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Kaufberatung Wasserkühlung: High-End-PCs besser kühlen

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Leistungsstarke PCs brauchen leistungsstarke Kühlsysteme, Hardware-Enthusiasten greifen zur Wasserkühlung. Wir erklären in unserer Ratgeber, worauf man beim Kauf achten sollten.

Wer anständig seinem Gaming-Hobby frönen möchte, braucht einen leistungsfähigen PC. Diese Hardware ist nicht nur teuer, sondern produziert auch viel Abwärme und erfordert eine ordentliche Kühlung. Gamer, die ihrem Leistungsmonster gerecht werden wollen, setzen auf die Vorteile einer Wasserkühlung. Aber es gibt auch Nachteile.

Unsere Kaufberatung beinhaltet deshalb die wichtigsten Punkte, die passionierte Spiele-Enthusiasten beim Kauf einer solchen High-End-Kühlung beachten müssen. Sie ist Teil unserer Themenwelt rund um das Thema Wasserkühlung und Gaming. Folgende Artikel sind bereits erschienen

PC-Besitzern stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, ihr System und insbesondere ihren Prozessor ausreichend zu kühlen. Während Hardware-Hersteller ihre Grafikkarten grundsätzlich mit dedizierten Luftkühlern ausliefern, können sie CPUs ab Werk mit oder ohne Luftkühler kaufen. Wer sich für die Boxed-Variante mit Hersteller-Kühler entscheidet, macht grundsätzlich nichts falsch: Die Hersteller achten darauf, dass die Boxed-Kühler die CPU im Standardbetrieb ausreichend kühlen.

Boxed-Kühler können daher eine günstige Alternative zu anderen Kühlsystemen darstellen, besitzen in der Praxis allerdings einige entscheidende Nachteile: Sie sind für übertaktete Prozessoren oft nicht (mehr) geeignet, weil sie bei besonders leistungsfähigen CPUs mit mehr als 90 Watt TDP nicht mehr genug Abwärme abführen können und erzeugen oftmals ein unangenehmes Maß an Lautstärke. Als Alternative zum Boxed-Kühler bieten sich deshalb Luftkühler diverser Hersteller oder die im Vergleich teureren Wasserkühlungen an.

Während gute Luftkühler bereits ab Preisen von etwa 50 Euro zu haben sind, müssen PC-Besitzer für Wasserkühlungen deutlich tiefer in die Tasche greifen und für Komplettsets oft 100 Euro oder mehr investieren. Allerdings bekommen sie für diesen Preis ein geschlossenes Kühlsystem mit mehreren Lüftern, das im Idealfall nicht nur leise, sondern auch leistungsstark ist und praktisch jeden Prozessor auf Temperaturen weit unterhalb des kritischen Bereichs halten kann. Einen Bonus liefert die Wasserkühlung häufig bei der Optik. Viele Wasserkühlungen verfügen über eine schicke Beleuchtung, manche inklusive RGB-LEDs. Einige der teureren Kühlungen basieren außerdem auf modularen Systemen, die sich individuell zusammenstellen lassen – ein Fest für Design-Begeisterte und Casemodder.

Aber worauf müssen Durchschnittskäufer achten, wenn sie sich für eine Wasserkühlung entscheiden? Zunächst muss man wissen, dass eine Wasserkühlung deutlich mehr Platz im Gehäuse einnimmt, als etwa ein Boxed-Kühler oder ein Standard-Luftkühler, der direkt auf der CPU aufsitzt. Weil eine Wasserkühlung neben dem eigentlichen Kühlkörper auch noch aus einer Pumpe, Schläuchen, dem Radiator und mindestens einem Lüfter besteht, lässt sich eine Wasserkühlung nicht in jedem Gehäuse unterbringen.

Zwar gibt es Wasserkühlungen in unterschiedlichen Größen mit einem oder mehreren Lüftern und entsprechend angepassten Radiatoren. Trotzdem eignet sich eine Wasserkühlung nicht für kompakte PCs – ein Midi-Tower muss es schon mindestens sein. Die meisten Hersteller machen aber ausreichende Angaben über den Platzbedarf ihrer Kühlungen, sodass ein Fehlkauf in den meisten Fällen ausgeschlossen sein sollte.

Neben dem Platzbedarf gibt es wie beim klassischen Luftkühler einen weiteren Punkt zu beachten: den Sockel der CPU. Damit der Kühlkörper der Wasserkühlung auf den Prozessor passt, muss der Sockel übereinstimmen. Hier erweisen sich die meisten Produkte aber als ausgesprochen flexibel. Die Hersteller legen ihren Kühlungen nämlich meistens Befestigungsmaterial bei, das sich für eine größere Auswahl an Intel- und AMD-Sockeln eignet. Trotzdem sollten Käufer im Vorfeld prüfen, ob die Wunsch-Wasserkühlung den eigenen PC-Sockel unterstützt.

Die Größe der Wasserkühlung spielt übrigens nicht nur in Bezug auf das Gehäuse eine Rolle, sondern auch bei der Kühlleistung – allerdings weniger, als man vielleicht denken möchte. Wir haben drei Wasserkühlungen getestet – zwei mit zwei Lüftern, eine mit einem Lüfter und entsprechend großen beziehungsweise kleinen Radiatoren.

Die Temperaturunterschiede zwischen den einzelnen Wasserkühlungen lagen dabei im unteren einstelligen Grad-Bereich, egal, ob wir eine Kühlung mit zwei oder mit einem Lüfter genutzt haben: Während beispielsweise die Corsair Hydro Series H115i mit zwei Lüftern bei einer Lüfterleistung von 50 Prozent unter Volllast maximal 44 Grad Celsius erreichte, lag die Antec Mercury 120 mit nur einem Lüfter unter denselben Bedingungen bei maximal 47 Grad Celsius – ein praktisch zu vernachlässigender Unterschied, vor allem, weil beide Kühlungen deutlich unter der für Prozessoren potentiell kritischen Grenze von 70 Grad Celsius lagen.

Allerdings gehört der Prozessor unseres Testsystems nicht zur aktuellen High-End-Generation. Daher könnten sich bei besonders leistungsfähigen CPUs mit hoher TDP größere Unterschiede ergeben, die eine größere Wasserkühlung mit mehr Lüftern lohnenswert machen. Wer also absolute Top-Hardware in seinem PC verbaut hat, die potentiell ein hohes Maß an Abwärme erzeugt, sollte sich sicherheitshalber für eine der größeren Wasserkühlungen entscheiden. Dasselbe gilt übrigens für PCs, die häufig hohen Umgebungstemperaturen ausgesetzt sind.

Einige Hersteller bieten ihre Wasserkühlung aber nicht nur in verschiedenen Größen, sondern auch als modulares System an. Das hat den Vorteil, dass man die Kühllösung ganz den eigenen optischen und technischen Bedürfnissen anpassen kann. Allerdings erfordern modulare Kühlungen auch etwas mehr Geschick und technisches Verständnis – es sei denn, man erwirbt gleich ein fertiges Komplettset, das sich wie das Alphacool Eisbaer 280 (Testbericht) nach Wunsch erweitern lässt. Modulare Kühlungen sind darüber hinaus oft auch teurer als geschlossene Systeme.

Hat man die richtige Wasserkühlung für den eigenen Prozessor und das vorhandene Gehäuse gefunden, geht es an den Einbau. Der erfordert im Vergleich zu Luftkühlern, die direkt auf dem CPU-Sockel sitzen, etwas mehr Aufwand und gestaltet sich je nach Hersteller mal mehr, mal weniger einfach: In unseren Tests stach etwa die Corsair Hydro Series H115i (Testbericht) positiv hervor. Die braucht zwar wegen ihrer zwei Lüfter viel Platz im Gehäuse, allerdings funktioniert der sonstige Einbau dank der flexiblen Bauteile zügig und unkompliziert.

Die Mercury 120 von Antec (Testbericht) braucht demgegenüber zwar deutlich weniger Platz, da sie nur mit einem Lüfter und einem entsprechend kleineren Radiator auskommt. Allerdings passte in unserem Test die Backplate nicht genau auf das Mainboard. Außerdem mussten wir die Montage aufgrund vieler Einzelteile erst einmal vorbereiten, was zusätzlich Zeit kostete. Trotzdem sollten auch Einsteiger mit etwas Geschick beim Einbau einer Wasserkühlung in den meisten Fällen keine Probleme bekommen.

Die letzte Frage, die sich beim Einbau stellt, lautet: Verbauen wir die Wasserkühlung als Push- oder Pull-Variante? Oder kombinieren wir beides?

Zur Erklärung: Grundsätzlich befestigen wir die Lüfter einer Wasserkühlung am Radiator und die gesamte Konstruktion dann am Gehäuse des PCs. Je nachdem, wo sich die Lüfter befinden, nennt sich das dann Push- oder Pull-Lösung. Im Fall der Push-Lösung blasen die Lüfter die Luft durch den Radiator und der Radiator befindet sich direkt am Gehäuse. Die Pull-Lösung sieht die Lüfter zwischen Gehäuse und Radiator vor, wodurch diese Luft durch den Radiator ansaugen. Grundsätzlich spielt es keine Rolle, für welche Variante wir uns entscheiden, da die meisten Wasserkühlungen nicht von einer gegenüber der anderen Lösung profitieren.

Interessanter wird es, wenn wir das Push- und Pull-Verfahren miteinander kombinieren und Lüfter auf beiden Seiten des Radiators platzieren. Da die Hersteller ihre Kühlungen oft nur mit Lüftern für eine Radiatorseite ausliefern, muss man zusätzliche Lüfter kaufen, was wiederum den Preis der Wasserkühlung insgesamt erhöht. Auch bieten nicht alle Hersteller ihre Lüfter separat als Zubehör an. Trotzdem kann sich der Aufpreis lohnen: Denn wer einen (vorzugsweise dünnen) Radiator mit der doppelten Lüfteranzahl bestückt, bekommt auch deutlich mehr Kühlleistung – Temperaturdifferenzen von 20 Prozent sind hier keine Seltenheit.

Ein potentieller Nachteil der Push-Pull-Kombination besteht aber in der Lautstärke der Lüfter: Je mehr Lüfter wir verbauen, desto hörbarer wird die Kühlung. Allerdings muss man hier die mögliche Lautstärke immer in Relation zur Kühlleistung betrachten. Wem die Lüfter zu laut arbeiten, kann die Drehzahl heruntersetzen und bei gleicher Kühlleistung von einer im Vergleich zu weniger Lüftern insgesamt leiseren Kühlung profitieren. Weil das aber einiges an Feinjustierung erfordert und sich die Lautstärke der Lüfter auch von Hersteller zu Hersteller und Modell zu Modell deutlich unterscheiden kann, empfehlen wir die Push-Pull-Kombination vornehmlich Besitzern von High-End-PCs mit anspruchsvoller Hardware, die keine Scheu vor etwas mehr Detailarbeit haben.

Wer sich an dieser Stelle noch unsicher ist, ob sich für den eigenen PC eine reine Luft- oder eine Wasserkühlung besser eignet, kann einen Blick auf unsere Pro-und-Contra-Liste für beide Kühlsysteme werfen:

Vorteil Luftkühlung:

  • günstig
  • sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • dank fortschrittlicher Technik mittlerweile auch für übertaktete CPUs geeignet (entsprechend hochwertiges Kühlermodell vorausgesetzt)

Nachteil Luftkühlung:

  • billige Modelle arbeiten oft sehr laut
  • potente Kühler, die leise funktionieren, brauchen häufig viel Platz im Gehäuse

Gamer, die Wert auf die reine Leistung ihrer Kühlung legen, benötigen nicht unbedingt eine Wasserkühlung – auch nicht bei hohen Außentemperaturen. Reine Luftkühlsysteme bieten mittlerweile ausreichend Kühlung, auch für anspruchsvolle und leistungsfähige CPUs, sodass die Investition in eine Wasserkühlung nur lohnt, wenn alle Vorteile der Wasserkühlung gegenüber der Luftkühlung auf dem persönlichen Wunschzettel des Käufers stehen.

Vorteil Wasserkühlung:

  • schicke Optik
  • sehr gute Kühlleistung
  • teilweise leiser

Nachteil Wasserkühlung:

  • teurer als Luftkühlung
  • gegebenenfalls regelmäßige Wartung erforderlich (besonders bei selbst zusammengestellten Kühlungen)
  • potentiell hoher Platzbedarf
  • Einbau oft schwieriger als bei Luftkühlern
Antec Mercury M120 RGB (0-761345-74012-8)

Antec Mercury M120 RGB, 1 Lüfter

Corsair Hydro Series H45 (CW-9060028-WW)

Corsair Hydro Series H45, 1 Lüfter

Enermax Liqmax II 240 [Rev. 2] (ELC-LMR240S-BS)

Enermax Liqmax II 240, 2 Lüfter

Alphacool Eisbaer 280 (11287)

Alphacool Eisbaer 280, 2 Lüfter

Cooler Master MasterLiquid ML360 TR4 RGB (MLX-D36M-A20PC-T1)

Cooler Master MasterLiquid ML360 TR4 RGB, 3 Lüfter

Antec Mercury M360 (0-761345-10985-7)

Antec Mercury M360, 3 Lüfter

Wasserkühlungen bieten drei Vorteile: Hohe Kühlleistung, niedrige Lautstärke und schicke Optik. Erkauft wird das durch einen höheren Preis, mehr Arbeitsaufwand auch im späteren Betrieb und meist einen größeren Platzbedarf. Lohnenswert sind Wasserkühlungen daher in erster Linie für Gaming-Enthusiasten und High-End-Fans die sowohl technisch, aber auch optisch das Letzte aus ihren Systemen herausholen wollen.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist bei jedem, dessen Rechner vor allem in den heißen Sommermonaten instabil wird oder sehr hohe Temperaturen erzeugt. Luftkühlung ist zwar auch dann möglich, geht aber meist mit deutlich hörbaren Lüftern einher.

Vom Einbau sollte man sich nicht abschrecken lassen. Auch Einsteiger kommen hier meistens problemlos zurecht, Schäden an der eigenen Hardware lassen sich mit ein paar gängigen Vorsichtsmaßnahmen praktisch ausschließen. Die Auswahl am Markt für Wasserkühlungen ist groß – wer sich nicht sicher ist und Hilfe bei der Wahl eines bestimmten Modells benötigt, wirft einfach einen Blick in unsere aktuellen Testberichte.

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