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NAS-Kaufberatung: richtigen Netzwerkspeicher finden

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Netzwerkspeicher kosten ab unter 100 Euro. Neben der Hardware unterscheiden sich vor allem die Software-Features. Wir zeigen, wie man die richtige NAS findet.

NAS, Network Attached Storage, ist inzwischen weit mehr als nur ein Speicherplatz im LAN. Die Geräte arbeiten als Server, stellen Webdienste zur Verfügung, sind Media-Zentralen oder eine private Cloud. Preislich geht es ab unter 100 Euro los, nach oben ist es mehr oder weniger offen. In der Preisspanne gibt es zahlreiche Modellversionen, so dass man sich leicht verirren kann. Unsere Kaufberatung soll helfen, sich im Dschungel der Netzwerkspeicher zurecht zu finden.

Dieser Beitrag gehört zu unserer Themenwelt rund um Consumer- und Mittelklasse-NAS-Speicher. Hier sind bereits folgende Artikel und Tests erschienen:

Der Ursprung der Netzwerkspeicher findet sich im professionellen Arbeitsumfeld. Mittlerweile sprechen viele Hersteller auch Privatanwender mit Modellen an, die insbesondere im Bereich Multimedia viel zu bieten haben. Ein NAS-System ist weit mehr als nur ein reiner Netzwerkspeicher: Es handelt sich dabei vielmehr um einen kleinen PC mit viel Speicherplatz, einem vom Hersteller selbst entwickelten Betriebssystem und vielen speziell für den Betrieb im Netzwerk zugeschnittenen Funktionen.

Zu den bekanntesten Anbietern für Privatanwender zählen QNAP (Übersicht) und Synology (Übersicht), welche auch die breiteste Modellpalette in unterschiedlichen Leistungs- und Funktionsklassen anbieten. Beide sind für eine aufgeräumte Benutzeroberfläche, einen einfachen Einstieg mit vielen geschickt integrierten Hilfestellungen und einen breit gefächerten Funktionsumfang bekannt. Als Überraschung der letzten Testreihe entpuppte sich Asustor AS6302T (Testbericht): Der Hersteller liegt mittlerweile auf Augenhöhe mit den beiden Platzhirschen. Buffalo und Zyxel konzentrieren sich auf den preisgünstigen Einsteigerbereich und bedienen Kunden, denen es vor allem auf die Funktion als Netzwerkspeicher ankommt.

Auch die Festplattenhersteller selbst sind in im NAS-Bereich aktiv: Seagate hat mit dem Personal Cloud getauften Gerät ebenfalls eine bewusst einfach gehaltene, DLNA-Streaming-fähige Backup-Lösung im Angebot. WD geht mit der My Cloud einen Schritt weiter und bietet für die Systeme auch Drittanbieter-Apps wie etwa zur Verwaltung von Multimedia-Daten oder ein Wordpress-Plugin an. Hochpreisige Geräte anderer Hersteller wie etwa Drobo, Netgear oder Thecus wenden sich vornehmlich an professionelle Anwender.

Am Anfang des NAS-Kaufs steht die Frage nach der Anzahl der benötigten Festplatteneinschübe: Ein preiswertes 1-Bay-NAS reicht zum bloßen Speichern und zur Multimedia-Wiedergabe aus und erfordern nur den Erwerb einer einzigen, zusätzlichen Festplatte. Da entsprechende Modelle einzig den Einsteigerbereich bedienen, bieten sie aber auch nur sehr knappe Leistungsreserven.

Viele NAS, wie etwa bei der Synology DS218+, haben Einschübe für die Fesplatten.

Wer etwas mehr investieren will, fährt mit einem 2-Bay-Modell besser: Entsprechende Geräte gibt es mit unterschiedlicher Hardwareausstattung in mehreren Preis- und Funktionsklassen. Allen gemein ist die Möglichkeit zum RAID-1-Betrieb der Festplatten, welcher die Daten auf beide Laufwerke spiegelt. Dadurch steht auch nur der Speicherplatz eines Laufwerks zur effektiven Nutzung zur Verfügung. Der Vorteil: Fällt ein Laufwerk mit einem Defekt aus, sind alle Dateien weiterhin verfügbar. Einige NAS-Systeme bieten die Möglichkeit, ein Ersatzlaufwerk via Hot-Swapping einzuschieben und dann einen automatischen Wiederaufbau des RAID-Verbunds zu starten. Das ersetzt zwar kein ordentliches Datensicherungskonzept, erhöht aber die Datenverfügbarkeit.

Landen keine wichtigen Daten auf dem NAS, ist auch der Festplattenbetrieb im JBOD-Modus möglich: Dann steht die gesamte, addierte Speicherkapazität aller Laufwerke zur Verfügung. Lediglich ein RAID 0 für mehr Datendurchsatz ist fast immer Humbug: Fällt eine Festplatte aus, sind die Daten weg und ein einzelner, moderner Festplattenspeicher ist bereits gegenwärtig oft schneller als der Datendurchsatz über einen Gigabit-Ethernet-Port.

Wer Wert auf die Ausfallsicherheit seines Netzwerkspeichers legt, greift zu speziellen NAS-Festplatten: Seagates Ironwolf (Pro), Toshibas N300 und WDs Red (Pro) verfügen über eine speziell für das Einsatzszenario angepasste Firmware und sind für den Dauerbetrieb geeignet. Das schlägt sich unter anderem auf die mittlere Betriebsdauer zwischen zwei theoretischen Ausfällen (MTBF) beziehungsweise die mittlere Betriebsdauer bis zum Ausfall (MTTF) und den Erwartungswert für Lesefehler wieder. Die Pro-Modelle von Seagate und WD verfügen über fünf statt drei Jahre Garantie, Toshibas N300 stammt von denselben Fertigungslinien wie die teureren Enterprise-Festplatten. Dementsprechend fallen Qualitätskontrollen und die Soll-Werte bei den Fertigungstoleranzen auch strenger als bei einer normalen Desktop-Festplatte aus, darüber stehen nur noch die Enterprise-Modelle selbst. Im Artikel „Vergleich: Die beste Festplatte fürs NAS von 4 bis 12 TByte“ stellen wir die unterschiedlichen Festplatten vor und zeigen die Leistung der verschiedenen Speichergrößen vor.

Lautlose SSDs machen aufgrund der hohen Anschaffungskosten in den meisten Fällen nur als zusätzlicher Cache Sinn: Höherwertige NAS-Systeme verfügen teils über einen PCI-Express-Slot und erlauben so den Einsatz von M.2-SSDs über eine Low-Profile-Trägerkarte. Das ermöglicht ein flüssigeres Arbeiten, ist aber vor allem für Power-User relevant. Geschwindigkeit ist kein limitierender Faktor. Die klassischen Festplatten sind immer noch schnell genug, der limitierende Faktor ist in diesem Fall der Netzwerk-Anschluss. Die Tabelle zeigt den Übertragungs-Speed bei unverschlüsselten Datentransfer.

Datentransfer, unverschlüsselt
Asustor AS6302T QNAP TS-251B Synology DS218+ TerraMaster F2-420
Kopiertests unverschlüsselt unverschlüsselt unverschlüsselt unverschlüsselt
2000x 128 KByte: Lesen 26,2 MByte/s 25,4 MByte/s 27,6 MByte/s 15,9 MByte/s
2000x 128 KByte: Schreiben 10,5 MByte/s 14,1 MByte/s 16,4 MByte/s 2,0 MByte/s
600x 2,5 MByte: Lesen 80,4 MByte/s 84,2 MByte/s 88,7 MByte/s 68,6 MByte/s
600x 2,5 MByte: Schreiben 65,1 MByte/s 68,0 MByte/s 72,6 MByte/s 27,3 MByte/s
1x 7,94 GByte: Lesen 118,1 MByte/s 118,2 MByte/s 117,6 MByte/s 108,4 MByte/s
1x 7,94 GByte: Schreiben 116,3 MByte/s 117,2 MByte/s 117,0 MByte/s 94,5 MByte/s
Gemischter Ordner (9,53 GByte): Lesen 02:41 min 02:40 min 02:33 min 03:34 min
Gemischter Ordner (9,53 GByte): Schreiben 04:41 min 03:54 min 03:36 min 16:36 min

Alle NAS-Systeme eignen sich als Netzwerkspeicher. Der grundlegende Zugriff erfolgt entweder über (Netzwerk-) Protokolle wie FTP und WebDAV für den Zugang von außen oder SMB (Windows), AFS (Apple) und NFS (Linux) zur Direkteinbindung als Netzwerklaufwerk unter dem jeweiligen Betriebssystem beziehungsweise den Intranet-Zugriff. Um das Modell problemlos außerhalb des lokalen LAN oder WLAN erreichen zu können, ist je nach eigenem Internetanschluss zwingend auf IPv6-Unterstützung zu achten. Einige ältere Modelle unterstützen nur das überholte IPv4-Protokoll. Bietet der eigene Internetprovider IPv4 nur über DS-Lite-Tunneling an, bleibt der Netzwerkspeicher unter Umständen unerreichbar. Ansonsten erhält das NAS über einen herstellereigenen oder einen Drittanbieter-DNS-Dienst eine Adresse, unter der es über das Internet erreichbar ist.

Die Netzwerkspeicher sichern nicht nur PC oder Notebook, sondern bringen oft auch Apps für mobile Geräte.

Zur Sicherung von Daten vom NAS selbst auf einen externen Speicher haben viele Modelle mit USB-3.0-Anschluss eine einfach einzurichtende One-Click-Lösung parat: Speicherlaufwerk via USB anstöpseln, auf einen daneben liegenden Taster drücken und schon startet ein Sicherungsvorgang vom NAS auf den externen Speicher . Backups vom PC auf einen Netzwerkspeicher sind ebenfalls möglich, Apple-User achten dabei auf Time-Machine-Kompatibilität. Die meisten Hersteller liefern Programme zum Download mit.

Viele NAS-Systeme bieten die Möglichkeit, den kompletten Inhalt auf ein zweites Gerät an einem anderen Standort zu spiegeln. Modelle, welche das Btrfs-Dateisystem unterstützen, bieten erweiterte Schutzfunktionen vor korrupten Dateien und eine inkrementell arbeitende Snapshot-Funktion ist die ultimative Lösung zur Datensicherung: Dadurch ist eine blitzschnelle Sicherung des gesamten Systems möglich, teils einschließlich einer Versionierung einzelner Dateien. Auch in diesem Punkt unterschiedet sich die Herangehensweise einzelner Hersteller sehr stark mit jeweils eigenen Stärken und Schwächen, die an sich bereits einen ganzen Artikel füllen könnten.

Der Großteil der NAS-Systeme integriert eine einfache Möglichkeit zur Anbindung an gängige, öffentliche Cloud-Dienste wie etwa Dropbox, Google Drive oder Microsoft Onedrive. Das erlaubt die Synchronisation von Daten auf dem NAS mit einem entsprechenden Cloudspeicher – etwa als doppelte Absicherung wichtiger, lokal vorgehaltener Daten. Im Zuge der wachsenden Bedenken gegenüber öffentlichen Anbietern bietet sich aber auch die Verwendung des NAS als private Cloud an: Asustor, QNAP und Synology bieten dazu jeweils ihre ganz eigene Software für PCs und Smartphones an, welche eine bequeme Integration des NAS erlaubt, wie sie von den öffentlichen Clouds gewohnt ist. Dazu gehört auch die automatische Synchronisation von Daten und natürlich die Zugriffsmöglichkeit von außerhalb des lokalen Netzwerks.

Die Anforderungen an die Hardware fallen gering aus: Beim Zugriff von nur einem Anwender reicht schon eins der Einsteigermodelle, die typischerweise über 512 MByte RAM und einen Zweikern-Prozessor auf ARM-Basis setzen. Snapshots können allerdings mehr Arbeitsspeicher voraussetzen. Anspruchsvollere Szenarien erfordern eine leistungsstärkere CPU: Bei der AES-256-Datenverschlüsselung auf dem NAS kann ein schneller, x86-kompatibler Prozessor mit AES-NI-Modul zur Hardwarebeschleunigung des Verschlüsselungsvorgangs ganz entscheidend dazu beitragen, dass die Datentransferraten nicht einbrechen. Hier kommen im Privatanwendersegment üblicherweise Intel-Celeron-Prozessoren mit zwei oder vier Rechenkernen zum Einsatz. Achtung: Einstiegsmodelle wie etwa Buffalos LS520D (Testbericht) unterstützen von Haus aus keine Dateiverschlüsselung.

Die grundlegendste Multimedia-Funktion stellt ein auf dem NAS laufender DLNA-Server bereit, den auch nahezu alle aktuell auf dem Markt erhältlichen Modelle an Bord haben. Dieser streamt Musik, Videos oder Bilder auf DLNA-kompatible Endgeräte wie PCs, Smartphones oder Smart-TVs. Erweiterungspakete zur Verwaltung der Multimediadaten sorgen für ein Plus an Komfort und rufen automatisch fehlende Cover oder Metainformationen wie das Erscheinungsdatum aus einer Internet-Datenbank ab. Neben ihren eigenen Programme integrieren fast alle Hersteller umfangreiche Multimedia-Suites von Drittanbietern wie etwa den Plex Media Server, das Kodi Media Center oder TV Mosaic zur Videoaufzeichnung. Der Einsatz eines Bluetooth-USB-Adapters erlaubt es zudem in vielen Fällen, Musik kabellos und direkt aus der jeweiligen Audio-Software des NAS heraus auf ein Lautsprechersystem zu übertragen. Das Führen von Kompatibilitätslisten mit einem Vollständigkeitsanspruch ist angesichts der Fülle verfügbarer Adapter unmöglich, hier hilft oft nur das Trial-and-Error-Prinzip weiter. NAS-Systeme, die eine entsprechende Funktion bieten, kommen jedoch erfahrungsgemäß mit den meisten USB-Dongles zurecht. Eine zusätzliche Chromecast- oder Airplay-Kompatibilität erlaubt das Streamen auf entsprechende Hardware von Google oder Apple.

Die meisten NASen bieten die notwendigen Programme, um als Multimediazentrale zu arbeiten. Hier das Beispiel von QNAP.

Externe Video- und Audioanschlüsse erlauben die kabelgebundene Signalausgabe auf Lautsprecher oder einen Fernseher. Geeignete HDMI-Ports und Klinkenbuchsen finden sich zwar bei einigen höherpreisigen Netzwerkspeichern, sind aber nicht die Regel. Verfügt ein NAS über einen Videoausgang, lässt es sich als eigenständiger, kleiner Multimedia- und Office-PC nutzen. Dazu implementieren Hersteller wie Asustor oder QNAP eine gesonderte Benutzeroberfläche, die wiederum eigene Erweiterungspakete erfordert und somit nicht auf das ganze Funktionsarsenal zurückgreifen kann. Die USB-Anschlüsse des Netzwerkspeichers ermöglichen die Verwendung von Tastatur und Maus beziehungsweise Touchpad, die Grafikausgabe erfolgt auf einen Monitor oder ein TV-Gerät. Somit stellt das NAS idealerweise einige typische Funktionen eines Smart-TVs, einige Multimedia-Pakete wie etwa Plex und gleichzeitig ein eigenes, kleines Office-Paket zur Verfügung. Richtig viel Spaß macht der Einsatz als eigenständig laufende Multimedia-Zentrale im Zusammenspiel mit einer Fernbedienung, welche einige Hersteller als optionales Zubehör anbieten. Falls eine entsprechende Smartphone-App verfügbar ist, kann dieses ebenfalls die Funktion einer Touch-Fernbedienung übernehmen.

Wer auf exotischere Dateiformate als MP3, WAV oder MPEG-2 setzt, sollte sich zuvor informieren, ob das Wunschmodell die Wiedergabe überhaupt unterstützt. Das gilt auch für die Videotranskodierung, also die On-the-fly-Konvertierung eines Videos vom NAS in eine geringere Auflösung, um den Datenverkehr zu minimieren. Das macht insbesondere dann Sinn, wenn der Nutzer Filme über eine volumenbegrenzte Mobilfunk-Flatrate auf sein Smartphone streamen möchte. Günstige NAS-Systeme unterstützen teilweise nur Software-Transcoding, dass aber für eine Echtzeitwiedergabe viel zu langsam ist, den kleinen Prozessor dementsprechend 100-prozentig auslastet und zumindest bei der Echtzeitwiedergabe für Aussetzer und Ruckler sorgt. Netzwerkspeicher aus der oberen Mittelklasse bieten hingegen eine Hardware-Beschleunigung der Transkodierung und rechnen 4K-Videos beispielsweise auf 720p herunter, bevor sie diese zur ruckelfreien Wiedergabe über das Netzwerk übertragen. Hier gibt es allerdings signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen NAS-Systemen: Während Synologys DS218+ (Testbericht) problemlos mit 4K-Videos im H.265- (HEVC) und dem älteren H-264-Format (AVC) zurechtkommt, kann die Hardwarebeschleunigung von Asustors AS6302T (Testbericht) nur mit Full-HD-Material umgehen. Eine praktische Übersicht zu diesem Thema in Verbindung mit dem eigenen Programm bietet der Multimedia-Software-Anbieter Plex an. Die Modellseiten der einzelnen Hersteller sind diesbezüglich leider oft wenig informativ, so dass sich interessierte Käufer vorab an den Hersteller-Support wenden sollten.

Multimedia-Anwendungen stellen völlig andere Anforderungen an das NAS als reine Backup-Jobs und die Bereitstellung gespeicherter Daten über das Netzwerk. Da die Entwicklung nicht stillsteht, macht es in diesem Einsatzbereich wenig Sinn, ein möglichst günstiges Gerät mit sparsamer Konfiguration zu wählen. Besteht der Plan, mehr als nur eine Handvoll Erweiterungen parallel zu installieren und greift zusätzlich mehr als nur ein Nutzer zur gleichen Zeit auf den Netzwerkspeicher zu, stellt eine ARM-basierte Quadcore-CPU oder ein x86-kompatibler Zweikerner samt mindestens einem oder besser noch gleich zwei Gigabyte RAM das Minimum dar. Im Zweifelsfall gilt: Liebe ein paar Euro mehr investieren als in ein bis zwei Jahre nicht mehr mit der Leistung zufrieden sein. Erfahrungsgemäß intensiviert sich die NAS-Nutzung nach der ersten Inbetriebnahme, damit steigen mittelfristig auch die eigenen Ansprüche.

An Fortgeschrittene richten sich Funktionen zur Virtualisierung von Betriebssystemen: Der Anwender installiert das gewohnte Windows, eine beliebige Linux-Distribution oder auch ein anderes Betriebssystem über ein System-Image als virtuelle Maschine auf dem NAS. Welche davon genau ein Modell unterstützt, zeigt ein Blick in die entsprechenden Dokumentationen des Herstellers. Allerdings ist die Funktion anspruchsvoll und setzt zumeist eine vorherige RAM-Aufrüstung auf mindestens 4 GByte voraus. Idealerweise kommt hierbei auch eine stärkere CPU zum Einsatz, als sie in der gehobenen Mittelklasse für Privatanwender zu finden ist: Quadcore-Prozessoren sind nicht unbedingt nötig, aber im Hinblick auf die Leistung sinnvoll, um der VM beispielsweise ein Minimum von zwei CPU-Kernen und mindestens 2 GByte Arbeitsspeicher zuweisen zu können. Einsteiger-Geräte und die untere Mittelklasse haben daher entsprechende Funktionen gar nicht erst mit an Bord.

Eine der derzeit beliebtesten Nerd-Spielwiesen ist zudem die Unterstützung von Docker-Containern: Docker ist ein eigenes Programm, das auf jeder der NASen angepasst sein muss. Docker bietet den Vorteil, dass sich komplexe Programme samt ihrer Abhängigkeiten in einer Datei bündeln und verteilen lassen. Anwender laden den Container ins Programm und können anschließend das jeweilige Programm nutzen. Dadurch eröffnen sich insbesondere zusätzliche Möglichkeiten, um Apps auf dem NAS laufen zu lassen, die der Hersteller selbst gar nicht unterstützt. Die Einrichtung ist voraussetzungsreich, aufgrund der hohen Beliebtheit gibt es aber mittlerweile eine Vielzahl sehr guter Dokumentationen im Web.

Wer sich lieber erst einmal auf die Hersteller-Erweiterungen und den zum persönlichen NAS kompatiblen Drittanbieter-Lösungen beschränken möchte, wird auf der Suche nach zusätzlicher Software aber auch im Download-Bereich auf dem NAS selbst fündig. Egal ob Content-Management-Systeme wie Typo3, spezielle Backup-Lösungen wie etwa Acronis True Image, Videoüberwachungs-Software, Office-Programme oder Erweiterungen, um den eigenen, kleinen Web-Shop ans Laufen zu bringen – gerade im (semi-)professionellen Bereich zeigen die Netzwerkspeicher ihre ursprüngliche Verankerung im professionellen Sektor und weisen eine Vielzahl an teilweise höchst unterschiedlicher Software auf.

Es gibt keine NAS, die alle Ansprüche für alle erfüllt. Entsprechend kann man nicht sagen, wie viel Geld man in die Hand nehmen muss. Die Preise richten sich nach den technischen Spezifikationen, der Leistung und nicht zuletzt dem verfügbaren Speicher. Leergehäuse sind entsprechend billiger, aber es kommen noch die Kosten für Festplatten hinzu. Um eine Übersicht zu bieten, geben wir hier die Preise für populäre Leergehäuse und fertige Speicherlösungen an

Synology DiskStation DS218+,  2GB RAM, 1x Gb LAN

Synology DiskStation DS218+

Synology DiskStation DS218j, 1x Gb LAN

Synology DiskStation DS218j

QNAP Expansion Unit TR-004, USB-C 3.0

QNAP TR-004

QNAP Turbo Station TS-231P, 2x Gb LAN

QNAP Turbo Station TS-231P

Buffalo LinkStation 220, 1x Gb LAN (LS220DE)

Buffalo LinkStation 220

ZyXEL NAS326, 1x Gb LAN

ZyXEL NAS326

Synology DiskStation DS119j, 1x Gb LAN

Synology DiskStation DS119j

Western Digital My Cloud Home   4TB, 1x Gb LAN (WDBVXC0040HWT)

Western Digital My Cloud Home 4 TByte

QNAP Turbo Station TS-128A, 1x Gb LAN

QNAP Turbo Station TS-128A,

Western Digital My Book Live   2TB, 1x Gb LAN (WDBACG0020HCH)

Western Digital My Book Live 2TByte

Buffalo LinkStation 510D   2TB, 1x Gb LAN (LS510D0201)

Buffalo LinkStation 510D 2TByte

Seagate BlackArmor NAS 110   2TB, 1x Gb LAN (ST320005MND10G-RK)

Seagate BlackArmor NAS 110 2 TByte

Synology DiskStation DS218+   8TB, 2GB RAM, 1x Gb LAN

Synology DiskStation DS218+ 8 TByte

Western Digital My Cloud EX2 Ultra   8TB, 1x Gb LAN (WDBVBZ0080JCH)

Western Digital My Cloud EX2 Ultra 8 TByte

Buffalo LinkStation 220   8TB RAID, 1x Gb LAN (LS220DR0802)

Buffalo LinkStation 220 8 TByte

Western Digital My Cloud Home Duo   8TB, 1x Gb LAN (WDBMUT0080JWT)

Western Digital My Cloud Home Duo 8 TByte

QNAP Turbo Station TS-231P2-4G   8TB,  4GB RAM, 2x Gb LAN

QNAP Turbo Station TS-231P2-4G 8 TByte

Western Digital My Cloud EX4   8TB, 2x Gb LAN (WDBWWD0080KBK)

Western Digital My Cloud EX4 8 TByte

Eine NAS ist eine sinnvolle Erweiterung für fast jedes Netzwerk. Nicht nur kann man damit das Thema Backup für PCs, Notebooks und mobile Geräte abdecken. Dank der Erweiterungen und zusätzlichen Software-Pakete können moderne NAS-Geräte zahlreiche Dienste im eigenen Web bereitstellen. Das reicht von einem Multimedia-Server über eine Groupware bis hin zu einem IRC- oder Voice-Chat-Server. Die Programme lassen sich leicht installieren und sind meist simpel einzurichten.

Wer damit herumbasten will, sollte gleich zu den leistungsfähigeren Geräten greifen. Die bieten genügend Ressourcen, um mehrere Programme und Dienste zeitgleich laufen zu lassen.

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