TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Lime, Tier, Voi & Circ: Wer ist der beste E-Scooter-Verleih?

3
von  // 

E-Scooter-Leihangebote von Lime, Tier, Voi und Circ erfreuen sich wachsender Beliebtheit. TechStage zeigt, welcher Sharing-Anbieter der Beste ist.

E-Scooter zum Ausleihen stehen in Großstädten auf einmal an jeder Ecke. Aber welcher E-Scooter fährt am besten? Welche App taugt am meisten? Wie funktioniert die Anmeldung? Was kostet der Spaß und wie wird bezahlt? TechStage hat alle aktuellen Sharing-Anbieter in Berlin ausprobiert und verrät, welcher der Beste ist. Vorab empfehlen wir unseren Grundlagenartikel: E-Tretroller mit Straßenzulassung.

Berlin dient als Test-Parcours vieler E-Tretroller-Sharing-Unternehmen. Aber auch in anderen Städten in Deutschland sind die elektrischen Roller bereits unterwegs. Wer wissen will, ob die eigene Stadt bereits dabei ist, schaut am besten bei den Sharing-Unternehmen Lime, Tier, Voi und Circ vorbei.

Die weiß-grünen Roller der Firma Lime aus den USA tarnen sich im Stadtbild von Berlin ziemlich gut – sie sind wegen ihrer natürlichen Farbtöne aus der Ferne nicht leicht zu sehen. Dafür gibt es davon in den Bezirken Kreuzberg-Friedrichshain und Mitte sehr viele, wie uns die App zeigt, mit der sich auch die Pedelecs des Anbieters ausleihen lassen. Die Tier-Roller unterscheiden sich schon von der Farbgebung stark von den anderen E-Scootern in Berlin. Das Unternehmen aus Deutschland hat Türkis als Hauptfarbe gewählt, das Chassis ist schwarz.

Die Roller von Voi sind schwarz-hellrot und werden ebenfalls wie alle Roller des Testfeldes per App gesucht, freigeschaltet und verwaltet. Unserer Beobachtung nach sind diese Roller aktuell in Berlin wesentlich weniger verbreitet als die der anderen Anbieter und das Geschäftsgebiet erstreckt sich nur auf Teile von Mitte, Kreuzberg und Tiergarten. Nicht einmal das östliche Kreuzberg, das sonst von allen Anbietern abgedeckt wird, befindet sich im Geschäftsbereich. Das kann sich natürlich jederzeit ändern.

Die Circ-Scooter sind in Berlin denen von Voi farblich sehr ähnlich. Sie sind Schwarz-Orange gefärbt und aus der Entfernung leicht zu verwechseln. Was gleich auffällt, sind die witzigen Details der Circs: So wurden Getränke- und Smartphonehalter am Lenker befestigt.

Die Apps aller vier Anbieter sind in den iOS- und Google-Play-App-Stores zu finden – natürlich allesamt kostenlos und in deutscher Sprache. In allen Fällen muss eine Telefonnummer angegeben werden, an die eine SMS mit einem Freischaltcode geht. Eine E-Mail-Adresse, an welche die Abrechnung jeder Fahrt geschickt wird, ist ebenfalls erforderlich. Die Roller dürfen in Deutschland ab 14 Jahren gefahren werden, doch die Verleiher haben sich 18 Jahre als Mindestalter für ihre Vertragspartner ausgesucht.

Die Lime-App verlangt nach Kreditkarte oder Paypal-Konto und zieht nicht etwa nur den Betrag für die Fahrt ein, sondern je nach Wunsch 5, 10 oder 20 Euro, die dann als Guthaben verwaltet werden. Das ist bei den anderen Anbietern nicht so. Hier wird jedes Mal pro Fahrt abgerechnet.

Der Nutzer kann bei Voi aktuell nur mit Kreditkarte bezahlen. Bei Circ ist die Anmeldung ebenfalls nur mit Kreditkarte möglich, weitere Bezahlmöglichkeiten fehlen. Was uns bei der App von Circ aber wirklich störte, ist ihr teilweise langsames Antwortverhalten. So gelang es uns mehrfach nicht, die Standorte freier Roller zu finden oder einen Mietvorgang sofort zu beenden. Das ist ärgerlich, da dann die Uhr weiterläuft.

Der deutsche Anbieter Tier erlaubt innerhalb seiner App die Bezahlung per Kreditkarte und Paypal. Die App reagiert schnell, zeigt die verfügbaren Scooter auf der Karte flott an – doch die Grenzen des Geschäftsgebiets sind nicht so einfach zu sehen. Das ist ungünstig, denn außerhalb dieser Grenzen fahren die Tier-Roller dankt Geolokalisation nur noch im Schritttempo.

Alle Roller dürfen überall in den Geschäftsgebieten der Anbieter geparkt werden, die sich derzeit auf die inneren Bezirke von Berlin beschränken.

Zunächst einmal stellt sich die Frage, wo überhaupt der nächste Roller steht. Alle Apps zeigen beim Start deshalb auf einer Karte die Standorte der Roller. Das gelingt selbst in den Häuserschluchten Berlins erstaunlich präzise. Die Roller dürfen nur in den Geschäftsgebieten der jeweiligen Anbieter abgestellt werden, ansonsten können Strafgebühren erhoben werden. Auf der Karte ist auch die Restreichweite der Roller beziehungsweise ihr jeweiliger Akkustand zu erkennen. Das ist wichtig, weil sonst das Ziel eventuell nicht erreicht werden kann.

Steht der Nutzer vor dem Roller, kann er dessen QR-Code mit der App des jeweiligen Anbieters abscannen oder die darunter stehende Nummer (nicht das Kennzeichen des Rollers!) manuell eintippen. Das kann bei beschädigtem QR-Code oder defekter Smartphone-Kamera nötig sein.

Die Freischaltung wird von allen Rollern mit einem Tonsignal quittiert. Erst dann ist das Losfahren oder besser gesagt das Lostreten möglich, denn gestartet werden alle Modelle, indem man sie kurz wie einen Kinderroller antritt. Danach wird der Gashebel betätigt und der Fahrer stellt sich gleichzeitig auf das Trittblech.

Alle E-Scooter beschleunigen über ein kleines Hebelchen. Das Bremsen erfolgt über Gaswegnahme, Hand- und Fußbremse. Bei Lime ist die Handbremse links angeordnet. Dazu kommt das Schutzblech des Hinterrads als Fußbremse. Links an der Lenkerstange findet man eine kleine Klingel. Der Roller von Voi hat wie der von Lime ebenfalls nur eine Handbremse, wobei diese anders als bei Fahrrädern üblich nicht zur Lenkermitte hin bestätigt ist, sondern zum Lenkerrand angeschlagen ist. Das ist ungewöhnlich, kann als Handschutz verstanden werden und lässt sich nach einigen Minuten der Eingewöhnung genauso gut bedienen und dosieren. Auch bei Voi wird die zweite Bremse mit dem Tritt auf das hintere Schutzblech ausgelöst. Eine pragmatische Lösung, da die E-Scooter laut Straßenverkehrsordnung zwei unabhängige Bremsen benötigen.

Tier hat zwei Handbremsen verbaut – eine für das Hinter- und die andere für das Vorderrad. Diese lassen sich gut dosieren, ein maßvolles oder schnelles Stoppen klappt so leicht wie beim Fahrrad. Dazu kommt noch eine Fußbremse. Die Klingel ist ein Drehring am linken Griff, am rechten Griff ist der Gashebel angebracht. Der ausklappbare Seitenständer verdient eine besondere Erwähnung. Im Gegensatz zu allen Mitbewerbern lässt er sich ohne großen Kraftaufwand und ohne unangenehmes Druckgefühl auch mit Sandalen problemlos betätigen.

Beim Circ-Modell gibt es zwei etwas schlechter dosierbare Handbremsen, einen Getränke- und einen Smartphonehalter. Die Klingel tönt durch Drehen eines Rings am linken Griff. Das passiert im Alltag wie bei Tier manchmal unabsichtlich und sorgt für belustigte Blicke der Passanten. Die Klingel ist leider nicht so laut, dass sie von Autofahrern zuverlässig wahrgenommen wird. Manchmal muss der Fahrer schlicht seine Stimme erheben, um auf sich aufmerksam zu machen. Das gilt aber auch für die Glocken der anderen Anbieter. Hier wäre noch deutlich Nachholbedarf, wobei der Gesetzgeber nur eine hellklingende Glocke verlangtaber keine Lautstärke angibt.

Einen Tacho gibt es übrigens nur bei Tier und Lime. Die Akkuanzeige bei Lime zeigt eine Prozentzahl an, die anderen Anbieter nutzen am Gerät nur eine Balkenanzeige oder LEDs. In der Praxis spielt das eine untergeordnete Rolle, zumal die Apps allesamt Prozentwerte und Restreichweite angeben.

Der Gesetzgeber gibt bei E-Scootern eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h vor. Wer mehr will, sollte sich unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h anschauen. Trotz der einheitlichen Begrenzung auf 20 km/h weisen die Roller Unterschiede auf: Die Motoren sind unterschiedlich leistungsstark, was zu unterschiedlichem Beschleunigungsverhalten führt. Der Roller von Lime erreicht in der Ebene laut Tacho maximal 18 km/h von erlaubten 20. Das ist recht langsam, auch die Beschleunigung ist verglichen mit den anderen Rollern im Testfeld eher schwach. Der Antrieb des kleinen Motors in der Vorderradnabe des Voi-Models ist ordentlich und beschleunigt das Gefährt zügig und gleichmäßig. Gefühlt ist die Beschleunigung höher als beim Lime-Modell. Der Voi-Roller hat keinen Tacho, sondern nur eine Akkuanzeige in Form leuchtender LEDs.

Der Antrieb ist bei Tier der kräftigste von allen Mietmodellen im Vergleichstest, die Höchstgeschwindigkeit im Tacho wird mit 20 bis 21 km/h angezeigt, wobei eine gewisse Messungenauigkeit erlaubt ist. Dafür ist die Leistungsentfaltung nicht ganz so harmonisch wie bei Lime: Wir haben gelegentlich ein leichtes Pulsieren gespürt, egal wie gut der Akkustand war. Dennoch ist der Fahrspaß bei Tier am höchsten, was schlicht an Beschleunigung und Endgeschwindigkeit liegt. Der Abrollkomfort bei Tier ist mittelmäßig, was angesichts der kleinen Reifen nicht verwundert. Das gilt für alle Modelle gleichermaßen. Jede kleinste Unebenheit wird gnadenlos an den Fahrer weitergegeben, weshalb vorausschauendes Fahren und selbst bei abgeflachten Übergängen Vorsicht angesagt ist.

Die eingebauten Vorderrad-Stoßdämpfer sorgen wenigstens dafür, dass dem Fahrer die Lenkstange nicht entrissen wird. Letztere ist anders als bei Kauf-Tretrollern nicht umklappbar, die Mitnahme im Bus oder in der Bahn ist daher kaum möglich und angesichts des Minuten-Preismodells auch eher unattraktiv.

Alle Scooter werden in Berlin derzeit nach dem gleichen Preismodell angeboten: Die Freischaltung der Fahrt kostet 1 Euro, danach werden pro Minute 15 Cent fällig. Angesicht des doch ganz ordentlichen Stundenpreises von 9 Euro und 1 Euro Leihgebühr sind die Vehikel von Voi, Circ, Tier und Lime nur für Kurzstecken interessant. Ein Mietauto gibt es schon ab 29 Cent, teilweise im Angebot schon für 19 Cent pro Minute.

Lime Tier Circ Voi
Fahrkomfort Gut Gut Gut Gut
Beschleunigung Mittelmäßig Sehr gut Gut Gut
App-Bedienung Gut Gut Gut Mittelmäßig
Verbreitung (in Berlin) Sehr gut Sehr gut Gut Mittelmäßig
Bremsen Gut Gut Gut Mittelmäßig
Bezahlung Guthaben über Kreditkarte/Paypal Kreditkarte/Paypal Kreditkarte Kreditkarte

Wer kein Sharing-Angebot in der Nähe hat oder sehr häufig den E-Scooter nutzt und außerhalb der Geschäftsgebiete fahren will, für den könnte es sich lohnen, so ein Fahrzeug selbst anzuschaffen.

Aktuell gibt es noch sehr wenige legale E-Roller wie zum Beispiel die von IO Hawk in der Ausführung Sparrow (12,5 kg) mit kleinen Reifen, faltbarer Lenkerstange, 250 Watt Motor und einer Lenkerbremse für rund 780 Euro oder den Exit Cross (19,8 kg) des gleichen Herstellers mit 10 Zoll großen Stollenreifen, Scheibenbremsen und Hinterradmotor mit 500 Watt für rund 1.100 Euro.

Der SXT Max ist mit 1.200 Euro sogar noch teurer, verfügt über eine klappbare Lenkerstange, zwei Bremsen am Lenker und bringt 23 kg auf die Waage. Dafür kommt er 40 km weit. Der SXT Light Plus V für 1.200 Euro hat hingegen nur eine Handbremse, wiegt aber nur 11 kg. Der Roller The-Urban V3 mit 14 kg Gewicht und zwei Handbremsen soll 20 km weit kommen und kostet 950 Euro. Der Egret-Ten V4 für rund 1.650 Euro hat ebenfalls zwei Lenkerbremsen, kommt jedoch mit 40 km wesentlich weiter und wiegt 17 kg.

Das Luxusmodell Metz Moover für rund 2.000 Euro hat dafür mit 12 Zoll die größten Räder und lässt sich so wesentlich komfortabler bewegen. Tragbar ist er 16 kg durchaus noch, die Reichweite liegt bei 25 km.

IO Hawk Sparrow IO Hawk Exit Cross (499 Wh) SXT Max SXT Light Plus V The Urban V3 #brln Egret Ten V4 Metz Moover
Motorleistung 250 Watt 500 Watt 350 Watt 500 Watt 350 Watt 500 Watt 500 Watt
Reichweite 25 km 30 km 40 km 40 km 20 km 40 km 25 km
Gewicht 12,5 kg 19,8 kg 23 kg 11,2 kg 14 kg 17 kg 16 kg
Reifengröße 8 Zoll 10 Zoll 10 Zoll 8 Zoll 8 Zoll 10 Zoll 12 Zoll
Preis 779 Euro 1.099 Euro 1.140 Euro 1.140 Euro 949 Euro 1.649 Euro 1.998 Euro

Wem die Höchstgeschwindigkeit der Elektrokleinstfahrzeuge zu niedrig ist, der sollte sich elektrische Roller mit Straßenzulassung und einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h ansehen. Für Führerscheininhaber der Klasse AM sind diese eine sehr interessante und bezahlbare Alternative.

SXT 500 EEC Bleiakku Elektro-Roller weiß (ESC500EECV2.3)

SXT 500 EEC

eFlux Vision X2 Elektro-Roller grau

eFlux Vision X2

(Kein Produktbild vorhanden)

eFlux Street 40

(Kein Produktbild vorhanden)

Elektroroller-Futura Elektroroller"Buzzard"

Rolektro eco-Fun 20 V.2 SE Plus Elektro-Roller (31783)

Rolektro eco-Fun 20 V.2 SE Plus

Ebenfalls bis zu 45 km/h schnell fahren Elektroroller (Kaufberatung). Waren früher Preis und Reichweite noch Hindernisse für die Elektrifizierung des Zweiradantriebs, haben moderne Roller in beiden Punkten aufgeholt. Nicht zu unterschätzen sind die niedrigen Folgekosten der E-Roller. Mit 60 Cent bis 1 Euro je 100 km sind die modernen Zweiräder nicht zu schlagen. Wir können als Marke Niu empfehlen. Nicht umsonst hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren zum größten E-Roller-Hersteller gemausert, der den deutschen Markt zunehmend dominiert.

(Kein Produktbild vorhanden)

NIU N1S schwarz

(Kein Produktbild vorhanden)

NIU N1S rot

(Kein Produktbild vorhanden)

NIU N1S weiß

(Kein Produktbild vorhanden)

NIU M+ C1 schwarz/rot

(Kein Produktbild vorhanden)

NIU M+ C3 silber

Die Mietmodelle der E-Tretroller sind praktisch. Der Nutzer kann sie fast überall ausleihen und in direkter Nähe zum Ziel abstellen. Wind- und Wetter sind alle Zweiradfahrer ausgeliefert, bei Regen wurde die Fahrt mit den kleinen Reifen der E-Scooter jedoch schnell so rutschig, dass wir lieber auf Bus und Bahn umstiegen. Ein weiterer Pluspunkt gerade für Touristen: Auf den Fahrzeugen lässt sich die Stadt ohne Hektik und mit beliebig vielen Stopps ganz individuell erkunden.

Egal ob Lime, Tier, Voi und Circ – die Fahrt mit einem E-Scooter kostet 1 Euro plus 15 Cent für jede angefangene Minute. Die Differenzierung gelingt über App, Bezahlfunktion, Verfügbarkeit, Ausstattung der Roller und Fahrkomfort. Das beste Gesamtpaket bietet derzeit der Sharing-Anbieter Tier. Uns hat besonders das Fahrgefühl überzeugt. Kein anderer Roller beschleunigt schneller und erreicht Geschwindigkeiten von immerhin 20 bis 21 km/h. Zusätzliche Informationen zur maximal zulässigen Geschwindigkeit und mehr findet sich in unserem Grundlagenartikel: E-Tretroller mit Straßenzulassung.

Wer mehr will und einen Führerschein hat, sollte sich Elektroroller anschauen. Sie fahren bis 45 km/h, sind günstig im Unterhalt, haben einen deutlich höhere Reichweite und machen zum Fahren mindestens genauso viel Spaß. Einen sehr guten Überblick bietet unsere Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige