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Nerf und Recoil: Kaufberatung für Laser Tag daheim

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Nerf und andere Hersteller liefern eine neue Generation an Laser-Tag-Spielen für daheim. TechStage stellt die Systeme vor und gibt einen ersten Eindruck zum Spielspaß.

Laser Tag ist ein einfaches Konzept: Eine oder mehrere Infrarot-Dioden senden einen Strahl aus, der Empfänger registriert den Treffer. Bislang waren diese Systeme oft getrennt, der Sender in einer Pistole, der Empfänger in einer separaten Weste.

Die aktuelle Generation der Laser-Tag-Spiele macht es deutlich einfacher: Der Emitter ist mit dem Empfänger in der Pistole verbaut, ein externer Sensor ist überflüssig. Die zweite große Neuerung ist die Integration mit Smartphones. Begleitende Apps liefern zusätzliche Spielmodi, bieten eine Übersicht zu den Spielern oder sogar virtuelle Upgrades. Wir haben uns die Systeme genauer angesehen.

Die beiden Blaster im Vergleich, links der von Nerf, rechts der von Recoil.
Die Nerf Laser Ops Systeme bringen neben den Blastern auch ein Armband mit, in das sich ein Smartphone einsetzen lässt.

Nerf kennt man vor alle durch die Schaumstoffwerfer in den verschiedensten Ausführungen. Mit den Laser Ops Pro Infrarotpistolen versucht sich das Unternehmen an einer Alternative. Nerf hält es möglichst einfach: Jeweils vier AA-Batterien einsetzen, einschalten und die „Laser”-Schlacht kann losgehen. Die Emitter sitzen dabei im Lauf der „Blaster”, die Empfänger sind darüber angebracht. Mit dem Daumen erreicht man nicht nur den Ein/Ausschalter, sondern auch die Taste, um Teams zu wählen. Zu welchem Team man gehört, zeigt eine farbige LED, die den Empfänger über der Mündung entsprechend farbig leuchten lässt. Auf der Rückseite zeigt ein Kreuz in verschiedenen Farben an, wie viele „Leben” man noch hat, der Pfeil steht für die Ladungen der Waffe. Ist er rot, reicht ein Druck auf die untere Taste – dort, wo normalerweise das Magazin ist – um nachzuladen. Wer zu oft getroffen wird, dessen Waffe setzt kurzzeitig aus.

Der Infrarotempfänger sitzt über dem Lauf.

Im Paket liegt neben den Blastern ein Silikonarmband, in das man sein Smartphone einsetzen kann. Darauf kann man die App für Android oder iOS installieren, die zusätzliche Spielmodi bietet. Wer aber einfach nur eine Runde ballern will, der braucht sie nicht, sondern kann sofort nach dem Einschalten loslegen. Mit der App kommt deutlich mehr Videospiel-Flair: So sieht man per GPS nicht nur den Standort anderer Spieler, sondern kann die Leistung seines Blasters anpassen, Power-Ups sammeln oder sich den Spielstand anzeigen lassen. Alternativ gibt es ein AR-Spiel, bei dem man alleine gegen virtuelle Drohnen kämpft. Dazu braucht man aber eine Halterung, das Silikonarmband aus dem Starterkit reicht dazu nicht.

Gut gefallen hat uns das Design der Blaster. Das futuristische Aussehen sowie die Farbwahl erinnern an das Bioware Rollenspiel „Mass Effect”, zusammen mit den hinterlegten Geräuschen kommt ein Sci-Fi-Feeling auf. Die Waffen erfordern, anders als die bekannten Nerf-Blaster, deutlich mehr Zielgenauigkeit. Ebenfalls für Nerf sprechen die saubere Verarbeitung, die gute Balance der Blaster und der Preis. So bekommt man ein Starterset mit zwei Blastern für um die 30 Euro. Alternativ kann man einzelne Blaster oder ein Gewehr dazukaufen. Die App ist eine nette Ergänzung, aber zum Glück nicht notwendig zum Spielen.

Hasbro Nerf Laser Ops Pro AlphaPoint 2er Pack (E2281)

Nerf Laser Ops Pro, Set

Hasbro Nerf Laser Ops Pro AlphaPoint (E2280)

Nerf Laser Ops Pro, Einzeln

Hasbro Nerf Laser Ops Pro DeltaBurst (E2279)

Nerf Laser Ops, Gewehr

Zum Recoil-Set gehört neben den Blastern auch ein WLAN-Access-Point, über den die Spiele koordiniert werden.

Deutlich taktischer als Nerf sind die Infrarot-Blaster von Recoil. Im Starterpaket liegen neben den Infratrotpistolen ein WLAN-Hub, der wahlweise mit Batterien oder einer Powerbank (Übersicht) betrieben wird. In Kombination mit der Recoil-App für iOS und Android werden damit teilweise sehr komplexe Spielmodi möglich: Bis zu vier Teams mit je vier Spielern können in der Reichweite des Access Points aktiv sein.

An Spielmodi gibt es die klassische Deathmatch-Variante ebenso wie etwa Capture the Flag. Überhaupt fährt Recoil in der App einiges an Features auf: Nicht nur gibt es hier eine Übersicht zu den Spielern und ihren Punkten, auch wurde ein Voice-Chat integriert. Diesen aktiviert man per Daumen hinten am Blaster – sehr praktisch. Wie bei Nerf gibt es bei Recoil virtuelle Upgrades. Damit lassen sich etwa digitale Minen auslegen, um den Gegner den Zugang zu erschweren.

Recoil fühlt sich nicht nur in der App taktischer an, die Blaster unterscheiden sich deutlich von den Nerf-Geräten. Zur Auswahl stehen Pistolen, ein Gewehr oder Granaten. Wir hatten die Pistolen in der Redaktion. Sie fühlen sich wertig an, liegen gut in der Hand und sind deutlich schwerer als die Nerf-Gegenstücke. Das liegt vor allem an dem integrierten Rütteleffekt, der bei jedem Abzug einen Schuss simuliert. Allerdings geht uns der Abzug hier fast zu einfach, gezielte Einzelschüsse gehen meist in ein Dauerfeuer über, mit dem das Magazin zu schnell leer ist.

Recoil hat unter dem Lauf einen Adapter, an dem sich etwa eine Action-Cam anbringen lässt.

Ein Manko fiel uns dann doch am Design auf: An die Blaster kann man links oder rechts die Halterung fürs Smartphone anschrauben. Das verändert aber nicht nur die Balance der Waffe, sondern sorgt unserer Meinung für eine schlechtere Optik. Hier gefällt uns die Nerf-Lösung mit dem Armband besser, auch wenn man dann auf die AR-Funktionen verzichten muss.

Das Recoil-System würden wir vor allem Spielern empfehlen, die regelmäßig in einer größeren Gruppe spielen und zumindest ein bisschen Wert auf Taktik legen. Der Einsatz eines eigenen WLANs ist in jedem Fall interessant. So kann man dort spielen, wo die Handys normalerweise keinen oder schlechten Empfang haben, was interessant Szenarien eröffnet.

Goliath Recoil Starter Set (90515)

Recoil Starter Set

Goliath Recoil RK-45 Spitfire (90517)

Recoil Pistole, einzeln

Goliath Recoil SR-12 Rogue (90516)

Recoil Gewehr, einzeln

Goliath Recoil Frag Grenade (90518)

Recoil Granate

Nerf und Recoil sind nicht die einzigen Anbieter von Laser-Tag-Systemen, unserer Meinung nach sind sie aber mit am weitesten entwickelt, einfach zu bekommen und vor allem preislich interessant. Alternativen gibt es dennoch. Da wäre Laser X von Beluga oder Silverlit Lazer Mad. Diese Systeme nutzen externe Empfänger, die getragen werden müssen, um die Treffer anzuzeigen.

Silverlit Lazer Mad  2-Spieler Set (86845)

Silverlit Lazer, Set

Beluga Laser X Laser Single Set (79001/D)

Beluga Laser X

Dann gibt es noch die Möglichkeit zum Eigenbau. Der Duino Tagger setzt etwa auf ein Arduino-basiertes System. Oder das Miles-Tag-System, das den Schwerpunkt darauf legt, Soft-Air- oder Schaumstoff-Waffen mit den notwendigen Komponenten auszurüsten, um sie in Laser-Tag-Spielen zu verwenden. Aus Deutschland kommt das Projekt Infinitag, ehemals Pewduino. Die Macher wollten ein komplettes Open-Source-System erstellen, mit dem sich jeder seine eigenen Laser-Tag-Systeme nachbauen kann. Leider ist es seit Juni 2018 ruhig geworden, schade, denn das Projekt wirkt sehr vielversprechend.

Nerf wählt ein futuristisches Design für seine Laser-Tag-Blaster.

Man muss nicht Barney Stinson heißen, um Laser Tag lustig zu finden. Gerade wenn man auf Westen oder andere Empfänger verzichten kann, kann man mit den Blastern ziemlich viel Spaß haben. Die Integration der Smartphones ist dabei eine clevere Idee, die man allerdings nicht übertreiben sollte. Recoil und Nerf machen hier einen guten Job. Vor allem bei Nerf ist praktisch, dass man zusätzlich ohne die App einfach los spielen kann.

Der Einstieg von Nerf in diesen Markt macht es schwer für andere Anbieter. Die Blaster sind sauber verarbeitet, die Spielmodi sind spaßig und der Preis ist sehr gut. Zusätzlich verzichtet man auf die Weste oder eine nervige Kabelverbindung. Unsere Hoffnung ist zudem, dass das neue Interesse in Laser-Tag-Systeme die Entwicklung der Open-Source-Projekte wiederbelebt und neu vorantreibt.

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