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Nerdige Gesellschaftsspiele: Das sind unsere Favoriten

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Was tun, wenn einem zu Hause mit den Kindern die Decke auf den Kopf fällt? Richtig, Gesellschaftsspiele helfen. Wir haben unsere leicht nerdigen Favoriten herausgesucht.

In einem Haushalt ist es nicht immer leicht, die Freizeitinteressen der Kinder mit den eigenen unter einen Hut zu bekommen. Hier können Gesellschaftsspiele helfen. Zu den Klassikern gehören Mühle, Kniffel, Mensch ärgere Dich nicht, Dame und so weiter. Aber auch Die Siedler von Catan, Activity, Jenga oder Carcassonne haben wohl viele seit Jahren zu Hause. Doch aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass viele von ihnen mit der Zeit ihren Reiz verlieren. Frischer Spielstoff muss her.

Wir haben uns in der Redaktion umgehört und unsere persönlichen Favoriten herausgesucht, die teilweise von den klassischen Spielprinzipien abweichen und einen leicht nerdigen Wind ins Wohnzimmer bringen. Im besten Fall lernen hier nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen noch etwas hinzu.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zur Beschäftigung und Ablenkung in Zeiten der sozialen Isolation und Corona. Folgende Beiträge und Ratgeber sind bereits erschienen:

Bei Laser Maze, Laser Maze Jr. und Laser Chess aus dem Hause Thinkfun dreht sich alles um – wer hätte es gedacht? – Laser. Kinder lernen hier zum einen das Reflexionsgesetz Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel. Außerdem erfordern die Spiele vorausschauendes Planen beim Setzen der eigenen Steine. Wir empfehlen jeweils ein Mindestalter von sieben Jahren.

Dabei sind Laser Maze und Laser Maze Jr. im Grunde Einspielerbrettspiele. Aber das Lösen der Aufgaben macht auch zu zweit oder dritt viel Spaß. Das Ziel ist es stets, einen Laserstrahl über Spiegel in einen oder mehrere Leuchttürme zu lenken. Dafür arbeitet man die im Schwierigkeitsgrad aufeinander aufbauende Aufgabenkarten ab. Diese platzieren zunächst zum Beispiel Spiegel, Blockiersteine und Laser auf dem Feld. Der Spieler hat außerdem frei verteilbare Spiegel. Gegen Ende sind die Aufgaben durchaus anspruchsvoll.

Laser Maze richtet sich eher an größere Kinder und Erwachsene, während Laser Maze Jr. eine jüngere Zielgruppe adressiert. In der Junior-Variante ist der Laser fest mit dem Spielbrett verbunden, so können Kinder nicht in den Laser schauen und im schlimmsten Fall ihre Augen schädigen. Der Zugang ist etwas leichter, die Karten werden zum Beispiel unter das transparente Feld geschoben. So sehen die Kinder auf einen Blick, welches Teil wo auf dem Feld stehen soll.

Laser Maze, Laser Maze Jr, und Laser Chess in Bildern (28 Bilder)

Laser Maze Jr.

Lazer Chess mischt dieses Prinzip mit klassischem Schach. Lazer Chess ist für zwei Spieler gedacht und macht am meisten Spaß, wenn sich zwei Kontrahenten auf einem vergleichbaren kognitiven Niveau miteinander messen. Das können zwei Erwachsene, aber auch zwei etwas ältere Kinder sein.

Jeder Spieler hat einen Laserturm, einen König und elf weitere Figuren, die meisten davon sind Spiegel. Diese Steine platzieren die Spieler zunächst alle auf dem Feld. Dafür nutzen sie eine von fünf Startaufstellungen aus der Anleitung. Abwechselnd ziehen die Spieler nun eigene Figuren und aktivieren anschließend ihren Laser. Trifft dieser auf eine gegnerische Figur, verlässt die das Spielfeld. Trifft der Laser den gegnerischen König, ist das Spiel vorbei.

Kennt jemand The Oatmeal? Auf der beliebten Comic-Website zeichnen Gründer Matthew Inman und sein Team teilweise derbe Cartoons, welche Alltagsprobleme und aktuelle Themen aufnehmen und sie mit Tieren überzeichnen. Häufig stehen dabei Katzen im Mittelpunkt. So auch beim ersten Kartenspiel Exploding Kittens der Website.

Bei Exploding Kittens hat jeder Spieler zunächst fünf Karten auf der Hand. In jedem Zug spielt man beliebig viele Aktionskarten aus und zieht zum Abschluss eine Karte von Stapel. In diesem versteckt sich immer mindestens eine explodierende Katze. Der Spieler, der diese Karte zieht, ist raus, der letzte Spieler am Tisch gewinnt. Nun gibt es verschiedene Aktionskarten, um das Ausscheiden zu verhindern. Entschärfung neutralisiert die explodierende Katzenkarte, der Spieler mischt sie schließend wieder in das Kartendeck. Wer auf Nummer sicher gehen will, schaut sich mit der Karte Blick in die Zukunft die obersten drei Karten an. Angriff setzt das eigene Ziehen aus, der nächste Spieler muss dafür doppelt ziehen. Die Nope-Karte verhindert so ziemlich jede Aktion anderer Spieler, nur explodierende Kätzchen nicht.

Exploding Kittens NSFW Edition (7 Bilder)

Wir spielen Exploding Kittens in Erwachsenenrunde seit Jahren in der NSFW-Variante. Mit Kindern ab sieben Jahren sollte man eher die normale Version wählen. Ihre Spielmechanik unterscheidet sich kaum, ist aber kinderfreundlicher. Insgesamt macht das Kartenspiel einen frischen und unverbrauchten Eindruck. Sogar zu zweit kommt hier richtig Laune auf. Der meist treffende und zuweilen etwas derbe Humor der Zeichnungen sucht seinesgleichen. Die Erweiterungssets Streaking Kittens und Imploding Kittens bieten neue Aktionskarten und damit mehr strategische Möglichkeiten.

Bears vs. Babies ist das zweite Kartenspiel von The Oatmeal und kommt in einer flauschigen Bärenfellkiste. Diesmal sind nicht Katzen die Wurzel allen Übels, sondern Babys. Hier baut jeder Spieler für sich aus Karten mit Waffen und Körperteilen einen Bären, der sich im Kampf gegen Killer-Babys behaupten muss. Bears vs. Babies setzt dem verrückten Humor von Exploding Kittens die Krone auf, bietet unserer Erfahrung nach aber etwas weniger Langzeitmotivation.

Achtung, die Kartenspiele gibt es je in einer deutschen und in einer englischen Variante.

Eine blaugraugrüne Leichenhand, die zufällig zuschnappt, wenn man versucht, eine Karte aus ihren Griffen zu ziehen? Klingt großartig gruselig. Das ist das Konzept von Zombie, Schnapp! Jeder Spieler hat mehrere Karten, die für Türschlösser stehen. Reihum kann man entweder eine Karte aus dem Haufen ziehen und hoffen, eine Schlüsselhälfte zum farblich passenden Schloss zu finden. Oder man ist mutig und versucht, zwei Karten aus der Zombiehand zu ziehen. Die hat einen mehr oder weniger zufälligen Mechanismus, der die Hand zuschnappen lässt - und wen sie erwischt, der muss ein zusätzliches Schloss öffnen.

In der Praxis sorgt das für Spannung, auch wenn das Spiel vor allem für Kinder sein dürfte, die nicht zu schreckhaft sind. Zu kleinen Kids ist die Hand einfach gruselig, wie Tests im Freundeskreis gezeigt haben.

Zombie, Schnapp! und Descent (5 Bilder)

Zombie, Schnapp!

Wer auf Fantasy, Dungeons und Helden steht, der sollte sich die zweite Edition von Descent ansehen. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Dungeon Crawler für 1 bis 5 Helden. Sie stürzen sich in Kerker und andere Szenarien und versuchen dabei, Aufgaben zu erfüllen und Monstern zu entkommen. Der Spielplan besteht dabei aus verschiedenen Teilstücken, die je nach Mission anders zusammengesetzt werden können. Dazu gibt es zahlreiche Monster und acht Helden aus vier verschiedenen Klassen. Als Belohnungen winken Gold, Ruhm und bessere Ausrüstung.

Normalerweise muss ein Spieler den Overlord spielen, also den Meister der Monster. Doch dank der Road to Legends App für iOS, Android und Steam kann der Computer diesen Teil übernehmen. Alle Spieler können dann kooperativ versuchen, den Rechner zu schlagen. Das funktioniert in der Praxis ziemlich gut. Die App macht die Vorbereitung deutlich einfacher, zeigt die Aktionen der Monster an und verwaltet zudem das Heldeninventar samt Goldvorrat. Dazu kommt ein gut gemachtes Tutorial, das neuen Spielern den Einstieg erklärt. Damit können selbst jüngere Spieler gut zusammen mit ihren Eltern einsteigen.

Wer neben dem Hauptspiel noch Erweiterungen besitzt, kann diese in seine virtuelle Sammlung aufnehmen. Dann nutzt die App sowohl die zusätzlichen Quests wie auch Monster, um sie auf die Spieler zu hetzen. Die deutsche Übersetzung ist dabei sehr gut, lediglich die Vertonung ist Englisch. Neben dem Tutorial sind drei Kampagnen in der App enthalten, dazu kann man für knapp 5,50 Euro weitere Abenteuer kaufen. Wir empfehlen allerdings ein Tablet, ein großes Smartphone oder einen Laptop für die App, da die Texte auf kleinen Bildschirmen teilweise schwer zu lesen sind.

Chrono Bomb und Boomball fordern vollen Körpereinsatz. Bei Chrono Bomb gilt es eine Bombe zu entschärfen, bevor der Countdown abgelaufen ist. Dafür spannt man zunächst mit einem Faden über mehrere Umlenkhaken mit Klammern einen Parcour ab. Diesen gilt es zu überwinden und dabei noch eine oder mehrere Aktionskarten aufzusammeln, bevor man die Bombe per Knopfdruck entschärft. Aber Vorsicht: Der blaue Faden registriert dank optischem Sensor kleinste Berührungen und quittiert diese mit einem Verkürzen des Countdowns oder dem sofortigen Explodieren der Bombe.

Der Aufbau gestaltet sich zunächst schwierig. Schließlich muss man geeignete Stellen finden, an denen die Klammern halten und so anschließend ein nicht zu leichter, aber auch nicht zu schwerer Parcour entsteht. Dann gilt es, den Faden über eine Kurbel zu spannen. Ist er zu locker, funktioniert der Sensor nicht richtig, ist er zu straff, geben die Klammern nach. Auch sollte man darauf achten, dass alle Spieler in etwa die gleiche Körpergröße und einen vergleichbaren Fitnesszustand mitbringen. Kontorsionisten und kleine Kinder mit Körpergefühl sind dabei klar im Vorteil.

Chrono Bomb und Boomball (15 Bilder)

Bei Boomball schießt eine sich horizontal hin und her bewegende Maschine zwölf Tischtennisbälle in den Raum. Zwei Spieler haben je ein Netz am Kopf. Wer mehr Bälle fängt, gewinnt. In der Praxis funktioniert das sehr gut – ausreichend Platz vorausgesetzt. Allerdings ist hier auch Vorsicht geboten: Bei Übermotivation besteht die Gefahr einer Kopfverletzung.

Es muss nicht immer Mensch ärgere Dich nicht! sein. Die Auswahl an spaßigen Alternativen mit dem gewissen Nerdfaktor ist riesig. Unsere Auswahl stellt dabei keinen Anspruch an Vollständigkeit und soll in den nächsten Monaten weiter ausgebaut werden. Ein Spiel soll unbedingt mit rein? Wir freuen uns im Kommentarfeld über Vorschläge.

Die Auswahl hier ist nicht nerdig genug? Dann sind vielleicht Pen & Paper digital: Virtuelle Spieltische für Rollenspieler das Richtige. Keine Lust auf Spiele? Dann könnte unser Beitrag DIY-Projekte und Gadgets gegen Langeweile und Corona-Koller für Inspiration sorgen. Alles Kinderkram, lieber was wirklich Sinnvolles? Wie wäre es dann mit Sport zu Hause: Smart daheim trainieren.

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