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NAS als Multimedia-Station für Musik, Videos, Bilder

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Ein aktuelles NAS ersetzt Spotify, Netflix und Co. TechStage zeigt, worauf es beim eigenen Mediacenter ankommt.

Netzwerkspeicher kann viel mehr, als nur Backups übers LAN zu sichern. Mit den richtigen Programmen werden sie zur digitalen Fotosammlung, streamen Musik oder liefern gespeicherte Filme per LAN oder übers Internet. Die Einrichtung ist dabei oft überraschend einfach. Die notwendigen Tools haben die meisten Hersteller entweder direkt auf dem Gerät vorinstalliert oder sie bieten sie in eigenen App-Stores an. Praktischerweise gibt es gleich die passenden Apps für Smartphones und Tablets.

In diesem Artikel zeigen wir, warum sich das eigene Mediacenter lohnt und worauf Käufer achten sollten. Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt NAS. Dort haben wir bereits eine Kaufberatung für NAS-Interessenten veröffentlicht, erklären, wie man Backups mit Windows durchführt und liefern Vergleichs- und Einzeltests.

Spotify streamt Musik, Netflix und Amazon liefern Videos und Fotos liegen bei Google. Warum sollte man sich also die Mühen machen, das eigene NAS damit zu befüllen? Neben dem offensichtlichen Datenschutz-Aspekt und der digitalen Sicherung eigener Videos (etwa von Hochzeiten) gibt es ein paar weitere Argumente. Zunächst ist da der Speicherplatz. Google bietet dem Nutzer zwischen 15 GByte und 30 GByte in Google Drive kostenlos, Microsoft gibt 1 TByte in Onedrive umsonst her. Wer mehr will, der muss zahlen. Über solche Beschränkungen lachen NAS-Besitzer nur, hier fängt der Speicher unter mehreren TByte Speicher gar nicht erst an.

Serienfans, die viele eigene DVDs besitzen, haben noch einen anderen Grund: die Musik. Zahlreiche Serien, darunter etwa Scrubs, müssen auf Streaming-Portalen aus lizenzrechtlichen Gründen eine andere Musik nutzen, als in der Original-Ausstrahlung oder auf der DVD. Ein anderes Problem ist, dass einzelne Folgen oder ganze Serien immer wieder von den Streaming-Plattformen verschwinden. Wer zum Beispiel Community auf Netflix ansieht, der muss auf die Folge „Advanced Dungeons & Dragons” verzichten. Sie wurde vom Streaming-Dienst entfernt, da einer der Charaktere sein Gesicht schwarz angemalt hatte (Blackfacing). Wer die Serie auf DVD gekauft und auf sein NAS übertragen hat, kann die Folge weiter ansehen.

Asustor AS6302T: Erweitertes Software-Angebot (22 Bilder)

Multimediaseitig bietet Asustor eine Kombination aus Eigen- und Fremdlösungen zur Auswahl. Hier gibt es mit Photo Gallery, Looksgood und Soundsgood zunächst einmal drei selbst entwickelte Programme zum Anzeigen und Verwalten von Fotos, Musik und Videos. Videoinformationen bezieht Looksgood direkt über TMDB und erlaubt das Streamen in den Browser anderer Netzwerkgeräte oder mittels Chromecast, UPnP oder DLNA direkt auf ein Smart TV oder in kompatible (Smartphone-)Apps.

Ein angeschlossener TV-Dongle ermöglicht den TV-Empfang sowie die Verwendung einer TV-Aufnahmefunktion in der Software. Die Nutzung des NAS als Harddisk-Recorders ist ansonsten über die Drittanbieter-App TV Mosaic möglich. Looksgood selbst ist Transcoding-fähig und nutzt die CPU-Beschleunigung beispielsweise für H.265- und H.264-Inhalte – allerdings nur bis zu einer Auflösung von 1080p.

Gleiches gilt für Musik. Wer eine große Sammlung an CDs hat, der will vielleicht gar nicht zusätzlich Geld für Streaming-Dienste ausgeben. Ebenfalls spannend ist es, alte Aufnahmen, etwa von Kassetten und Mix-Tapes, zu digitalisieren und diese Schätze ebenfalls im Netzwerk verfügbar haben.

Die rechtliche Seite bei kommerziellen Produkten regelt die Privatkopie. In Deutschland gilt der Konsens, dass bis zu sieben Kopien für den privaten, nichtkommerziellen Gebrauch hergestellt werden dürfen, solange dabei keine offensichtlich rechtswidrige Quelle zum Einsatz kommt. Zudem darf kein wirksamer technischer Kopierschutz umgangen werden. Sprich, wer seine eigenen CDs oder DVDs digitalisiert, der sollte keine Probleme haben, viele Kaufmedien wurden und werden ohne Kopierschutz verkauft. Wer es einfach mal ausprobieren will, der braucht dazu nur ein DVD-Laufwerk und eine Software wie Vidcoder (heise download). Die ist einfach zu nutzen und liest keine kopiergeschützten Datenträger aus.

Das Warum wäre geklärt, kommen wir zum Wie. Grundsätzlich ist es inzwischen sehr einfach geworden, Multimedia-Daten von einem Gerät auf ein anders zu streamen. Dank dem DLNA-Konsortium, gegründet 2003 von Sony und Intel und 2017 wieder aufgelöst, gibt es einen einheitlichen, industrieweiten Standard. Jedes DLNA-zertifizierte Gerät muss mindestens Universal Plug and Play (UPnP) beherrschen, alle so gekennzeichneten Geräte sind zumindest in den Grundfunktionen kompatibel. Für Anwender bedeutet das konkret: Sind TV und NAS mit dem DLNA-Logo ausgestattet, streamen sie mindestens JPEG-Bilder, LPCM-Audio und MPEG2-Videos zwischen den Geräten. In der Realität sind deutlich mehr Formate machbar, aber das sind die Mindestanforderungen, um das Zertifikat zu bekommen. Dabei ist es oft egal, in was für einem Ausgangsformat die Videos auf dem NAS liegen. Die meisten aktuellen Netzwerkspeicher besitzen so viel Rechenpower, dass sie Videos beim Abspielen von einem eigentlich inkompatiblen in ein unterstütztes Format umwandeln (transkodieren) können.

Der Mediaserver kümmert sich darum, dass Inhalte im Netzwerk bereitstehen.

Die meisten NAS-Hersteller setzen auf diese Grundfunktionen ein eigenes, umfangreiches Mediacenter auf. Diese lassen sich über das Webinterface bedienen und erlauben beispielsweise das Sortieren von Inhalten, das Anlegen von Playlists oder die Umbenennung von Dateien. Dabei ist die Software durchaus ausgefeilt. Moments von Synology kann etwa Gesichter in Fotos erkennen und die Bilder automatisch sortieren. QNAP wiederum hat Cinema28 an Bord, mit dem sich Inhalte vom NAS zentral per Drag & Drop auf Wiedergabegeräte im Netzwerk anzeigen lassen. Sprich: Die Grundfunktionen bringen alle aktuellen NAS-Geräte mit, wer spezielle Features sucht, der sollte sich unseren Vergleichstest: 2-Bay-NAS für Multimedia-Fans und die darin verlinkten Einzeltests ansehen.

Hersteller wie Synology bieten zahlreiche Multimedia-Apps in ihren Verzeichnissen an.

Wer sich tiefer mit dem Thema NAS und Multimedia beschäftigt, der stolpert früher oder später wahrscheinlich über Plex. Das ist eine umfangreiche Multimedia-Software, die als Server und Client arbeitet. Sie erlaubt nicht nur die einfache Verwaltung von jeder Art von Multimedia-Datei, sondern kümmert sich mit der passenden App um die Wiedergabe auf TV, Smartphone oder Tablet. Das klappt im privaten LAN wie im öffentlichen Internet. Grundsätzlich liefert Plex mehr Komfort, wer aber nur per LAN streamen möchte, dem reicht der kostenlose VLC Player, der problemlos mit UPnP-Freigaben zurechtkommt. Das Programm gibt es für Desktop-Betriebssysteme sowie Android und iOS. Übrigens funktioniert VLC auch auf TVs mit Android. Wenn also die Streaming-Funktion des eigenen TVs zickt, ist das eine sehr gute und kostenlose Streaming-Lösung.

Die meisten NAS-Systeme teilen die Funktionen von Mediaserver und Medienverwaltung in unterschiedliche Bereiche auf. Der Mediaserver stellt die Inhalte im Netzwerk bereit, kümmert sich um die passende Transkodierung von Dateien und darum, die freigegebenen Ordner aktuell zu halten. Bei den meisten NAS-Geräten sind passende Ordner vordefiniert, Synology etwa legt direkt nach dem Setup die Ordner photo, music und video an. Meist kann man einschränken, welche Geräte überhaupt Zugriff auf die Inhalte bekommen und bestimmte Profile für die Endgeräte definieren. In vielen Fällen reicht diese Funktion schon aus. Wer dann etwa noch die gesicherten Serien oder Musik in die entsprechenden Ordner kopiert, kann direkt seine Inhalte auf allen kompatiblen Geräten abspielen.

Ein Beispiel wie das System automatisch passende Geräte im Netzwerk findet.

Gerade bei großen Foto- oder Musiksammlungen lohnt es sich aber, die mitgelieferten Multimedia-Tools auszuprobieren. Sie helfen beim Sortieren der Daten und können fehlende Informationen auffüllen. Das lohnt sich vor allem bei Musik, hier können die Tools fehlende Tags auffüllen oder etwa fehlende Albencover nachladen.

Für den Einsatz auf dem Smartphone gibt es die passenden Apps, etwa DS Audio (Synology), AiMusic (Asustor) oder Qmusic (QNAP). Diese zeigen alle Inhalte des NAS an, spielen Playlisten oder einzelne Stücke ab oder kopieren Musik lokal aufs Handy. Das funktioniert analog mit Bildern oder Videos, jeweils mit eigenen Apps.

Multiroom-Systeme können meist direkt auf die Freigaben zugreifen. Sonos (Themenwelt) beispielsweise verbindet sich direkt mit Netzwerkfreigaben, alternativ kann man den Zugang per Plex-App steuern. Yamaha Musiccast (Testbericht) oder Denons HEOS (Testbericht) können UPnP-Quellen direkt einbinden.

Multiroom-Systeme können entweder auf Netzwerk-Freigaben (hier Sonos) oder direkt auf UPnP-Inhalte zugreifen.

Der Zugriff auf die Daten ist nicht aufs lokale Netzwerk beschränkt. Alle größeren NAS-Anbieter betreiben mittlerweile einen Dienst, um die NAS einfach aus dem Internet zu erreichen. Meist gibt’s dabei eine frei definierbare URL, die mit einem dynamischen DNS gekoppelt ist. Abhängig vom Upstream der eigenen Internetverbindung lassen sich so unterwegs Musik, Videos und Bilder abspielen. Allerdings muss einem dann klar sein, dass NAS und Daten theoretisch auch von Fremden im Internet erreichbar sind. Entsprechend sollten starke Kennwörter gesetzt und alle Updates installiert sein.

Wer ein NAS als Multimedia-Station möchte, der kann im Grunde zu allen aktuellen Geräten greifen. Allerdings gibt es immer ein paar Produkte, die extra für Multimedia ausgelegt sind. Asustor AS6302T (Testbericht) oder QNAP TS-251B (Testbericht) haben etwa einen direkten HDMI-Ausgang, mit dem sie Inhalte nicht nur streamen, sondern direkt als Media-Center am TV ausgeben können. Synology setzt auf mehr Leistung, um Funktionen wie die Bilderkennung oder ein schnelles Transkodieren von Videos möglich zu machen.

QNAP TS251B: Produktbilder (17 Bilder)

QNAP liefert das NAS gut gepolstert in einem stabilen Karton.

Eine solide Grundlage bieten die meisten aktuellen Geräte. Man sollte aber im Zweifel gleich auf ein Gerät mit mindestens zwei Festplatten wechseln. Dann ist ein RAID-1-Betrieb möglich, der zwar keine Backups ersetzt, aber die Daten beim Hardware-Ausfall einer Platte zumindest wiederherstellen kann. Gerade für Sammlungen von einmaligen Daten wie Fotos ist das wichtig. Ebenfalls praktisch sind ein oder mehrere USB-Anschlüsse. Daran lassen sich externe Laufwerke zur schnellen Datenübertragung oder -Sicherung anschließen.

Schließlich ist aktuell die Frage, ob die NAS bereits auf einen 2,5-GBit/s-Anschluss setzen sollte. Die Technik kommt derzeit nur langsam in die Endkunden-Geräte, zudem benötigt man den passenden Switch oder Router sowie ein schnelles WLAN, um die höhere Geschwindigkeit wirklich ausnutzen zu können. Hilfreich ist das dann, wenn viele Geräte gleichzeitig auf das NAS zugreifen, etwa in einem kleinen Büro. Wer nur ein paar Lieder streamt oder ein Video auf dem TV anzeigen lässt, der braucht den schnelleren LAN-Anschluss wahrscheinlich noch nicht. Wer sich die Option offenhalten möchte, der sollte sich das QNAP TS-251D ansehen. Das besitzt einen PCI-Express-Slot zum Nachrüsten der Funktion.

Beim Speicherplatz sollte man nicht unter 4 TByte gehen, lieber sogar etwas mehr. Die Festplatten in den NAS-Geräten lassen sich zwar einfach wechseln, im Nachhinein aufzurüsten kann aber sehr zeitintensiv und nervig sein. Mehr dazu haben wir im Vergleich: Die beste Festplatte fürs NAS von 4 bis 12 TByte.

Das eigene Netflix, das eigene Spotify und alle wichtigen Fotos unter der eigenen Kontrolle – mit aktuellen NAS-Geräten lässt sich dies relativ einfach umsetzen. QNAP, Synology oder Asustor bringen auf der Software-Seite alles für ein eigenes Mediacenter mit. Parallel dazu fallen die Preise für Festplatten weiter, so dass man sich über genügend Speicherplatz nicht viel Gedanken machen muss.

Dazu kommen zahlreiche weitere Programme, etwa Plex oder Media-Server wie Kodi. UPnP und DLNA sind weit verbreitet, so dass man bei TVs, Smartphones oder vernetzten Lautsprechern eigentlich fast immer einen Weg findet, die Inhalte vom NAS statt lokal abzuspielen.

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