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Kaufberatung smarte Türklingeln: DECT schlägt WLAN

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Smarte WLAN-Türsprechstellen sind praktisch und gut. Aber es gibt vor allem für Fritzbox-Besitzer dank DECT zuverlässigere Lösungen, die auch noch mehr Funktionen bieten.

Ohne Smartphone kommt heutzutage kaum noch einer aus. Vom Shopping über die Lektüre der neusten Nachrichten und Social Media Posts bis hin zur Steuerung des Smart Homes läuft quasi alles über den Taschencomputer. Insofern verwundert es nicht, dass auch die Türklingel immer häufiger mit dem Smartphone verlinkt wird.

Unser Beitrag Kaufberatung: Smarte Türklingeln mit Video und VoIP zeigt: Vor allem bei WLAN-basierten Türsprechstellen ist die Auswahl groß. Das vielleicht bekannteste Produkt ist die Ring Video Doorbell 2 (Testbericht) von Amazon. Das dürfte zum einen daran liegen, dass Amazon viel Geld in Werbung investiert und die Doorbell somit omnipräsent ist. Zum anderen nutzt die Doorbell wie die meisten drahtlosen Türsprechstellen WLAN. Damit ist wohl nahezu jeder Verbraucher vertraut.

Das Vertrauen in die Marke Amazon und die Bekanntheit der genutzten WLAN-Technik dürfte mitentscheidend dafür sein, dass ein Großteil derer, die sich eine smarte Türsprechstelle zulegen wollen, mit der Doorbell und ähnlichen WLAN-Produkten liebäugelt. Zunächst hört sich das System zugegebenermaßen auch gut an. Die Installation könnte nicht leichter sein. Gerade bei batteriebetriebenen Modellen muss die Türsprechstelle lediglich per WLAN mit dem Smartphone verbunden werden. Die Einrichtung erfolgt in der Regel über die jeweilige App. Klingelt anschließend jemand an der Tür, wird ein Anruf zum Smartphone aufgebaut. Somit kann man im Prinzip von jedem Ort im Haus oder auch Garten auf die Türklingel reagieren. Und selbst von unterwegs ist man gewissermaßen immer nur einen Schritt von der Haustür entfernt.

Die größte Schwäche von WLAN-basierten Türsprechstellen kann jedoch bereits jeder erahnen, der in einem öffentlichen Hotspot schon mal auf eine stabile WLAN-Verbindung angewiesen war – etwa, um mit der Familie über Skype zu kommunizieren. Nicht ohne Grund ist WLAN in erster Linie für hohe Bandbreiten bekannt und weniger für Stabilität. Selbst bei namhaften WLAN-Produkten kommt es hin und wieder zu Interferenzen und Verbindungsabbrüchen. Das liegt in der Natur der zugrundeliegenden Technik. Wird deshalb eine E-Mail ein paar Sekunden später verschickt oder ruckelt ein YouTube-Video kurz, sorgt das in der Regel für keine größeren Probleme. Bei einer WLAN-Türsprechstelle kann es jedoch bedeuten, dass man gar nicht mitbekommt, wenn jemand vor der Tür steht. Denn ohne eine stabile Internetverbindung baut der Cloud-Server des Anbieters kein Türgespräch auf.

Ein weiteres Problem ist, dass die entsprechenden Apps stets im Hintergrund auf dem Smartphone laufen müssen. Deaktiviert das Smartphone die App, um Strom zu sparen, oder ist der Akku des Smartphones leer, wird das Türgespräch ebenfalls nicht durchgestellt. Der Besuch oder Lieferant vor der Tür bekommt davon selbstverständlich nichts mit und geht schlichtweg davon aus, dass niemand zuhause ist.

Deutlich zuverlässiger funktionieren Türsprechstellen, die mit der (in vielen Haushalten bereits vorhandenen) Telefonanlage verbunden werden. Ein schönes Beispiel ist die DoorLine Slim DECT von Telegärtner Elektronik. Das aktuelle Modell des Crailsheimer Unternehmens nutzt, wie der Name bereits verrät, DECT statt WLAN. DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) ist der weltweit genutzte und seit Jahrzehnten etablierte Funk für die klassische Schnurlostelefonie – und somit ideal geeignet für die Übertragung von Sprache. Die Tatsache, dass DECT ein eigenes, geschütztes Frequenzband nutzt (1880 - 1900 MHz) bedeutet, dass es zu keinen Interferenzen mit anderen Geräten in der Umgebung kommen kann. Aber das Wichtigste ist die stabile Verbindung: Einmal mit der DECT-Basis (zum Beispiel Fritzbox oder Speedport) verbunden, bleibt die Türsprechstelle immer angemeldet. Welche Fritzbox sich für wen am besten eignet, klärt unser Vergleichstest Fritzbox 7490, 7580 und 7590.

Die weite Verbreitung spricht ebenfalls für DECT. Viele Fritzbox-Router haben eine integrierte DECT-Basis. Dasselbe gilt für verschiedene Speedports der Deutschen Telekom. Somit ist in Millionen von deutschen Haushalten bereits die notwendige Hardware vorhanden, um eine DoorLine Slim DECT ohne weiteres Zubehör nutzen zu können. Telegärtner Elektronik bietet auf der eigenen Webseite eine Übersicht aller kompatiblen Router und Telefonanlagen.

Wie bei nichtbatteriebetriebenen WLAN-Türsprechstellen muss die DoorLine ans Stromnetz angeschlossen werden. Die Verbindung zwischen der Türsprechstelle und der DECT-Basis erfolgt dann ganz einfach per DECT. Die Einrichtung ist angenehm unkompliziert. In den meisten Fällen reicht ein simpler Knopfdruck, um die DoorLine und die Basisstation miteinander zu verknüpfen.

Neben der deutlich zuverlässigeren Verbindung und höherer Sprachqualität im Vergleich zur Ring Video Doorbell 2 (Testbericht) & Co, bringt die DoorLine viele weitere nützliche Vorteile mit sich. Allen voran kann man das Türgespräch nicht nur vom Handy aus annehmen, sondern auch vom ganz normalen Telefon. Wer zum Beispiel gleich mehrere Schnurlostelefone im Haus hat, muss also nicht immer das Handy bei sich haben, um auf die Türklingel reagieren zu können. Ein leerer Smartphone-Akku ist so ebenfalls kein Problem.

Hinzu kommen hilfreiche Zusatzfunktionen. Die DoorLine Slim DECT verfügt über zwei Klingelknöpfe. Pro Partei können bis zu zwei beliebige Telefonnummern hinterlegt werden. Ist über die erste Nummer niemand erreichbar, wird der Anruf an die zweite hinterlegte Nummer weitergeleitet. Das kann zum Beispiel die eigene Handynummer sein oder auch die des Partners. Die Funktion lässt sich je nach Bedarf aktivieren beziehungsweise ausschalten.

Zusätzlich zu den hinterlegten Nummern kann eine Abwesenheitsnummer angelegt werden. Diese Funktion ist auch als Apothekerschaltung bekannt. Bei Bedarf lässt sich diese einfach aktivieren, sodass sämtliche Anrufe automatisch auf diese eine Nummer geschaltet werden, wenn über die übliche(n) Nummer(n) niemand erreicht wird. Je nach Einstellung landet der Anruf dann auf dem eigenen Smartphone oder dem Telefon im Büro.

Vergleichbare Funktionen sucht man bei WLAN-Türsprechstellen vergebens. Selbst normale Rufweiterleitungen sind bei WLAN-Lösungen aus technischen Gründen nicht ohne weiteres möglich, sodass man auf das eigene Smartphone eingeschränkt ist.

WLAN-Lösungen wie die Ring Video Doorbell 2 (Testbericht) verfügen häufig über einen eigenen Kamera. Das bietet die DoorLine Slim DECT nicht, denn der robuste DECT-Funk erlaubt keine Video-Übertragung. Zudem setzt eine Video-Kamera immer eine App auf dem Smartphone voraus. Auf ein Video-Bild, um sehen zu können, wer vor der Tür steht, muss dennoch niemand verzichten. Denn über das eigene Heimnetz lässt sich jede IP-Kamera zu diesem Zwecke mit einer konventionellen Smartphone-App für Kameras einbinden, gerne auch als Widget, sodass man das Kamerabild sofort sieht. Somit kann man letztlich genau das Kamera-Modell wählen, das für den jeweiligen Einsatzfall am besten passt. Empfehlenswert sind Outdoor-Varianten von Foscam, Wansview und Dericam. Aber auch die Arlo Pro 2 (Testbericht), die Ring Spotlight mit Solar (Testbericht), die Ring Floodlight mit LED-Strahler (Testbericht) und die Reolink Argus 2 mit Akku und Solar (Testbericht) eignen sich dafür.

Nutzer einer Fritzbox mit Fritzfon können mit der Live-Bild-Funktion auch das Bild einer IP-Kamera mit geringer Auflösung direkt an das Fritzfon übertragen, wenn jemand klingelt. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findet sich hier.

Da man mit der DoorLine Slim DECT über das Telefon beziehungsweise Handy selbst ein Gespräch zur Türsprechstelle aufbauen kann, ergeben sich so neue Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man Kontakt zu einer Person vor der Tür aufnehmen, die man über die Kamera entdeckt hat – selbst wenn nicht geklingelt wurde. Erspäht man also einen Einbrecher, kann man diesen kontaktieren, ohne zur Tür gehen zu müssen. Noch häufiger dürfte die Funktion jedoch dann helfen, wenn man das erste Klingeln verpasst hat. Denn dann kann man selbst Kontakt aufnehmen und muss nicht hoffen, dass die Person vor der Tür noch ein weiteres Mal klingelt. Da die DoorLine über zwei Schaltausgänge verfügt, kann einer davon, bei entsprechenden Türen, für die Türöffneransteuerung genutzt werden. So kann man über das Telefon auch gleich die Tür öffnen.

Foscam FI9902P

Foscam Outdoor

Wansview W2 1080p IP-Kamera

Wansview W2

Dericam 1080P Wireless Outdoor Security Camera B2A, weiss

Dericam Outdoor

Arlo Pro 2 Kit, 2 Kameras, Set (VMS4230P-100EUS)

Arlo Pro 2 Kit

Ring Spotlight Cam, mit Akku, schwarz (8SB1S7-BEU0)

Ring Spotlight Cam

Ring Floodlight Cam, weiß (8SF1P7-WEU0)

Ring Floodlight Cam

Reolink Argus 2

Reolink Argus 2

Last but not least gefällt die DoorLine Slim DECT dank ihres eleganten und gleichzeitig robusten Designs. Die Oberfläche besteht aus einer durchgehenden Glasplatte, die dementsprechend leicht zu reinigen ist – und sich deutlich von den oft an Baumarktklingeln erinnernden WLAN-Produkten unterscheidet. Die Bedienung erfolgt über berührungsempfindliche Sensortasten. Damit ist das Gerät auch vor Regen bestens geschützt. Die Glasoberfläche dient gleichzeitig als Lautsprecher. Das System funktioniert, denn die Sprachqualität ist sehr gut. Die Hintergrundbeleuchtung stellt zudem sicher, dass die Klingeltasten und die Beschriftungsfelder auch bei Dunkelheit leicht zu erkennen sind.

Mit einem Preis von etwa 300 Euro ist die DoorLine Slim DECT preislich kaum teurer als eine hochwertige WLAN-Türsprechstelle. Wer bereits Klingeldraht verlegt hat oder dies noch tun möchte, für den dürfte auch die DoorLine Pro Exclusive interessant sein. Dieses Modell wird ebenfalls mit der Telefonanlage verbunden. Bei der DoorLine Pro Exclusive kann man die Anzahl (1 bis 4 Parteien) und die Inhalte der Klingeltasten auf dem Display selbst bestimmen. Die Schriftart lässt sich frei wählen und darüber hinaus eine Grafik wie ein Foto der Familie oder ein Firmen-Logo anzeigen. Zusätzliche Funktionen gibt es ebenfalls wie das schlüsselfreie Türöffnen per Zugangs-Code. So können die eigenen Kinder nach der Schule die Tür öffnen. Außerdem ist nicht gleich ein Schlüsseldienst notwendig, wenn die Tür hinter einem ins Schloss fällt und man keinen Schlüssel bei sich hat. Preislich liegt die DoorLine Pro Exclusive bei etwa 500 Euro.

Telegärtner DoorLine Slim Dect schwarz, Außenstation (150730)

DoorLine Slim DECT

Telegärtner DoorLine Pro Exclusive weiss, Außenstation (150500)

DoorLine Pro Exclusive

DECT-Türsprechstellen lassen sich wie WLAN-basierte Türklingeln leicht installieren, funktionieren allerdings deutlich zuverlässiger – und bringen viele Zusatzfunktionen mit sich. Mit der DoorLine Slim DECT, die sich unter anderem mit einer vorhandenen Fritzbox oder auch einem Speedport verbindet, kann man das Türgespräch nicht nur vom Smartphone aus annehmen, sondern auch über normale Festnetztelefone. Rufweiterleitungen und Apothekerschaltung sind nützliche Funktionen, die man bei WLAN-Türsprechstellen vergeblich sucht. Preislich unterscheiden sich DECT- und WLAN-Türsprechstellen nicht viel. Für alle, die bereits eine Fritzbox oder einen Speedport mit DECT haben, lohnt sich der kleine Unterschied allemal.

Für alle, die sich auch für die WLAN-Lösungen interessieren, empfehlen wir unsere Kaufberatung: Smarte Türklingeln mit Video und VoIP.

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