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Ratgeber OLED-TV: 4K-Geräte ab 1000 Euro

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Bild: Pixabay

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OLED-Fernseher beeindrucken durch ihr Bild. Die Preise pendeln sich ab knapp 1000 Euro ein. TechStage zeigt Geräte und erklärt technische Details von OLED.

OLED-TVs beeindrucken Zuschauer durch ihren perfekten Schwarzwert, den dadurch bedingten guten Kontrast und spitzen Blickwinkeln. Manche wollen nicht mehr zu ihrem früheren Fernseher zurück, wenn sie einmal einen OLED in Aktion gesehen haben. Der große Vorteil von Nicht-OLED-Geräten ist ihr geringerer Preis. Der Preis für OLEDs pendelt sich inzwischen ab 1000 Euro ein. Wir werfen einen Blick auf verfügbare Produkte, erklären die Hintergründe zu OLED und sehen uns an, ob sich die 8K-TVs inzwischen lohnen.

Die Kaufberatung ist Teil unserer Themenwelt rund um UHD und 4K. Folgende Artikel sind bereits erschienen:

OLED steht für Organic Light Emitting Diode. Das organisch im Namen ist dabei etwas irreführend: Das Panel lebt nicht, es ist keine Schicht mit Algen oder ähnliches eingebaut. Je nach Hersteller und Technik kommt eine schmale Schicht von Oligomeren, Polymeren oder anderen kleinen Molekülen zum Einsatz. Ihnen allen gemein ist, dass sie die Bildpixel selbstständig leuchten lassen können, wenn elektrische Spannung angelegt wird. Im Unterschied zu LED/LCD-TVs muss also keine Hintergrundbeleuchtung verbaut werden. Dadurch lassen sich die Fernseher nicht nur sehr schmal bauen, zudem gibt es keine Lichthöfe wie sie oft bei seitlich beleuchteten (Edge-Lit) TVs auftreten. Weitere Vorteile kennt jeder, der ein Smartphone mit OLED besitzt: Die Displays haben einen exzellenten Schwarzwert und einen tollen Blickwinkel.

Es gibt aber auch Nachteile. OLED-TVs kommen in der Gesamthelligkeit nicht an klassische LCDs heran. Sie produzieren zudem einiges an Abwärme, sollten also idealerweise freistehen. Und, es besteht das Risiko, dass sich ein Bildelement einbrennt. Die Hersteller versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern. Pixelshift etwa verschiebt ein TV-Bild um wenige Pixel, damit etwa Logos nicht ständig an der gleichen Stelle stehen. Weitere Informationen zum Einbrennen von Bilden und Gegenmaßnahmen gibt es im heise-Artikel Ungeliebte Schattenbilder.

Wie die Unterschiede bei LCD- und OLED-TVs konkret aussehen, zeigt der heise+-Artikel 4K-Smart-TVs mit OLED- und LCD-Panel im Vergleich.

Nachdem das OLED relativ teuer ist, lohnt sich vielleicht erst einmal der Kauf eines Full-HD-TVs statt eines UHD-Geräts? Klare Antwort: Nein. Tatsächlich gibt es kaum noch Fernseher mit einer Auflösung unter 3840 × 2160 Bildpunkten. Sprich, wer jetzt neu kauft, der sollte zu einem Fernseher mit einer UHD-Auflösung (oder 4K im Marketing-Jargon) greifen. Das liegt auch daran, dass immer mehr Inhalte in der hohen Auflösung zur Verfügung stehen oder hochgerechnet werden. Wo man vor ein paar Jahren die Inhalte noch mit der Lupe suchen musste, kann man jetzt aus dem Volle schöpfen. Trotz Corona und damit einhergehenden Einschränkungen bei der Übertragungsrate liefern immer mehr Streaming-Dienste ihre Inhalte in höheren Auflösungen als 1920 × 1080 Pixeln.

Dazu kommen immer bessere Upscaler in den TV-Geräten oder den Geräten, die Inhalte zuspielen. Diese Systeme sorgen dafür, dass Inhalte in niedrigerer Auflösung auch auf den neuen TVs gut aussehen. Es gibt verschiedene Techniken für die Upscaler, meist werden aber die Videos Pixel für Pixel untersucht, um dann zusätzliche Bildpunkte zu berechnen. Da immer mehr Rechenpower zur Verfügung steht, haben sich die Techniken deutlich weiterentwickelt. In unserem Test des Nvidia Shield TV (Testbericht) konnten wir gut sehen, wie die Technik arbeitet. Dabei kann man das Bild halbieren und links das Original, rechts die verbesserte Version ansehen. Das zeigt aber auch, dass man keine riesigen Sprünge erwarten darf. Je besser das Ausgangsmaterial, desto besser kann der Upscaler arbeiten und notwendige Informationen anreichern. Ein Video, das bereits in 1080p vorliegt, lässt sich besser auf UHD hochrechnen als eine alte TV-Aufnahme mit 480p.

Upscaling in Aktion. Rechts ist das Orignal, links ist, was die Upscaling-Funktion des Nvidia Shield TV daraus macht.

Gerade wenn die Anbieter aber selbst an das Material herangehen, können sehr gute Ergebnisse herauskommen. Besonders beeindruckt hat uns im Test der Film Falsches Spiel mit Roger Rabbit. Die Mischung aus Cartoon- und Echtfilm aus 1988 bietet Disney auf seinem Streaming-Dienst in HD an. Die Version, die der digitale Remaster zum 25ten Jubiläum sein dürfte, sieht auf einem UHD-TV überraschend gut und knackig aus.

Neben den Streaming-Diensten sind auch DVDs, Blu-Rays oder UHD-Blu-Rays gute Quellen für Inhalte, in genau dieser Reihenfolge. Wer jetzt Filme neu kauft, der sollte den Aufpreis für UHD-Blu-Rays zahlen. Passende Wiedergabegeräte beginnen ab etwa 130 Euro. Im Apple-Umfeld kommt man kaum am Apple TV 4K (Testbericht) vorbei. Das kleine Kästchen kann nicht nur Streamen, sondern hat zudem Zugriff auf die iTunes-Bibliothek. Dazu kann es Filme offline speichern – gerade bei langsamen Internetverbindungen ist das ein großer Pluspunkt. Dieser Speicher fehlt dem Fire TV 4K Stick (Testbericht) von Amazon und dem Chromecast Ultra von Google.

Eine Alternative sind die Konsolen von Microsoft und Sony. Die aktuelle Generation der Xbox One und PS4 Pro sind in Grundzügen schon auf UHD getrimmt. Die kommende Konsolengeneration wie die Playstation 5 (heise online: Playstation 5: Sony zeigt seine Spielekonsole) und die Xbox Series X sollten dann 4K zum Standard mit aufnehmen.

Die große Neuerung am Horizont sind TVs mit 8K-Displays. Diese haben eine sensationelle Auflösung von 7680 × 4320 Pixeln. Spannend ist, dass der Preis bei diesen Geräten massiv gefallen ist. Wo man bei der letzten Version dieses Artikels noch knapp 30 000 Euro zahlen musste, gibt es inzwischen 8K-TVs um die 2000 Euro – allerdings nur mit LED/LCD. Für einen OLED-TV mit dieser Auflösung legt man immer noch knapp 20 000 Euro hin. Lohnt sich der Kauf? Unserer Meinung nach ist es noch zu früh. Die Geräte sind faszinierend, wie die Kollegen von heise online im Artikel Samsung 8K-TV im Kurztest: was bringen 32 Millionen Pixel zeigen. Die Unterschiede zu UHD merkt man aber vor allem, wenn man nah vor dem Gerät sitzt – was die wenigsten tun werden. Aktuell würden wir daher noch nicht zu 8K raten, hier kann man noch ein paar Gerätegenerationen abwarten.

Die verschiedenen TVs sind sich ziemlich ähnlich, sie alle sind voll mit sinnvollen Funktionen. Es gibt ein paar Punkte, auf die man beim Kauf achten sollte, damit die Geräte zukunftssicher sind. Das beginnt bei den HDMI-Anschlüssen, diese sollten sowohl HDMI 2.0a und den Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützen. HDMI 2.0a sorgt für die notwendige Grundlage, um Bilder in HDR und UHD zu sehen, ist also ein absolutes Muss. Das kleinere Update HDMI 2.0b erweitert den Standard um die Funktion Hybrid Log Gamma (HLG). HLG ist vor allem für die Übertragung von Fernsehsignalen gedacht, ist aber derzeit größtenteils noch Zukunftsmusik. Da Fernseher aber lange nutzt, sollte man gleich auf HDMI 2.0b achten. Wer zudem eine Soundbar (Übersicht) nutzen möchte, sollte auf HDMI ARC oder einen optischen Anschluss achten.

Hersteller wie Philips legen inzwischen eine zweite Fernbedienung zur Sprachsteuerung bei.

Ein großer Vorteil von UHD-TVs ist High Dynamic Range, kurz HDR. Diese Techniken sorgen für einen großen Kontrastumfang und Farbraum – kompatible Filme sehen damit meist sehr, sehr gut aus. Bei den HDR-Formaten sollten es idealerweise HDR10+ und Dolby Vision sein. Der Unterschied: HDR10+ wird von Samsung vorangetrieben, Dolby Vision ist ein konkurrierendes Verfahren. Einzelne Filmanbieter, etwa Warner, pressen beide Formate auf die UHD-Blu-Rays (heise-Meldung). Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Fernseher beide Formate unterstützen.

Dazu bieten fast alle Hersteller eine Sprachsteuerung an. Dabei gibt es zwei Typen: Verbaut oder kompatibel. Ist sie verbaut, bringt der TV eine eigene Spracherkennung mit, die etwa über ein Mikrofon in der Fernbedienung aktiviert wird. Kompatible Geräte arbeiten mit Amazon Alexa oder dem Google Assistenten zusammen.

Wie bei den LCD/LED-TVs ist die Display-Diagonale der Geräte der wichtigste Preisfaktor. Das untere Preissegment beginnt bei 55 Zoll Bildschirmdiagonale. Die günstigsten Geräte gibt es dabei von Grundig oder Metz, beides Hersteller, die als Eigenmarke quasi verschwunden und in anderen Konzernen aufgegangen sind. Grundig nutzt zwei Betriebssysteme, das Vision OS und für wenige Geräte das Amazon FireTV OS. Metz und andere verwenden Android TV. Das hat den großen Vorteil, dass man einen breiten Zugriff auf Apps und Streaming-Dienste hat. Wichtig ist das zum Beispiel für Nutzer von Disney+, der Dienst ist möglicherweise nicht verfügbar, wenn man kein Android TV nutzt.

Die Preise für die TVs beginnen bei um die 1000 Euro. Wer bis zu 1500 Euro ausgibt, der hat eine große Auswahl, auch von Philips-Geräte mit Ambilight. Diese Funktion lässt sich notfalls auch nachrüsten, mehr dazu im Ratgeber zu Disney+.

Ein interessanter Punkt: Wer weniger Bildschirmgröße als 55 Zoll möchte, der muss tatsächlich mehr zahlen. Das liegt daran, dass bislang nur LG einen OLED mit 48 Zoll Bildschirmdiagonale liefert, der aber vor allem auf Gamer (sowohl am PC wie an der Konsole) zielt. Die Kollegen der c’t haben das Gerät bereits getestet.

In der Liste zeigen wir die beliebtesten Geräte mit einer 55 Zoll Bildschirmdiagonale. Dazu weisen wir separat die OLED-TVs mit Android TV und die günstigsten Geräte separat aus.

Seit der ersten Version dieses Artikels haben sich die Preise für OLED-TVs mit einer Bildschirmdiagonale von 165 cm auf vergleichsweise hohem Niveau stabilisiert. Es geht ab knapp 1650 Euro los, springt dann aber schnell über 1700 und 1800 Euro. Zwei Betriebssysteme teilen sich quasi den Markt: WebOS, das auf den Geräten von LG zum Einsatz kommt, und Android TV in unterschiedlichen Versionen. Auch hier gilt: Wer keine zusätzlichen externen Streaming-Stick oder ähnliches anstecken möchte, der sollte zu Android greifen. Wer einen Apple TV , einem Fire TV Stick oder etwas Ähnliches nutzt, der hat die freie Wahl.

Bei den großen OLEDs gibt es wenig Bewegung nach unten. Wer einen TV mit knapp 2 Metern Bildschirmdiagonale haben möchte, der muss mindestens 4900 Euro hinlegen. Die obere Grenze ist derzeit bei knapp 20 000 Euro, dafür bekommt man den 8K-OLED-TV von LG. Überhaupt ist LG hier das Schwergewicht, was sich auch in den Betriebssystemen niederschlägt. WebOS liegt vor Android TV oder Firefox OS.

2,24 Meter – das ist die größte Bildschirmdiagonale, die es derzeit bei den OLEDs zu kaufen gibt. Hier wird es nicht nur teuer, sondern auch einsam: Lediglich zwei Geräte von LG tummeln sich hier, beide haben eine 8K-Auflösung und stellen Inhalte mit 7680 × 4320 Pixeln dar. Dafür sind die Preise auch an der Obergrenze, zwischen 22 000 und 28 000 Euro muss man hier investieren. Aber hey, immerhin sind die Preise hier um ein paar 1000 Euro gesunken – was aber im Vergleich nicht so viel ausmacht.

OLEDs sind lange nicht so günstig wie Fernseher mit LC-Display. Dafür bekommt man ein fantastisches Bild und eine Bildschirmdiagonale von mindestens 55 Zoll. Riesen-TVs mit 77 Zoll und mehr kosten meist ein Arm und ein Bein. Gerade bei den älteren Geräten ist es aber inzwischen nur noch ein Bein. Leider sind diese Geräte sehr selten in Preisaktionen zu finden, was auch an der mit acht Geräten recht geringen Produktauswahl liegt. Noch gedulden sollte man sich bei den 88 Zoll Geräten. Es fehlen sowohl die Inhalte für 8K, außerdem sind die Preise für das erste Produkt noch viel zu hoch.

Wer seinen alten Fernseher ausmustern möchte, der kann sich also auf interessante Angebote gefasst machen – und bekommt mit etwas Geduld ein echtes Schnäppchen.

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