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Project Treble: Diese Smartphones können modulare Updates

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Android hat ein Update-Problem: Auf 36 Prozent aller Android-Smartphones läuft Software, die mindestens fünf Jahre alt ist. Project Treble soll das lösen. Wir zeigen, wie das geht und welche Geräte tauglich sind.

Man kann über Apple denken, was man will, aber das Thema Software-Updates hat das Unternehmen bei seinen Smartphones deutlich besser im Griff als Google. Im Februar hatten gerade einmal gut ein Prozent aller Android-Smartphones die aktuelle Version 8.0 oder 8.1 installiert, während auf 65 Prozent aller Apple-Geräte bereits das aktuelle iOS 11 läuft.

Jetzt könnte man sagen: Das ist bei Android nicht so einfach. Während bei Apple Hard- und Software aus einer Hand kommen, gibt es bei Samsung, LG & Co. viel mehr Köche. Chip-Hersteller wie Qualcomm und Mediatek müssen Treiber entwickeln, Smartphone-Hersteller wollen ihre eigenen Oberflächen darüber legen. Die Provider müssen die Updates ebenfalls absegnen und wollen meist gleich noch eigene Programme fest integrieren.

Bild: Google

Der Vorteil daran ist die Flexibilität: Es gibt Android-Smartphones von 50 bis über 1000 Euro, welche mit vielen oder wenigen Kameras, welche mit Tastatur, Wärmebildkamera, Beamer, riesigen Akkus oder fetten Lautsprechern. Bei Apple gibt es das iPhone, so wie es ist. Friss oder stirb.

Doch der Preis ist hoch. Zum einen gibt es zunehmend mehr Sicherheitslücken, die ungepatcht bleiben und potentiell die Daten der Android-Nutzer gefährden. Zum anderen ist die Halbwertszeit von Android-Smartphones signifikant kürzer als bei iPhones. Apple-Geräte (allerdings inklusive iPads und Macbooks) werden im Schnitt vier Jahre und drei Monate eingesetzt, bevor sie auf den Elektroschrott wandern.

Seit langem versucht Google, das Problem in den Griff zu kriegen. Mit dem aktuellen Android 8 kam Project Treble. Das teilt das Betriebssystem in zwei Ebenen: in einen Hardware-nahen Layer, in dem die Treiber liegen, und in einen Android-OS-Layer, in dem das Betriebssystem läuft.

Die Idee ist, dass das Betriebssystem zu aktualisieren, ohne die Treiber anfassen zu müssen. Hardware-Hersteller wie HTC oder Samsung müssen somit nicht mehr auf Komponenten-Hersteller wie Qualcomm oder Mediatek warten, bevor sie Betriebssystem-Updates für ihre Smartphones entwickeln und ausliefern zu können; die unterste Ebene kann unangetastet bleiben.

Bild: Google

Das klingt gut, ist realistisch wohl aber immer noch nicht das Ei des Kolumbus: Weiterhin sind nämlich die Hardware-Hersteller für die Software-Updates verantwortlich, und nicht Google selbst. Käufer müssen also auch in Zukunft darauf hoffen, dass LG, Samsung, HTC & Co. neue Software für ihre Geräte zur Verfügung stellen.

Vor allem bei den Einsteiger-Geräten könnte sich die Lage verbessern. Die wurden in der Vergangenheit oft sehr stiefmütterlich mit Updates versorgt, denn die Margen sind gering und entsprechend wenig Interesse zeigen die Hersteller, hier nach dem Verkauf noch Geld zu investieren. Dank Treble könnte es künftig aber so sein, dass auf einem 200-Euro-Galaxy die exakt gleiche Software läuft wie auf einem 800-Euro-Galaxy.

Ein positives Beispiel dafür gibt es schon, wenn auch aus der Community: Den XDA Developers ist es gelungen, ein Android-8-ROM für das Huawei Mate 9 an einem Tag zu bauen – und exakt das gleiche ROM läuft auch auf dem Honor 8 Pro, dem Honor 9, dem Xperia XZ1 Compact und dem Essential Phone. Eine Software, drei Hersteller und SoCs von HiSilicon und Qualcomm.

Weitere detaillierte Informationen zu Project Treble haben die Kollegen von c't in diesem Beitrag zusammengestellt.

Wer testen möchte, ob sein Smartphone bereits Android 8 unterstützt, findet die passende App im Google Play Store. Root-Rechte sind nicht nötig, er lässt sich so also bei allen Smartphones ausprobieren.

Allerdings: Wer kein Android-8-Update erhalten hat, kann sich den Test sparen – das ist nämlich die Grundvoraussetzung für Treble.

Allein die Chance auf schnellere Updates der Hersteller oder eine unkomplizierte Versorgung von Community-ROMs ist es wert, beim Neukauf auf Treble zu achten. Die folgenden Geräte werden ab Werk mit Treble ausgeliefert:

Sony Xperia XA2

Sony Xperia XA2

Sony Xperia XA2 Ultra

Sony Xperia XA2 Ultra

Sony Xperia XZ1

Sony Xperia XZ1

Sony Xperia XZ1 Compact

Sony Xperia XZ1 Compact

Sony Xperia XZ2

Sony Xperia XZ2

Sony Xperia XZ2 Compact

Sony Xperia XZ2 Compact

Google Pixel 2

Google Pixel 2

Google Pixel 2 XL

Google Pixel 2 XL

HTC U11 Plus

HTC U11 Plus

Huawei P20 Lite

Huawei P20 Lite

Huawei P20

Huawei P20

Huawei P20 Pro

Huawei P20 Pro

Huawei Mate 10 Pro

Huawei Mate 10 Pro

Huawei P Smart

Huawei P Smart

Honor View 10

Honor View 10

Nokia 6 (2018)

Nokia 6 (2018)

Nokia 7 Plus

Nokia 7 Plus

Nokia 8 Sirocco

Nokia 8 Sirocco

Samsung Galaxy S9

Samsung Galaxy S9

Samsung Galaxy S9 Plus

Samsung Galaxy S9 Plus

HTC U11 life

HTC U11 life

Nicht alle, aber viele Smartphones, die ein offizielles Update auf Android 8 (Oreo) erhalten haben, bekommen auch das Treble-Konzept „nachgerüstet“. Bei den folgenden Modellen ist das so:

Razer Phone

Razer Phone

Asus Zenfone

Asus Zenfone

Google Pixel

Google Pixel

Google Pixel XL

Google Pixel XL

Huawei P10

Huawei P10

Huawei P10 Plus

Huawei P10 Plus

Honor 9

Honor 9

Honor 8 Pro

Honor 8 Pro

Huawei Mate 9

Huawei Mate 9

Android hat ein Update-Problem. Project Treble ist zwar keine Update-Garantie, aber die Unterstützung erhöht die Chancen signifikant, dass es in Zukunft akutelle Software für das Smartphone gibt – auf offiziellem Wege und aus der Community. Wer sich heute ein Android-Smartphone kauft, sollte auf Treble achten.

Unanhängig davon wäre es wünschenswert, wenn sich Google und die Hersteller auf ein klares Update-Konzept einigen könnten. Zwei Jahre neue Software, vier Jahre Schutz vor Sicherheitslücken, und das schon in der Einsteigerklasse – wer würde sich das nicht wünschen?

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