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Komfort durch Licht: Drei RGB-Panels mit Zigbee im Vergleich

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Großflächige RGB-LED-Flächen sind teuer. Sollen sie dazu noch ins Smart Home integriert werden, wird es noch teurer. Wir haben drei RGB-Panels mit Zigbee verglichen.

Licht bereichert zunehmend unser Zuhause, vor allem farbiges Licht kann sehr stimmungsvoll und sogar stimmungsaufhellend wirken. Punktuelles Licht ist da schon ein netter Anfang, großflächige LED-Panels sind aber deutlich eindrucksvoller. Bei den erschwinglichen Modellen lässt sich aber meist bestenfalls die Farbtemperatur einstellen und als Steuerungsorgan dient dann entweder eine Fernbedienung oder eine App. Das ist ein guter Anfang und deutlich fortschrittlicher als eine herkömmliche Glühlampe. Richtig smart wird es allerdings erst, wenn farbiges Licht ins Spiel kommt und zudem eine Anbindungsmöglichkeit an das bereits vorhandene Smart Home möglich ist. Wir haben daher drei RGB-LED-Panels mit Zigbee-Steuerung ausprobiert, die sich unter anderem über die Hue-Bridge in das System von Marktführer Philips/Signify einbinden lassen. Im Vergleich sind ein Panel vom hierzulande eher unbekannten Hersteller TXL sowie Modelle von Paulmann und Müller Licht (Lampen im Testbericht).

Das erste RGB-Panel in diesem Vergleich stammt von Anbieter TXL Licht, einem Familienunternehmen aus Gotha. Die Produkte des Unternehmens zeichnen sich nach Angaben des Anbieters durch langlebige, qualitativ hochwertige Komponenten aus, außerdem hat er als einziger im Vergleich ein nach IP65 zertifiziertes Panel im Angebot. Neben Amazon als Vertriebsweg gibt es vor allem den eigenen Onlineshop, über den diverse Lichtprodukte vertrieben werden.

Das Panel in unserem Vergleichstest misst außen knapp 120 × 30 Zentimeter und wird von einem etwa 2,5 Zentimeter breiten Metallrahmen eingefasst. Er geht um die komplette Kante des Panels und ist auf der Rückseite verschraubt, das ganze Panel ist knapp 1 Zentimeter dick und wiegt rund 2,9 Kilo. Alle Verschraubungen sind gegen eindringendes Wasser und Staub gesichert. Der Hersteller nennt einen Maximalverbrauch von 60 Watt bei einer starken Leuchtkraft von bis zu 4860 Lumen, das soll herkömmlichen Glühlampen mit etwa 500 Watt entsprechen. Die Farbtemperatur lässt sich per App oder Fernbedienung von 2800 bis 6500 Kelvin regeln, Farben stellt das Panel natürlich auch dar und dimmbar ist es ebenfalls. Die durchschnittliche Lebensdauer benennt TXL Licht mit 49.000 Stunden oder 100.000 Schaltzyklen. Nach etwa 0,5 Sekunden ist die volle Helligkeit erreicht. Als Zigbee-Controller liegt unserer IP65-Variante ein Modell von Gledopto in speziell gesicherter Feuchtraum-Box bei, der Trafo aus Aluminium mit entsprechender Schutzverkabelung wirkt sehr hochwertig.

Zigbee-Controller in Feuchtraum-Schutzbox

Die erwähnte Fernbedienung ist optional, außerdem bietet der Hersteller gegen geringen Aufpreis Halteklammern, ein Rahmenset aus Aluminium und ein Seilsystem an. Je nach Ausführung und Ausstattung variiert der Preis des Panels von 179 Euro in der Größe 120 × 30 (2900 Lumen, IP40) bis 259 Euro (4860 Lumen, IP65 und Fernbedienung). Etwas günstiger ist ein IP20-Modell. Hinzu kommt Montagezubehör zwischen 11 und 20 Euro.

Auch das LED-Panel Amaris von Paulmann misst außen knapp 120 × 30 Zentimeter, sein weißer Metallrahmen ist aber knapp 3 Zentimeter breit und geht nicht bis auf die Rückseite. Verschraubungen gibt es ebenfalls, jedoch wesentlich weniger und nicht durch den Rahmen, sondern direkt in die Rückplatte des Panels. Das Gewicht liegt inklusive vormontiertem Halter bei etwa 3,4 Kilo, die Dicke beträgt etwa 1,3 Zentimeter. Die Leuchtstärke gibt Paulmann mit bis zu 4100 Lumen an, was einem Glühlampen-Pendant von 230 Watt entsprechen soll, die Farbtemperatur ist seltsamerweise fest mit 2700 Kelvin. Der Maximalverbrauch liegt bei 36 Watt. Farbwiedergabe und Dimmbarkeit sind ebenfalls gegeben. Die Lebensdauer des Panels gibt Hersteller Paulmann mit 30.000 Stunden an, zu Schaltzyklen äußert er sich nicht. Trafo und Zigbee-Controller sind aus Kunststoff, wirken aber nicht billig.

Befestigungsbügel sind bei Paulmann mit dabei

Von Müller Licht erreicht uns für den Vergleich ein mit 60 × 20 Zentimeter deutlich kleineres RGB-Panel, ein größeres hat das Unternehmen derzeit nur ohne RGB-Farbwiedergabe im Angebot. Kleiner bedeutet allerdings auch mit 0,5 Zentimeter dünner und mit knapp 1,8 Kilo auch leichter. Wegen Kunststoffkanälen auf der Rückseite und einem recht hohen, vorinstallierten Metallträger für die Installation ist der Abstand zu Decke oder Wand sogar fast größer als bei den wesentlich ausladenderen Konkurrenzprodukten.

Klotziger Befestigungsbügel und dicke Lichtkanäle bei Müller Licht auf der Rückseite

Der Metallrahmen ist wie beim ersten Produkt etwa 2 Zentimeter breit, geht aber wie bei Paulmann nicht bis auf die Rückseite. Entsprechend stecken die verwendeten Schrauben wieder direkt in der Rückseite des Panels. Der maximale Verbrauch ist mit 26 Watt angegeben und entsprechend ebenfalls niedriger als bei den wesentlich größeren Konkurrenzprodukten, dafür fallen auch fast alle anderen Werte schlechter aus. So schafft das Loris getaufte RGB-LED-Panel laut Hersteller nur 1300 Lumen, die Farbtemperatur lässt sich von 1800 bis 6500 Kelvin festlegen. Hinzu kommen Farben, dimmbar ist das Panel laut Herstellerangaben nicht. Die durchschnittliche Lebensdauer der Lampe benennt Müller Licht mit 25.000 Stunden und 100.000 Schaltvorgängen. Trafo und Zigbee-Controller wirken trotz Kunststoffgehäuse ausreichend wertig, lediglich die gegen Staub und Feuchtigkeit gemäß IP20 zusätzlich gesicherte Lüsterklemme zum Anschluss an das Hausnetz wirkt nicht übermäßig hochwertig und ist außerdem winzig.

Die Konkurrenz legt so etwas gar nicht erst bei, bei Müller Licht gibt es sogar Schrauben und Dübel zur Befestigung gleich mit. Die beiliegende Fernbedienung ist etwas pummelig und der RGB-Kreis recht unpräzise, um direkt aus der Box zu starten ist sie aber durchaus hilfreich.

Bei Optik und Verarbeitung hat das Produkt von TXL leicht die Nase vorn, viel tut sich hier aber nicht. Ansonsten stimmen die Angaben des Herstellers. Im Test startet das TXL-Panel am langsamsten, es braucht fast eine Sekunde, um die volle Leuchtkraft zu erreichen. Anschließend ist sie dann aber auch am höchsten. Gemessen haben wir bis zu 6210 cd/m², der Verbrauch geht bis zu 62,3 Watt hoch und liegt damit leicht über der Herstellerangabe, aber noch im Toleranzbereich von Messungenauigkeiten. Im Standby verbraucht das große RGB-Panel immer noch um 1,7 Watt und damit 620 Wh pro Jahr, ohne auch nur ein einziges mal richtig angeschaltet zu werden.

Der einzige Trafo aus Metall (unten) liegt dem TXL-Panel bei

Das klingt nach viel, bedeutet aber vielmehr, dass sich das Panel vor allem dann lohnt, wenn es häufig tatsächlich in Benutzung ist. Denn in Relation zur Lichtausbeute, die im direkten Vergleich zu den beiden anderen Produkten auch visuell klar am höchsten ist, ist der Standby-Verbrauch zu vernachlässigen, wenn man dem eine herkömmliche Glühbirne mit 500 Watt entgegenstellen muss. Dann ist der Verbrauch um Faktor acht niedriger. Das und der Umstand, dass das TXL-Produkt im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzmodellen am Markt auch IP65-geschützt ist, erklärt, warum es nach Angaben des Herstellers unter anderem häufig in Schwimmbädern zum Einsatz kommt. Die Lichtdarstellung von Weißtönen und Farben hat uns sehr gut gefallen, zusammen mit der hohen Helligkeit kann man kaum direkt hineinschauen. Hochwertige Komponenten, Wasserdichtigkeit und höchste Helligkeit haben ihren Preis: 299 Euro kostet das TXL-Panel mit Alu-Einbaurahmen und Fernbedienung bei Amazon, 269 Euro ohne Befestigungsmaterial.

Das Amaris-Panel von Paulmann hat äußerlich nur leicht das Nachsehen im Vergleich zum TXL-Panel, bei der Farbwiedergabe sind aber beide Modelle weitestgehend gleichauf. Je nach Farbe hat uns das eine Panel besser gefallen, mal das andere. Der größte Unterschied ist bei der Helligkeit festzustellen, die mit bis zu 3140 cd/m² nur etwa halb so hoch wie beim TXL-Konkurrenten ausfällt. Das verwundert, schließlich gibt der Hersteller mit 4100 Lumen eine nur wenig niedrigere maximale Helligkeit als bei TXL an. Visuell ist der Unterschied aber beachtlich, daher vermuten wir eher, dass Paulmann etwas optimistische Angaben gemacht hat. Das passt auch zum Stromverbrauch, den wir mit 1,4 bis 33,7 Watt gemessen haben und der klar unter dem von TXL liegt. Eine Funzel ist aber auch das Paulmann-Panel nicht, als Deckenlampe in einem normalen Raum reicht die Leuchtkraft auch bei der Amaris locker aus.

Vorteil ist die bereits angeschraubte Befestigungsmöglichkeit, bei TXL muss diese zusätzlich bestellt werden. Ein weiterer Vorteil ist möglicherweise der Umstand, dass die maximale Helligkeit früher erreicht wird, als beim TXL-Produkt. Dort wirkt das Einfaden dafür aber etwas hochwertiger. Preislich liegt das Paulmann-Produkt allerdings ebenfalls vorn: Bei Amazon kostet das Paulmann Amaris in 120 × 30 Zentimeter knapp 161 Euro und damit wenig mehr als die Hälfte des TXL-Produktes.

Fernbedienungen liegen nur den Modellen von Müller licht (li.) und TXL bei. Hochwertiger ist das Gerät von TXL

Das kleinste Modell, das Müller Licht Tint Loris, kommt ebenfalls mit vorinstallierter Befestigungsmöglichkeit für Decke oder Wand, außerdem sind sogar Dübel und Schrauben und ebenfalls eine Fernbedienung mit dabei. Während die bei TXL aber deutlich hochwertiger wirkt und Sensorfelder bietet, wirkt das Produkt von Müller Licht etwas klobig und zumindest der Farbring lässt sich nur sehr unpräzise bedienen. Dafür gibt es auch vorgefertigte Szenen wie Lagerfeuer mit pulsierenden Rot- und Gelbtönen und automatische Farbwechsel. Das Panel selbst wirkt in etwa so hochwertig wie das Paulmann-Produkt, kommt also nicht ganz an das TXL-Produkt heran, geht aber voll in Ordnung. Auffällig ist der Kunststoffkanal des kleinen Tint-Panels auf der Rückseite, das Licht auch an Decke oder Wand wirft, an der es befestigt ist. Im Auslieferungszustand ist die Lampe mit der Fernbedienung gekoppelt. Soll das Panel in eine Hue-Bridge integriert werden, muss es erst entkoppelt werden, bevor es in der Hue-App gefunden werden kann. Das ist alles recht umständlich und wollte bei uns leider auch nicht so recht funktionieren – das Panel ließ sich nicht durch 5-maliges An- und Ausschalten zurücksetzen.

Lichthöfe beim Tint-Panel sind zwar vorhanden, aber nicht so stark wie hier auf der zu Anschaulichkeitszwecken stark bearbeiteten Aufnahme

Beim Verbrauch liegt das Loris wegen seiner geringeren Größe vorn, wir haben 0,6 bis 25 Watt gemessen. Bei der punktuellen Leuchtkraft überraschte das kleine Panel mit 4900 cd/m² und damit dem zweiten Platz vor dem größeren und nominell stärkeren Paulmann-Modell. Überraschend ist dabei auch, dass die höchste Leuchtkraft im Gegensatz zu den anderen beiden Modellen nicht bei kaltweißem Licht, sondern bei Warmweiß erreicht wird. Wie bei Paulmann ist auch das Müller Licht Loris sofort nach dem Anschalten voll da, stellt dann aber zumindest Farben nicht so schön wie die anderen beiden Modelle im Vergleich dar. Das liegt zwar auch daran, dass sich satte Farben über die Fernbedienung nur schwer präzise einstellen lassen, vor allem aber an den Lichthöfen, die an den Rändern zu sehen sind. Hier verblassen Farben leicht, bei Weißtönen fällt das nicht auf. Dafür ist das kleinste Panel auch das günstigste im Vergleich: 116 Euro kostet das Modell bei Amazon.

Das TXL-Modell punktet mit bester Verarbeitung und hochwertigen Komponenten, ist zudem wasserdicht und am hellsten. Außerdem bietet der Hersteller gegen Aufpreis mehrere Einbaumöglichkeiten und eine Fernbedienung ist auch dabei. Das TXL-Panel ist das Luxusmodell im Vergleichsfeld und passt gut ins eigene Schwimmbad. Das hat seinen Preis – das Gerät ist mit Abstand am teuersten.

Wer ein großes RGB-LED-Panel für normale Innenräume sucht, wird vermutlich eher bei Paulmann glücklich. Denn abgesehen von der klar niedrigeren maximalen Helligkeit ist der Unterschied auf den ersten Blick nicht übermäßig groß, vor allem nicht bei der Farbdarstellung. Verschiedene Befestigungsmöglichkeiten gibt es vom Hersteller nicht, dafür liegt das Modell preislich im Mittelfeld.

Wer nach dem günstigsten Panel sucht und dafür Abstriche bei der Größe machen kann, darf beruhigt zum Loris greifen. Hier gibt es bei Farben zwar leichte Lichthöfe zu sehen, aber die Helligkeit passt dafür. Die Einbindung ins Smart-Home-System von Philips Hue wollte uns zwar nicht gelingen, es gibt aber genug Berichte im Netz, die eine mögliche Einbindung bestätigen.

Generelle Informationen zum Hue-System von Philips haben wir in unserem Artikel Philips Hue im Test: Smartes Licht per App zusammengefasst. Retro-LEDs verschiedener Hersteller haben wir in diesem Artikel miteinander Verglichen, E27-RGB-LEDs im Artikel Hue & Co: 5 Zigbee-RGB-LEDs mit Sockel 27 im Vergleich.

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