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Kaufberatung: UHD-TVs mit Oled ab 1300 Euro

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Bild: Pixabay

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Die Preise für UHD-Fernseher fallen. Das gilt nicht nur für LCD- oder LED-Geräte, sondern auch für Fernseher mit Oled-Panels. Wir zeigen, worauf man achten sollte.

Wer sich für einen Oled-TV interessiert, der findet inzwischen immer häufiger gute Angebote. Die TV-Geräte sind zwar teurer im Vergleich zu LEDs und LCDs, die Preise für aktuelle Geräte haben sich aber im Vergleich zum letzten Jahr halbiert. In dieser Kaufberatung stellen wir die Vorteile von Oled vor, zeigen, wo LCD-Geräte noch immer besser sind und auf welche Funktionen man beim Kauf achten sollte.

Oled steht für „Organic Light Emitting Diode”. Das „organisch” im Namen ist dabei etwas irreführend: Das Panel lebt nicht, es ist keine Schicht mit Algen o.ä. verbaut. Je nach Hersteller und Technik kommt eine schmale Schicht von Oligomeren, Polymeren oder anderen kleinen Molekülen zum Einsatz. Ihnen allen gemein ist, dass die Pixel selbstständig leuchten, wenn elektrische Spannung angelegt wird. Im Unterschied zu LED/LCD-TVs muss also keine Hintergrundbeleuchtung verbaut werden. Der Vorteil: Die Geräte lassen sich schmaler bauen, zudem gibt es keine Lichthöfe wie sie oft bei seitlich beleuchteten (Edge-Lit) TVs auftreten. Den zweiten Vorteil kennt jeder, der ein Smartphone mit Oled besitzt: Die Displays haben einen exzellenten Schwarzwert.

Es gibt aber auch Nachteile. Oled-TVs kommen in der Gesamthelligkeit nicht an klassische LCDs heran. Sie produzieren zudem einiges an Abwärme, sollten also idealerweise freistehen. Und, es besteht das Risiko, dass sich ein Bildelement einbrennt. Die Hersteller versuchen, mit verschiedenen Maßnahmen gegenzusteuern. Pixelshift etwa verschiebt ein TV-Bild um wenige Pixel, damit etwa Logos nicht ständig an der gleichen Stelle stehen. Weitere Informationen zum Einbrennen von Bilden und Gegenmaßnahmen gibt es im heise-Artikel „Ungeliebte Schattenbilder”.

Wie die Unterschiede bei LCD- und Oled-TVs konkret aussehen, zeigt der heise+-Artikel „4K-Smart-TVs mit OLED- und LCD-Panel im Vergleich”.

Nachdem Oled relativ teuer ist, lohnt sich vielleicht erst einmal der Kauf eines Full-HD-TVs statt eines UHD-Geräts? Klare Antwort: Nein. Tatsächlich gibt es kaum noch Fernseher mit 1080p, in unserem Preisvergleich finden wir ein Gerät von LG, das zudem teurer ist als gleich große UHD-Fernseher. Entsprechend raten wir direkt zum Kauf eines UHD-TVs, der zukunftstauglicher ist.

Der Markt für Oled-TVs ist relativ übersichtlich. Lange Zeit kamen die notwendigen Panele von einem Hersteller: LG (heise-Bericht). Das änderte sich 2018, als mehrere chinesische Hersteller in die Produktion größerer Oled-Panele eingestiegen sind (heise-Bericht).Die neue Konkurrenz wirkt sich auf den Preis aus – er geht nach unten.

Die verschiedenen TVs sind sich ziemlich ähnlich, sie alle sind voll mit sinnvollen Funktionen. Es gibt ein paar Punkte, auf die man beim Kauf achten sollte, damit die Geräte zukunftssicher sind. Das beginnt bei den HDMI-Anschlüssen, diese sollten sowohl HDMI 2.0a und den Kopierschutz HDCP 2.2 unterstützen. HDMI 2.0a sorgt für die notwendige Grundlage, um Bilder in HDR und UHD zu sehen, ist also absolutes Muss. Das kleinere Update HDMI 2.0b erweitert den Standard um die Funktion Hybrid Log Gamma (HLG). HLG ist vor allem für die Übertragung von Fernsehsignalen gedacht, ist aber derzeit größtenteils noch Zukunftsmusik. Da Fernseher aber deutlich länger in Betrieb sind als etwa Smartphones, macht es Sinn, gleich auf HDMI 2.0b zu achten.

Ein großer Vorteil von UHD-TVs ist High Dynamic Range, kurz HDR. Diese Techniken sorgen für einen großen Kontrastumfang und Farbraum – kompatible Filme sehen damit meist sehr, sehr gut aus. Bei den HDR-Formaten sollten es idealerweise HDR10+ und Dolby Vision sein. Der Unterschied: HDR10+ wird von Samsung vorangetrieben, Dolby Vision ist ein ähnliches Verfahren. Einzelne Filmanbieter, etwa Warner, pressen beide Formate auf die UHD-Blu-Rays (heise-Meldung).

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten die Fernseher beide Formate unterstützen.

Dazu bieten fast alle Hersteller eine Sprachsteuerung an. Dabei gibt es zwei Typen: Verbaut oder kompatibel. Ist sie verbaut, bringt der TV eine eigene Spracherkennung mit, die etwa über ein Mikrofon in der Fernbedienung aktiviert wird. Kompatible Geräte arbeiten mit Amazon Alexa oder dem Google Assistenten zusammen.

Wie bei den LCD/LED-TVs ist die Größe der Geräte einer der entscheidenden Preisfaktoren. Das untere Preissegment beginnt bei 55 Zoll Bildschirmdiagonale, hier dominiert LG. Die Geräte unterscheiden sich dabei nur minimal in den Funktionen. Zum Testzeitpunkt lieferte LG mit dem 88B8LLA den günstigsten Oled-TV für 1225 Euro. Wer einen LG-TV mit Alexa-Integration sucht, der sollte sich den 55B8SLC genauer ansehen.

LG Electronics OLED 55B8LLA

LG Oled 55B8LLA

LG Electronics OLED 55B8SLC

LG Oled 55B8SLC

Toshiba 55X9863DA

Toshiba 55X9863DA

Grundig 55 GOB 9990

Grunding 55GOB9900

Sony KD-55AF8

Sony KD55AF8

Philips 55OLED803

Philips 55OLED803

Kommt man in den 65-Zoll-Bereich, wandelt sich das Bild. Die günstigsten Geräte kommen hier von Grundig, die Preise liegen beginnen bei 1399,99 Euro, gehen dann aber schnell über 2000 Euro. Achtung, Grundig setzt ein eigenes Betriebssystem namens SMART inter@ctive TV 4.0 Plus. Dort melden Nutzer immer wieder, dass es keine Apps für Netflix und Amazon Prime gibt. Als Workaround kann man die App vom Handy oder Tablet auf den TV per WLAN streamen oder man nutzt einen Streaming-Stick wie den Amazon Fire TV Stick 4K (Testbericht). Oder man greift zu Geräten von LG, Philips oder Sony, legt entsprechend mehr auf den Tisch, bekommt dafür aber integrierte Streaming-Apps.

Grundig 65 VLO 9000 CP

Grundig 65VLO9000

Grundig 65 FOC 9880

Grundig 65FOC9880

(Kein Produktbild vorhanden)

LG Oled 65B87LC

Philips 65OLED873

Philips 65OLED873

Sony KD-65AF8

Sony KD65AFF8

Panasonic TX-65FZW954

Panasonic TX 65FZW954

Bei den 77-Zoll-Geräten wird die Auswahl klein und der Preis hoch. Mindestens 4899 Euro wird für einen solchen Oled-TV von LG fällig. Die Preiskrone trägt Loewe für seinen bild 7.77, fast 15 000 Euro möchte die Firma für ihren TV haben. Etwas schade ist, dass beim Panasonic-Gerät für 9999 Euro zwar HDR10 integriert ist, aber Dolby Vision fehlt. Es mag sein, dass Panasonic für ein Format kämpft, in dieser Preisklasse sollten die Streitigkeiten um Formate aber nicht auf dem Rücken der Kunden ausgetragen werden.

LG Electronics OLED 77C8LLA

LG Oled 77C8LLA

Sony KD-77A1

Sony KD77A1

Panasonic TX-77EZW1004

Panasonic TX 77EZW1004

LG Electronics Signature OLED 77W8PLA

LG Signature Oled 77W8PLA

Loewe bild 7.77 grau (56437D50)

Loewe bild 7.77

Die Preise für Oled-TVs sinken, zumindest im Bereich der 55- und 65-Zoll-Geräte. Doch auch bei der 77-Zoll-Klasse gehen die Preise nach unten. Der LG 77C8LLA etwa kostet zwar immer noch fast 5000 Euro, vor einem Jahr war der Preis allerdings noch doppelt so hoch. Gleiches gilt für das 77-Zoll-Sony-Gerät, auch hier fiel der Preis von knapp 20 000 Euro auf 9999 Euro.

Wer seinen alten Fernseher ausmustern möchte, der kann sich also auf interessante Angebote gefasst machen – und bekommt mit etwas Geduld ein echtes Schnäppchen.

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