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Kaufberatung Tablet: Was darf ein gutes Tablet kosten?

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Es gibt sie noch: Tablets. Wer sich für eines Geräte von Apple, Samsung und Co interessiert, kann von 60 bis weit über 1000 Euro ausgeben. Im Ratgeber geben wir Tipps zum Tablet-Kauf.

Ein Tablet kann schon recht praktisch sein, auch wenn es im Gegensatz zum Smartphone eher ein optionales Zusatz-, denn "nötiges" Hauptgerät ist. Wer sich ein Tablet kaufen möchte, sollte sich zuvor fragen, welche Ansprüche er daran hat. Denn auch wenn der Einstieg günstig sein kann, so kosten hochwertigere Modelle leicht mehrere Hundert bis deutlich über 1500 Euro. Wir haben daher einige Tipps zusammengefasst, die Kaufwilligen die Wahl des richtigen Tablets erleichtern.

Dieser Artikel wurde am 08.10.2020 aktualisiert.

Je teurer, desto besser – das stimmt bei den meisten technischen Geräten wie Smartphones (etwa bei den 10 besten Kamera-Smartphones), entsprechend auch bei Tablets. Aber nicht immer ist teuer nötig. Wer gelegentlich mal Mails oder Youtube-Videos auf dem Tablet schauen möchte, muss kein High-End-Gerät für 800 Euro kaufen. Für regelmäßiges Malen und Zeichnen per Stylus lohnen sich billige 200-Euro-Lösungen hingegen nicht.

Als technische Untergrenze für normale Tablets sehen wir aktuell 2 GByte RAM, 32 GByte internen, erweiterbaren Speicher und mindestens ein Quad-Core-Prozessor der Mittelklasse. Das Display sollte eine Auflösung bieten, die mindestens 200 Pixel pro Zoll ermöglicht. Das entspricht Full-HD bei 10 Zoll. Zwar ist das deutlich weniger als die empfohlene Bildschärfe für Smartphones, allerdings wird ein Tablet wegen seiner Größe im Schnitt etwas weiter von den Augen entfernt gehalten – mehr ist natürlich trotzdem immer besser. Von Tablet-Kameras sollte man nicht zu viel erwarten, nur High-End-Geräte bieten hier ordentliche Qualität. Bei allen anderen Tablets reichen die Frontkameras aber normalerweise zumindest für Videochats aus.

Bei der Software sollte auf eine möglichst aktuelle Version des jeweiligen Betriebssystems geachtet werden. Dadurch stehen nicht nur die aktuellsten Features zur Verfügung, sondern die Sicherheits-Patches sollten damit auch auf einem recht neuen Stand sein.

Wofür soll das Tablet genutzt werden? Grundsätzlich ist ein kleineres Tablet mobiler, ein größeres bietet mehr Bedienkomfort und mehr „PC-Gefühl“. Für den typischen Sofa-Surfer darf es also theoretisch auch mehr als 10 Zoll sein, unterwegs sind teilweise kleinere Geräte sinnvoll. Achtung: Größere Tablets sind meist schwerer. Eine Größe um 10 Zoll ist daher am verbreitetsten und lässt sich universell einsetzen – vor sich auf dem Tisch liegend, aber auch in der Hand gehalten, ohne sich gleich „einen Bruch zu heben“. Kleinere Tablets unter 8 Zoll gibt es auch, davon raten wir aber ab – der Unterschied zu immer größer werdenden Smartphones ist dann einfach zu gering, das lohnt sich kaum.

Wer sein Tablet ausschließlich zu Hause verwenden will, braucht kein LTE-Modul. Das kostet extra und würde eh nicht genutzt, da sich dort im Normalfall das heimische WLAN-Netz aufspannt. Wer ausnahmsweise doch mal auch unterwegs mobile Daten braucht, kann dann immer noch Tethern, also mobile Daten vom Smartphone beziehen. Für die regelmäßige Nutzung von unterwegs ist ein LTE-Modul hingegen sinnvoll. Dabei ist allerdings zu beachten, dass entweder ein eigener Vertrag für das zusätzliche Gerät nötig ist, oder zumindest eine zweite SIM-Karte vom Hauptvertrag. Für sehr aktive Tablet-Nutzer empfehlen sich möglicherweise auch entweder „Outdoor-Tablets“, die besonders hart im Nehmen sind, oder zumindest stabile Transporttaschen. Für Kinder eignet sich etwa die Kids-Edition von Amazons, die es für alle aktuellen Fire-HD-Tablets gibt.

Wer gerne liest, kann ein Tablet natürlich auch dafür nutzen, E-Reader-Apps gibt es genug. Allerdings strengt das Display gerade nachts die Augen sehr an. Wir würden hier eher zu einem dedizierten Reader mit E-Ink-Bildschirm raten, etwa dem Amazon Kindle (Testbericht) oder, wenn es farbig sein soll, dem Pocketbook Color (Testbericht). Mehr dazu in unserem Vergleichstest E-Reader.

Müssen es wirklich 256 GByte interner Speicher sein oder reichen auch 32 GByte plus Micro-SD-Karte? Für die meisten Nutzer wird das Tablet das Zweit- (nach dem Smartphone) oder gar Drittgerät (nach Smartphone und PC/Laptop) sein, entsprechend müssen darauf vermutlich weniger Daten gespeichert werden. Eine Alternative können Cloud-Anbieter wie Dropbox, Adobe oder Amazon sein. Damit lassen sich Bilder und Co auslagern.

Grundsätzlich gibt es im Jahr 2019 nur noch zwei Betriebssysteme für Tablets im Massenmarkt: Android von Google und iPadOS von Apple. Windows und auch FireOS sind zwar auch noch vertreten, das Microsoft-Betriebssystem aber vorwiegend im gehobenen Preissegment für Convertible- oder 2-in-1-Geräte, FireOS-Geräte ausschließlich bei Amazon. Günstig gibt es nur bei Android und FireOS. Die meisten Apps finden Nutzer bei Android und iOS, auf Windows-Geräten kann die oftmals eher schwache Hardware der limitierende Faktor für die Lauffähigkeit von Software sein. Wer also nur wenig Geld ausgeben möchte, der braucht im Apple-Lager erst gar nicht nachzuschauen.

Lenovo Tab M7

Geräte wie das Lenovo Tab M7 lohnen sich nur für Minimalisten. Der Chipsatz ist ein typischer Einsteiger-Chip (Quad-Core), der nur von 1 GByte RAM flankiert wird. Es gibt außerdem nur 16 GByte internen Speicher und das Display ist gerade einmal 7 Zoll groß - das ist kaum mehr Diagonale als bei manchem Smartphone. Selbst für 7 Zoll ist allerdings die Auflösung mit 1024 × 600 Pixel ziemlich niedrig, damit kommt man rechnerisch auf etwa 700 ppi. Außerdem wird das Gerät nur mit Android 9 geliefert. Dafür kostet es auch nur rund 70 Euro – wer unbedingt einen halbwegs großen Touchscreen für wenig Geld will, darf zugreifen. Der Rest sollte etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Huawei MatePad T8

Etwa für das MatePad T8 von Huawei. Hier gibt es immerhin 8 Zoll mit 1280 × 800 Pixel (189 ppi), einen Octa-Core und 2 GByte RAM. Wunder sollten Interessenten hier zwar auch nicht erwarten, das Gerät bietet aber abgesehen vom Display die von uns empfohlenen Mindestanforderungen an ein Tablet. Ab Werk installiert Huawei Android 10 – alles für knapp unter 90 Euro.

Amazon Fire HD 8

Amazon bietet normalerweise viel Leistung für wenig Geld, beim Fire HD 8 stimmt das aktuell aber nur bedingt. Zwar bietet das Gerät im Vergleich zum zuvor genannten MatePad 32 statt 16 GByte internen Speicher, ist aber sonst weitestgehend identisch - außer, dass es für knapp unter 100 Euro sogar noch mit Werbung versehen ist. Zum zwischenzeitlichen Preis von knapp 60 Euro wäre das in Ordnung, über 90 Euro zum Zeitpunkt des Artikel-Updates finden wir zu viel. Dann lieber zum nur 2,50 Euro teureren Modell ohne Werbung oder gleich zum 20 Euro teureren Plus-Modell greifen.

Alle Bilder des Amazon Fire HD 8 Plus im Test (18 Bilder)

Amazon Fire HD 8 Plus

Für knapp 117 Euro bietet Amazon das Fire HD 8 Plus (Testbericht) an. Das unterscheidet sich vor allem in zwei Punkten vom non-Plus-Modell: Es hat 3 statt 2 GByte RAM und erlaubt kabelloses Laden. Zusammen mit dem kabellosen Aufstell-Ladedock von Angreat für rund 40 Euro wird das Fire HD 8 Plus dank Show-Modus zum Zwitter aus nahezu vollwertigem Tablet und dem Smart-Speaker Echo Show. Das macht das Plus-Modell viel flexibler.

Samsung Galaxy Tab A 10.1

Viel Steigerung gibt es bis 200 Euro nicht. Das Samsung Galaxy Tab A 10.1 bietet aber nicht nur ein grö0eres Display, sondern dank Full-HD-Auflösung auch höhere Bildschärfe (224 ppi). Zudem wächst der interne Speicher auf 64 GByte, der Arbeitsspeicher bleibt bei 3 GByte. Als Antrieb dient ein Octa-Core von Samsung.

Lenovo Tab M10 Plus

Einen weiteren Leistungssprung macht das Lenovo Tab M10 Plus, zumindest beim Speicher. Der wächst nämlich auf 4 GByte RAM und stolze 128 GByte intern. Für rund 220 Euro gibt es aktuell kaum besseres, auch für vertretbar mehr Geld nicht.

Samsung Galaxy Tab S5e

Das ändert sich erst über 100 Euro später mit Modellen wie dem Samsung Galaxy Tab S5e. Ab 350 Euro bekommen Interessenten hier zwar nur 64 GByte internen Speicher und nach wie vor 4 GByte RAM, doch ansonsten ändert sich einiges. So stammt der Quad-Core nun von Qualcomm und liefert ordentliche Mittelklasse-Power, der Screen verwendet OLED-Technik und ist darüber hinaus 10,5 Zoll groß und stellt 2560 × 1600 Pixel dar. Das entspricht (für Tablets) scharfen 288 ppi. Zudem gibt es hier einen Fingerabdrucksensor und darüber hinaus einen Docking-Anschluss.

Apple iPad 10.2

350 Euro ist auch die Region, in der es das iPad 10.2 in der 8. Generation gibt. Als Antrieb dient hier der Apple A12 Bionic, der von 3 GByte RAM flankiert wird. Die nur 32 GByte interner Speicher sind im Gegensatz zu allen bislang aufgeführten Android-Tablets nicht erweiterbar, einen Fingerabdruckleser und einen Docking-Anschluss gibt es aber auch hier. Außerdem lässt sich das iPad mit dem Pencil der ersten Generation verwenden. Das LC-Display überzeugt: 10,2 Zoll Größe bei 2160 × 1620 Pixel ergeben 265 Bildpunkte pro Zoll – das ist angenehm scharf.

Huawei Matepad Pro

In der Oberklasse wird die Auswahl an aktuellen Modellen schnell sehr übersichtlich. Neben größeren (im Falle der iPads auch dringend empfohlenen) Speichermodulen von bereits erwähnten Modellen stechen nur wenige neue Modelle hervor, darunter das Huawei Matepad Pro (Testbericht). Ab rund 450 Euro erhalten Käufer den Spitzenchipsatz Kirin 990, 6 GByte RAM und 128 GByte internen und per spezieller NM-Card erweiterbaren Speicher. Das IPS-Panel ist 10,8 Zoll groß und bietet dank 2560 × 1600 Pixel eine Bildschärfe von 280 ppi. Das Huawei-Tablet versteht sich ebenfalls auf Stifteingaben und kommt auch in der Grundversion mit GPS, Fingerabdrucksensor, Docking-Anschluss und Wireless Charging (auch Reverse). Die Version mit 8/256 GByte ist rund 75 Euro teurer, Varianten mit Mobilfunkmodul wie immer noch mehr. Größtes Problem: fehlende Google-Dienste.

Alle Bilder des Huawei Matepad Pro im Test (21 Bilder)

Samsung Galaxy Tab S7+

6 GByte RAM und 128 GByte interner (erweiterbarer) Speicher sind zwar auch schon in der gehobenen Mittelklasse zu finden, doch das ist beim Samsung Galaxy Tab S7+ nur die kleinste Variante. Allen gemein ist der Spitzenchipsatz Snapdragon 865 als Antrieb, das 12,4 Zoll große OLED-Display mit 2800 × 1752 Pixel (266 ppi) und die Möglichkeit, den aktuellen S-Pen zu verwenden. Ab rund 875 Euro geht’s los, aktuelles Ende ist bei 1150 Euro und 8/256 GByte Speicher.

iPad Pro 12,9 4. Generation

Ab rund 1000 Euro gibt es das aktuelle iPad Pro mit 12,9 Zoll und 128 GByte Speicher. Als Antrieb dient ein Apple A12Z samt 6 GByte RAM, der Screen beherrscht nicht nur Stifteingaben, sondern auch 120 Hz. Mit LTE-Modul und 1 TByte Speicher kratzt das Gerät auch gern mal an der 1600-Euro-Marke. Schnäppchen sind aber durchaus möglich, wie unser Preischeck zum iPad zeigt.

Darüber hinaus gibt es Tablets, deren Ausstattung so manchen Laptop neidisch macht. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Art gehört die Surface-Reihe von Microsoft. Geräte wie das Surface 7, das mit Core i3 in seiner schwächsten Konfiguration bis hin zu i7, 16 GByte RAM und 1 TByte SSD ausgestattet sein kann, kosten zwischen 700 und über 2000 Euro. Da stellt sich allerdings die Frage, ob das wirklich noch als normales Tablet angesehen werden kann.

Im Ausnahmefall mag auch ein Tablet wie das Amazon Fire 7 für gerade einmal 50 Euro Nutzer glücklich machen, generell raten wir aber vom Kauf solch alter Modelle mit schwachbrüstiger Hardware und veraltetem Betriebssystem ab. Stattdessen beginnen brauchbare Tablets in unseren Augen bei rund 250 bis 300 Euro. Die sind mit ausreichender Hardware und aktueller Software versehen und sollten auch in zwei oder drei Jahren noch vernünftig verwendet werden können.

Es geht auch günstiger, nämlich mit Vorjahresmodellen. Dann müssen sich Käufer aber darüber im Klaren sein, dass die Hersteller nicht mehr lange Updates bereitstellen werden. Ein solches Exemplar ist das Huawei Mediapad M5 (Testbericht) aus unserer Auflistung. Besonders zukunftssicher, aber auch teuer, sind hingegen normalerweise iPads von Apple. Im gleichen gehobenen Preissegment liegt eigentlich ansonsten nur noch Samsung. Wer noch mehr Geld ausgeben will, sollte vielleicht gleich über den Kauf eines ordentlichen Ultrabooks nachdenken.

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