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Mit dem richtigen Selfie Stick zur perfekten Aufnahme

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Der als Deppen-Zepter verspottete Selfie Stick kann großartige Ergebnisse liefern. Wir zeigen clevere Sticks, die einen echten Nutzwert haben.

Für Foto-Smartphones (Bestenliste) und Actioncams (Vergleichstest) gibt es jede Menge mehr oder weniger sinnvolles Kamerazubehör (Ratgeber). Für all jene, die hauptsächlich Videos aufnehmen lohnt sich die Investition in ein Gimbal (Vergleichstest). Dieses gleicht Bewegungen aus und ermöglicht professionell stabilisierte Aufnahmen. Als Alternative bietet sich hier die Nutzung der Mini-Kamera DJI Osmo Pocket (Testbericht) mit integriertem Gimbal an. Allerdings sind die mechanischen Halterungen verhältnismäßig teuer, klobig und nur bedingt für echte Aktionaufnahmen geeignet.

Da die Bildstabilisierung der Kameras immer besser wird, bieten sich deshalb Selfie Sticks als Alternative an.

Selfie Sticks sind vor allem durch die Nutzung mit dem Smartphone bekannt. Für Youtube, Tiktok, Instagram oder Facebook sind sie ein beliebtes Hilfsmittel um Fotos aus der Ferne zu machen oder das Bild zu stabilisieren. Doch auch für Actioncam-Nutzer ist der Mehrwert der Griffstangen unumstritten. Der Selfie Stick ist nicht nur deutlich bequemer zu halten, er erweitert außerdem die Perspektivwahl. Die meisten Sticks nutzen zur Befestigung eine klassische Stativschraube – auf dieser können alle möglichen Adapter oder Kameras aufgeschraubt werden. Andere Versionen kommen direkt mit dem für Actioncams typischen Gopro-Mount oder lediglich einer Klemmhalterung für Smartphones.

Die Handgriffe gibt es in ganz unterschiedlichen Längen zwischen etwa 15 und 300 cm. Während sehr kurze Sticks lediglich für ein besseres Handling der Kamera geeignet sind, verhelfen die längeren Versionen zu einem deutlich vergrößerten Abstand zum Motiv. Durch die Verlängerung des Armes sind so bessere Selbstporträts und Aufnahmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln möglich. Was man beim Kauf immer beachten sollte, ist eine ausreichend kompakte Bauform. Die eigene Erfahrung zeigt, dass große und schwere Selfie Sticks meist nur theoretisch mehr Möglichkeiten bieten. In der Praxis bleiben zu klobige Modelle häufig zu Hause. Kurze Sticks und Handgriffe, die in jede Tasche passen, sind deshalb meist die bessere Wahl.

Der Qualitätsunterschied zwischen billig und teurer ist klar ersichtlich.

Die meisten Modelle bestehen aus Aluminium. Das Material ist ab einer gewissen Stärke ausreichend stabil, ohne dabei zu schwer zu sein. Noch leichter und ebenso stabil, dafür allerdings teurer, sind Versionen aus Carbon. Sehr kurze Sticks bestehen gar nur aus Kunststoff. Dieser ist jedoch weniger haltbar und letztlich nur für kurze Griffe geeignet.

Günstige Selfie Sticks bestehen aus ineinandergeschobenen Metallröhren und sind ähnlich wie alte Antennen aufgebaut. Der Nachteil dieser Variante ist die eingeschränkte Stabilität. Die einzelnen Bestandteile sind weder vernünftig gegen das Verdrehen um die eigene Achse noch gegen versehentliches Zusammenschieben gesichert. Für ein kurzes Selbstporträt reicht das, viel mehr ist aber nicht drin. Kommt die Griffstange bei Sportaufnahmen, bei starkem Wind oder bei sonstigen anspruchsvolleren Situationen zum Einsatz, sollten die einzelnen Stick-Teile unbedingt fest arretierbar sein.

Wer nur Smartphone-Aufnahmen macht, für den lohnt es sich ein Modell mit beigelegter oder integrierter Bluetooth-Fernbedienung. Diese vereinfacht das Handling zusätzlich und ermöglicht Aufnahmen ganz ohne Timer.

Bei sehr seltener Nutzung mit dem Smartphone tun es zur Not die billigen Varianten aus Supermarkt oder Tankstelle. Diese gibt es sowohl mit als auch ohne Bluetooth-Fernbedienung. In manchen Fällen ist eine einfache Kabelfernbedienung mit Klinkenstecker verbaut. Die klassische Kopfhörerbuchse ist zwar nur noch selten verbaut, kann aber per Adapter nachgerüstet werden. Der Vorteil hier: Die Kabelfernbedienung braucht keinen Strom und funktioniert immer. Für die Nutzung mit einer Actioncam sind diese Fernbedienungen allerdings nicht geeignet.

Materialermüdung führt zu einem Riss im Kunststoff – hier würde man sein teures Smartphone nur ungern hineingeben.

Die sehr günstigen Modelle eignen sich nur für Fotos und kurze Videoclips ohne viel Bewegung. Beim Kauf eines solchen Billigheimers sollte man unbedingt regelmäßig die Stabilität überprüfen. Insbesondere die Kunststoffteile an der Smartphonehalterung sind anfällig für Materialermüdung, was zu Beschädigungen oder der Zerstörung von Smartphone oder Actioncam führen kann. Bedenkt man die Preise für hochwertige Kamera-Smartphones (Bestenliste), würden wir aus eigener Erfahrung heraus immer etwas mehr in den Selfie Stick investieren.

Bei häufiger Nutzung, Sportaufnahmen und für schwere Smartphones, beziehungsweise Actioncams, ist deutlich mehr Stabilität nötig. Dies dient zum einen dem Schutz der Kamera, zum anderen der zuverlässigen Bedienung. Es frustriert, wenn die Aufnahme durch einen sich einfahrenden oder verdrehenden Selfie Stick ruiniert wird. Für einen guten Stick sollten ausfahrbare Modelle unbedingt arretierbar sein. Das klappt entweder per Schnappverschluss oder mit einer Drehverriegelung.

Diese Sticks unterscheiden sich der Form des Griffs und in der Art der Arretierung.

Die Griffe der allermeisten Sticks sind rund; häufig sorgt eine Schaumstoffummantelung für zusätzlichen Grip. Noch zuverlässiger und auf Dauer weniger ermüdend sind ergonomisch geformte Handgriffe aus Gummi.

Als besonders praktisch haben sich Griffverlängerungen mit integriertem oder beigelegtem Standfuß erwiesen. Neben Selfie-Aufnahmen ermöglicht diese Variante schicke Gruppenfotos oder Langzeitaufnahmen, wie mit einem klassischen Stativ. Für eine bessere Mobilität empfehlen wir bei langen Griffstangen eine Version mit aufgeschraubtem Standfuß. Bei kurzen Modellen ersetzen die Stativfüße den üblichen Handgriff.

Ist kein Standfuß integriert, sollten die Selfie Sticks zumindest über ein Stativgewinde verfügen.

Für Aufnahmen am oder auf dem Wasser empfehlen wir schwimmfähige Sticks oder Griffe. Verliert man seine Kamera, so schwimmt sie an der Wasseroberfläche statt zu versinken. Für Aufnahmen unter Wasser sind sie wegen des Auftriebs nur bedingt geeignet.

Dank des Griffs ist diese Actioncam schwimmfähig.

Für Heavy-User empfehlen wir Varianten mit integrierter Powerbank und USB-Anschluss. Diese verhältnismäßig schwere Variante ersetzen die üblichen Griffstangen oder dient als Ergänzung zum eigentlichen Selfie Stick. Dank der zusätzlichen Power sind deutlich mehr und längere Aufnahmen möglich. Das ist sowohl unterwegs als auch bei mehrstündigen Zeitrafferaufnahmen extrem praktisch. Wer sich so einen Powerbank-Stick zulegt, sollte darauf achten, dass er mit einem Schraubgewinde ausgestattet ist, um ihn auf einem Stativ befestigen zu können.

Die integrierte Powerbank verlängert die Nutzungsdauer von Actioncam und Smartphone.

Reichen die üblichen 90 bis 140 cm Stick-Lange nicht aus, dann kommen letztlich nur XXL-Modelle mit einer Gesamtlänge von bis zu 300 cm infrage. Es ist zwar theoretisch möglich, mehrere Selfie Sticks übereinander zu schrauben, dafür sind sie aber schlicht nicht ausgelegt. Die auf der Verbindungsstelle auftretenden Kräfte sind einfach zu groß. Das Ergebnis sind entweder wackelige Aufnahmen oder zwei kaputte Griffstangen inklusive einer defekten Kamera oder einem in Scherben liegenden Smartphone. Wer wirklich hoch hinaus will, sollte sich die Einsteigerdrohne DJI Mavic Mini (Testbericht) genauer ansehen.

Unsere Erfahrung mit einem drei Meter langen Selfie Stick aus nicht arretierbaren Carbonstangen ist zwiespältig. Der erstaunlich leichte Stick passt im eingefahrenen Zustand immerhin in jeden Rucksack und ist dementsprechend mobil. Durch die fehlende Arretierung rutschen die einzelnen Segmente allerdings gerne mal unbeabsichtigt zusammen oder verdrehen sich. Durch die Länge ist die Konstruktion außerdem weniger verwindungssteif, was dazu führt, dass sich die Stange teils bedenklich stark durchbiegt. Die Kamera wirklich ruhig zu halten ist so geradezu unmöglich. Solche XXL-Varianten sind im besten Fall eine Ergänzung für kürzere Selfie Sticks.

Dieses Foto entstand mit einem 3-Meter-Stick und einer 360-Grad-Kamera.

Selfie Sticks, egal in welcher Ausführung, sind ein sinnvolles Zubehör für jeden, der häufig filmt und fotografiert. Bedenkt man die Preise für hochwertige Kameras und Smartphones, sollte man allerdings nicht zu sparsam sein. Ein Totalverlust aufgrund eines defekten Billig-Sticks ist sehr ärgerlich und unnötig teuer. Vernünftige Selfie Sticks sind ab etwa 15 bis 20 Euro erhältlich.

Wir empfehlen entweder den Kauf eines sehr kurzen Handgriffs mit integriertem Stativ oder einer arretierbaren Griffstange mit zusätzlichem Standfuß. Am flexibelsten sind Modelle mit Stativschraube. Sind ein Gelenk oder ein Kugelkopf verbaut, sollte diese auf jeden Fall aus Metall bestehen, um ausreichend stabil zu sein.

In der Redaktion haben wir beispielsweise mit den Modellen von Huawei, Insta360, Manfrotto und Xiaomi gute Erfahrungen gemacht.

Für alle die häufig und viel mit der Kamera arbeiten, lohnt auch die Investition in einen Selfie Stick mit integrierter Powerbank.

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