. Zumindest im Fahrzeug. In den Fernsteuerungen (Sendern) kommen bei allen Budget-Sets AA- oder AAA-Batterien zum Einsatz.

Die meisten RC-Modelle nutzen Akkus zur Stromversorgung. Diese sind allerdings nicht immer austauschbar.

Die Akkulaufzeiten der Budget-RC-Gadgets liegen üblicherweise bei etwa fünf bis 15 Minuten. Dabei ist es nahezu unerheblich, ob wir uns Boote, Flieger, Drohnen oder Rennboote ansehen – viel länger halten nur deutlich teurere Varianten durch. Wer länger unterwegs sein möchte, braucht mehrere Akkus. Aus eigener Erfahrung raten wir deshalb immer zu Modellen mit einem austauschbaren Akku.

In Sachen Verarbeitung und Haltbarkeit sind die Unterschiede, insbesondere im Budget-Preissegment, enorm. Während einige Modelle, wie die Mirco-Cars im 60-zu-1-Format zwar mächtig viel Spaß bringen, ist deren Verarbeitung gerade noch so in Ordnung. Es gibt zwar keine scharfen Kanten, Spaltmaß und Materialqualität sind allerdings unterste Schublade. Andere Gadgets, wie der Sphero Mini, sind insgesamt erfreulich hochwertig verarbeitet und geben keinerlei Anlass für Beschwerden. Lizenzprodukte wie die Star-Wars-Drohnen des Herstellers Propel (Testbericht) oder die Super-Mario-RC-Spielzeuge (Testbericht Mario Quadrocopter) von Carrera sind ebenfalls ordentlich verarbeitet und bieten eine vernünftige Steuerung.

Die Star-Wars-Drohnen des Herstellers Propel sind hochwertig und echte Hingucker.

Flugmodelle aus EPP-Schaum sehen sind erfahrungsgemäß erstaunlich stabil und überstehen auch härtere Crashes mit leichten Blessuren. Falls doch etwas kaputtgeht, lässt sich das Material bequem mit Spezialkleber reparieren. Anders sieht es mit mechanischen Teilen und Komponenten aus Kunststoff aus. Diese sind nicht nur in der Budget-Klasse sehr empfindlich. Hier ist es extrem wichtig darauf zu achten, dass es Ersatzteile gibt.

Ein austauschbarer Akku ist ebenso wichtig, wie die Möglichkeit Ersatzteile zu bekommen. Hier wurde beispielsweise die rechte Lenkachse getauscht.

Bei den RC-Autos gilt ebenfalls die Empfehlung zu einem Modell mit ausreichender Ersatzteilversorgung. Zumindest bei schnelleren Modellen geht leider leicht etwas kaputt. Es ist ärgerlich, wenn das riesige RC-Car in den Müll muss, nur weil eine Lenkaufhängung gebrochen ist. Erfahrungsgemäß sind die Markenhersteller wie Carson, Carrera oder Revell in Sachen Verarbeitungsqualität und Ersatzteilbeschaffung besser aufgestellt als die billigen Noname-Anbieter.

Auf Extras wie Soundeffekte oder Livebildübertragung sollte man im Billigsegment getrost verzichten. Erfahrungsgemäß nervt die ständige und nicht abschaltbare Klanguntermalung nur. Kamerabilder per WLAN sind zwar auch bei Budgetmodellen wie dem Revell Quadcopter Spot VR (Testbericht) möglich, die niedrige Qualität und die hohe Latenz machen sie unterm Strich aber unbrauchbar.

Die Bildqualität bei günstigen Kameras ist schlecht und dementsprechend kein gutes Kaufargument.

Um einigermaßen ordentliche Luftaufnahmen zu bekommen, muss man deutlich tiefer in die Tasche greifen und beispielsweise zur 90 Euro teuren DJI Tello (Testbericht) greifen.

RC-Autos unter 50 Euro sind definitiv Spielzeug. Wer weite Sprünge über Schanzen und Ausflüge durch die matschige Wiese plant, wird nur wenig brauchbare Modelle finden. Für eine flotte Runde im Hinterhof oder im Wohnzimmer sind die Einstiegsmodelle trotzdem geeignet.

Die kleinen Fahrzeuge sind reines Spielzeug. Bei großen und schnellen RC-Autos ist die Verfügbarkeit von Ersatzteilen wichtig.

Bei allen Größen gilt, dass die Fahrzeugeigenschaften zur geplanten Rennstrecke passen müssen. Wer sich Fahrzeuge mit wenig Bodenfreiheit und Slicks kaufen möchte, braucht eine dementsprechend geeignete, flache und ebenmäßige Fläche. Selbst grober Asphalt ist für einige der Billigheimer schon zu viel. Geländegängige Fahrzeuge sind hier deutlich flexibler. Zu viel sollte man sich aber nicht erwarten. Kleine Modelle durch hohe Gras zu jagen klappt beispielsweise nicht. Wer sein Auto ausschließlich draußen verwenden will, sollte auf einen Spritzwasserschutz achten.

Im Bereich günstige RC-Flugmodelle haben wir vor allem kleine und mittelgroße Drohnen und kleine EPP-Flugmodelle ausprobiert. Zwar trüben schwammige Steuerung und geringe Flugleistungen das Gesamtvergnügen, Spaß machen die Flitzer trotzdem. Wer sich für die RC-Fliegerei interessiert, bekommt durch die Einsteigermodelle einen guten ersten Eindruck vermittelt. Wer schon beim kleinen Modell keinen Anreiz verspürt, kann sich hunderte Euro für große Modelle getrost sparen.

Grundsätzlich sollte man allerdings wissen, dass die Steuerung großer und hochpreisiger Luftfahrzeuge insgesamt deutlich einfacher und exakter funktioniert, als die von billigen Fliegern und Drohnen. Von Helikoptern und ähnlich aufgebauten Modellen würden wir die Finger lassen. Erfahrungsgemäß ist deren Steuerung sehr ungenau. Billige Drohnen sind deutlich einfacher und gezielter steuerbar.

Der Mario-Copter sieht gut aus und hat ein ordentliches Flugverhalten.

Bei der Nutzung von Flugmodellen im Freien gibt es keinerlei Gewichtsuntergrenze für die in Deutschland geltende Versicherungspflicht. Selbst wer eine Drohne mit einem Gewicht von gerade einmal 20 Gramm durch den Garten bewegt, braucht eine Modellflugversicherung. Diese ist von diversen Anbietern verfügbar und kostet ab etwa 35 Euro jährlich.

Auch sonst gibt es eine ganze Reihe interessanter RC-Exoten. Neben Hybridfahrzeugen, Schiffen, U-Booten sind vor allem die Roboter echte Hingucker. Wirklich viel sollte man sich hier aber nicht erwarten, die meisten dieser Spielzeuge sind vor allem ein lustiger Gag.

Quadcopter gibt es auch als Hovercraft- oder Flugzeugvariante.

Bei Booten sollte unbedingt genügend Platz zur Verfügung stehen. Badewanne oder Aufstellpool sind im Normalfall nicht ausreichend groß und verderben so den Spaß. Beim schwimmenden RC-Krokodilkopf etwa sollte man aufpassen, damit man nach der Benutzung nicht für einen mittelgroßen Polizeieinsatz am Baggersee aufkommen muss.

Die Roboter dieser Preisklasse sind, bis auf den Sphero Mini, reine RC-Toys ohne smarte Funktionen. Der App-gesteuerte Roboterball hört auf Stimmen und ist zumindest einigermaßen smart unterwegs.

Günstige RC-Fahrzeuge sind nicht automatisch Schrott. Wer weiß, worauf er sich einläßt, bekommt sehr coole Modelle für Kinder und Junggebliebene. Mit mehreren hundert Euro teuren Modellen können die Einsteigerfahrzeuge natürlich nicht mithalten. Das heißt aber nicht, dass sie keinen Spaß machen.

Allerdings sollten einige Dinge beachtet werden. Neben verfügbaren Ersatzteilen sind vor allem ein austauschbarer Akku und die Nutzung der 2,4-GHz-Frequenz wichtig. Aus eigener Erfahrung sind Modelle von Markenherstellern vor allem bei der Ersatzteilbeschaffung im Vorteil. Bei billigen Noname-Herstellern ist die Gesamtqualität nicht immer schlecht, allerdings gleicht der Kauf einem Glücksspiel.

Mit den Modellen bekannter Marken und deren Mario- oder Star-Wars-Lizenzfahrzeugen macht man auf jeden Fall keinen Fehler und bekommt ordentliche Qualität zu einem vernünftigen Preis. Sowohl Mario-Copter als auch Star-Wars-Drohne konnten in den Einzeltests überzeugen.

Beim Kauf eines fliegenden RC-Modells und dessen Nutzung außerhalb von Gebäuden ist unbedingt die Versicherungspflicht zu beachten. Selbst wer nur eine Mini-Drohne durch den Garten bewegt, braucht eine Modellflugversicherung. Diese ist von diversen Anbietern verfügbar und kostet ab etwa 35 Euro jährlich.

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