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Kopfhörer für Kinder: Darauf kommt es beim Kauf an

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Kopfhörer für Kinder sind klein, stabil und begrenzen die maximale Lautstärke. Techstage hat sich drei beliebte Modelle von 15 bis 35 Euro genauer angeschaut.

Wer im Familienhaushalt von der Hörspieldauerbeschallung im Wohnzimmer mit Bibi & Tina, Feuerwehrmann Sam und Co. genug hat, kann mit Kinderkopfhörern für etwas Ruhe sorgen. Sie helfen zudem, Kids bei längeren Auto- oder Zugreisen zu unterhalten, ohne Mitfahrer zu stören.

Dabei passen sie nicht nur besser auf kleine Kinderköpfe als die Over- und On-Ear-Modelle für Erwachsene, sie begrenzen auch die maximale Lautstärke, um die Kleinen vor Hörschäden zu bewahren. Wir haben uns die kabelgebundenen JBL JR-300, Tonies Lauscher und JVC HA-KD5 genauer angeschaut. Worauf man grundsätzlich beim Kauf von Kinderkopfhörern achten sollten, zeigt dieser Ratgeber.

Hersteller werben damit, dass ihre Kinderkopfhörer die Lautstärke auf 85 db begrenzen, um das empfindliche Gehör der Kleinen nicht zu schädigen. Streng genommen stimmt die 85-db-Angabe bei den kabelgebundenen Modellen nicht, denn in den Kindermodellen kommen lediglich Dämpfer zum Einsatz, die nicht wissen, wie die tatsächliche Lautstärke der Kopfhörer ist. Nutzt man sie also bei Zuspielern mit schwachen Verstärkern, ist bei maximaler Lautstärke der Kinderkopfhörer gering. Nutzt man sie dagegen an Endgeräten mit besseren Verstärkern, kann die tatsächlich im Kinderohr ankommende Lautstärke über den angegebenen 85 db liegen.

Im Test schließen wir die Kopfhörer am Smartphone Oneplus 7T Pro (Testbericht) und einen Dell-XPS-15-Notebook an. Beim Smartphone ist die maximal erreichbare Lautstärke deutlich geringer als beim Notebook. Dort erreichen die Kinderkopfhörer im Test voll aufgedreht in etwa die normale Hörlautstärke des Autors. Es ist also wichtig, dass Eltern kurz Probehören, bevor sie die Kinder mit einem Gerät allein lassen.

Ein Nachteil, der Kinder vermutlich nicht groß stört: Dreht man die Lautstärke auf Maximum, können vor allem weniger hochwertige Verstärker das Klangbild verzerren.

Grundsätzlich unterscheidet man bei Kopfhörern zwischen In-Ear-, On-Ear und Over-Ear-Modellen. Für Erwachsene ist die Auswahl riesig. Die günstigsten True-Wireless-Kopfhörer gibt es bereits ab 20 Euro. Unser Ratgeber: Kopfhörer für Jogger und Sportler zeigt Modelle für eine besonders aktive Zielgruppe. Auch In-Ear-Modelle ohne Gummiaufsatz (Ratgeber) gibt es jede Menge. Selbst Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) sind mittlerweile günstig zu haben, wie unser Ratgeber ANC-Kopfhörer unter 100 Euro: Das können die Budget-Modelle zeigt.

Bei Kindern schrumpft die Auswahl. Zwar gibt es einige In-Ear-Modelle für Kinder, deren maximale Lautstärke begrenzt ist. Grundsätzlich raten wir aber davon ab, In-Ears bei Kindern zu verwenden. Denn bei Kopfhörern handelt es sich streng genommen um Hygieneprodukte. Stecken sich die Kleinen verunreinigte In-Ears in die Ohren, kann das zu Reizungen, im schlimmsten Fall zu sogar zu Entzündungen führen.

Over-Ear-Kopfhörer liegen im Gegensatz zu On-Ear-Modellen nicht auf dem Ohr auf, sondern umfassen es komplett. Dadurch sind sie beim längeren Tragen vor allem bei empfindlichen Ohren angenehmer. Zusätzlich schirmen sie die Umgebung besser ab. Das mag bei Erwachsenen gewünscht sein. Bei Kindern ist es eher schlecht, wenn diese von ihrer Umwelt zu wenig mitbekommen. Aus dem gleichen Grund sehen wir in ANC für Kinderkopfhörer wenig Sinn, von denen es auf dem Markt ohnehin keine Modelle gibt. Ein weiterer Nachteil der Over-Ears: Im Sommer sorgen sie zuverlässig für einen Satz heiße Ohren.

Bluetooth setzt sich bei Kopfhörern zunehmend durch. Das geht so weit, dass immer weniger Smartphones eine 3,5-mm-Klinkenbuchse bieten. Wer darauf nicht verzichten will, dem empfehlen wir unsere Kaufberatung Diese Smartphones haben noch eine Klinkenbuchse.

Bei Kopfhörern für Kinder gibt es zunehmend Modelle mit Bluetooth. Diese sind jedoch meist etwas teurer als die kabelgebundenen Varianten und benötigen bei der Einrichtung rudimentäre IT-Kenntnisse, die vor allem bei kleineren Kindern noch nicht vorhanden sind. Hier müssen häufig Eltern helfen. Kabelkopfhörer steckt man schlicht ein und sie funktionieren. Bei Smartphones ohne Klinkenbuchse hilft ein Adapter. Mit 2-in-1-Adaptern mit USB Type-C und 3,5 mm (Vergleichstest) können Smartphones parallel noch geladen werden. Ein Vorteil von Bluetooth wäre der Wegfall des Kabels, in dem sich Kinder gerne mal verheddern. Auch kann bei den Bluetooth-Modellen das verbundene Smartphone in der Tasche der Eltern bleiben, während sich das Kind frei bewegt.

Die Thompson WHP6017 gehören zu den günstigsten Bluetooth-Modellen für Kinder und kosten sogar weniger als viele kabelgebundene Modelle. Sie haben eine Start-/Pause-Taste, eine Lautstärkewippe und sind klappbar. Dank Mikrofon kann man sie als Headset nutzen, wenn die Kleinen zum Beispiel mit den Großeltern telefonieren. Geladen wird über Mikro-USB.

Die JBL JR300BT und die JVC HA-KD9BT-A bieten ebenfalls Knöpfe für Start/Pause sowie das Regeln der Lautstärke, haben jedoch kein Mikrofon. Bezüglich ihrer Verarbeitung ähneln sie den kabelgebundenen Varianten, die wir weiter unten besprechen.

Die JBL JR-300 kosten um die 19 Euro und gehören zu den beliebtesten Modellen am Markt. Sie kommen in fünf verschiedenen Farbvarianten und wirken zunächst wenig verspielt. Ihren Look können Kinder dank mitgelieferter Aufkleber aber schnell anpassen. Neben einigen Emojis gibt es unter anderem Buchstaben, um etwa den Namen des Kindes auf den Kopfhörer zu kleben. Einmal angebracht halten die Kopfhörer gut.

Der Anpressdruck ist relativ hoch, die Ohrenpolster sind aber zu Glück recht weich. Der in der Größe anpassbare Kunststoffbügel macht den Eindruck, als ob er so einiges aushält. Die Ohrenteile lassen sich nach innen klappen, so nehmen sie beim Transport weniger Platz weg. Der Klappmechanismus mit Kabelführung ist jedoch ein Bauteil, welches potenziell kaputtgehen kann, wenn man es zu stark belastet.

Das Flachkabel sitzt an der linken Ohrmuschel und ist etwa 1 m lang. Es kann bei einer eventuellen Beschädigung nicht getauscht werden. Die Klangqualität kommt nicht an On-Ear-Kopfhörer für Erwachsene heran, ihnen fehlt der Tiefgang und die Höhen sind etwas unterrepräsentiert. Für Hörspiele und Videos ist sie jedoch völlig ausreichend.

JBL JR-300 (11 Bilder)

Die Tonies Lauscher von dem Unternehmen, welches sich auch für die Toniebox (Testbericht und Alternativen) verantwortlich zeichnen, wirken wie aus einem Guss und sehr stabil. Ihr an die Kinderkopfgröße anpassbarer Bügel ist in weiten Teilen gepolstert, sogar von außen. Die Ohrenpolster sind weich, wenn auch nicht so weich wie die der JBL JR-300. Dafür ist ihr Anpressdruck geringer. Für die meisten Kinder sollten sie angenehm zu tragen sein.

Ihnen liegen keine Aufkleber bei, dafür zieren von Haus aus kleine Musiksymbole die Außenseite. Käufer können sich zwischen sechs verschiedenen Farbvarianten entscheiden. Optisch gefallen sie uns dank ihrer verspielten und weichen Optik richtig gut.

Ihre Ohrenteile kann man nicht Abklappen. So nehmen die Lauscher zwar beim Transport etwas mehr Platz ein, sind aber insgesamt etwas stabiler als Klappmodelle. Das stoffummantelte, 1,3 m lange Kabel steckt über eine Klinkenbuchse in der linken Ohrmuschel und kann gewechselt werden. Das ist äußerst praktisch, da Kabel bei Kopfhörern meist als Erstes den Geist aufgeben. Ein weiterer Vorteil: Zieht ein Kind stärker am Kabel, löst es sich schlicht aus der Buchse. Das mindert die Verletzungsgefahr und schon das Kabel.

Tonies Lauscher (12 Bilder)

Die JVC HA-KD5 sind bereits seit 1,5 Jahren im Dauereinsatz mit zwei kleinen Kindern. Man sieht ihnen zwar an der ein oder anderen Stelle ihr Alter an, funktional gibt es jedoch noch keine Mängel. Allerdings spielen die Kids gerne am Kabel herum, was man vor allem am Klinkenstecker merkt. Überhaupt ist das dünne, 0,9 m lange Kabel die vielleicht größte Schwäche der JVC HA-KD5. Denn es teilt sich und geht in jede Ohrmuschel einzeln. Zudem kann man es nicht von den Ohrmuscheln lösen. Bleibt das Kind also beim Hören irgendwo hängen und reißt sich die JVC HA-KD5 vom Kopf, kann sich das Kabel unangenehm um den Hals legen.

JVC HA-KD5 (15 Bilder)

Der in der Größe anpassbare Bügel ist ausreichend flexibel, allerdings nicht gepolstert. Zu Beschwerden seitens der Kinder führte das nie. Sie kommen wahlweise in einer von sechs Farbvarianten, ihnen liegen Motiv- und Buchstabenaufkleber bei. Die Ohrenteile sind weich gepolstert, allerdings in sich nicht beweglich. Klanglich sind sie für Kinderkopfhörer völlig in Ordnung.

Eine Lautstärkebegrenzung habe alle Kinderkopfhörer. Auch sind sie kleiner als Modelle für Erwachsene. Unterschiede gibt es unter anderem bezüglich ihrer Verarbeitung und Haltbarkeit. Um die möglichst lange zu gewährleisten, sollte man beim Kauf auf möglichst wenig bewegliche Teile achten. Das Kabel ist ein wichtiger Punkt. Gut ist es, wenn das Kabel einseitig in den Kopfhörer geht. Noch besser ist es, wenn es sich zusätzlich vom Kopfhörer lösen lässt. Das vermindert zum einen die Verletzungsgefahr. Zum anderen können es Nutzer bei einem Defekt einfach ersetzen.

Von den von uns getesteten Modellen erfüllen die Tonies Lauscher all diese Punkte. Zudem sehen sie einfach knuffig aus und sind weich gepolstert. Sie erhalten unsere volle Kaufempfehlung. Wer noch nach Audiomaterial für die Kleinen sucht, sollte sich unseren Ratgeber Hörspiele für Kinder: Tonies, Spotify und Alternativen durchlesen. Ganz ohne Kopfhörer kommen Lernspielzeuge für Kinder (Ratgeber) und nerdige Gesellschaftsspiele (Kaufberatung) aus.

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