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Marktübersicht: Smartphones mit Android 8.1 unter 70 Euro

von und Moritz  //   //  Stand:

Auf aktuelle Smartphones gehört ein aktuelles Android. Doch gerade im Einstiegsbereich wird hier häufig gespart. Wir zeigen Smartphones unter 70 Euro mit Android 8.1 Oreo.

Eines der größten Probleme unter Android ist die starke Versionsfragmentierung. So ist die Verbreitung der im August 2018 vorgestellten Version Android 9 Pie laut Google im Januar 2019 noch immer minimal. Doch auch das mittlerweile ein Jahr alte Android 8 Oreo kommt nur knapp über die 20 Prozent – und auch nur, wenn man Android 8.1 und 9 dazu zählt. Entsprechend basieren fast 80 Prozent aller Android-Smartphones auf dem zwei Jahre alten Android 7 Nougat oder noch älteren Versionen.

Das Problem: Die Hersteller haben alle Freiheiten, das von Google bereit gestellte Stock Android nach ihrem Gusto anzupassen und nutzen sie auch. Doch das verursacht einen Mehraufwand, wenn die angepassten Betriebssysteme auf neue Stock-Android-Versionen wie das im Juli 2018 veröffentlichte Android 9 Pie geupdated werden sollen.

DIese Daten wurden in der Woche vom 22. Januar 2019 erhoben.

Smartphone-Hersteller versorgen ihre Flaggschiff-Modelle etwa zwei Jahre lang mit Updates. Je günstiger ein Smartphone ist, umso kürzer werden in der Regel Updates ausgespielt. Meist steht nach allerspätestens einem Jahr ein Nachfolger in den Startlöchern und die alten Geräte werden abverkauft. Auch ist nur ein kleiner Teil der Käufer bereit, für ein Versprechen auf regelmäßige Updates mehr Geld auf den Tisch zu legen.

Mit neuen Android-Versionen kommen neuen Features und eine neue Optik. Wer darauf verzichten kann, für den ist eine ältere Android-Version erst einmal kein Ausschlusskriterium. Bis tatsächlich Apps nicht mehr laufen, vergeht viel Zeit.

Schlimmer als die Updates auf neue Android-Versionen ist ist das Ausbleiben von sicherheitsrelevanten Updates. Deswegen sollten Käufer beim Erwerb eines Android-Smartphones unbedingt auf eine möglichst aktuelle Android-Version achten. Das gilt ganz besonders für sehr günstige Geräte.

Android Go ist eine leicht abgespeckte Android-Variante speziell für Einsteiger-Phones, um auch bei schwacher Hardware eine stabile Performance zu gewährleisten. So soll Android 8 Oreo (Go Edition) auch dann flüssig laufen, wenn das System lediglich 512 MByte oder 1 GByte RAM besitzt. Tatsächlich belegt die Android-Go-Variante auch nur halb so viel internen Speicher. Einen großen Anteil an den Einsparungen haben die auf Android Go angepassten, komplett neu geschriebenen Google-Apps. Google Maps öffnet zum Beispiel im Browser ein Web-Interface. Das spart ordentlich Ressourcen und fällt bei der Nutzung kaum auf.

Android One ist Android in seiner ursprünglichsten Form, also komplett ohne Anpassungen. Hersteller versprechen für diese Geräte nicht nur ruckelfreie Performance, sondern vor allem ab Release-Datum über zwei Jahre System-Updates und über drei Jahre monatliche Sicherheits-Patches. Android One kann also als ein von Google vergebenes Gütesiegel angesehen werden. Dazu passt, dass nur jene Hersteller Android One auf ihren Geräten nutzen dürfen, denen Google das Erfüllen ihrer Vorgaben zutraut.

Das teuerste Smartphone, knapp unterhalb unserer Grenze von 70 Euro, ist das blaue Nokia 1 mit Dual-SIM. Android Go läuft darauf in Version 8.1. Nokia verfolgt zudem eine vorbildliche Update-Politik. Wir gehen stark davon aus, dass das Nokia 1 bis zum zweiten Quartal 2019 ein Update auf Android 9 Pie (Go Edition) erhält. Im Nokia 1 arbeitet eine Mediatek-MT6737M-CPU mit 1 GByte RAM und 8 GByte erweiterbarem Speicher. Das 4,5 Zoll große Display setzt auf eine Auflösung von 854 × 480 Pixel, die rückseitige Kamera löst mit 5 Megapixel auf, die Kamera auf der Front mit 2 Megapixel. Mehr Infos zum Gerät in unserem Testbericht des Nokia 1.

Das Doogee X50 kostet gerade einmal 50 Euro.

Die Ulefone-Geräte hatten wir bereits öfter im Test. Das rund 150 Euro teure Ulefone Mix (Testbericht) schnitt dabei mit gut ab. Doch es geht auch noch billiger: Das Ulefone S1 gibt es mit Android 8.1 Go in schwarzem oder goldenen Design für 59,99 Euro. Dafür bekommt man einen 5,5 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 960 × 480 Pixel, angetrieben von einem Mediatek MT6580 Chipsatz. Das Gerät bietet 8 GByte internen Speicher, lässt sich aber über eine Speicherkarte erweitern. Es nimmt maximal zwei SIM-Karten auf, eine davon teilt sich den Platz aber mit der SD-Karte.

Nochmal günstiger kommt das Doogee X50 in blau, schwarz und gold. Für gerade einmal 50 Euro bietet das Gerät mit Android 8.1 Oreo (Go Edition) ebenfalls eine ARM Cortex-A7-CPU, unterstützt von 1 GByte RAM und 8 GByte erweiterbarem, internen Speicher. Das Display misst 5 Zoll und löst mit 960 × 480 Pixel auf. Sowohl Rück- als auch Frontkamera bieten 5 Megapixel.

Ebenfalls für die Preisklasse sehr gut ausgestattet ist das knapp 60 Euro teure Cubot J3. Neben Android 8.1 Oreo (Go Edition) bietet es einen Mediatek-MT6739-Prozessor, 1 GByte RAM und 16 GByte erweiterbaren Speicher. Das 5,5-Zoll-Display löst mit 960 × 480 Pixel auf, die Rückkamera kann 8 Megapixel, die Frontkamera 5 Megapixel.

Nokia 1 Dual-SIM blau

Nokia 1 Dual-SIM, blau

Ulefone S1 schwarz

Ulefone S1, schwarz

Ulefone S1 gold

Ulefone S1, gold

Doogee X50 blau

Doogee X50, blau

Cubot J3 schwarz

Cubot J3, schwarz

Das Doogee X70 ist mit 80 Euro das günstigste Smartphone mit dem vollwertigen Betriebssystem Android 8 Oreo. Dafür verbaut Doogee hier auch eine etwas potentere Hardware als in den Android-Go-Modellen. Dem Prozessor Mediatek MT6580A stehen 2 GByte RAM zur Seite, Daten werden auf den erweiterbaren 16 GByte internen Speicher abgelegt. Das 5,5 Zoll große Display mit 1132 × 540 Pixel Auflösung fällt vor allem wegen seiner schmalen Rändern und der sonst nur von teureren Modellen gewohnten Notch auf. Die Kameras vorn und hinten am Gerät schießen beiden Bilder mit maximal 5 Megapixel.

Das Nokia 3 kostet 100 Euro und erhält Android 9 Pie.

Das Nokia 3 ist bereits seit Juli 2017 auf dem Markt. Damals kostete es rund 150 Euro und kam mit Android 7 Nougat. Mittlerweile kostet es unter 100 Euro und kann auf Android 8.1 Oreo aktualisiert werden. Nokia hat sogar bestätigt, für das Nokia 3 Android 9 Pie auszuliefern. Im Smartphone taktet ein Mediatek MT6737 mit 2 GByte RAM. Der Speicher beträgt erweiterbare 16 GByte. Das 5-Zoll-Display löst mit 1280 × 720 Pixel auf, die Kameras vorne und hinten mit maximal 8 Megapixel. Mehr Infos zum Gerät in unserem Testbericht des Nokia 3.

Das Huawei Y5 (2018) kommt mit einem angepassten Android 8 Oreo und kostet im Preisvergleich knapp unter 100 Euro. Die Pixel schubst ein Mediatek MT6739 unterstützt von 2 GByte RAM. Micro-SD-Karten erweitern den 16 GByte großen Speicher um bis zu 256 GByte. Das 5,45-Zoll-Display löst mit 1440 × 720 Bildpunkten auf. Die Rückkamera, knipst mit bis zu 8 Megapixel, die Vorderkamera mit bis zu 5 Megapixel. Im Testbericht des Huawei Y5 (2018) gefiel uns besonders die gute Rückkamera.

Das Blackview A20 Pro kommt mit Android 8.1 Oreo und kostet 90 Euro. Der Mediatek-MT6739-Prozessor greift auf 2 GByte RAM zurück, der interne Speicher beträgt erweiterbare 16 GByte. Das 5,5 Zoll große Display löst mit 1440 × 720 Pixel auf. Die rückseitige Kamera kann 8 Megapixel, die vorderseitige Kamera 5 Megapixel.

Das Android-8.1-Oreo-Smartphone Leagoo M9 Pro sticht vor allem optisch aus seiner Preisklasse hervor. Das 5,72-Zoll-Display ist löst mit 1440 × 720 Pixel auf und ist das größte unserer Liste. Dabei sind die Ränder sehr schmal, auf eine Notch verzichtet das Leagoo M9 Pro. Angetrieben wird das Gerät von einem Mediatek MT6739 mit 2 GByte RAM. Der 16 GByte große interne Speicher ist erweiterbar. Die Dualkamera auf der Rückseite löst mit 13 und 2 Megapixel auf, die Kamera auf der Frontseite mit 5 Megapixel, unterstützt von einem LED-Selfie-Blitz.

Doogee X70 blau

Doogee X70 blau

Nokia 3 Dual-SIM silber

Nokia 3 Dual-SIM silber

Huawei Y5 (2018) Dual-SIM schwarz

Huawei Y5 (2018) Dual-SIM schwarz

Blackview A20 Pro schwarz

Blackview A20 Pro schwarz

Leagoo M9 Pro schwarz

Leagoo M9 Pro schwarz

Android Go läuft auch auf schwacher Hardware anständig und bereichert damit das Android-Ökosystem vor allem im Einsteigerbereich. Wir raten beim Kauf eines Smartphones unter 2 GByte RAM auf das entsprechende Siegel zu achten. Doch es sind auch einige Geräte unter 100 Euro auf dem Markt, die 2 GByte RAM und ein vollwertiges Android 8 Oreo bieten.

Kritisch ist nach wie vor die Update-Versorgung der günstigen Geräte seitens der Hersteller. Die größten Chancen haben dabei Geräte bekannter Marken. Hier sticht vor allem der Nokia-Hersteller HMD Global positiv aus der Masse hervor. Er will sowohl sein 100 Euro teures Nokia 3, als auch das 69,99 Euro teure Nokia 1 mit Android 9 Pie, beziehungsweise Android 9 Pie (Go Edition) versorgen. Weniger sicher ist die Update-Situation des Doogee X50. Dafür ist sein Preis von 50 Euro kaum zu unterbieten.

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