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Pro, Air oder Zoom: Welche DJI Mavic ist für wen geeignet?

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Mavic Pro, Pro 2, 2 Zoom oder Mavic Air – vier Mavic-Varianten hat DJI mittlerweile im Angebot. Wir zeigen die Unterschiede der Copter und klären, welches Modell sich für wen eignet.

Mit der Mavic Pro hat DJI Ende 2016 die Messlatte für Video-Drohnen deutlich angehoben. Der Multicopter liefert nicht nur gutes Bild- und Videomaterial, er ist mit seinen zusammenklappbaren Armen auch viel kompakter als die gesamte Konkurrenz. Etwa ein Jahr später kam die Facelift-Variante Mavic Pro Platinum (Testbericht) auf den Markt. Diese ist bis auf eine längere Flugzeit und eine geringere Geräuschentwicklung allerdings identisch zur Ur-Mavic. Die Mavic Air (Testbericht), welches seit Anfang 2018 erhältlich ist, ist nochmal ein ganzes Stück kleiner und zudem günstiger als die beiden bis dahin erhältlichen Modelle. Im August 2018 stellte der Hersteller zwei neue Drohnen mit der Bezeichnung Mavic 2 vor: die Mavic 2 Zoom (Testbericht) und die Mavic 2 Pro (Testbericht).

Wer sich eine bequem zu transportierende Video-Drohne kaufen möchte, kommt um die Mavic-Serie nicht herum. Wir erklären die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Varianten.

Alle Mavics haben zwei Punkte gemeinsam: Sie sind einfach zu bedienen und haben gute Flugeigenschaften. Dank GPS, Glonass und Barometer liegen sie stabil in der Luft und ermöglichen auch bei Windgeschwindigkeiten über 30 km/h noch ruhige Flüge. Sobald der Pilot nicht in die Steuerung eingreift, stehen alle Varianten wie angenagelt in der Luft. Beim Start speichern die Drohnen Ihre Position und sind so in der Lage, per Knopfdruck oder bei Signalabriss dorthin zurückzukehren.

Die komplette Mavic-Reihe verfügt über vorprogrammierte Flugmanöver. Diese sind nicht nur für Anfänger interessant, sondern unterstützen auch Profis bei Ihrer Arbeit. Im POI-Modus umkreist die Mavic beispielsweise ein vom Piloten definiertes Objekt und behält dieses immer in der Mitte des Videobildes. So ein Manöver kann man zwar auch selbst steuern, für ein ähnliches Ergebnis braucht es allerdings viel Übung. Auch das Abfliegen von vorher festgelegten Wegpunkten oder das automatisierte Verfolgen von Objekten ist mit allen DJI-Drohnen möglich. In der Praxis funktioniert die Verfolgung im Tracking-Modus mit der neuen Mavic-2-Serie allerdings deutlich besser als mit den Vorgänger-Modellen. Auch die Anzahl der Flugmanöver ist bei den neueren Mavics höher als bei der alten Pro.

Die Flugzeiten unterscheiden sich, mit Ausnahme der Air, nur minimal. In der Praxis dauert es etwa 25 bis 27 Minuten, bis die Drohnen wieder landen müssen. Die Air schafft es lediglich, etwa 16 Minuten in der Luft zu bleiben. Der Hersteller verspricht zwar längere Flugzeiten, die Werte unter Realbedingungen sind trotzdem sehr gut.

Übersicht technische Daten
Mavic Air Mavic Pro/Platinum Mavic 2 Zoom Mavic 2 Pro
Abmessung zusammengefaltet (LxBxH) 168 x 83 x 49 mm 198 x 83 x 83 mm 214 x 91 x 84 mm 214 x 91 x 84 mm
Abmessungen flugfertig (LxBxH) 168 x 184 x 64 mm 305 x 244 x 85 mm 322 x 242 x 84 mm 322 x 242 x 84 mm
Gewicht 430 Gramm 734 Gramm 907 Gramm 905 Gramm
Namensplakette erforderlich
Betriebstemperatur 0 °C - 40 °C 0 °C - 40 °C -10 °C - 40 °C -10 °C - 40 °C
Akku-Spannung 11,55 V 11,4 V 15,4 V 15,4 V
Akku-Kapazität 2375 mAh 3830 mAh 3850 mAh 3850 mAh
GPS/Glonass ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔ ✔/✔
Barometer
Maximale Geschwindigkeit 68 Km/h 65 Km/h 72 Km/h 72 Km/h
Steig-Geschwindigkeit 4 m/s 5 m/s 5 m/s 5 m/s
Sink-Geschwindigkeit 3 m/s 3 m/s 3 m/s 3 m/s
Maximale Flugdauer 21 Minuten 27/30 Minuten 31 Minuten 31 Minuten
Maximale Reichweite CE 2 km 4 km 5 km 5 km
Maximale Reichweite FCC 4 km 7 km 8 km 8 km
Sender-Display -
Abschraubbare Sendersticks -
Übertragung WLAN OcuSync 1.0 OcuSync 2.0 OcuSync 2.0

In Sachen Höchstgeschwindigkeit liegt die Mavic-2-Serie vorn. Sie verfügt als einzige Variante über einen 4-Zellen-Akku und schafft so Spitzengeschwindigkeiten bis zu 72 km/h. Die anderen Modelle mit schwächeren 3-Zellen-Akkus fliegen mit 65 bis 68 km/h trotzdem ausreichend schnell, um beispielsweise Rennradfahrer zu verfolgen.

Zwar verfügt bereits die erste Generation der Drohne über eine Hinderniserkennung, diese funktioniert allerdings nur beim Landen oder im Vorwärtsflug. Für erfahrene Piloten und die meisten Anwendungen ist das ausreichend. Wer sich allerdings selbst filmt und die Drohne von sich weg steuert, läuft Gefahr, sie im Rückwärtsgang in Bäume oder an Häuser zu fliegen – entsprechende Videos gibt es bei Youtube hundertfach. Für solche Aufgaben sind die neueren Modelle besser geeignet, da sie auch nach hinten gerichtete optische Sensoren haben, die Kollisionen verhindern sollen. Wer plant, in Wäldern oder in Gebäuden zu fliegen, ist mit einer Mavic-2 am besten beraten. Diese bringt die optischen Sensoren auch an den Seiten und einen Infrarotsensor auf der Oberseite mit. Zusammenstöße sind somit theoretisch ausgeschlossen. Bei den Testflügen mit der Mavic 2 Zoom hat der automatische Not-Halt vor Bäumen, Gebäuden und dem Piloten immer zuverlässig funktioniert.

Die wichtigsten Flugdaten, darunter Entfernung, Höhe oder Restflugzeit, werden dem Piloten per App auf dem Smartphone angezeigt. Bei den Handsendern der Mavic Pro und der Mavic-2-Serie stehen diese Informationen zusätzlich auch auf einem eigenen LC-Display zur Verfügung. Im Falle eines Bildausfalls oder eines leeren Smartphones hat der Pilot so immer alle relevanten Informationen zur Hand. Die App zeigt auch das Livebild der Kamera, weshalb sich die Drohnen auch ohne direkten Sichtkontakt zuverlässig steuern lassen. Laut der deutschen Drohnen-Verordnung ist dies allerdings nicht erlaubt: Legal sind nur Flüge mit direktem Sichtkontakt.

Apropos: Das Thema ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen den verschiedenen Modellen. Die Mavic Air nutzt zur Steuerung eine herkömmliche WLAN-Verbindung. Diese ermöglicht, laut Hersteller, Distanzen bis zu zwei Kilometern. In der Praxis sieht es allerdings anders aus. In zahlreichen Foren beschweren sich Piloten über Verbindungsabbrüche nach nur wenigen hundert Metern. Dies ist insbesondere in bewohnten Gebieten mit zahlreichen WLANs der Fall. Diese stören das Signal und sorgen für Verbindungsabbrüche. Ohne andere Funknetzwerke in der Umgebung tauchen die Probleme nicht auf.

Die Mavic Pro und die Mavic-2-Reihe schaffen deutlich größere Distanzen. Statt einer WLAN-Verbindung kommt die DJI-Eigenentwicklung OcuSync zur Übertragung von Steuersignalen und Live-Bild zum Einsatz. Es hat eine theoretische Reichweite von bis zu 7 km, eine geringe Latenz und überträgt auf kurze Distanz Videos in Full-HD, darüber hinaus in 720p. Da andere Frequenzen zum Einsatz kommen, gibt es auch keine Probleme mit WLAN-Netzen in der Nähe. Die Funk- und Videoverbindung per OcuSync funktioniert erfahrungsgemäß immer zuverlässig, was nicht zuletzt für den professionellen Einsatz unabdingbar ist.

Die ältere Mavic Pro verfügt über deutlich weniger Sensoren als die Mavic-2-Serie.

Grundsätzlich liefern alle Varianten der Mavic eine sehr gute Bildqualität. Dank des zuverlässig funktionierendem 3-Achs-Gimbals sehen Flugvideos aus, als wären sie mit Hilfe eines Kamerakrans entstanden – und das auch bei Wind. Die maximale Videoauflösung liegt bei allen Modellen bei 4K mit 30 fps. Fotos speichern die Drohnen im JPEG- oder DNG-Format ab. Die Nutzung von DNG, dem RAW-Format, ist nicht nur für Profis empfehlenswert. Die gespeicherte Datenmenge ist zwar weit höher, aber mit entsprechender Software sind deutlich bessere Ergebnisse als im komprimierten JPEG-Format möglich.

RAW-Daten müssen zwar nachbearbeitet werden, bieten aber die deutlich höhere Qualität im Vergleich zu JPEGs.

Die Unterschiede der Mavic-Kameras liegen im Detail. Wer beispielsweise Zeitlupen- oder Zeitraffer-Videos aufnehmen möchte, kommt nicht um die Mavic-2-Serie herum. Wem Zeitlupenaufnahmen reichen, der kann auch auf die Air mit 120 fps bei Full-HD-Auflösung zurückgreifen. Wer einen optischen Zoom für die 4K-Videos möchte, muss sich für die Mavic 2 Zoom entscheiden. Die Mavic 2 Pro hat zwar keine verstellbare Brennweite, dafür punktet sie mit dem größten Bildsensor, höherer Foto-Auflösung und einer variablen Blende.

Übersicht Kamera
Mavic Air Mavic Pro/Platinum Mavic 2 Zoom Mavic 2 Pro
Gimbal 3-Achs 3-Achs 3-Achs 3-Achs
Bildsensor 1/2,3" 1/2,3" 1/2,3" 1"
Brennweite 35 mm 26 mm 24-48 mm 28 mm
Blende f/2,8 f/2,2 f/2,8 f/2,8 - f/11,0
Videoauflösung und Bildwiederholungsrate in fps 3840×2160: 24/25/30
2720×1530: 24/25/30/48/50/60
1920×1080: 24/25/30/48/50/60/120
1280×720: 24/25/30/48/50/60/120
4096×2160: 24
3840×2160: 24/25/30
2704×1520: 24/25/30
1920×1080: 24/25/30/48/50/60/96
1280×720: 24/25/30/48/50/60/120
3840×2160: 24/25/30
2688×1512: 24/25/30/48/50/60
1920×1080: 24/25/30/48/50/60/120
3840×2160: 24/25/30
2688×1512: 24/25/30/48/50/60 1920×1080: 24/25/30/48/50/60/120
Hyperlapse - -
Bitrate 100 MBit/s 60 MBit/s 100 MBit/s 100 MBit/s
Fotoauflösung 12 Megapixel 12 Megapixel 12 Megapixel 20 Megapixel

Ein weiterer Unterschied zwischen den älteren und den neueren Drohnen ist die Anzahl der verfügbaren Quick-Shots. Diese vorgefertigten Szenen ermöglichen beeindruckende Videosequenzen mit einem Fingerzeig. So steigt die Drohne beispielsweise in den Himmel und visiert während des Fluges immer den Piloten an. Je neuer die Mavic, je mehr dieser Automatikprogramme sind vorhanden. Kaufentscheidend sollte das allerdings nicht sein, da man sich nach kurzer Zeit an den Szenen satt gesehen hat. Einige dieser Quickshots sind in unserem Mavic-2-Zoom-Testbericht zu sehen.

DJI Mavic Pro

Mavic Pro

DJI Mavic Pro Platinum Fly More Combo

Mavic Pro Platinum

DJI Mavic Air arctic white

Mavic Air

DJI Mavic 2 Zoom

Mavic 2 Zoom

DJI Mavic 2 Pro

Mavic 2 Pro

DJI Mavic 2 Fly More Zubehörpaket

Mavic 2 Fly-More-Zubehör

Wer eine mobile, zuverlässige Drohne mit guter Bildqualität sucht, hat kaum vergleichbare Alternativen zu den Mavics von DJI. Gut sind alle vier Varianten, die Unterschiede liegen im Detail. Wer plant, mehr als nur einen Akku zu nutzen, sollte gleich zu den sogenannten Fly-More-Combos greifen. Diese beinhalten zwei zusätzliche Akkus, KFZ-Ladegerät und eine Tasche. Für die Mavic-2-Serie gibt es diese Pakete als zusätzliches Zubehör.

Für professionelle Anwendungen und Hobby-Piloten mit hohen Ansprüchen an die Bildqualität lohnt sich der hohe Preis für die Mavic-2-Modelle. Auch wer sich lieber auf Technik als auf sein fliegerisches Können verläßt, sollte zur aktuellen Baureihe greifen. Die Mavic 2 Zoom ist dank der variablen Brennweite etwas flexibler, was sich insbesondere dann lohnt, wenn die Flugvideos nicht aufwendig per Software nachbearbeitet werden sollen. Steht die Bildqualität, insbesondere für Fotos, im Vordergrund, ist die Mavic 2 Pro die bessere Wahl. Der große Bildsensor und die höhere Fotoauflösung sind vor allem dann sinnvoll, wenn das Bildmaterial per Software nachträglich bearbeitet wird.

Die Mavic Pro ist zwar das älteste Modell im Vergleich; Flugeigenschaften, Reichweite und Bildqualität sind trotzdem gut. Lediglich die fehlenden Sensoren für den Rückwärtsflug und die deutlich niedrigere Anzahl an Automatikprogramme sprechen gegen die Ur-Mavic. Dank des guten Preis-Leistungsverhältnisses ist sie gerade für geübte Hobby-Piloten eine sehr gute Wahl. Wer Wert auf hohe Flugzeit und wenig Fluglärm legt, könnte mit der Platinum-Version der Mavic Pro liebäugeln. Da diese preislich aber weit über der normalen Mavic Pro liegt, würden wir dann gleich die Mavic 2 Zoom empfehlen.

Die Mavic Air, die günstigste Drohne im Vergleich, punktet mit der sehr guter Videoqualität, jeder Menge Automatikprogrammen und der extrem kompakten Bauform. Einzig die kürzere Flugzeit und die deutlich niedrigere Reichweite, sprechen gegen das Modell mit WLAN-Anbindung. Wer nicht plant, weite Distanzen und insbesondere nicht in bewohntem Gebiet zu fliegen, ist mit der Air gut beraten.

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