3D-Drucker: hochauflösende Resin-Drucker ab 180€ | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

3D-Drucker: hochauflösende Resin-Drucker ab 180€

von  // 

3D-Drucker mit SLA-Technik bestechen mit ihrer grandiosen Druckauflösung und massiv gefallenen Preisen. Wir zeigen, bei welchen Druckern sich der Kauf lohnt.

Für Tabletop-Figuren oder sonstige kleine und hoch detaillierte Druckerzeugnisse sind 3D-Drucker, die mit zähflüssigem Harz arbeiten, deutlich besser geeignet als die weitverbreiteten und noch günstigeren Geräte mit der Filament-Schmelztechnik (FDM). Der Grund ist die sehr hohe Druckauflösung; dafür muss man aber mit stinkenden Chemikalien hantieren. Wer die Arbeit mit flüssigem Harz und Isopropanol nicht scheut, bekommt anfängertaugliche Drucker ab 180 Euro.

SLA steht für Stereolithographie, solche Drucker arbeiten nach einem einfachen Prinzip: Eine UV-Lichtquelle belichtet flüssiges Harz durch ein hochauflösendes Display und härtet es so schichtweise an den gewünschten Stellen aus. Die einzelnen Layer sind mit 0,01 bis 0,2 mm so dünn, dass sie mit dem Auge kaum zu erkennen sind. Zum Vergleich: Günstige FDM-Drucker bauen Modelle aus Schichten zwischen 0,1 und 0,4 Millimetern aus geschmolzenem Kunststoff auf.

Der Haken an der SLA-Technik: Der Bauraum ist vergleichsweise klein, man kann also keine großen Modelle drucken. Außerdem ist das Hantieren mit Harz und Reiniger nervig und das Druckmaterial ist teurer als die Filamentrollen für FDM-Drucker.

Zum Thema 3D-Drucker sind unter anderem folgende Artikel erschienen:

In unserer Liste mit SLA-Druckern befinden sich lediglich zwei bekannte Markenprodukte. Der Grund hierfür ist die extreme Preisdifferenz und die, zumindest auf dem Papier, sehr ähnliche Ausstattung. Drucker von Xyzprinting oder Formlabs sind mit über 1000 Euro um ein Vielfaches teurer als die günstigen China-Modelle. Wie unser Test des SLA-Druckers Elegoo Mars (Testbericht) zeigt, muss günstig nicht schlecht bedeuten. Das 250-Euro-Modell hat uns positiv überrascht, und den nervigen Umgang mit dem Harz nehmen einem auch die Geräte der 1000-Euro-Klasse noch nicht vollständig ab.

Die Hersteller haben mittlerweile reagiert und so gibt es für die Reinigung neuerdings halbautomatische Waschstationen. Das 210-Euro-Modell Wash&Cure von Anycubic macht einen durchdachten Eindruck.

Die für Privatanwender erschwinglichen SLA-Drucker kommen alle von überwiegend chinesischen Herstellern wie Anycubic, Anet, Wanhao, Longer oder Sparkmaker. Diejenigen, die sich bereits mit FDM-Druck beschäftigt haben, kennen davon zumindest einige Namen. Wie so oft bei China-Ware sind einige der Geräte auch unter anderen Produktbezeichnungen erhältlich. Der Sparkmaker taucht beispielsweise auch unter der Bezeichnung Fesjoy im Preisvergleich auf.

Die folgende Übersicht zeigt einen Großteil der derzeit in Deutschland erhältlichen SLA-Drucker im Einsteiger- und Mittelklassesegment.

Die maximale Größe der Druckerzeugnisse bei SLA-Druckern ist deutlich kleiner als bei Filament-Druckern. Beim günstigen Modell, dem Anycubic Photon Zero, beträgt die maximale Größe gerade einmal 95 × 54 × 150 mm. Der Wanhao Duplicator D8 hat mit 190 × 120 × 180 mm zwar mehr Platz, er kostet aber auch bedeutend mehr.

Mit dem durchschnittlichen Platzangebot der FDM-Drucker (etwa 200 × 200 × 200 mm) kann das nicht mithalten. Doch ist größer automatisch besser? Das kommt letztlich nur darauf an, was gedruckt werden soll. Für Modellbauzubehör oder Tabletop-Figuren tut es ein kleiner Bauraum, wer eine hübsche Vase für den Wohnzimmertisch oder Besteckeinlagen für Schubladen drucken will, kommt damit aber nicht klar.

Für die Druckqualität sind die Schichtdicke (z-Achse) und die Auflösung des über der UV-Lichtquelle verbauten Display-Panels entscheidend. Von der Schichtdicke ist abhängig, wie lange der Druckvorgang dauert und wie filigran das Ergebnis entlang der z-Achse aussieht. Druckerzeugnisse mit sehr kleinen Schichten sehen besser aus, benötigen aber mehr Zeit. Drucke mit dicken Schichten sind schneller fertig, die Abstufungen sind dann aber deutlich zu erkennen. In der Praxis geht es also auch bei der SLA-Technik um einen guten Kompromiss aus Druckqualität und Zeit. Aus eigener Erfahrung ist eine Schichtdicke von 0,05 mm empfehlenswert. Unsere Tests mit dem Elegoo Mars sehen super aus; der zeitliche Aufwand ist überschaubar. Der Druck der auf USB-Stick beigelegten Schachfiguren (1000 Schichten mit einer Schichtdicke von 0,05 mm) dauert knapp über vier Stunden.

Die 5 cm hohen Schachfiguren bestehen aus 1000 Schichten und dauern knapp über vier Stunden.

Wer besonders flexibel bei der Schichtdicke sein möchte, sollte sich die Geräte von Anycubic, Elegoo oder Sparkmaker genauer ansehen. Deren feinste Einstellung erlaubt den Druck von Layern mit einer Dicke von gerade einmal 0,01 mm, aber auch Schichten mit bis zu 0,2 mm.

Für die Detailtreue auf x- und y-Achse ist die Auflösung des Belichtungsmonitors zuständig. Je höher die Auflösung, desto feiner die Details. Während der Anycubic Photon Zero und der Longer3D Orange 10 lediglich über eine Auflösung von 854 × 480 Pixeln verfügen, hat beispielsweise der Sparkmaker FHD ein Panel mit 1920 × 1080 Bildpunkten. Die besseren Drucker von Anycubic, Anet, Elegoo oder Wanhao nutzen Bildschirme mit einer Auflösung von 2560 × 1440 Pixeln. Während diese Angaben bei den China-Herstellern einfach zu finden sind, schweigen sich die Markenhersteller darüber aus. Unsere Anfragen dazu blieben bisher unbeantwortet; auch die Hotline konnte nicht weiterhelfen. Sobald wir die Informationen vorliegen haben, tragen wir sie nach.

Selbst mit kleinsten Details haben SLA-Drucker keine Probleme.

Die maximale Druckgeschwindigkeit der meisten SLA-Drucker liegt zwischen 20 und 30 mm/h in der Höhe. Wer es besonders eilig hat, ist beispielsweise mit dem Nova3d Elfin (Testbericht) gut beraten. Laut Hersteller ist er mit bis zu 40 mm/h doppelt so schnell wie die Drucker von Anycubic oder Anet. Der Grund für die höhere Geschwindigkeit ist eine stärkere UV-Lampe, welches das Harz schneller aushärtet.

Diese Zeiten sind allerdings nur ein grober Anhaltspunkt. Wie sehr die benötigte Belichtungszeit und damit die Druckdauer vom Resin abhängig ist, zeigt unser Artikel Resin-Vergleich: Fünf Harze für SLA-Drucker im Test.

Wie ein Druckvorgang mit einem Resin-Drucker aussieht, zeigt folgendes Zeitraffervideo.

Der Elegoo Mars arbeitet wie die meisten günstigen SLA-Drucker mit einer Wellenlänge von 405 nm und funktioniert deshalb auch mit jedem Harz, das auf dieser Wellenlänge aushärtet. Dazu gehört beispielsweise das von Anycubic. Die Preise für das Verbrauchsmaterial beginnen bei 25 Euro für 500 ml. Markenhersteller wie Xyzprinting verlangen mehr als doppelt so viel. Der Hersteller unterbindet sogar die Nutzung von Dritthersteller-Harz durch die Abfrage von NFC-Tags. Wer die Augen offen hält, bekommt aber regelmäßig gute Schnäppchen. So ist beispielsweise das Standard-Resin von Elegoo regelmäßig für 19 Euro pro Liter bei Amazon erhältlich. Der Normalpreis liegt bei etwa 35 bis 40 Euro.

Zur Veranschaulichung: Beim SLA-Druckverfahren sind für das bekannte Schiffsmodell Benchy knapp 16 ml Harz nötig. Mit dem Harz von Elegoo kostet das Schiffchen dementsprechend etwa 80 Cent. Mit dem Resin von Xyzprinting liegen die Kosten für das Modell bei über 1,60 Euro. Zum Vergleich: Der FDM-Druck mit Filament wiegt knapp 15 g, was Materialkosten von gerade einmal 15 bis 30 Cent ergibt.

Das linke Schiff kommt aus einem FDM-Drucker. Das Rechte aus dem Elegoo Mars SLA-Drucker.

Auch die Materialeigenschaften der Harze sind sehr unterschiedlich. Erfahrungsgemäß riecht beispielsweise das Anycubic-Harz deutlich intensiver als das von Elegoo und ist zudem spröder. Mehr zum Thema in unserem Resin-Vergleich: Fünf Harze für SLA-Drucker im Test.

Design und Ausstattung der SLA-Drucker sind insgesamt relativ ähnlich. Das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal ist die Abdeckung des Resin-Tanks. Während beispielsweise die Geräte von Anet und Elegoo mit einer abnehmbaren Kunststoffhaube arbeiten, ist die Abdeckung beim Anycubic Photon fest mit dem Gehäuse verbunden. Zum Öffnen wird der Deckel hochgeklappt und steht so nicht im Weg. Auch wenn es schicker aussieht, die Entnahme des Resin-Tanks und der Druckplattform ist durch das eingeschränkte Platzangebot mühsamer als bei der Aufsatz-Variante.

Ob Aufsatz oder Klappdeckel, ist eine Frage des Geschmacks. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

Bei günstigen Modellen gelangen die 3D-Modelle per USB-Stick auf den Drucker. Die teureren Geräte haben zusätzlich ein WLAN-Modul verbaut und können so direkt vom Rechner aus bedient werden. Beim Nobel 1.0 Advanced muss sich der Nutzer außerdem nicht um das Nachfüllen des Resins kümmern – das macht der Drucker automatisch.

Bei der Verarbeitung haben uns die ersten Erfahrungen mit dem Anycubic Photon und dem Elegoo Mars positiv überrascht. Auch diese sehr günstigen Modelle sind sehr hochwertig verarbeitet: Statt billigem Kunststoff kommt ordentlich verarbeitetes Metall zum Einsatz. Einzig die verhältnismäßig lauten Lüfter, die die Abwärme der UV-Lichtquelle nach draußen führen, stören den ansonsten positiven Gesamteindruck.

Die Kosten für den Einstieg in die Welt der SLA-3D-Drucker liegen bei 180 bis 350 Euro. Die für dieses Budget erhältlichen Modelle sind erfreulich ausgereift und liefern beeindruckende Ergebnisse. Bei Fragen findet sich in der ständig wachsenden Community meist schnell eine passende Antwort.

Wer häufig druckt und gerne herumexperimentiert, sollte auf ein Modell mit günstigem Resin setzen. Harz, welches bei einer Wellenlänge von 405 nm aushärtet, ist günstiger und von verschiedenen Herstellern erhältlich. Mehr dazu im Resin-Vergleichstest. Sollen Druckerzeugnisse weniger spröde sein, empfehlen wir unseren Artikel Flex-Resin: Mehr Elastizität bei SLA-Druckern.

Die ideale Größe des Bauraums ist von den individuellen Bedürfnissen und dem verfügbaren Budget abhängig. Für den Einstieg mit SLA-Druckern reicht aus unserer Sicht auch ein kleiner Bauraum. Da die hier vorgestellten Geräte alle fertig montiert sind, ist die Inbetriebnahme auch bei den China-Modellen unproblematisch – was aber nicht heißt, dass auch jeder Druck auf Anhieb klappt. Einlesen und Experimentieren gehört auch bei dieser Drucktechnik für Anfänger dazu.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Einloggen, um Kommentare zu schreiben