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Kaufberatung: Saugroboter von 50 bis 1000 Euro

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Reicht ein Staubsaugerroboter für 50 Euro aus oder müssen Käufer mehr investieren? Wir erklären, was man für wie viel Geld bekommt.

Staubsaugerroboter – von manchen als unsinniges, teures Spielzeug belächelt, andere schwören drauf, um sich die Arbeit im Haushalt zu erleichtern. Unsinnig und teuer? Muss beides nicht sein, das kommt ganz auf die persönlichen Ansprüche an einen der fleißigen Haushaltshelfer an. Soll eine umfangreiche App-Steuerung her und muss der Sauger schnell und gleichmäßig Bahnen fahren? Ist außerdem eine Ladestation Voraussetzung, am besten noch eine mit automatischer Selbstentleerung? Ja, dann wird es mehr oder weniger teuer. Aber das muss vielleicht gar nicht immer sein – und dann gibt es für fast jeden Geldbeutel den richtigen Staubsaugerroboter. Wetten?!

Als Erstes sollten sich Interessenten überlegen, welche Anforderungen sie an einen Staubsaugerroboter haben. Das hängt einerseits vom persönlichen Geschmack ab, aber auch von der Beschaffenheit der zu reinigenden Fläche(n). Denn vor allem günstige Sauger kommen nicht mit hochflorigen Teppichen klar, scheitern an höheren Türschwellen und fahren nach dem Chaos-Prinzip recht kopflos umher. Das führt zwar nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip irgendwann auch zu einer vollständigen Abdeckung der Reinigungsfläche, dauert aber normalerweise länger als bei Robotern, die gezielt Bahnen fahren. Vor allem, wenn der Grundriss der Wohnung eher verwinkelt und schwierig ist.

Um das Aufräumen oder Präparieren der Reinigungsfläche kommt man auch bei teuren Robotern nicht herum. Kleine Gegenstände wie Spielzeug oder Kabel sorgen sonst nämlich gern für ein Festfahren der Bots. Software kann hier helfen, derzeit aber eher durch das Versperren des Weges in besonders gefährdete Bereiche. Beispiel für einen Saugroboter, der das beherrscht, ist der Neato Botvac D6 Connected (Testbericht). Eine Ausnahme sind Modelle, die mit Objekterkennung arbeiten. Roboter wie der Roborock S6 maxV (Testbericht) weichen erkannten Problemen selbstständig aus.

Objekterkennung dank zusätzlicher Kameras wie beim Roborock S6 MaxV

Die günstigsten Staubsaugerroboter nach Preis sortiert:

Eine ebenfalls wichtige Frage: Gibt es Möbel in Haus oder Wohnung, unter denen sich der Saugroboter festfahren kann? Auch hier müssen Nutzer eingreifen und die entsprechende Stelle anpassen oder zu einem anderen Staubsaugerroboter greifen. So ist der Dysson 360 Eye (Testbericht) ein sehr hoher Staubsaugerroboter, der Ecovacs Deebot Ozmo Slim 10 (Testbericht) ein flaches Exemplar. Nicht zuletzt ebenfalls wichtig: reicht der Akku für die zu reinigende Fläche? Gibt es gar mehrere Stockwerke? Das kann ebenfalls zum Problem werden – selbst bei höherpreisigen Geräten. Der iRobot Roomba i7+ (Testbericht) ist ein gutes Beispiel für einen Roboter, der beides beherrscht. Zudem komme nicht alle Sauger gut mit Tierhaaren klar. Von der Wischfunktion einiger Staubsaugerroboter halten wir indes wenig, da es sich dabei bestenfalls um Staubwischen, nicht aber um tatsächliche Schmutzentfernung handelt. Für Allergiker kann das aber nützlich sein. Ein Exemplar, das sich auf saugen und moppen versteht, ist der Eufy Robovac L70 Hybrid von Anker (Testbericht). Auch viele Roborock-Modelle beherrschen beides.

Breite Bürstenrolle bei Neato-Modellen

Wer nur Hartböden in seinem Domizil hat, der kommt theoretisch auch mit einem günstigen Sauger aus. Die ziehen meist Luft nur durch einen Schlitz an, das klappt auf Fliesen oder Laminat normalerweise auch bei Robotern der untersten Preisklasse ganz ordentlich. Bestes Beispiel ist der Vileda VR102 (Testbericht), der uns mit ordentlicher Saugkraft überzeugte. Kommen Teppiche hinzu, sind Bürstenrollen von Vorteil, da sie in der Lage sind, nicht nur Staub, sondern auch leichten anderen Schmutz aus dem weichen Bodenbelag zu entfernen, der nicht nur an der Oberfläche liegt. Auch dann sollte Teppichboden aber nicht zu lang sein, Fransen saugen die Bots gern ein und sie verheddern sich in den Bürsten. Manche Saugroboter erkennen Teppich und erhöhen dann automatisch die Saugleistung.

Wichtig sind Seitenbürsten. Das gilt nicht nur für die meist runden Modelle der Hersteller, sondern auch für die, die von oben betrachtet wie ein ausgefüllter Buchstabe D aussehen. Die haben zwar breitere Hauptbürsten, kommen aber natürlich auch nicht bis genau an eine Wand heran. In Ecken kommen alle Roboter ähnlich schlecht, spätestens hier wird auf Dauer manuelles Nacharbeiten nötig. Ein Beispiel für die suboptimale Randreinigung mangels Seitenbürste ist der Neato Botvac D4 Connected (Testbericht).

Mapping mit Live-Ansicht bei Ecovacs

Früher mussten Magnetbänder oder IR-Leuchttürme platziert werden, um den Robotern den Zugang zu bestimmten Bereichen eines Grundrisses zu verwehren. Bei etwas höherpreisigen Modellen ab der oberen Mittelklasse fällt das inzwischen weg. Denn die Bots erstellen sich dank Raumvermessung per Laser- oder Kamera genaue Karten ihrer Umgebung. Per Smartphone-App lassen sich dann No-Go-Linien oder -Bereiche definieren, die die Roboter nicht über- oder befahren. Solche Modelle fahren dann dank der genauen Karte wie eingangs erwähnt gleichmäßige, sich überlappende Bahnen. So schaffen sie eine vollständige Reinigung in weniger Zeit. Zudem verstehen sich manche solcher Bots auf Zonenreinigung per App – quasi das genau Gegenteil von No-Go-Areas. Dadurch müssen die Roboter nicht mehr händisch zu einem bestimmten Punkt getragen werden, dessen nähere Umgebung sie gezielt reinigen sollen, sondern sie fahren auf Kommando per App auch selbstständig dort hin und wieder zur Ladestation zurück. Das beherrschen inzwischen viele Modelle, eines davon ist der Ecovacs Deebot Ozmo 930 (Testbericht).

Apropos Ladestation: Alle höherpreisigen Modelle verfügen über eine eigene Ladestation, die entweder dank der angelegten Karte und/oder per IR-Signal selbstständig angefahren wird. Das geschieht entweder nach abgeschlossener Reinigung oder wenn der Akku zuneige geht. Gute Roboter setzen den Reinigungsvorgang nach dem Zwischenladen automatisch an der Stelle fort, an der sie unterbrechen mussten. Manche Modelle verfügen darüber hinaus über eine automatische Absaugvorrichtung des Schmutzbehälters des Roboters, sobald er an die Ladestation andockt. Solche Absaugfunktionen kosten extra, bis zum Erscheinen des überraschend günstigen Prosceniv M7 Pro (Vergleich mit iRobot Roomba S9+) waren solche Modelle sehr teuer und fielen daher eher in die Kategorie "Luxus".

Die beliebtesten Saugroboter mit App-Steuerung:

Ein nicht zu vernachlässigender Punkt beim Roboterkauf ist die Entleerung des Schmutzbehälters und eine entsprechende Filterung. Gerade Allergiker sollten unbedingt auf die Verfügbarkeit von Hepa-Filtern achten. Der Rest sollte sich anschauen, ob sich der Schmutzbehälter einfach und ohne Aufwand leeren lässt. Es nützt schließlich nichts, wenn der aufgesaugte Dreck anschließend neben statt im Mülleimer landet.

In 2019 und 2020 hat sich einiges getan auf dem Markt für Staubsaugerroboter. Es sind etliche Modelle vorgestellt worden, die neue Technik in die Oberklasse, oder Technik aus der Oberklasse in die Mittelklasse gebracht haben. Dazu gehörte bei der Software die Fähigkeit, mehrere Grundrisse speichern zu können und etwa ein automatischer Raumplan-Modus, um die Reihenfolge der Reinigung selbst festlegen zu können. Modelle, die das inzwischen beherrschen, sind etwa Roborock S5 Max (Testbericht) und Roborock S6 MaxV (Testbericht).

Die günstigsten Saugroboter mit Sprachsteuerung:

Außerdem wurde die Möglichkeit zur Sprachsteuerung weiter ausgebaut. Hersteller iRobot macht das derzeit am besten, Modelle wie der Roomba S9+ (Testbericht) lassen sich per Sprache sogar gezielt in einzelne Räume schicken. Bei der Hardware etablieren sich aktuell intelligente Wasserpumpen für den Wischmodus teurerer Modelle und eine Teppicherkennung, um diese im Wischmodus nicht zu befahren. Letzteres ist aber immer noch selten. Generell wurden die Bots dank immer weiter verbreiteter Laser-Messtechnologie smarter und zusätzlich auch leiser. Neue Reinigungsalgorithmen sollen außerdem zukünftig für bessere Reinigung sorgen, so können Objekte im Weg mittels Visual SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) per Kamera identifiziert werden, um so ein besseres Verständnis für die Umwelt zu generieren. Einige Saugroboter lassen sich sogar als Überwachungs- oder Sicherheitsbot verwenden. Das klappt dank neuestem Update auch beim Roborock S6 MaxV - angeblich DSGVO-konform und vom TÜV-Rheinland zertifiziert.

Saugroboter mit der besten Kundenwertung:

Staubsaugerroboter erleichtern die Arbeit im Haushalt und sind für fast jeden Geldbeutel erschwinglich. Dabei kommt es in erster Linie auf die Ansprüche der Nutzer an. Wer hier genügsam ist, kann schon ab 50 Euro loslegen, von solchen Modellen raten wir aber eher ab. Richtig gute Modelle fangen erst bei rund 250 Euro an, dann gibt es unter anderem strukturiertes Bahnenziehen statt Chaos-Prinzip. Noch komfortabler wird es im Bereich um 450 Euro, entsprechende Modelle bieten noch mehr Features und überzeugen mit guter Reinigungsleistung, Navigation und zusätzlicher Wischfunktion. Die Oberklasse oberhalb der 500-Euro-Grenze bietet nur noch im Einzelfall einen Mehrwert, etwa durch die Möglichkeit, mehrere Grundrisse speichern zu können oder automatisch Teppiche vom Wischvorgang auszugrenzen. Am komfortabelsten, aber auch mit Abstand am teuersten wird es im Luxussegment, dessen Feature-Katalog mit zusätzlichem automatischen Entleeren der Roboter-Schmutzbehälter aufwartet. Hier ist die Auswahl allerdings sehr eingeschränkt, neueste Modelle bieten das sogar schon deutlich günstiger an.

Grundsätzlich herrscht aktuell viel Bewegung auf dem Markt, viele neue Hersteller aus Fernost drängen mit teils sehr guten Produkten für bisweilen erstaunlich wenig Geld in die Läden. Zu diesen Unternehmen gehören Firmen wie Xiaomi, 360 oder Tesvor, die es etablierten Anbietern wie iRobot, Ecovacs oder Vorwerk schwer machen. Die versuchen, mit immer ausgefeilterer Technik wie Objekterkennung zu kontern. Dem Nutzer darf das recht sein – Konkurrenz belebt das Geschäft und drückt die Preise. Über eines sollten sich Interessenten aber klar sein: Auch im Jahr 2020 sind Staubsaugerroboter noch kein 100-prozentiger Ersatz für manuelles Reinigen mittels herkömmlichem Sauger – auch wenn sie das Intervall manueller Reinigungsvorgänge spürbar reduzieren.

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