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Marktübersicht Wifi 6: Router, Vorteile, Funktionen

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WiFi-6 verspricht schnelleres WLAN für mehr Geräte gleichzeitig. Wir zeigen, welche Produkte schon erhältlich sind und welche Features WiFi-6 mitbringt.

Wer sich demnächst einen neuen WLAN-Router gönnen will, sollte genau hinschauen: Nimmt er noch einen bewährten WiFi-5-Router (11ac) bis 1733 Mbps? Oder gleich einen zukunftsfähigen WiFi-6-Funker (11ax) bis 4800 Mbps?

Die ersten WLAN Access Points (AP) im künftigen Standard IEEE802.11ax (WiFi-6) sind ja schon länger als Pre-Standard-Versionen lieferbar. Bis Ende 2019 wollen auch deutsche WLAN-Hersteller die ersten WiFi-6-Funker auf den Markt bringen.

WiFi-6 ist der Marketing-Name für den WLAN-Standard 802.11ax. Damit das für den Endkunden etwas griffiger wird, wurde die Bezeichnung angepasst. In der Tabelle zeigen wir, wie die aktuellen Marketing-Bezeichnungen in Standards und Brutto-Speed übersetzt werden:

Der große Vorteil von WLAN bleibt: WiFi-6 ist zu allen Vorgängern kompatibel. Die meisten 11ax-Router verstehen sich auch mit älteren WLAN-Endgeräten von 11b mit 11 Mbps bis hin zu 11ac-Wave-2-Geräten mit 1733 Mbps. Die volle AX-Power können 11ax-Router aber nur entfalten, wenn sie mit Ihresgleichen, also mit 11ax-Geräten kommunizieren.

WLAN-Bezeichnung
WiFi 6 802.11ax 4800 Mbps
WiFi 5 802.11ac 1733 Mbps
WiFi 4 802.11n 800 Mbps

Wi-Fi 6 funkt vorerst bis zu 4800 Mbps Brutto, hat aber noch weitere Reserven. 11ax bringt also einen fetten Speed-Sprung, sofern man passende WLAN-Endgeräte hat. Als Netto-Durchsatz bleibt übrigens bei allen genannten Funknormen grob gesagt die Hälfte vom Brutto. Und das auch nur auf kurze Distanz, bei großen Nutz-Dateien und unter optimalsten Test-Bedingungen.

Das neue Wifi-6 alias 11ax ist schneller als alle Vorgänger. Es kann aber auch mehr WLAN-Endgeräte pro Router bedienen. So jedenfalls die Theorie (Bild: LANCOM Systems).

11ax-Router können mehr WLAN-Endgeräte gleichzeitig bedienen als bisherige 11ac-Router. Dieses Feature vieler paralleler Geräte ist noch viel wichtiger als der schiere Speed-Zuwachs für WLAN-Einzelnutzer, denn viele WLAN-Netze leiden immer ärger an Überfüllung mit Apps und Geräten. 11ax eignet sich für dichte Umgebungen, etwa Großraumbüros, Hotels, Hotspots, Bahnhöfe, Flughäfen, aber auch für private Heime mit vielen WLAN-Endgeräten wie Smartphones, Tablets, Laptops, Drucker, Fernseher, WLAN-Kameras, smarten Lautsprechern, Sprach-Assistenten und immer mehr WLAN-Smart-Home-Sensoren an Fenstern, Türen, Steckdosen und Heizkörpern.

11ax-fähige Endgeräte kommen seit 2019 in den Markt. Das Samsung Galaxy 10 etwa, vom Frühling 2019, funkt in allen Varianten, vom 10e über das 10-Standard und das 10-Plus bis zum 10-5G, schon WiFi-6 alias 11ax. Allerdings nur bis 1200 Mbps Brutto. Apple hat das neue iPhone 11 samt 11 Max und 11 Max Pro im September 2019 mit WiFi-6-WLAN (aber ohne 5G-Mobilfunk) an den Start gebracht.

Die ersten Laptops mit WiFi-6-Funkmodul kamen im Sommer 2019 auf den Markt, mit Bruttoraten bis 2400 Mbps, etwa von Acer, Asus, Dell und MSI. Die verbauten 11ax-Funkmodule kosten in der Herstellung allerdings keine 10 US-Dollar. Entsprechend dürfte es nicht lange dauern, bis auch ganz normale (und sogar billige) Laptops und Tisch-PCs mit 11ax-Funk in den Handel kommen.

Wer die Power eines WiFi-6-Router nutzen will, sollte das WiFi-5-Kärtchen seines Laptops entfernen und ein WiFi-6-Modul einbauen. (Bild: Harald Karcher).

Viele ältere Laptops lassen sich mit den neuen WiFi-6-Modulen nachrüsten. Wie das geht, zeigen wir im Ratgeber Notebook für 13 Euro auf Wifi-6 aufrüsten.

(Kein Produktbild vorhanden)

Intel Wi-Fi 6 AX200 ohne vPro

Intel Wi-Fi 6 AX200 mit vPro, 2.4GHz/5GHz WLAN, Bluetooth 5.0, M.2/A-E-Key (AX200.NGWG)

Intel Wi-Fi 6 AX200 mit vPro

Schon im Herbst 2018 war der AX-Router Asus RT-AX88U (Testbericht) im deutschen Handel lieferbar. Weil es damals noch kein einziges AX-Endgerät gab, hat der Autor zwei dieser Monster gegen sich selbst getestet. Im Testbericht schafften die Geräte Speed-Spitzen bis zu 2.500 Mbps netto, natürlich nur mit großen Dateien auf kurze Distanz von drei Metern, also unter sehr optimalen Bedingungen.

Asus RT-AX88U: Den maximalen Netto-Funk-Speed von 2.500 Mbps mussten wir über 3x 1Gbps-Ethernet-Leitungen in dahinterliegende Rechner ableiten (Bild: Harald Karcher).

Allerdings lassen sich 2.500 Mbps Funk-Speed nicht verlustfrei über einen herkömmlichen 1-Gigabit-LAN-Port an dahinter liegende Rechner abtransportieren. Wir haben deshalb beide Testrechner mit 3x 1Gbps-Ports aufgerüstet und beide Asus RT-AX88U-Router mit jeweils drei LAN-Kabeln an zwei Testrechner verbunden. So konnte der Funkspeed von 2.500 Mbps dann über die 3x 1Gbps-Leitungen abgeleitet werden.

Seit 2019 ist der Asus ROG Rapture GT-AX11000 lieferbar. Er hatte einen 2,5-Gigabit-Ethernet-Port plus vier normale 1-Gigabit-Buchsen. Also konnten wir zwei GT-AX11000 mit jeweils einem LAN-Kabel an zwei Rechner mit 10-Gigabit-Ports anschließen. Im Gegensatz zum RT-AX88U hat der GT-AX11000 keine zwei, sondern sogar drei WLAN-Funk-Module: Einmal für 2,4 GHz bis knapp 1200 Mbps plus zweimal für 5 GHz bis jeweils 4800 Mbps.

Aber wozu braucht jemand zwei Funkmodule bei 5 GHz? Ja klar, echte Power-User, vor allem High-Speed-Gamer, können ihre High-Speed-Rechner in ein eigenes 5-GHz-WLAN legen, das nicht durch alte und langsame WLAN-Geräte ausgebremst wird. Beispiel: Fahren viele Trabbis auf der Autobahn, dann nützt der schnellste Porsche nichts mehr. Baut man eine zweite Autobahn nur für die schnellen Fahrzeuge, dann lassen sich die Porsches und Ferraris wieder voll ausfahren. So ähnlich ist es auch mit älteren Endgeräten im WLAN: Die können den ganzen Verkehr aufhalten.

Wenn schon, denn schon. Asus baut als erster ein kommerziell verfügbares WLAN-Mesh mit WiFi 6. Das Asus RT-AX92U (Testbericht) verfügt über eine starke 11ax-Funkstrecke mit 4.804 Mbps Bruttodurchsatz. Diese Funkstrecke ersetzt quasi den LAN-Kabelsalat zu den einzelnen Mesh Access Points.

Jeder Mesh-Router bedient seine WLAN-Endgeräte danach mit maximal 400 Mbps bei 2,4 GHz und mit bis zu 866 Mbps im 5 GHz Band. Das ist zwar kein 11ax, reicht vorerst aber noch den meisten Usern, denn auch 2019 beherrschen die allermeisten Laptops und Smartphones ja sowieso maximal 866 Mbps mittels 2x2-Stream 11ac-Wave-2.

ASUS RT-AX88U (90IG04F0-MM3G00)

Asus RT-AX88U

ASUS ROG Rapture GT-AX11000 (90IG04H0-MO3G00)

ASUS ROG Rapture GT-AX11000

ASUS RT-AX92U AX6100 Wifi System (90IG04P0-MO3010/90IG04P0-MU2010)

Asus RT-AX92U

ASUS RT-AX92U AX6100 Wifi System, 2er-Pack (90IG04P0-MO3020)

ASUS RT-AX92U, 2er-Pack

Am 28. Mai 2019 hat AVM die Fritzbox 6660 Cable mit 11ax-Funktechnik angekündigt. Der Berliner Hersteller verspricht maximal 600 Mbps bei 2,4 GHz und bis zu 2400 Mbps im 5 GHz-Band. Im Vergleich zu den Asus-Monstern AX6000 und AX11000, siehe oben, klingt das eher bescheiden. Bedenkt man aber, dass die ersten AX-Handys aus der Samsung S10-Familie den AX-Funk eh „nur“ bis 1200 Mbps und die ersten AX-Laptops auch „nur“ bis zu 2400 Mbps beherrschen, dann dürfte die AVM Fritzbox 6660 Cable in vielen 11ax-Privat-Heimen erst mal reichen.

Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable mit 11ax-Funk-Speed soll auch gleich mit einem 2,5-Gigabit-LAN-Port kommen. So wird der AX-Speed nicht am LAN-Port ausgebremst (Bild: AVM Pressefoto).

Vermutlich will AVM mit seiner ersten AX-Fritzbox auch einen guten Preispunkt treffen. WiFi 6 auf einer DOCSIS-3.1-Kabel-Internet-Box zu starten klingt ebenfalls vernünftig, denn die besten privaten Kabelanschlüsse holen das Internet ja längst mit 1000 Mbps ins Heim herein, die besten VDSL-Anschlüsse liegen dagegen eher bei 250 Mbps im Internet-Download. Kabel-WLAN-Boxen brauchen den neuen AX-Funk-Speed also dringender als VDSL-WLAN-Router.

Laut unseren Informationen plant AVM an seiner ersten 11ax-Fritzbox 4x 1G-Ethernet-Ports und 1x 2,5G-LAN-Buchse. Das klingt sehr vernünftig: So kann der 2-Stream-11ax-Netto-Speed über den 2,5-Gig-Port ungebremst in die dahinter liegenden Rechner und NAS-Speicher-Boxen im Heimnetz durchrauschen. Das Gerät soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 auf den Markt kommen – viel Zeit ist also nicht mehr.

Im ersten Quartal 2020 will AVM die Fritzbox 5550 für Glasfaser-Internet und eine leicht abgespeckte Variante namens Fritz 5530 auf den Markt bringen. Genau wie die 6660 Cable sollen auch die beiden Glasfaser-Fritzen je einen LAN-Ethernet-Port bis 2,5 Gbps haben und 2x2-Stream-WiFi-6 bis 2400 Mbps funken. Wer den vollen Speed genießen will, darf sein Heimnetz also gleich mal auf 2,5 oder noch besser auf 10-Gigabit aufrüsten.

AVM FRITZ!Box 6660 Cable

AVM Fritzbox 6660

AVM FRITZ!Box 5550

FRITZ!Box 5550

AVM FRITZ!Box 5530

AVM Fritzbox 5530

D-Link hat schon am 8. Januar 2018 zwei schwere AX-Kaliber angekündigt: Den D-Link AX11000 DIR-X9000 bis knapp 11.000 Mbps und den D-Link AX6000 DIR-X6060 bis knapp 6000 Mbps aggregiertem Brutto-Speed. Wir haben sie bisher in Deutschland aber auf keiner IT- und auch auf keiner Händler-Messe real gesehen.

Netgear hat schon 2018 den 8x8-MIMO-Router Netgear Nighthawk AX6000 AX12 und einen 4x4-Router Netgear Nighthawk AX6000 AX8 Router angekündigt. Beide sind inzwischen bei uns verfügbar. Zusammen mit dem Nighthawk AX3000 AX4 hat Netgear alle wichtigen Speed-Klassen im Programm.

Zudem hat Netgear auf der CES 2019 in Las Vegas sein bekanntes Tri-Band-Mesh-System Orbi (Testbericht) mit Wi-Fi 6 Backbone für das zweite Halbjahr 2019 gekündigt. Das Konzept klingt so ähnlich wie das Asus RT-AX92U Mesh-System mit AX-Backbone, siehe oben. Das kommende Orbi WiFi 6 Tri-Band-Mesh-WLAN System wird entweder als Set mit einem Router und einem Satelliten (RBK852) oder mit einem Router und zwei Satelliten (RBK853) angeboten. Beide Varianten sollen ab Ende November 2019 erhältlich sein.

Netgear Nighthawk AX3000 AX4 (RAX40-100)

Netgear Nighthawk AX3000 AX4

Netgear Nighthawk AX6000 AX8 Router (RAX80-100)

Netgear Nighthawk AX6000 AX8

Netgear Nighthawk AX6000 AX12 (RAX120-100)

Netgear Nighthawk AX6000 AX12

Netgear Orbi Wi-Fi 6 AX6000 RBK852 Router und Satellit Set (RBK852-100EUS/RBK852-100UKS)

Netgear Orbi Wi-Fi 6 AX6000 Set

TP-Link hatte im Januar 2019 sechs Modelle mit WLAN-11ax angekündigt. Ab Juli 2019 haben wir das zweitstärkste Modell TP-Link Archer AX6000 ab 350 Euro gefunden.

Das WiFi-6-Top-Modell Archer AX11000 alias „AX11000 Next-Gen Tri-Band Gaming Router“ protzt mit drei Funk-Modulen: 2x 4800 Mbps bei 5 GHz und 1x 1148 Mbps bei 2,4 GHz. Er adressiert eine ähnliche Zielgruppe wie der Asus GT-AX11000 mit ebenfalls bis zu 11.000 Mbps aggregierten WLAN-Brutto-Speed, siehe oben.

Der TP-Link Archer AX11000 macht auf diesem Pressefoto mächtig Eindruck (Bild: TP-Link).

Wer seine private oder betriebliche WLAN-Infrastruktur erneuern, ersetzen oder erweitern will, sollte sich WiFi-6 schon sehr genau anschauen: Ein guter 11ax-AP verspricht mehr Zukunftssicherheit als bisherige WiFi-5-Funker, vor allem wenn mit einem weiteren Anwachsen der WLAN-Clients und des Datenhungers zu rechnen ist. Bezahlbare 11ax-Router mit Spitzenraten bis 2400 Mbps sind zwar angekündigt, aber noch kaum lieferbar. Die Preise dürften bei knapp 200 Euro starten

Das größte Problem ist vorerst noch der Mangel an WiFi-6-Endgeräten. Samsung kann zwar seit Frühling 2019 alle vier Modell-Versionen seines Galaxy S10 Smartphones mit 11ax-Funk liefern, aber nur die schwächste WiFi-6-Variante mit 1200 Mbps Brutto.

Doppelt so schnelle WiFi-6-Laptops bis 2400 Mbps Brutto sind spätestens seit Sommer 2019 von Acer, Asus, Dell und MSI angekündigt und teilweise auch schon lieferbar. Gebrauchte Laptops jüngeren Datum kann der geübte PC-Bastler mit einem sehr modernen WiFi-6-und-Bluetooth-5-Funkmodul von Intel für nur 13 Euro auch selbst nachrüsten.

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