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Marktübersicht: Smartphones mit Android 8 unter 100 Euro

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Auf aktuelle Smartphones gehört ein aktuelles Android. Doch gerade im Einstiegsbereich wird hier häufig gespart. Wir zeigen zehn Smartphones unter 100 Euro mit Android 8 Oreo.

Eines der größten Probleme unter Android ist die starke Versionsfragmentierung. So liegt die Verbreitung der im August vorgestellten Version Android 9 Pie laut Google im September 2018 noch unter 0,1 Prozent. Kein Wunder, gab es Android 9 Pie in den ersten Wochen ausschließlich für das Google Pixel 2 (Testbericht) und das Essential Phone. Doch auch das mittlerweile ein Jahr alte Android 8 Oreo kommt auf nicht einmal 20 Prozent. Entsprechend basieren über 80 Prozent aller Android-Smartphones auf dem zwei Jahre alten Android 7 Nougat oder noch älteren Versionen.

Das Problem: Die Hersteller haben alle Freiheiten, das von Google bereit gestellte Stock Android nach ihrem Gusto anzupassen und nutzen sie auch. Doch das verursacht einen Mehraufwand, wenn die angepassten Betriebssysteme auf neue Stock-Android-Versionen wie das im Juli 2018 veröffentlichte Android 9 Pie geupdated werden sollen.

DIese Daten wurden in der Woche vor dem 28. September 2018 erhoben. Android-Versionen unter 0,1 Prozent werden ignoriert.

Smartphone-Hersteller versorgen ihre Flaggschiff-Modelle etwa zwei Jahre lang mit Updates. Je günstiger ein Smartphone ist, umso kürzer werden in der Regel Updates ausgespielt. Meist steht nach allerspätestens einem Jahr ein Nachfolger in den Startlöchern und die alten Geräte sind abverkauft. Auch ist nur ein kleiner Teil der Käufer bereit, für ein Versprechen auf regelmäßige Updates mehr Geld auf den Tisch zu legen.

Mit neuen Android-Versionen kommen neuen Features und eine neue Optik. Wer darauf verzichten kann, für den ist eine ältere Android-Version erst einmal kein Ausschlusskriterium. Bis tatsächlich Apps nicht mehr laufen, vergeht viel Zeit.

Schlimmer als die tatsächlichen System-Updates auf neue Android-Versionen ist ist das Ausbleiben von sicherheitsrelevanten Updates. Deswegen sollten Käufer beim Erwerb eines Android-Smartphones unbedingt auf eine möglichst aktuelle Android-Version achten. Das gilt ganz besonders für sehr günstige Geräte.

Android Go ist eine leicht abgespeckte Android-Variante speziell für Einsteiger-Phones, um auch bei schwacher Hardware eine stabile Performance zu gewährleisten. So soll Android 8 Oreo (Go Edition) auch dann flüssig laufen, wenn das System lediglich 512 MByte oder 1 GByte RAM besitzt. Tatsächlich belegt die Android-Go-Variante auch nur halb so viel internen Speicher. Einen großen Anteil an den Einsparungen haben die auf Android Go angepassten, komplett neu geschrieben Google-Apps. Google Maps öffnet zum Beispiel im Browser ein Web-Interface. Das spart ordentlich Ressourcen und fällt bei der Nutzung kaum auf.

Android One ist Android in seiner ursprünglichsten Form, also komplett ohne Anpassungen. Hersteller versprechen für diese Geräte nicht nur ruckelfreie Performance, sondern vor allem ab Release-Datum über zwei Jahre System-Updates und über drei Jahre monatliche Sicherheits-Patches. Android One kann also als ein von Google vergebenes Gütesiegel angesehen werden. Dazu passt, dass nur jene Hersteller Android One auf ihren Geräten nutzen darf, denen Google das Erfüllen ihrer Vorgaben zutraut.

Bisher gibt es keine Smartphones unter 100 Euro mit Android One. Unserer Einschätzung nach dauert das aber nicht mehr lange. So kostet das Nokia 3.1 mit Android One aktuell unter 145 Euro, der Android-typische Preisverfall wird das Gerät weiter in Richtung der 100-Euro-Marke drücken.

Im Folgenden haben wir je fünf Geräte mit Android 8 Oreo (Go Edition) und fünf Geräte mit Android 8 Oreo herausgefiltert. Der Preisvergleich unter den Absätzen zeigt den jeweils günstigsten Preis und führt nach einem Klick direkt zum Händler.

Das Wiko Sunny 3 Mini kostet 55 Euro und ist damit einen sehr günstiges Einstiegshandy mit Android 8 Oreo (Go Edition). Angetrieben wird es von einem ARM Cortex-A7-Prozessor, unterstützt von 512 MByte RAM und 8 GByte internen Speicher. Das 4-Zoll-Display löst mit 800 × 480 Pixel auf, die Rückkamera versteht 2 Megapixel, die Frontkamera 0,3 Megapixel. Auf einen Fingerprintscanner müssen Kunden bei diesem Preispunkt verzichten. Die Spezifikationen klingen erst einmal unterirdisch. Sie erfüllen gerade so die Mindestanforderungen an Android 8 Oreo (Go Edition).

Das Doogee X50 kostet gerade einmal 50 Euro.

Nochmal günstiger und dennoch mit besseren Specs kommt das Doogee X50. Für gerade einmal 50 Euro bietet das Gerät mit Android 8.1 Oreo (Go Edition) ebenfalls eine ARM Cortex-A7-CPU, unterstützt von jetzt 1 GByte RAM und 8 GByte erweiterbarem, internen Speicher. Das Display misst 5 Zoll und löst mit 960 × 480 Pixel auf. Sowohl Rück- als auch Frontkamera bieten 5 Megapixel. Dank doppelt so viel RAM sollte Android 8 Oreo (Go Edition) hier besser laufen als auf dem Wiko Sunny 3 Mini.

Auch das 90 Euro teure Nokia 1 bietet Android 8.1 Oreo (Go Edition). Das Gerät hat zusätzlich den Vorteil, dass Nokia eine sehr vorbildliche Update-Politik verfolgt. Wir gehen stark davon aus, dass das Nokia 1 ein Update auf Android 9 Pie (Go Edition) erhält. Im Nokia 1 werkelt eine Mediatek-MT6737M-CPU mit 1 GByte RAM und 8 GByte erweiterbarem Speicher. Das 4,5 Zoll große Display kennt eine Auflösung von 854 × 480 Pixel, die rückseitige Kamera löst mit 5 Megapixel auf, die Kamera auf der Front mit 2 Megapixel. Mehr Infos zum Gerät in unserem Testbericht des Nokia 1.

Motorola bietet traditionell bei ihren Smartphones ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gilt auf für das etwa 100 Euro teure Motorola Moto E5 Play. Das Gerät mit Android 8 Oreo (Go Edition) verbaut den Prozessor Qualcomm Snapdragon 425, unterstützt von 1 GByte RAM und 16 GByte erweiterbarem Speicher. Das 5,3 Zoll große Display löst mit 960 × 480 Pixel auf, die Rückkamera kann 8 Megapixel, die Frontkamera 5 Megapixel. Es ist das erste Gerät in unserer Reihe mit einem Fingerabdrucksensor und das einzige mit einem Snapdragon-Prozessor.

Ebenfalls für die Preisklasse sehr gut ausgestattet ist das knapp 80 Euro teure Cubot J3 Pro. Neben Android 8.1 Oreo (Go Edition) bietet es einen Mediatek-MT6739-Prozessor, 1 GByte RAM und 16 GByte erweiterbaren Speicher. Das 5,5-Zoll-Display löst mit 960 × 480 Pixel auf, die Rückkamera kann ordentliche 13 Megapixel, die Frontkamera 5 Megapixel. Auch das Cubot J3 Pro hat einen Fingerabdrucksensor.

Wiko Sunny 3 Mini anthrazit

Wiko Sunny 3 Mini

Doogee X50 schwarz

Doogee X50 Pro

Nokia 1 Dual-SIM rot

Nokia 1 Dual-SIM rot

Motorola Moto E5 Play Dual-SIM schwarz

Motorola Moto E5 Play Dual-SIM schwarz

Cubot J3 Pro schwarz

Cubot J3 Pro schwarz

Das Doogee X70 ist mit 80 Euro das günstigste Smartphone mit dem vollwertigen Betriebssystem Android 8 Oreo. Dafür verbaut Doogee hier auch eine etwas potentere Hardware als in den Android-Go-Modellen. Dem Prozessor Mediatek MT6580A stehen 2 GByte RAM zur Seite, Daten werden auf den erweiterbaren 16 GByte internen Speicher abgelegt. Das 5,5 Zoll große Display mit 1132 × 540 Pixel Auflösung fällt vor allem wegen seiner schmalen Rändern und der sonst nur von teureren Modellen gewohnten Notch auf. Die Kameras vorn und hinten am Gerät schießen beiden Bilder mit maximal 5 Megapixel.

Das Nokia 3 kostet 100 Euro und erhält Android 9 Pie.

Das Nokia 3 ist bereits seit Juli 2017 auf dem Markt. Damals kostete es rund 150 Euro und kam mit Android 7 Nougat. Mittlerweile kostet es unter 100 Euro und kann auf Android 8.1 Oreo aktualisiert werden. Nokia hat sogar bestätigt, für das Nokia 3 Android 9 Pie auszuliefern. Im Smartphone taktet ein Mediatek MT6737 mit 2 GByte RAM. Der Speicher beträgt erweiterbare 16 GByte. Das 5-Zoll-Display löst mit 1280 × 720 Pixel auf, die Kameras vorne und hinten mit maximal 8 Megapixel. Mehr Infos zum Gerät in unserem Testbericht des Nokia 3.

Das Huawei Y5 (2018) kommt mit einem angepassten Android 8 Oreo und kostet im Preisvergleich knapp unter 100 Euro. Die Pixel schubst ein Mediatek MT6739 unterstützt von 2 GByte RAM. Micro-SD-Karten erweitern den 16 GByte großen Speicher um bis zu 256 GByte. Das 5,45-Zoll-Display löst mit 1440 × 720 Bildpunkten auf. Die Rückkamera, knipst mit bis zu 8 Megapixel, die Vorderkamera mit bis zu 5 Megapixel. Im Testbericht des Huawei Y5 (2018) gefiel uns besonders die gute Rückkamera.

Das Blackview A20 Pro kommt mit Android 8.1 Oreo und kostet 90 Euro. Der Mediatek-MT6739-Prozessor greift auf 2 GByte RAM zurück, der interne Speicher beträgt erweiterbare 16 GByte. Das 5,5 Zoll große Display löst mit 1440 × 720 Pixel auf. Die rückseitige Kamera kann 8 Megapixel, die vorderseitige Kamera 5 Megapixel.

Das Android-8.1-Oreo-Smartphone Leagoo M9 Pro sticht vor allem optisch aus seiner Preisklasse hervor. Das 5,72-Zoll-Display ist löst mit 1440 × 720 Pixel auf und ist das größte unserer Liste. Dabei sind die Ränder sehr schmal, auf eine Notch verzichtet das Leagoo M9 Pro. Angetrieben wird das Gerät von einem Mediatek MT6739 mit 2 GByte RAM. Der 16 GByte große interne Speicher ist erweiterbar. Die Dualkamera auf der Rückseite löst mit 13 und 2 Megapixel auf, die Kamera auf der Frontseite mit 5 Megapixel, unterstützt von einem LED-Selfie-Blitz.

Doogee X70 blau

Doogee X70 blau

Nokia 3 Dual-SIM silber

Nokia 3 Dual-SIM silber

Huawei Y5 (2018) Dual-SIM schwarz

Huawei Y5 (2018) Dual-SIM schwarz

Blackview A20 Pro schwarz

Blackview A20 Pro schwarz

Leagoo M9 Pro schwarz

Leagoo M9 Pro schwarz

Android Go läuft auch auf schwacher Hardware anständig und bereichert damit das Android-Ökosystem vor allem im Einsteigerbereich. Wir raten beim Kauf eines Smartphones unter 2 GByte RAM auf das entsprechende Siegel zu achten. Doch es sind auch einige Geräte unter 100 Euro auf dem Markt, die 2 GByte RAM und ein vollwertiges Android 8 Oreo bieten.

Kritisch ist nach wie vor die Update-Versorgung der günstigen Geräte seitens der Hersteller. Die größten Chancen haben dabei Geräte bekannter Marken. Hier sticht vor allem der Nokia-Hersteller HMD Global positiv aus der Masse hervor. Er will sowohl sein 100 Euro teures Nokia 3, als auch das 90 Euro teure Nokia 1 mit Android 9 Pie, beziehungsweise Android 9 Pie (Go Edition) versorgen. Weniger sicher ist die Update-Situation des Doogee X50. Dafür ist der Preis von 50 Euro kaum zu unterbieten. Aber auch das Motorola Moto E5 Play ist einen Blick wert. Es ist das einzige Smartphone unter 100 Euro mit einem Snapdragon-Prozessor.

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