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Mobile Gaming: Alles für perfektes Zocken unterwegs

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Wer unterwegs spielen, aber keine zusätzliche portable Spielkonsole kaufen möchte, hat mit Smartphones eine gute Basis. Wir zeigen, wie das Gaming-Erlebnis noch besser wird.

In der Bahn, auf dem Schulhof, im Wartezimmer oder einfach auf der Couch: Zocken ist nicht nur für Kinder, sondern zieht sich durch alle Altersklassen. Konsolen – egal ob fürs Wohnzimmer oder für unterwegs – kosten allerdings extra, und zwar nicht zu wenig. Zum Glück hat heute jeder ein Smartphone und die kleinen Taschencomputer sind inzwischen sogar für Hard-Core-Gamer interessant. So haben es Mobiltelefone vom Lückenfüller sogar in eSports-Ligen geschafft, in denen professionelle Teams in Titeln wie Fifa oder Fortnite um hohe Geldbeträge und Ruhm kämpfen.

Eine Überraschung ist das nicht, schließlich haben moderne 3D-Shooter nichts mehr mit den pixeligen Java-Games von vor 15 Jahren zu tun. Möglich macht das unter anderem die Hardware, die inzwischen neben starken Acht-Kern-Prozessoren auch echte 3D-Darstellung erlaubt und viel Speicher bietet.

Grundsätzlich eignen sich zum gelegentlichen Zocken alle Mittelklasse-Smartphones ab einem Preis von rund 250 bis 300 Euro (Die besten Smartphones 2020 bis 300 Euro). Damit laufen alle 2D-Spiele flüssig und mit mehr oder weniger stark reduzierter Grafik auch die meisten 3D-Spiele. Wer viel spielt, sollte aber tiefer in die Tasche greifen. Denn die höheren Ausgaben schlagen sich nicht nur in stärkerem Chipsatz mit kräftigeren CPUs und GPUs nieder, sondern außerdem in mehr Speicherplatz für Games, mehr Arbeitsspeicher für flüssigere Wiedergabe und in besseren Displays. Dann gibt es etwa OLED statt LCD für kräftigere Farben und bessere Kontraste, die Auflösung liegt bei mindestens Full-HD+, die Bildwiederholungsfrequenz des Screens steigt und auch andere für Spiele relevante Punkte wie die Qualität des Lautsprechers (oder besser: der Lautsprecher) verbessern sich.

Grundsätzlich raten wir für Hard-Core-Gamer, die ein “normales” Oberklasse-Smartphone haben wollen, zu Smartphones mit möglichst großem Display mit OLED-Screen, mindestens Full-HD+-Auflösung und am besten 90 Hertz oder mehr. Auch eine hohe Abtastrate des Panels ist für genaue Steuerung interessant. Als Chipsatz empfehlen wir derzeit nur Spitzenmodelle wie Qualcomm Snapdragon 865(+), Huawei Kirin 9000 oder Apple A14. Sie bringen automatisch die für Spiele wichtigen Top-Grafikbeschleuniger mit. Beim Arbeitsspeicher sollten es aktuell mindestens 6 GByte bei Android-Modellen sein, der interne Speicher sollte für maximalen Genuss nicht unter 128 GByte liegen und auf schnelle UFS-Technologie setzen. Wegen des großen Geschwindigkeitsunterschiedes zwischen Festspeicher und Speicherkarten raten wir grundsätzlich, von der Installation auf Micro-SD-Karten abzusehen, sofern das überhaupt möglich ist.

Wer das Smartphone auch an Fernseher oder Monitor anschließen will, sollte auf entsprechende Ausgänge per Kabel (USB C oder gar HDMI) oder Software (etwa Miracast) achten. Stereolautsprecher erhöhen zudem unterwegs die Immersion. Für langanhaltenden Spielspaß sollte der Akku außerdem möglichst stark sein – unter 4000 mAh sind unpassend. Wer Online-Games zocken will, sollte außerdem auf gute 4G- (LTE) oder gar 5G-Verbindungsgeschwindigkeiten achten.

Zu den günstigsten Modellen, die im Alltag tolle Highend-Smartphones mit guter Kamera und unterwegs richtig gute Spielekonsolen sind, gehört das Xiaomi Mi 10 (Testbericht) in der Version mit Snapdragon 865, 8/128 GByte Speicher, 6,7 Zoll großem OLED-Display mit 90 Hz und 4780 mAh starkem Akku. Das Gerät ist schon für unter 500 Euro zu haben.

Unter 600 Euro liegt das Oneplus 8 (Testbericht), das Oneplus 8 Pro (Testbericht) liegt noch deutlich darüber. Das Non-Pro bietet weitgehend ähnliche Technik wie das Xiaomi Mi 10, kommt darüber hinaus aber mit 12 GByte RAM und 256 GByte internem Speicher. Das neuere Oneplus 8T ist kaum teurer, bietet zu diesem Preis aber nur 8/128 GByte Speicher. Dafür bietet der Screen eine höhere Abtastrate und 120 statt 90 Hz.

Das Samsung Galaxy S20 Plus (S20 , S20+ oder S20 Ultra kaufen?) bietet für knapp 700 Euro zwar erneut nur 8/128 GByte Speicher, dafür aber ein OLED-Display mit 1440p-Auflösung und 120 Hz. Im Alltag ist außerdem die Triple-Cam mit zusätzlichem Teleobjektiv praktischer als bei den zuvor genannten Modellen.

Die Apple-Modelle nehmen einen ganz eigenen Platz in unserer Auflistung ein. Bei ihnen ist zumindest bei aktuellen Geräten Hardware kein Ausschlusskriterium, da Apple seine Software viel gezielter auf die iPhone-Hardware abstimmen kann. Das erlaubt vergleichbare Leistung bei teils schwächerer Ausstattung.

Neben den “normalen” Spitzen-Smartphones, die sich dank ihrer sehr guten Hardware für Alltagseinsatz und Gaming gleichermaßen eignen, gibt es noch die Gaming-Smartphones. Dank ihrer herausragenden Hardware sind sie natürlich ebenfalls für den Alltagsgebrauch hervorragend gerüstet, richten sich aber mit Zusatz-Features in erster Linie an Gamer. Zur Zusatzausstattung gehören etwa besondere Kühlsysteme, um der Spitzen-Hardware auch längere Zeit volle Leistung abverlangen zu können, besondere optische Merkmale wie LED-Beleuchtung und zusätzliche Tasten, etwa Schultertasten wie bei Gamepads von Spielkonsolen. Manche Hersteller bieten für ihre Gaming-Smartphones sogar ansteckbare Gamepads oder spezielle Ansteck-Hardware wie aktive Kühler oder Lautsprecher an.

Displays von Gaming-Smartphones unterstützen inzwischen gerne 144 Hz und haben mit 16 GByte RAM so viel Arbeitsspeicher wie ein normaler PC. Darüber hinaus bieten Gaming-Smartphones meist besondere Software-Features wie spezielle Game-Modi. Die erlauben nicht nur eine maximale Ausnutzung der Hardware-Ressourcen, sondern blocken auf Wunsch eingehende Nachrichten und Anrufe während des Spielens und erlauben sogar Live-Streaming. Zudem gibt es Aufzeichnungs-Funktionen oder gar Makro-Features, mit deren Hilfe Tastenkombinationen in Spielen mit nur einem Klick ausgelöst werden können. Da Gaming-Smartphones eher zu den Nischengeräten zählen, sind sie mitunter schwer zu bekommen.

Xiaomi Black Shark 3 (Pro)

Xiaomi hat den Größten - und zwar Bildschirm, zumindest in diesem Vergleich. Satte 7.1 Zoll misst der OLED-Screen des Black Shark 3 Pro, zudem bietet er 1440p-Auflösung, allerdings “nur” 90 Hz Bildwiederholungsrate. Es verfügt nicht über den neuesten Snapdragon 865+, sondern den etwas langsameren Snapdragon 865, der von üppigen 12 GByte RAM unterstützt wird. Leistungsprobleme kommen mit dieser Combo nicht auf. Spiele landen im 256 GByte großen, internen UFS-3.0-Speicher und für ausreichende Akkulaufzeiten sorgt ein mit 65 Watt ladbarer Akku mit 5000 mAh. Schultertasten sind mit dabei, außerdem spezielle Software-Features, die die Möglichkeit bieten, Spiele-Einstellungen während einer Gaming-Session mittels Sprachbefehlen anzupassen. Das etwas kleinere Xiaomi Black Shark 3 mit 8/128 GByte Speicher gibt es schon für unter 500 Euro.

Einige Gaming-Smartphones bieten spezieles Zubehör

Nubia Red Magic 5G

Das Nubia Red Magic 5G kostet aktuell um 600 Euro und bietet trotz des vergleichsweisen niedrigen Preises alle typischen Gaming-Funktionen. Neben Gaming-Software zählen dazu im Querformat etwa Schultertasten, allerdings nur L2 und R2, nicht aber L1 und R1 wie bei einem typischen Controller. Zudem müssen sich Käufer mit gelegentlichem Sprach-Kauderwelsch abfinden, immer wieder mal gibt es Einblendungen in Englisch oder gar Chinesisch statt Deutsch.

Davon abgesehen bietet das Gaming-Smartphone einen Snapdragon 865 mit bis zu 12 GByte RAM, ein 6,65 Zoll großes OLED-Display mit erweiterter Full-HD+-Auflösung und 144-Hz-Wiedergabe sowie 256 GByte UFS-3.0-Speicher. Ein Stereolautsprecher sorgt für kräftigen Sound, er übertönt locker das leise Surren des eingebauten Lüfters, der das Nobia Red Magic vor Überhitzung beim Dauerzocken schützen soll. Der Akku ist mit 4500 mAh etwas knapp dimensioniert, er lädt dafür mit bis zu 55 Watt flott wieder auf.

Asus ROG Phone 3

Mit dem Asus ROG Phone 3 geht es langsam Richtung Gaming-Olymp für unterwegs. Der Hersteller baut den aktuell schnellsten Qualcomm-Chipsatz ein, den Snapdragon 865+, und kombiniert ihn mit sagenhaften 16 GByte Arbeitsspeicher. Damit ist das Asus-Modell eines der schnellsten Smartphones überhaupt. Als Display kommt ein OLED-Screen mit 6,6 Zoll und erweiterter Full-HD-Auflösung sowie 144-Hz-Wiederholungsrate zum Einsatz, Spiele finden im bis zu 512 GByte großen UFS-3.1-Speicher Platz. Eines der Highlights ist der äußerst kräftige Stereo-Sound, zudem legte Asus an den Gaming-Modus Hand an und erweiterten ihn um etliche Features im Vergleich zur Konkurrenz. Die AirTrigger genannten Schultertasten lassen sich beliebig programmieren und unterstützen unter Anderem Wischgesten.

Wem das nicht reicht, der sollte spätestens beim Anblick des Lieferumfangs zufrieden sein. Darin befindet sich nämlich unter anderem der AeroActive Cooler 3, der bequem an das Smartphone angeschlossen werden kann und es dann bei langen Zocker-Sessions um bis zu 4 Grad Celsius herunterkühlt. In der großen Ausstattungsvariante gehört das ROG Phone 3 zu den teureren Smartphones, der Preis liegt bei 750 bis 1000 Euro. Dafür bekommt man hier gegen Aufpreis viel speziell auf das Smartphone zugeschnittenes Zubehör wie das TwinView Dock III mit Zusatz-Display und Akku für stolze 215 Euro (Straßenpreis). Zwingend nötig ist der Zusatzakku nicht, das ROG Phone 3 kommt mit 6000 mAh zum Kunden, dessen 30 Watt maximale Ladestärke allerdings etwas mickrig ist.

Lenovo Legion Phone Duel

Das Lenovo Legion Phone Duel ist gerade erst vorgestellt worden und zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung noch gar nicht auf dem Markt. Die Eckdaten sind beeindruckend: Das OLED-Display ist 6,65 Zoll groß, bietet eine Auflösung von 2340 × 1080 Pixel und eine Bildfrequenz von 144 Hz. Als Antrieb setzt der Hersteller auf den neuesten Chip, den Snapdragon 865+ in Kombination mit bis zu 16 GByte RAM. Der schnelle UFS-3.1-Speicher ist in der größten Variante 512 GByte groß und der zweigeteilte Akku kommt auf insgesamt 5000 mAh. Er lässt sich auf Wunsch über zwei USB-C-Kabel gleichzeitig laden, damit kommt das Gerät auf 90 Watt und eine Ladezeit von nur rund 30 Minuten.

Spannend ist die Frontkamera, die im Querformat mittig nach oben aus dem Smartphone ausfährt. Damit können Gamer in 4K/30 live Streamen. Über das Gaming-Hub lassen sich zahlreichen Spiele-Funktionen anpassen, darunter die markanten Sensor-Schultertasten.

Die von uns genannten Smartphones haben eins gemein: Sie kosten locker 500 Euro aufwärts. Wer nur gelegentlich in der Bahn spielt und daran Gefallen gefunden hat, kann allerdings auch mit günstigeren Smartphones sein Spielerlebnis optimieren: mit Zubehör. Zu günstig sollten Smartphones wie oben erwähnt für guten Spielspaß allerdings nicht sein, da dann meist die Hardware einfach nicht ausreicht.

Griffe, Halterungen und Hüllen

Der Touchscreen ist zwar im Alltag gut für die Bedienung des Smartphones, bei Spielen klagen viele Gamer aber über mangelndes Feedback von virtuellen Sticks und Buttons und darüber, dass man im Eifer des Gefechtes schnell abrutscht. Abhilfe schaffen hier Fingerlinge oder Fingerhülsen aus Gummi für wenig Geld, die den Grip verbessern. Ebenfalls sehr günstig sind kleine Mini-Joysticks, die entweder per Saugnapf oder Klemme auf das Display gepappt werden und dort als physisch greifbares Bedienelement der eigentlich digitalen Steuerknöpfe auf dem Display dienen.

Auch manche Smartphone-Hülle verbessert die Handhabung und erleichtert so das Spiel oder verlängert die Akkulaufzeit. Manche kühlen aktiv das Smartphone und verhindern sogenanntes Throtteling, also Leistungsverlust durch Überhitzung des Mobiltelefons. Sogenannte Gaming-Grips bieten zudem die typischen Hörnchen, die wie bei einem Game-Controller gut in der Hand liegen und so das Spielegefühl aufwerten.

Controller und Gamepads

Konsolen ohne Game-Controller sind undenkbar und auch für das Smartphone gibt es sie. Je nach Modell werden die per Bluetooth oder USB-Kabel mit Smartphone und bisweilen alternativ auch PC oder Spielekonsole verbunden und liefern je nach Variante nicht nur die Standard-Tasten zum Spielen, sondern etwa auch die Android-Steuerungstasten für Home, Zurück und Taskmanager. Darüber hinaus bieten manche Modelle die Möglichkeit, das Smartphone daran zu befestigen, um quasi nur noch einen Gegenstand in der Hand zu halten - praktisch. Wenn dann auch noch ein Extra-Akku für längere Gesamtlaufzeit sorgt, ist die Welt für den Mobile-Gamer fast schon perfekt.

Fans der Nintendo Switch dürfen sich auch unterwegs mit dem Smartphone freuen: Es gibt nämlich Gamepads, die seitlich an das Mobiltelefon gesteckt werden und dann richtige Hardware-Steuerelemente bieten. Das Display ist dann in der Mitte und nicht wie bei Controllern über dem Steuerungsgeschehen. Grade hierbei sollten Käufer aber darauf achten, dass die Gamepads auch zur Größe des Smartphones passen, zumal diese Art der Steuerungsverbesserung meist an den USB-Port des Handys angeschlossen werden müssen.

VR für unterwegs

Virtual Reality findet immer mehr Verbreitung und auch wenn die große VR-Welle bei Smartphones längst wieder abgeebbt ist, gibt es sie noch: VR-Brillen fürs Handy. Die Preise variieren dabei von wenigen Euros für sogenannte Cardboards bis hin zu dutzenden Euros für wesentlich hochwertigere Brillen wie eine Samsung Gear VR. Der Vorteil des abgeklungenen Hypes: Solche Modelle gibt es inzwischen gebraucht zu sehr niedrigen zweistelligen Preisen.

Sound

Wer den oftmals dünnen Sound von Smartphones aufpeppen will, wird bei Bluetooth-Lautsprechern oder Headsets fündig. Dabei bieten selbst günstige Boxenmodelle oftmals eine Freisprechfunktion, um ggf. mit anderen Gamern kommunizieren zu können. Besser klappt das natürlich mit Bluetooth-Headsets, in unserem Ratgeber zu günstigen True-Wireless-Headsets sollte auch für den kleinen Geldbeutel etwas dabei sein. Wichtig ist, dass Smartphone und Kopfhörer über den AptX-Codec für geringe Latenz verfügen.

Bild

Zugegeben: Lautsprecher fürs Handy schränken die Mobilität der Mobilfunkgeräte deutlich ein, gleiches gilt auch für Bildschirmlupen. Wer aber zuhause zockt, wer sich darüber sicherlich freuen. Die Bildschirmlupen versprechen dabei eine Vergrößerung der Darstellungsfläche um mehrere Zoll, so wird schnell aus dem 6-Zoll-Panel ein 10 oder gar 12-Zoll-”Bildschirm”. Wegen des Aufbaus ist bei der Nutzung ein Gamepad zu empfehlen.

Maus und Tastatur

Wer ausschließlich am Smartphone spielt und gar keinen PC zuhause hat, sollte sich einmal nach Möglichkeiten umschauen, Maus und Tastatur anzuschließen. Die gibt es in Form kleiner Hubs und auch per Bluetooth ist das bisweilen möglich. Zudem bieten manche Oberklasse-Smartphones ab Werk entsprechende Möglichkeiten. Samsung hat dafür etwa Dex im Angebot, mit dessen Hilfe Inhalte vom Smartphone auf einem großen Display mit angepasster Oberfläche dargestellt werden können. Dann ist Maus- und Tastatursteuerung möglich, das klappt auch in einigen Games.

Strom

Spielen fordert Prozessor und Grafikchip, entsprechend ist der Smartphone-Akku schnell leergesaugt. Abhilfe schaffen hier sogenannte Powerbanks, die es in verschiedensten Ausführungen, etwa wasserdicht, mit Solarbetrieb (Solarstrom für Gadgets) oder zum kabellosen Laden (Kabellos Energie: Qi-Powerbanks ab 10 Euro im Vergleich) gibt.

Google Stadia, Playstation Now, Shadow (Testbericht) und GeForce Now – das sind die großen Anbieter von Streaming-Diensten für Gamer. Dabei stellen die Unternehmen Hochleistungsrechner zur Verfügung, auf denen die Spiele ausgeführt werden. Anschließend werden die Inhalte als Daten an ein Endgerät wie einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone geschickt. Im Gegenzug schicken die Nutzer dieser Endgeräte ihre Eingaben auf dem gleichen Weg zurück und steuern so den Rechner, der vielleicht am anderen Ende der Welt steht, fern. Cloud-Gaming nennt sich das und erlaubt es Zockern, die ein zu schwaches Endgerät haben, um darauf die neuesten Triple-A-Titel mit vollen Grafikdetails spielen zu können, diese eben doch darauf zu genießen. Denn die eigentliche Berechnung läuft woanders, die Spieler sehen quasi nur einen interaktiven Live-Stream.

Das bietet neben viel niedrigerem Hardware-Bedarf auch andere Vorteile: Es fallen keine Updates an, die groß und zeitaufreibend herunterzuladen sein können und auch die einzelnen Spiele müssen nicht mehr direkt gekauft werden. Zumindest nicht bei allen Anbietern. Hauptproblem ist die Bandbreite der verfügbaren Datenverbindung. Ist die zu schlecht, sinkt die Bildqualität und die Befehlsumsetzung verzögert sich – gerade in Echtzeitspielen wie Shootern ist das ein NoGo.

Als grobe Richtlinie gelten 10 MBit/s im Download für 720p-Gaming, für 1080p sollten es rund 20 MBit sein und 4K benötigt wenigstens 40 MBit. Mehr schadet natürlich nie. Neben der reinen Datengeschwindigkeit ist auch die Verbindungsqualität ausschlaggebend für reibungsloses Gaming per Stream. Geschwindigkeitsschwankungen sind Gift für ordentliche Darstellung und flüssiges Spielvergnügen, denn Buffern, also das Vorausladen von Inhalten wie bei Video-Streaming, ist nicht möglich. Schließlich ist nie im Voraus klar, was der Spieler als nächstes tun wird.

Als dritter Punkt ist die Latenz ausschlaggebend. Denn zusätzlich zur Latenz, die selbst auf einem Highend-Gaming-Rechner zuhause zwischen Tastendruck und Ausführung liegt, kommt noch einmal eine Verzögerung durch den Datenversand hinzu. Das alles bedeutet im Klartext: Da auf dem Smartphone-Display 720p-Übertragung zur Not ausreicht, ist auch mit LTE theoretisch Zocken per Cloud-Gaming möglich. Zumindest in Gebieten mit guter Netzabdeckung. Gerade auf dem Land, wo selbst DSL oder Kabel längst nicht überall zu haben ist, dürfte das nahezu unmöglich sein. Unsere Kollegen von c’t haben sich Cloud-Gaming im Detail angeschaut.

Gaming auf dem Smartphone bietet längst mehr als fallende Klötzchen und Piep-Sounds. Stattdessen lassen sich heute grafisch hochanspruchsvolle Triple-A-Titel auch unterwegs spielen – entweder direkt auf dem Smartphone berechnet, oder per Stream nur darauf dargestellt. Ein Problem bleibt aber immer noch die Steuerung über den Feedback-losen Touchscreen oder die zu geringe Display-Größe - für alles gibt es mehr oder weniger sinnvolle Lösungen, die wir in diesem Artikel aufgeführt haben.

Wer mehr zu den einzelnen Themen wissen möchte, sollte sich Einzeltests und entsprechende Ratgeber auf unserer Seite anschauen. Exemplarisch seien hier die besten Smartphones bis 300 Euro (Ratgeber), Solarstrom für Gadgets (Ratgeber) oder die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer (Ratgeber) genannt.

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