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Kaufberatung: VR-Gaming-PC für 520 € bauen

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Ein VR-PC, der Spiele in Full-HD ruckelfrei darstellt und gut 500 Euro kostet? Kein Problem für Selbstbauer. Wir zeigen die Komponenten und geben Tipps zum Bau.

Wer PCs selber baut, bekommt die beste Leistung zum niedrigsten Preis. Das gilt vor allem für unseren Vorschlag für einen VR-tauglichen PC, der Games mit hohen Details in 1080p ruckelfrei darstellt. Der ist in diesem dritten Update nochmal im Preis gefallen, inzwischen gibt man für den Zocker-PC knapp 520 Euro aus.

Eins gleich vorweg: In der Einkaufsliste fehlt die Windows-Lizenz sowie ein Monitor. Beim Monitor hat das den Grund, dass es unzählige Geräte in verschiedensten Variationen gibt. Dieser Beitrag hat den Schwerpunkt auf VR, sodass man im Zweifel zunächst auch einen Fernseher oder einen alten Bildschirm weiterverwenden kann. Da die VR-Headsets als separater Bildschirm gelten, ist es egal, welche Auflösung der alte Monitor besitzt – selbst ein Monitor mit 1680 × 1050 Pixel lässt sich problemlos verwenden.

Windows ist so eine Sache. Wir empfehlen in jedem Fall Windows 10, allein schon wegen des DirectX-12 und der Unterstützung für Windows Mixed Reality. Auch Oculus zieht alles auf Windows 10 um. Wer nur spielt und VR nutzen möchte, dem reicht Windows 10 Home.

Zum Zeitpunkt des Artikels war es noch völlig legal, günstige OEM oder Systembuilder-Lizenzen zu erwerben. Studenten und Schüler können Windows 10 kostenlos bekommen, wenn ihre Schule oder Universität Teil eines Microsoft-Partnerprogramms ist, hier sollte man in jedem Fall fragen. Mit etwas Tricksereien sollte auch noch das Upgrade von einer Windows 7 oder Windows 8 Lizenz möglich sein. Wer also einen alten (evtl. defekten) Rechner mit gültiger Lizenz hat, kann dies ausprobieren. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es im c't-Artikel Wollen Sie ein W kaufen?.

Legen wir los: Das Herz des PCs ist ein Mainboard samt passender CPU. Wir raten Schnäppchenjägern zu einem AMD-System. Der Grund dafür: AMD-Prozessoren liefern aktuell die beste Leistung für den Preis. Zudem liegt den CPUs auch ein brauchbarer Lüfter bei, bei Intel fehlt der immer häufiger.

In unserem Testsystem steckt eine AMD Ryzen 5 2600 mit 6 x 3,4 GHz, sie kostet mit Lüfter unter 120 Euro. Der von Oculus mindestens empfohlene Ryzen 5 1500X mit 4 x 3,5 GHz ist mit Lüfter sogar unter 100 Euro zu bekommen.

AMD Ryzen 5 2600, 6x 3.40GHz, boxed (YD2600BBAFBOX)

AMD Ryzen 5 2600

AMD Ryzen 5 1500X, 4x 3.50GHz, boxed (YD150XBBAEBOX)

AMD Ryzen 5 1500X

Gigabyte B450M S2H

Gigabyte B450M S2H

MSI B450M-A Pro Max (7C52-001R)

MSI B450M-A Pro Max

Für den Ryzen 5 benötigen wir ein AM4-Mainboard, wir empfehlen ein Mainboard mit dem B450-Chipsatz. Diese sind nicht nur günstig, sie bringen alles mit, was man für einen modernen Gaming-PC benötigt. Die Preise beginnen unter 60 Euro. Wichtig sind die USB-3.0-Anschlüsse: HTC Vive und Windows Mixed Reality benötigen je mindestens einen, Oculus Rift hätte gerne zwei. Dazu braucht man weitere Steckplätze für die Tastatur, die Maus sowie etwaige VR-Sensoren. Die meisten Boards bringen entsprechend viele Steckplätze mit. Neben den im Board integrierten sind meist mindestens zwei Steckplätze vorhanden, die USB-Anschlüsse im Gehäuse verbinden. Unsere Tipps sind das Gigabyte B450M S2H oder das MSI B450M-A Pro Max. Beide kommen im Micro-ATX-Format, bieten genügend USB-Anschlüsse, haben Audio integriert und bieten Platz, um neben den SATA-Speichern auch eine schnelle NVMe-SSD einzubauen. Für um die 55 Euro sind das sehr gute Boards.

Beim Arbeitsspeicher raten wir zu mindestens 8 GByte. Die Mainboards nehmen DDR4-Riegel auf, der Takt sollte bei mindestens 2666 MHz liegen. Auf unserem Testsystem konnten wir einen Leistungssprung von 8 GByte auf 16 GByte RAM nachvollziehen.

Dieses Aufrüsten auf 16 GByte RAM ist in den meisten Fällen sinnvoll. Im Test liefen sowohl VR wie auch die Spiele Far Cry 5 und Middle-Earth: Shadow of War mit 8 GByte RAM flüssig, doch mit 16 GByte RAM schafft man mehr Puffer und holt teilweise 10 fps mehr heraus. Wir haben die Benchmarks zusätzlich mit 32 GByte RAM durchgeführt. Auch hier ist ein Plus bemerkbar, aber lang nicht so enorm wie beim Sprung von 8 auf 16 GByte.

VR-PC, synthetische Benchmarks
Benchmarks VRMark Orange VRMark Cyan VRMark Blue Room 3D Mark Time Spy
Punkte / FPS Punkte / FPS Punkte / FPS Punkte / FPS / FPS
8 Gbyte RAM 7356 / 160,37 4986 / 108,7 1268 / 27,63 4592 / 30,37 / 27,49
16 Gbyte RAM 7597 / 165,61 4947 / 107,84 1257 / 27,40 4637 / 30,30 / 24,78
32 Gbyte RAM 7687 / 167,57 5008 / 109,18 1268 / 27,64 4658 / 30,33 / 24,82
VR-PC, Spiele-Benchmarks
Far Cry 5 (FPS) Shadows of War (FPS)
Einstellungen Normale Texturen HD Texturen Hoch Sehr Hoch Ultra
Minimum / Durchschnitt / Maximum Minimum / Durchschnitt / Maximum Durchschnitt Durchschnitt Durchschnitt
8 Gbyte RAM 61 / 73 / 82 60 / 72 / 82 83 67 60
16 Gbyte RAM 70 / 77 / 91 69 / 72 / 92 83 67 60
32 Gbyte RAM 70 / 78 / 93 69 / 77 / 93 82 68 61

Wichtig: Die Mainboards betreiben den Speicher nach dem Einbau standardmäßig mit einem Takt von 2133 MHz. Das bringt massive Einbußen in der Leistung mit sich, entsprechend sollte man die Einstellungen im BIOS beachten. Zudem kann es sich lohnen, integrierte Übertaktungsfunktionen zu nutzen. Die meisten RAM-Riegel haben deutlich mehr Potential, die automatischen Übertaktungs-Features arbeiten konservativ genug, dass kein Schaden auftreten sollte. Übertakten ist aber natürlich nicht von der Garantie abgedeckt, entsprechend arbeitet man auf eigene Gefahr.

TeamGroup Elite schwarz DIMM   8GB, DDR4-2666, CL19-19-19-43 (TED48G2666C1901)

TeamGroup Elite schwarz DIMM 8GB

G.Skill Aegis DIMM   8GB, DDR4-2800, CL17-17-17-37 (F4-2800C17S-8GIS)

G.Skill Aegis DIMM 8GB

G.Skill Aegis DIMM Kit  16GB, DDR4-3000, CL16-18-18-38 (F4-3000C16D-16GISB)

G.Skill Aegis DIMM Kit 16GB, DDR4-3000

Corsair Vengeance LPX schwarz DIMM Kit  16GB, DDR4-3000, CL16-20-20-38 (CMK16GX4M2D3000C16)

Corsair Vengeance LPX schwarz DIMM Kit 16GB

G.Skill Fortis DIMM Kit  32GB, DDR4-2400, CL16-16-16-39 (F4-2400C16D-32GFT)

G.Skill Fortis DIMM Kit 32GB

Achtung beim RAM-Kauf: Oft sind die 8 GByte Kits aus zwei vier-GByte-Riegeln. Daran ist eigentlich nichts verkehrt, viele Mainboards haben aber nur zwei Steckplätze. Will man später auf 16 GByte aufrüsten, kann man das bisherige Kit nicht mehr verwenden. Wir raten also dazu, einen Riegel mit 8 GByte zu kaufen oder in ein 16-GByte-Kit mit zwei 8-GByte-Riegeln zu investieren. Kits sind dabei etwas günstiger, als wenn man zwei 8-GByte-Riegel separat kauft.

Die wichtigste Komponente ist die Grafikkarte. Sie liefert die Power, die für VR und 1080p-60-FPS-Gaming notwendig sind. Die Grafikkarte war lange Zeit der Knackpunkt. Vor allem durch den Hype rund um Kryptowährungen, die mit GPUs geschürft wurden, war der Markt so aufgeheizt, dass Grafikkarten fast unbezahlbar waren. Das ändert sich zum Glück, auch weil mit der Radeon RX 580 eine etwas ältere Karte am Markt ist, die aber immer noch sehr gute Leistung bringt.

Deswegen ist sie unsere Empfehlung, auch gegenüber der billigeren Radeon RX 560. Wie groß der Unterschied ist, zeigen die Benchmark-Daten von 3DMark. Im DirectX-11-Benchmark Firestrike liefert die RX 580 14878 Punkte, die Radeon RX 560 schafft mit 6783 Punkten nicht einmal die Hälfte. Auch wenn sie deutlich günstiger ist, in einen Gaming-PC gehört eine ordentliche Grafikkarte. Wir empfehlen für den Rechner eine AMD-Radeon-Karte mit 8 GByte dediziertem Grafik-RAM. Diese gibt es bereits ab 163 Euro (Preisvergleichsübersicht). Für unser Testsystem nutzen wir eine Sapphire Nitro+ RX 580 für knapp 195 Euro, die ihre Aufgaben sehr gut erfüllt. Der große Nachteil der RX 580 ist, dass sie relativ warm wird und die Lüfter entsprechend aufdrehen. Selbst bei verschlossenem Gehäuse ist die Karte deutlich hörbar. Dennoch ist es dieses Opfer unserer Meinung nach wert – schließlich kann man jederzeit ein Gaming-Headset (Themenseite) verwenden.

Eine leisere, leistungsstärkere und teurere Alternative ist sind die Grafikkarten der GTX-1660-Ti-Familie. Sie haben ordentlich Rechenpower und beginnen ab 265 Euro. Die Karten übertreffen die RX 580 deutlich und eignen sich wunderbar für 1440p-Spiele mit einer Auflösung von 2560 × 1440 Pixeln. Im Abschnitt "Bauvorschlag 1440p-VR-PC" zeigen wir einen passenden Bauvorschlag.

Da die GPU der wichtigste Punkt ist, empfehlen wir hier möglichst keine Abstriche zu machen. Lieber spielt man einen oder zwei Monate mit einer kleineren Festplatte und investiert mehr in den GPU, als sich immer wieder über zu geringe Frame-Raten zu ärgern.

PowerColor Radeon RX 580 Red Dragon V2, 8GB GDDR5, DVI, HDMI, 3x DP (AXRX 580 8GBD5-3DHDV2/OC)

PowerColor Radeon RX 580 Red Dragon V2

Gigabyte Radeon RX 580 Gaming 8G, 8GB GDDR5, DVI, HDMI, 3x DP (GV-RX580GAMING-8GD)

Gigabyte Radeon RX 580 Gaming 8G (23,2 cm Länge)

ASRock Phantom Gaming D Radeon RX 580 8G OC, PG D RADEON RX580 8G OC, 8GB GDDR5, DVI, HDMI, 3x DP (90-GA0M00-00UANF)

ASRock Phantom Gaming D Radeon RX 580 8G O

MSI Radeon RX 580 Armor 8G OC, 8GB GDDR5, DVI, 2x HDMI, 2x DP (V341-064R)

MSI Radeon RX 580 Armor 8G OC, 26,9 cm Länge)

Sapphire Nitro+ Radeon RX 580 8G G5, 1411MHz, 8GB GDDR5, DVI, 2x HDMI, 2x DP, lite retail (11265-01-20G)

Sapphire Nitro+ Radeon RX 580 8GD5 (26 cm Länge)

Spiele sind groß, entsprechend braucht man Platz. Die günstigste Option ist, eine schnelle SSD für das Betriebssystem zu verbauen und die Daten für die Spiele auf eine große HDD auszulagern. Eine SSD mit 240 GByte bekommt man unter 30 Euro, eine HDD kostet ab einem TByte etwa 35 Euro. Wir raten dazu, Windows auf der SSD zu installieren. Je nach Platz kann man auch die Spiele darauf ablegen. Hier ist man dank der Game-Launcher wie Steam, Uplay oder Origin flexibel: Spiele-Daten kann man problemlos von einem Speicher auf den anderen kopieren, solange sie in Ordnern landen, die im Launcher als Bibliothek hinterlegt sind. So kann man etwa Platzfresser auf die klassische Festplatte auslagern und nur dann auf die SSD kopieren, wenn man wirklich mit ihnen spielen will. Dazu kommt, dass sich Massenspeicher einfach aufrüsten lassen.

Apacer Panther AS340    240GB, SATA (AP240GAS340G-1)

Apacer Panther AS340 240GB

Toshiba OCZ TR200    240GB, SATA (TR200 25SAT3-240G)

Toshiba OCZ TR200 240GB

ADATA Ultimate SU630    240GB, SATA (ASU630SS-240GQ-R)

ADATA Ultimate SU630 240GB

Western Digital WD Blue   1TB, 64MB Cache, SATA 6Gb/s (WD10EZEX)

Western Digital WD Blue 1TB, 7200 RPM

Toshiba DT01ACA   1TB, SATA 6Gb/s (DT01ACA100)

Toshiba DT01ACA 1TB

Wer die 65 Euro lieber anders investiert und mit weniger Platz auskommt (vielleicht, weil noch eine alte HDD irgendwo herumliegt), kann eine schnelle NVMe-Speicherkarte wie die Adata XPG Gammix S5 mit 512 GByte Speicherplatz oder gleich große SSD-Speicher für die SATA-Schnittstelle einbauen. Dann muss man zwar etwas mit dem Platz haushalten, verzichtet aber komplett auf mechanische Teile im Datenspeicher. Wir tendieren dabei sogar eher zu einer M.2 bzw NVMe als eine SATA-SSD. Die länglichen Speicherriegel sitzen direkt am PCI-E- statt am SATA-Bus. Damit unterliegen sie nicht der SATA6-Begrenzung von (theoretischen) 600 MByte/s. Sie setzen aber einen M.2-Anschluss auf dem Mainboard voraus. Unsere Mainboard-Vorschläge haben diese an Bord, wer ein anderes Board auswählt, sollte das vorab checken. Eine Übersicht zu den verschiedenen Speichertypen zeigen wir im Artikel Ratgeber: HDD, SSD, NVMe – wer braucht was? und in unserer Themenwelt NVMe.

Corsair Force Series MP300    240GB, M.2 (CSSD-F240GBMP300)

Corsair Force Series MP300 240GB NVME

Crucial MX500    500GB, SATA (CT500MX500SSD1)

Crucial MX500 500GB

Verbatim Vi550 S3 SSD    512GB, SATA (49352)

Verbatim Vi550 S3 SSD 512GB

HP S700    500GB, M.2 (2LU80AA#ABB)

HP S700 500GB, M.2

ADATA XPG Gammix S5    512GB, M.2 (AGAMMIXS5-512GT-C)

ADATA XPG Gammix S5 512GB, M.2

Beim Gehäuse ist das wichtigste Kriterium, dass die Grafikkarte genügend Platz hat – um alle anderen Punkte kann man herumarbeiten, um dieses nicht. Das knapp 18 Euro teure Inter-Tech B30 nimmt Grafikkarten bis 35 cm Länge auf, hat also selbst für große Karten Platz. Dazu bietet es zwei USB-A-Steckplätze an der Front, sodass man flexibler bei den Anschlüssen ist. Zugegeben, es ist nicht viel mehr als ein schwarzer Kasten, aber bei dem Preis kann man wenig meckern.

Eine Alternative für ebenfalls unter 20 Euro ist das Aerocool CS-102. Es nimmt zwar nur Grafikkarten bis maximal 24 cm Länge auf (hier sind passende RX-580-Karten im Geizhals-Preisvergleich), dafür hat es aber neben den beiden USB-2.0-Anschlüssen auch einen USB-3.0-Anschluss an der Front.

Beim Netzteil wirft uns der Power Calculator von Cooler Master einen Verbrauch von 405 Watt aus und empfiehlt mindestens ein Netzteil mit 455 Watt (es fließen die CPU, zwei 8 GByte RAM-Riegel, die GPU sowie zwei USB 3.0 und ein USB 2.0 Gerät plus Tastatur und Maus ein). Wir empfehlen mindestens ein 550 Watt Netzteil, das den 80+ Bronze Standard erfüllt.

Maus und Tastatur erwähnen wir hier nur am Rande. Wer keine besitzt und sich auch keine organisieren kann, dem raten wir zu einem simplen Set, etwa dem von Asus für knapp 10 Euro. Wobei wir hier auch eher dazu raten, alte Eingabegeräte weiterzunutzen und die 10 Euro lieber in eine größere SSD, RAM oder die Grafikkarte zu investieren. Maus und Tastatur lassen sich später problemlos nachrüsten.

Inter-Tech B-30 (88881306)

Inter-Tech B30

AeroCool CS-102 (EN51660)

Aerocool CS-102

Antec Neo Eco 550C,  550W ATX 2.3 (0-761345-05552-9)

Antec Neo Eco 550C, 80 Plus Bronze

Chieftec Navitas GPM-550S  550W ATX 2.3

Chieftec Navitas GPM-550S 550W, 80 Plus Silber

SilverStone Essential Gold ET550-G  550W ATX 2.4 (SST-ET550-G/30317)

SilverStone Essential Gold ET550-G 550W, 80 Plus Gold

ASUS U2000 Keyboard + Mouse Set, USB, DE (90-XB1000KM00010)

ASUS U2000 Keyboard + Mouse

Mit der Geforce 1660 und 1660 Ti liefert Nvidia eine ordentliche Leistung zu einem vernünftigen Preispunkt. Allerdings sprengen die Karten derzeit noch unseren Preisrahmen – stattdessen muss man um die 620 Euro investieren. Das ist zu verschmerzen, wenn wie Leistung stimmt.

Die Nvidia GTX 1660 Ti und die Radeon RX 580 im Vergleich im VR Mark und 3D Mark.

Wir haben unseren Bauvorschlag für den Full-HD-PC übernommen und die Grafikkarten unseres Testsystems ausgetauscht. Statt der Sapphire Nitro+ Radeon RX 580 8G (ca 195 Euro) kommt eine Gigabyte Geforce GTX 1660 Ti Gaming OC 6G (ca 270 Euro) zum Einsatz. Installiert ist der Nvidia Treiber 419.35, ohne Übertaktung und ähnliches. Der Rest des Systems bleibt gleich.

GTX 1660 Ti, synthetische Benchmarks
VR Mark 3D Mark
8 GByte RAM Orange Room Cyan Room Blue Room Timespy
Punkte 8197 6266 1984 6207
FPS 178,69 136,6 43,25 41,36
FPS 36,77
VR Mark 3D Mark
16 GByte RAM Orange Room Cyan Room Blue Room Timespy
Punkte 8913 6300 1987 6296
FPS 194,29 137,34 43,32 41,49
FPS 36,83
Die Geforce GTX 1660 Ti von Nivdia.
GTX 1660 Ti, Spiele-Benchmarks
Middle-Earth: Shadow of War
8 GByte RAM Hoch Sehr Hoch Ultra
1080p 100 88 81
1440p 72 61 57
UHD 40 35 31
16 GByte RAM Hoch Sehr Hoch Ultra
1080p 104 90 82
1440p 72 61 57
UHD 40 35 34
Far Cry 5 Grafikeinstellungen: Ultra
8 GByte RAM Max Avg Min
1080p 99 71 53
1440p 73 61 38
UHD 39 32 19
16 GByte RAM Max Avg Min
1080p 107 78 56
1440p 74 63 53
UHD 40 33 28

Die Benchmarks zeigen neben einzelnen Testspielen deutlich, wie viel mehr Power die Geforce GTX 1660 Ti mitbringt. Im VR-Test schlug sie sich ebenfalls sehr gut, sowohl in den synthetischen Tests wie auch bei einer Runde Beat Saber auf der Oculus Rift (Testbericht). Die Benchmarks zeigen sehr gut, dass die Karte noch einiges an Reserven hat. Allerdings sollte man bei 1440p auf 16 GByte RAM aufrüsten, das zeigt der Benchmark von Far Cry 5 recht gut. Der zusätzliche RAM schubst die FPS über die 50er-Grenze.

Erfreulich war, dass wir keinerlei Probleme in der Zusammenarbeit zwischen der AMD-CPU und der Nvidia-Karte hatten. Was aber deutlich auffiel: Die Lüfter der Gigabyte-Karte waren um ein vielfaches Leiser als die der Sapphire. Gerade unter Last, sei es im Benchmark oder bei VR macht sich das bemerkbar.

Ein Hinweis: Wer einfach nur ein Upgrade der Grafikkarte plant und bislang eine Radeon nutze, der sollte zuvor seine Treiber aufräumen. Das geht per Hand, deutlich bequemer ist der Display Driver Uninstaller, den die Kollegen der c’t hier vorstellen.

Palit GeForce GTX 1660 Ti StormX, 6GB GDDR6, DVI, HDMI, DP (NE6166T018J9-161F)

Palit GeForce GTX 1660 Ti StormX, 6GB

Gainward GeForce GTX 1660 Ti Pegasus OC, 6GB GDDR6, DVI, HDMI, DP (4368)

Gainward GeForce GTX 1660 Ti Pegasus OC, 6GB

PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 Gaming OC, 6GB GDDR6, DVI, HDMI, DP (VCG1660T6SFPPB-O)

PNY GeForce GTX 1660 Ti XLR8 Gaming OC, 6GB

Gigabyte GeForce GTX 1660 Ti Gaming OC 6G, 6GB GDDR6, HDMI, 3x DP (GV-N166TGAMING OC-6GD)

Gigabyte GeForce GTX 1660 Ti Gaming OC 6G

Zotac Gaming GeForce GTX 1660 Ti, 6GB GDDR6, HDMI, 3x DP (ZT-T16610F-10L)

Zotac Gaming GeForce GTX 1660 Ti, 6GB

Das größte Einsparpotential ist der eigene Zusammenbau. Das ist tatsächlich deutlich einfacher, als es von außen wirkt. Wer ein Lego-Modell zusammensetzen kann, der kann auch einen PC bauen. Wichtig ist nur, sauber zu arbeiten und genau nachzusehen, welche Komponenten wohin gehören. Idealerweise holt man sich Hilfe oder sieht sich ein paar Youtube-Videos an. Auch die Kollegen der c’t haben passende Workshops, etwa hier im Video oder im Heft „c't Wissen PC Selbstbau”.

Ein paar wichtige Punkte aus dem Zusammenbau für diese Artikel:

  • Die Boxed-Version der AMD-CPU hat bereits eine Schicht Kühlpaste, sodass man diese nicht extra kaufen und auftragen muss.
  • Vorsicht, die Pins der CPU sind sensibel. Es gibt genau eine Position, in der sie einfach „hineinrutscht”, das sollte ohne großen Widerstand gehen. Hier sollte man in jedem Fall die Handbücher konsultieren.
  • Vor dem Einbau des Boards sollte man das Abdeckblech zu den Mainboard-Anschlüssen ins Gehäuse einsetzen. Aus Erfahrung findet man dieses meist erst, wenn alle anderen Komponenten fest verbaut wurden.
  • Bevor man das Board einschraubt, sollte man zwei Dinge prüfen: Sind alle Abstandshalter an der richtigen Position? Und wie wird der CPU-Kühler am Bord befestigt? Eventuell müssen hier einzelne Stege entfernt werden.
  • Beim RAM-Einbau müssen die seitlichen Laschen zuvor zurückgeklappt werden. Der Riegel hat einen Ausschnitt, der nur in einer Position in die Nut im Slot passt. Die Riegel werden mit leichtem Druck eingesetzt, bis die seitlichen Verriegelungen einschnappen.
  • NVMes werden teilweise unter der Grafikkarte verbaut, das sollte man vorab prüfen.
  • Die Grafikkarte ist die schwerste Komponente, sie sollte am Rahmen gut gesichert sein. Auch hier hilft leichter Druck beim Einsetzen, bis die seitlich sichtbare Klammer am PCI-Slot einschnappt. Wer die Grafikkarte entfernen möchte, der muss diese Klammer vorsichtig zurück drücken.
  • Vom Netzteil geht meist ein Kabel zum GPU (oft PCI-e beschriftet), eins zur CPU (CPU oder ähnlich) und ein breiter Stecker zum Mainboard. Es kann sein, dass der Stecker acht Pins hat, aber nur sechs auf dem Board sind – kein Problem, solange mehr Stecker am Netzteil sind als am Board oder der GPU, macht das nichts. Wenn der PC nicht anspringt, dann sollte man hier checken, ob wirklich alles korrekt verkabelt wurde. Im Zweifel helfen das Handbuch des Mainboards, der Grafikkarte und der CPU.
  • Die SSD und Festplatte sollte stabil im Gehäuse verschraubt werden, die Schrauben sollte man handfest anziehen. Die beiden Speichermedien werden jeweils mit einem SATA-Datenkabel und einem passenden Stromstecker angeschlossen. Diese passen nur in einer Position hinein.
  • Die Position der SATA-Datenanschlüsse ist egal, Windows und andere Betriebssysteme erlauben die Auswahl des jeweiligen Speichers beim Setup.

Das 1080p-System haben wir mit der Oculus Rift und dem Windows Mixed Reality Headset, dem Lenovo Explorer (Testbericht), ausprobiert. Beide Systeme haben sich mehr als bewährt. Spiele wie Beat Saber, Space Pirate Trainer oder Skyrim VR liefen bei beiden Headsets flüssig und ohne Probleme. Doom VFR sieht ebenfalls verdammt gut aus, hohe Grafikeinstellungen sind kein Problem. Dafür zickt es bei den Eingabegeräten, die Oculus Rift geht nur über Umwege.

Tatsächlich waren wir fast überrascht, wie gut die Spiele und VR sogar mit „nur” 8 GByte RAM funktionieren. Die Grafikkarte liefert ordentlich Leistung, auch die CPU hat genügend Ressourcen. An die Grenzen kommt das System, wenn man Richtung 144fps oder 4K-Auflösungen geht. Gerade bei den hohen Auflösungen, also WQHD oder UHD, kann man mit den Texturen, Schatten oder ähnlichen Features spielen, um immer noch brauchbare Bildraten zu haben. Wer mehr Power braucht, der sollte sowieso zur GTX 1660 Ti von Nvidia greifen. Die Karte macht bei 1440p einen sehr guten Job und ist deutlich leiser als die Radeon RX 580.

Natürlich unterstützt das System auch das HTC Vive (Testbericht), allerdings sollten Interessierte hier aufpassen, wenn sie das Kabellos-Kit für die Vive (Testbericht) nutzen wollen. Das führt wohl beim Ryzen-Systemen teilweise zu Problemen und Abstürzen.

Oculus Rift + Touch Bundle (301-00095-01)

Oculus Rift

Lenovo Explorer

Lenovo Explorer

HTC Vive (99HAHZ0xx-00)

HTC Vive

Wo gibt es noch Upgrade-Potential? Natürlich vor allem bei der Grafikkarte. Sowohl Nvidia als auch AMD haben aktuellere Grafikchips veröffentlicht. Stark vereinfacht gesagt: Nvidia geht dabei mit den RTX-Karten voll in Richtung Raytracing, AMD setzt bei der Radeon 5000 Serie auf Preis-Leistung. Wir hatten bereits Vertreter aus beiden Lagern im Test, siehe unsere Themenwelt Grafikkarte. Die RTX 2070 Super von Nvidia konnte dabei sehr gut punkten. Die RX 5700 XT von AMD kam nicht ganz an die Konkurrenz von Nvidia heran, kostet dafür aber deutlich weniger. Das ist auch der Knackpunkt, die einzelnen Grafikkarten sind fast so teuer wie unser kompletter Bauvorschlag.

Sapphire Radeon RX 5700 XT 8G, 8GB GDDR6, HDMI, 3x DP, full retail (21293-01-40G)

Sapphire Radeon RX 5700 XT 8

ASRock Radeon RX 5700 8G, 8GB GDDR6, HDMI, 3x DP (90-GA16ZZ-00UANF)

ASRock Radeon RX 5700 8G

KFA2 GeForce RTX 2080 SUPER EX [1-Click OC], 8GB GDDR6, HDMI, 3x DP (28ISL6MDU9EK)

KFA2 GeForce RTX 2080 SUPER EX

Palit GeForce RTX 2070 SUPER X, 8GB GDDR6, HDMI, 3x DP (NE6207S019P2-180F)

Palit GeForce RTX 2070 SUPER X


Ja, auch 520 Euro sind ein ordentlicher Batzen Geld. Dafür bekommt man aber ein solides Gaming-System, das mit alten und neuen Spielen locker mithalten kann. Wir spielen selbst Borderlands 3 mit diesem System, zumindest in Full-HD ist das kein Problem. Ja, die PS4 und ihr (gutes) VR-Headset (Testbericht) ist noch immer der günstigste Einstieg in die virtuelle Welt. Dafür hat man mit unserem Vorschlag alle Vorteile der PC-Welt: Unglaublich viele Spiele, Mod-Support für Beat Saber (wo läufts am besten?) und Skyrim, keine Online-Kosten und kein Problem mit der Abwärtskompatibilität.

Wer 100 Euro mehr in die Hand nimmt, der kann um die neue GTX 1660 Ti einen sehr guten PC aufbauen. Der lohnt sich für jeden, der nicht nur in Full-HD zocken möchte, sondern vielleicht in 1440p zocken möchte.

Wer sich also sowohl für einen neuen Spiele-PC wie auch VR interessiert, der findet in unseren Bauvorschlägen zwei Systeme, die jeweils eine sehr gute Leistung für den Preis bietet.

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