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Neun E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro im Vergleichstest

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E-Klappräder sind bequem, praktisch, leise und dank chinesischer Marken wie Fiido auch endlich bezahlbar. Für diesen Vergleichstest haben wir uns neun E-Falträder ganz genau angeschaut.

Für ein richtig gutes E-Klapprad wie das Brompton Electric kann man gut und gerne 3000 Euro ausgeben. Doch gerade seit 2020 gibt es jede Menge deutlich günstigere Alternativen: So kostet etwas das Fiido D4S nur 600 Euro und bietet für seinen Preis mehr, als man zunächst erwartet. Sein größter Schwachpunkt: Wie alle elektrischen Falträder aus China fehlt ihm die Zulassung für deutsche Straßen. Worauf man bezüglich der Gesetzgebung beim Kauf achten sollte, erläutern wir im Ratgeber Legal oder illegal? Alles zu E-Bikes und Pedelecs.

In diesem Vergleichstest stellen wir neun verschiedene E-Klappräder unterschiedlicher Preisklassen gegenüber und zeigen, welches in den verschiedenen Bereichen jeweils die Nase vorne hat. Auch wird so deutlich, worauf es beim Kauf eines E-Klapprads ganz allgemein ankommt. Alle Tests und Ratgeber sammeln wir auf unserer Themenseite E-Bike.

E-Klappräder im Vergleichstest
Brompton Electric Blaupunkt Fiene 500 Mate X Fiido D11 Fiido D4S Fiido D2S Fiido M1 Xiaomi Himo Z16 DYU D3F
TechStage-Note 1 1 1 1 1 2 1 2 3
Preis in Euro (10/20) 3200 1500 1700 850 600 500 900 600 420
Straßenzulassung? ✔/✖
Rahmen Aluminium Magnesiumlegierung Aluminium Aluminium/Magnesiumlegierung Aluminium Aluminium/Stahl Aluminium Aluminium Aluminium
Fahrgefühl + + + + + + + + + + + +
Maximale Zuladung 105 110 120 120 120 120 120 100 120
Gänge 6 6 8 7 6 6 7
Größe der Räder in Zoll 16 20 20 20 20 16 20 16 14
Federung vorne/hinten ✖/✔ ✖/✖ ✔/✔ ✖/✖ ✖/✖ ✖/✔ ✔/✔ ✖/✔ ✖/✖
Display + + + + + + +
Größe Akku in Wh 300 346 672/816 417,6 374 270 450 360 250
Akku entnehmbar?
reale max. Reichweite in km 40 35 50/? 45 40 25 45 40 25
Motor Front Heck Heck Heck Heck Heck Heck Heck Heck
Motor in Watt 250 250 250/750 250 250 250 250 250 250
Beschleunigung + + + + + + + +
Bremsen Felgenbremsen mech. Scheibenbremsen mech. Scheibenbremsen mech. Scheibenbremsen mech. Scheibenbremsen mech. Scheibenbremsen mech. Scheibenbremsen mech. Scheibenbremsen mech. Scheibenbremsen
Gewicht in kg 17,5 21 29 17,9 18,5 20 25 22,5 17
Länge aufgeklappt in cm 143 150 178 142 150 130 172 140 112
Faltmaße L/H/B in cm 58/62/33 80/60/45 102/75/57 87/74/50 84/65/43 75/65/45 95/80/45 84/64/41 112/65/30
Klappmechanismus + + + + + + -
Lenker höhenverstellbar?
Für große Fahrer geeignet?
Licht + + + + + + + + + + + +
Schutzblech
Besonderheiten Drehmoment- und Trittfrequenzsensors, USB-A-Anschluss, Haken hält geklapptes Fahrrad zusammen Magnet hält geklapptes Fahrrad zusammen Breite Reifen Akku in der Sattelstange, "Tempomat" Breite Reifen, Nachbau des Mate X Magnet hält geklapptes Fahrrad zusammen Federung im Sattel

Das Spezielle an einem Klapprad ist, nunja, sein Klappmechanismus. So soll ein Klapprad, ob elektrisch oder nicht, zusammengefaltet in der Wohnung oder in der Garage möglichst wenig Platz wegnehmen und in kleine Kofferräume passen. Eines vorneweg: Selbst das Mate X, welches von allen von uns getesteten E-Falträdern mit die größten Faltmaße hat, passt in den kleinen Kofferraum eines Hyundai i20 (2019). Wenn auch knapp. Da sie eigentlich alle in Kofferräume passen, kommen wir im Vergleich: E-Klapprad oder E-Scooter? Und der Sieger ist… zu einem eindeutigen Ergebnis.

Brompton Electric (29 Bilder)

Dass es bezüglich der Faltmaße aber massive Unterschiede unter den E-Klapprädern gibt, zeigt sich, wenn man das Mate X mit dem Faltwunder Brompton Electric vergleicht. Wo das Mate X zusammengeklappt noch in Länge, Höhe und Breite 102 × 75 × 57 Zentimeter einnimmt, kommt das Brompton Electric auf sehr schmale 58 × 63 × 33 Zentimeter. Das liegt auch daran, dass das Brompton gleich dreimal in der Länge klappt, alle anderen in unserem Vergleich beschränken sich auf zweimal. Das sehr günstige DYU D3F klappt lediglich die Lenkstange an und fährt den Sattel in den Rahmen. Der Rahmen faltet hier nicht. Vergleicht man seine Minimalmaße von 112 × 65 × 30 Zentimetern, fällt auf, dass es insgesamt selbst ohne den Rahmen klappen zu können flacher und schmaler ist als das zusammengelegte Monster-E-Klapprad Mate X.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor ist das Eigengewicht des faltbaren E-Bikes. Hier führt wieder das Mate X bezüglich des Maximalwertes unseres Vergleichstests mit stolzen 29 Kilogramm. Das nur eingeschränkt klappbare DYU D3F ist mit 17 Kilogramm das leichteste. Das wahre Gewichtswunder ist aber das Brompton Electric. Schließlich klappt es genial und bietet Features, von denen das DYU D3F nur träumen kann. Aber auch die zwei sehr guten Chinesen Fiido D11 sind mit 17,9 Kilogramm und das Fiido D4S mit 18,5 Kilogramm angenehm leicht. Ein geringes Eigengewicht erleichtert nicht nur das Wuchten in Kofferräume oder das Tragen von Treppen. Es erleichtert auch das Fahren ohne Motor und erhöht die elektrische Reichweite der Fahrräder.

Blaupunkt Fiene 500 (32 Bilder)

Einige Klappräder bieten einen Mechanismus, der sie geklappt zusammenhält. So kann man sie leichter tragen und muss nicht jederzeit befürchten, dass sie sich während des Transports selbstständig öffnen. Das Blaupunkt Fiene 500 und das Xiaomi Himo Z16 lösen das mit einem Magneten am Vorderrad und einer Metallplatte am Hinterrad. Das Brompton Electric nutzt dafür einen Haken, was ebenfalls sehr gut funktioniert.

Als Faustregel gilt: Je größer die Räder, desto besser das Fahrgefühl. Schließlich schlucken größere Räder Unebenheiten, Bordsteine, Schotter und kleine Schlaglöcher einfach weg. Die Reifengröße beträgt bei den von uns getesteten elektrischen Klapprädern 14, 16 und 20 Zoll. 14 Zoll kommen beim Winzling DYU D3F zum Einsatz, 16 Zoll bei den ebenfalls sehr kompakten Brompton Electric, Fiido D2S und Xiaomi Himo Z16. Entsprechend ist das Fahrgefühl beim DYU D3F eher durchwachsen. Damit der Fahrer aufgrund der kleinen Reifen nicht zu sehr durchgeschüttelt wird, hat DYU den Sattel beim D3F gefedert. Das Brompton Electric, das Xiaomi Himo Z3F und das Fiido D2S bieten eine Hinterradfederung, dank der das Fahrgefühl insgesamt gut ist.

Mate X (30 Bilder)

Von den Klapprädern mit 20 Zoll findet man lediglich beim Mate X und dessen China-Klon Fiido M1 eine Federung, dafür gleich vorne und hinten. Das liegt vor allem daran, dass die faltbaren E-Fatbikes auch für das Gelände konzipiert sind. Das wirkt sich sehr positiv auf das Fahrgefühl aus. Mit keinem anderen E-Klapprad in unserem Vergleichstest cruised man entspannter durch die Stadt oder über Feldwege. Am sanften Fahrgefühl haben hier auch die sehr breiten Reifen maßgeblich ihren Anteil.

Nicht jedes E-Klapprad ist auch für größere Personen ab 180 Zentimeter geeignet. Käufer jenseits dieser Körpergröße sollte nicht nur darauf achten, dass der Sattel weit genug nach oben fährt. Für eine ergonomisch sinnvolle Körperhaltung beim Fahren ist auch eine gewisse Höhe des Lenkers wichtig. Das war im Testfeld nicht bei allen Modellen der Fall. Optimal ist es, wenn der Lenker höhenverstellbar ist wie beim Mate X, Fiido D4S und Fiido D2S. Gleich vier Modelle kommen für größere Personen nicht in Frage: Das Blaupunkt Fiene 500, das Fiido D11, das Xiaomi Himo Z16 und das DYU D3F.

Fiido M1 (38 Bilder)

Grundsätzlich raten wir bei einem E-Klapprad zu einer Variante mit Gangschaltung. Das hilft nicht nur bei der Fortbewegung, wenn doch mal der Akku leer ist. Es erleichtert auch das Bezwingen steiler Steigungen und das Mitpedalieren bei der maximalen motorunterstützten Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Die meisten Klappräder haben das Problem, dass ihr kleinster Gang nicht weit genug nach unten reicht, um wirklich steile Anstiege zu bewältigen. Gleichzeitig ist ihr höchster Gang selten hoch genug. Die Anzahl der Gänge ist zwar ein gutes Indiz für die Bandbreite der Übersetzung. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht. Das Brompton Electric ist das einzige E-Klapprad in unserem Vergleichstest, welches eine richtig gute Übersetzung der Gänge bietet. Dies erreicht es dank der Kombination einer Zweigang-Kettenschaltung mit einer Dreigang-Nabenschaltung.

Die Bremsleistung der E-Klappräder überrascht uns positiv. Selbst die allergünstigsten Vertreter bauen auf mechanische Scheibenbremsen vorne und hinten. Häufig finden sich hier gar Markenbremsen von Tektro. In vielen Fällen müssen diese aber vor der ersten Fahrt mit dem mitgelieferten Werkzeug nachjustiert werden. Wer sich das nicht zutraut, sollte in ein Fahrradgeschäft gehen. Interessanterweise setzt das Brompton Electric als teuerster Vertreter im Vergleichstest als einziger auf Backenbremsen. Wir vermuten aus Gewichtsgründen.

Fiido D4S (28 Bilder)

Alle von uns getesteten E-Klappräder haben Motoren mit einer Leistung von 250 Watt. Beim Mate X gibt es jedoch eine Option, einen 750-Watt-Motor zu kaufen. Egal, auch mit der 250-Watt-Variante ist das Mate X das E-Klapprad, welches am kräftigsten beschleunigt. Am wenigsten Schub entwickeln das Xiaomi Himo Z16 und das DYU D3F.

Dabei setzen bis auf das Brompton Electric mit seinem Frontmotor alle auf einen Heckmotor. Das ist grundsätzlich auch die bessere Lösung. Bei einem Frontmotor besteht immer die Gefahr, dass der Vorderreifen beim Beschleunigen durchdreht und das Fahrrad wegrutscht. Uns ist das passiert, als wir mit dem Brompton Electric auf Schotter mit leicht eingeschlagenem Lenker anfuhren.

Xiaomi Himo Z16 (27 Bilder)

Ein Reflektor am Rad ist bei Bikes aus China selten.

Einer der wichtigsten Faktoren für eine hohe elektrische Reichweite ist die Kapazität des Akkus. Diese reicht im Testfeld von mageren 250 Wattstunden beim DYU D3F bis zu massigen 672 Wattstunden beim Mate X. Wenig überraschend ist die maximale reale Reichweite in unseren Tests mit einem Fahrergewicht von 85 Kilogramm, mit Tretunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde, wenigen Höhenmetern und gemischtem Untergrund bei etwa 20 bis 25 Grad Außentemperatur beim Mate X mit etwa 50 Kilometer am höchsten und beim DYU D3F mit 25 Kilometer am niedrigsten.

Fiido D2S (25 Bilder)

Neben der reinen Kapazität und den oben genannten Faktoren spielt aber auch eine entscheidende Rolle, wie leichtgängig das Klapprad rollt. Das hilft auch, wenn man das E-Klapprad mal ohne Motor mit reiner Muskelkraft bewegen will. Hier führt das Brompton Electric das Feld an: Es fährt sich mit ausgeschaltetem Motor hervorragend und kommt trotz eines kleinen Akkus mit einer Kapazität von 300 Wattstunden immerhin 40 Kilometer weit. Auch das Fiido D4S rollt ohne großen Widerstand. Es kommt mit seinem 372 Wattstundenakku auf gut 40 Kilometer.

Wer sein E-Klapprad etwa im Hof stehen lassen und gleichzeitig den Akku in der Wohnung laden will, sollte beim Kauf darauf achten, ein Modell mit Wechselakku zu nehmen. Erfreulicherweise ist der Akku bei den neun getesteten Modellen nur beim Fiido D4S, beim Fiido D2S und beim DYU D3F fest eingebaut.

DYU D3F im Detail (10 Bilder)

Klein und robust – so beschreibt man das DYU D3F wohl am besten.

Wir raten jedem, der sich in Deutschland ein E-Klapprad kaufen will, auf eine Straßenzulassung zu achten. In unserem Test sind das lediglich das Brompton Electric, das Blaupunkt Fiene 500 und das Mate X. Diese Modelle sind mit 3000, 1500 und 1700 Euro allerdings auch die teuersten. Die chinesischen Modelle kosten nur einen Bruchteil, können den Fahrer aber im Falle eines Unfalls oder einer Kontrolle teuer zu stehen kommen. Ein sicheres Indiz, dass ein E-Klapprad keine Zulassung hat, ist das Vorhandensein eines Gashebels. Worauf man beim Kauf achten sollte, erklären wir im RatgeberLegal oder illegal? Alles zu E-Bikes und Pedelecs.

Fiido M1 ab 900 Euro (Kauflink Bangood, Kauflink Geekmaxi)

Fiido D11 ab 850 Euro mit Gutscheincode NhwHZpL8 (Kauflink Geekmaxi)

Fiido D4S ab 600 Euro mit Gutscheincode BGD4S009 (Kauflink Bangood)

Fiido D2S ab 500 Euro (Kauflink Bangood, Kauflink Geekmaxi)

DYU D3F ab 420 Euro mit Gutscheincode BGDYUD3F44GE (Kauflink Banggood)

Chinesische E-Klappräder sind preislich sehr attraktiv. So bietet etwa das Fiido D4S abgesehen von einem wechselbaren Akku so gut wie alles, was man von einem guten E-Klapprad erwartet. Trotzdem raten wir von einem Kauf ab. Wer legal auf deutschen Straßen unterwegs sein will, sollte zu einem Modell mit Straßenzulassung greifen. Das filigrane Brompton Electric ist der Klassenprimus und macht bis auf den vorne statt hinten eingebauten Motor alles richtig. Dafür kostet es über 3000 Euro. Gut und legal ist das Blaupunkt Fiene 500. Dabei kostet es mit 1500 Euro nur die Hälfte. Wer auf der Suche nach etwas Extravaganz ist, könnte mit dem auffälligen Mate X glücklich werden.

Allen, die sich näher einlesen wollen, empfehlen wir einen Blick auf unsere Themenseite E-Bike. Dort sammeln wir neben allen Einzeltests auch jede Menge Ratgeber rund um elektrische Fahrräder. Ein Fahrrad ist bereits vorhanden? Dann könnte man einen Motor nachrüsten. Alle Vor- und Nachteile erläutern wir im Beitrag E-Bike nachrüsten: Billig und illegal zum Pedelec.

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