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Ratgeber: Smarte Steckdosen für jeden Einsatzzweck

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Keine Lust, hinter dem Schrank die Steckerleiste zu suchen? Wir zeigen smarte Steckdosen, die per App bedient werden – von A wie Alexa bis Z wie Z-Wave.

Funksteckdosen sind bequem. Das gilt für die klassischen mit Fernbedienung und erst recht für die smarten Weiterentwicklungen, die per Zigbee, WLAN oder DECT ins Netzwerk integriert sind. Sie schalten Strom aus der Ferne per App, per Alexa-Sprachbefehl und liefern Funktionen wie Zeitpläne, Urlaubsmodus oder Strommessung.

Der große Vorteil der Zwischenstecker ist, dass sie die angeschlossenen Verbraucher "smart" machen, ohne dass an diesen selbst was geändert werden muss. In diesem Ratgeber stellen wir die verschiedenen Konzepte und Funkmethoden vor und zeigen passende Produkte. Mehr Hintergrund und weitere Tests haben wir in unserer Themenwelt Heimautomation veröffentlicht. Dort sind unter anderem folgende Artikel erschienen:

Unsere Messung unterschiedlicher vernetzer Steckdosen. Sie zeigt gut den Vorteil von Zigbee.

Zwischenstecker mit Bluetooth sind ein erster Schritt für alle, die einzelne Geräte per Handy schalten möchten, aber ihre Systeme nicht im WLAN oder dem Internet sehen möchten. Dabei unterscheiden sie sich bei den Funktionen aber teilweise deutlich. Die LEDvance Smart+ Plug lässt sich etwa nur an- oder abschalten. Andere Stecker, etwa die Voltcraft SEM 6000, bieten einen integrierten Zeitplan oder eine Messung des Strombedarfs.

Bluetooth-Geräte lassen sich direkt vom Smartphone aus steuern. Allerdings ist die Reichweite eingeschränkt.

Ein zusätzlicher Hinweis für alle Bastler: Unser Leser Heckihat auf seinem Github-Profil Skripte für die Voltcraft SEM6000, Voltcraft SEM3600BT sowie die Renkforce BS-21 veröffentlicht, über die ein Rasbperry Pi die Steckdosen ansteuern kann.

Mit DECT – oder genauer, DECT-ULE – gibt es eine etwas exotische Funkmethode für Zwischenstecker. Sie ist besonders für die Besitzer einer Fritzbox interessant. Diese bringen sowieso meist DECT mit, AVM und Gigaset nutzen die Technologie nicht nur für Festnetztelefonie, sondern auch für Smarthome-Geräte. Spannend ist das in Kombination mit der neuen Version von Fritz OS, das neben WLAN- auch ein DECT-Mesh mitbringt. Fritzbox-Besitzer können so ihr Haus einfach mit smarten Steckdosen nachrüsten, sowohl für drinnen wie auch für draußen (Testbericht) gibt es entsprechende Zwischenstecker.

Der andere Anbieter für DECT-basierte Stecker ist Gigaset. Die Elements-Serie beinhaltet nicht nur ein Alarmsystem (Testbericht), sondern lässt sich auch mit smarten Steckdosen erweitern.

Lust auf Smart Home aber keinen Bock auf potenzielle Lauscher wie Alexa? Kein Problem, es gibt Steckdosen und Steckerleisten, die über Funkbefehle auf 868 MHz oder 443 MHz schalten. Neben klassischen Zwischensteckern für den Inneneinsatz gibt es zahlreiche Outdoor-Steckdosen, mit denen sich beispielsweise Bewässerungsanlagen oder Lichter schalten lassen.

Diese Stecker lassen sich nicht nur über Funkfernbedienungen steuern, sondern auch in eigenen Projekten integrieren. So gibt es etwa passende Module für den Raspberry Pi und mächtige Open-Source-Software wie OpenHAB. Die Kollegen der c’t stellen die vielseitige Software im Artikel „Wie von Geisterhand“ genauer vor.

Zwischenstecker mit WLAN sind die einfachste Methode, das eigene Netzwerk um Funksteckdosen zu erweitern. Sie brauchen keinen speziellen Hub oder Gateway, sondern melden sich direkt im WLAN-Netzwerk an. Nach dem Einstecken müssen die Zwischenstecker mit einer App gekoppelt werden, die jeder Hersteller separat anbietet. Die meisten Geräte setzen dabei auf eine Anbindung zum Cloud-Dienst des Herstellers. Das ist ein zweischneidiges Schwert: Zum einen kann man die angeschlossenen Geräte von überall an- und abschalten (und etwa kontrollieren, ob das Bügeleisen wirklich aus ist), zum anderen kommuniziert das Gerät aktiv übers Internet.

WLAN-fähige Steckdosen benötigen keine Bridge, haben aber einen höheren Strombedarf als etwa Zigbee.

Grundsätzlich ist das kein großes Ding, auch andere Geräte hängen im Internet. Vor allem die günstigen WLAN-Steckdosen kommen aber oft von No-Name-Herstellern aus China, bei denen IT-Sicherheit vielleicht nicht die höchste Priorität hat.

Insgesamt ist es nicht sonderlich effizient, überall WLAN-Steckdosen einzusetzen. Nicht ohne Grund arbeiten Smarthome-Komponenten ohne dauerhafte Energieversorgung grundsätzlich nicht mit WLAN, sondern mit anderen Funk-Standards: WLAN braucht viel Strom, dafür aber kein Gateway. Braucht man nur ein bis zwei smarte Zwischenstecker, kann WLAN daher dennoch die sinnvollste Entscheidung sein.

Wer keine Blackbox im Haus installieren möchte, deren Software beliebige Server im In- und Ausland kontaktiert, für den gibt es Abhilfe. Mehrere Open-Source-Projekte ersetzen die Firmware der Steckdosen oder anderer Komponenten durch offenen Code. Die beiden großen Projekte sind Sonoff-Tasmota und Espurna. Die kompletten Funktionen zu erklären, würden den Rahmen dieses Beitrags sprengen, wir planen einen separaten Artikel dazu. Wichtig ist nur, dass die Hardware-Komponenten zur Software kompatibel sind.

Neben den Schuko-Wifi-Steckern von Obi sind das bei Espurna vor allem die Smart-Steckdosen von Maxico. Wie man deren Software ändert, wird im Wiki von Espurna gut beschrieben. Für Sonoff-Tasmota haben wir die S20 Steckdosen (Testbericht) gefunden, die sind offiziell kompatibel und preiswert.

Wer schon andere Smarthome-Systeme wie Smart+ von LEDvance (das ehemalige Osram Lightify (Testbericht)) oder Philips Hue (Testbericht) im Einsatz hat, hat auch schon Zigbee im Haus. Zigbee war lange Zeit aufgrund seines geringeren Stromverbrauchs und der damit längeren Batterielaufzeit der Standard der Wahl. Das wirkt sich auch auf die Stecker aus. Denn selbst wenn die Stromversorgung an der Steckdose kein Problem ist, so brauchen die Zigbee-Geräte im Stand-By und für die Kommunikation weniger Energie als die WLAN-Pendants.

Zigbee verbindet sich nicht direkt mit dem Netzwerk, sondern über einen Gateway. Dieser übersetzt die Befehle zwischen dem (W)LAN und dem Zigbee-Netz. Das muss nicht zwingend eine Bridge wie beim Osram-System sein, auch Geräte wie der Amazon Echo Plus (Testbericht) sprechen mit Zigbee. Ein Nachteil des offenen Konzepts ist, dass Hersteller Änderungen am Code oder den Geräten vornehmen können. Das führt dann dazu, dass die Grundfunktionen zwar funktionieren, aber spezielle Features nur mit der App oder dem zentralen Gateway des jeweiligen Anbieters arbeiten.

Zigbee hat den Vorteil eines niedrigen Strombedarfs, benötigt aber eine Bridge für die Kommunikation zwischen dem Endgerät und einer App im WLAN.

Die Zigbee-Zwischenstecker eignen sich vor allem dann, wenn man bereits Zigbee-Komponenten im Einsatz hat, etwa Leuchtmittel oder eine smarte Gartenbeleuchtung (Ratgeber). Die hervorragende Integration in Amazon Alexa oder den Google Assistant macht es einfach, einzelne Schalter oder ganze Räume mit einem Befehl an- oder abzuschalten. Auch hier haben die Schalter oft mehr als eine Funktion: Eine Messung des Verbrauchs ist möglich, ebenso ein Nachtlicht oder ein integrierter Dimmer.

Neben Zigbee ist Z-Wave das zweite große Protokoll für die Kommunikation vernetzter Komponenten im Smart Home. Der größte Unterschied ist, dass die Z-Wave-Geräte gegenüber Zigbee von einer zentralen Stelle zertifiziert werden, was für eine bessere Interoperabilität zwischen verschiedenen Herstellern sorgen soll. In der Praxis ist der Unterschied eher die Verfügbarkeit.

In Deutschland sind die bekanntesten Anbieter Devolo oder Fibaro. Das könnte sich aber in naher Zukunft ändern, denn Samsung integriert das Protokoll in sein Smart Things-Konzept. Dieser spricht zusätzlich noch Zigbee, WLAN und Bluetooth, so dass man verschiedenste Endgeräte von einer Station aus ansprechen kann.

Wenn ein einzelner Stecker nicht ausreicht, bieten sich vernetzte Steckerleisten an. Gesteuert werden sie per App, über Alexa oder Google Assistant oder Dienste wie IFTTT (If this, than that). Mit diesem Dienst lassen sich Abläufe automatisieren, womit sich auch komplexe Automatismen zusammenstellen lassen. Darüber hinaus lässt sich IFTTT vergleichsweise einfach in eigene Projekte integrieren, wie die Kollegen von heise+ im Artikel „Cloud-Dienste: Projekte steuern mit IFTTT“ zeigen.

Was auf den ersten Blick wie Faulheit wirkt, wird spätestens dann spannend, wenn man ganze Steckerleisten sauber hinter dem Schrank verstecken und über digitale Assistenten dennoch bequem schalten kann.

Modelle wie die Cocoso Smart Power Strip (Testbericht) sprechen jeden Steckplatz einzeln an und können Steckergruppen bilden. Wird dann die Master-Dose (etwa der Hi-Fi-Verstärker) aktiviert, schalten sich automatisch alle zugehörigen Dosen etwa für Plattenspieler (Ratgeber) oder CD-Player mit an.

Eine interessante Alternative zu den genannten Steckerleisten ist die mPower-Leiste von Ubiquiti. Die gibt es wahlweise mit drei oder sechs Steckern, von denen sich jeder einzeln per Android-App oder über den PC steuern lässt. Der Nachteil: Ubiquiti hat die Produkte wohl abgekündigt, zudem ist die App alles andere als modern. Sie meckert bei aktuellen Android-Systemen, war im Test aber problemlos nutzbar. Der Vorteil: Das Setup geht schnell und einfach, ohne dass ein separater Account angelegt werden muss. Wer also mit einer alten App leben kann, der sollte sich die Steckerleisten genauer ansehen.

Die smarten Steckdosen gibt es auch in speziellen Outdoor-Varianten für den Einsatz im Freien. So lassen sich beispielsweise smarte Lampen im Garten oder am Haus (Ratgeber) bequem steuern. Wie bei allen Outdoor-Einsätzen sollte man darauf achten, dass die Steckdosen gegen Wasser geschützt sind.

Bei der Auswahl der verschiedenen Geräte hat man ein kleineres Sortiment als bei den Indoor-Steckdosen. Die Techniken der Wahl sind Funk, DECT, WLAN und Zigbee. Wie bei den Indoor-Dosen gilt: Wer schon ein System hat, der sollte seine bestehende Umgebung ausbauen.

Smarte Steckdosen oder Steckerleisten sind ein einfacher Schritt, um eigentlich dumme Geräte zumindest etwas schlauer zu mache. Dazu braucht es nicht viel, bereits die Bluetooth-Zwischenstecker liefern clevere Funktionen wie App-Steuerung, Verbrauchsmessung oder Zeitpläne. Wer es weitertreiben möchte, kann per WLAN, Dect, Zigbee oder Z-Wave komplexe Umgebungen aufbauen, die auf manuelle Eingaben oder externe Einflüsse reagieren und umfassende Szenarien abarbeiten können. Dank der Zeitpläne kann man nicht nur während des Urlaubs eine Anwesenheit simulieren, auch die Außenbeleuchtung zu Weihnachten (Ratgeber) lässt sich damit gut steuern.

Wer dagegen neu baut, der sollte die smarten Funktionen von Anfang an mit einplanen. So spart man nicht nur Geld, sondern kann schafft echte Intelligenz im Haus. Die notwendigen Hintergrundinformationen dazu haben wir im Artikel „Tipps für Bauherren, Smarthome-Grundlagen für den Neubau” zusammengestellt.

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