Kaufberatung: Speicherkarten für 4K-Kameras und Drohnen | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Kaufberatung: Speicherkarten für 4K-Kameras und Drohnen

2
von  //   //  Erstveröffentlichung:

Wer hochauflösendes Bildmaterial aufnimmt, braucht unbedingt eine geeignete Speicherkarte. Wir erklären, worauf es beim Kauf ankommt und welche Karten schnell genug sind.

Aktuelle Actioncams (Kaufberatung), 360-Grad-Kameras und Video-Drohnen (Bestenliste) bieten 4K-Auflösung und Datenraten von bis zu 100 MBit/s. Die dabei anfallenden Datenmengen sind extrem groß und erfordern eine Micro-SD-Speicherkarte mit genügend Kapazität und einer hohen Schreibrate. Andernfalls kommt es bei den Aufzeichnungen zu Bildfehlern oder zu Abbrüchen während der Aufnahmen. In einigen Fällen verweigern die Kameras auch völlig die Zusammenarbeit mit ungeeigneten Karten.

Die ideale Speichergröße ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Mitentscheidend ist beispielsweise die genutzte Auflösung. Bei 4K-Videos mit hoher Bildwiederholungsrate fallen deutlich mehr Daten an, als bei Aufnahmen in Full-HD-Auflösung und einer niedrigen Bildwiederholungsrate.

Hier ein kurzes Rechenbeispiel mit Werten einer aktuell im Test befindlichen 4K-Actioncam. Die von uns genutzte Kamera (mit einer Datenübertragungsrate von 100 MBit/s) benötigt für ein fünf Minuten langes 4K-Video bei 60 fps (Frames pro Sekunde) rund 3,76 GByte. Bei einer Reduzierung auf 1080p und einer Bildwiederholungsrate von 30 fps benötigt die gleiche Aufnahme lediglich 1,33 GByte. Je nach Hersteller und Grad der Datenkomprimierung unterscheiden sich die tatsächlich anfallenden Datenströme. Die Gopro Hero 7 black (Testbericht) hat beispielsweise eine niedrigere Datenübertragungsrate (78 MBit/s) als unsere Test-Kamera. Das macht sich auch beim Speicherbedarf bemerkbar.

Wer zuverlässig in 4K aufzeichnen will, sollte nicht an der Speicherkarte sparen.

Auf einer 32-GByte-Karte haben bei unserer Kamera circa 42 Minuten in 4K (60 fps) oder 120 Minuten in Full-HD (30 fps) Platz. Auf eine 64 GByte passen knapp 90 Minuten in 4K, beziehungsweise vier Stunden in 1080p. 128 GByte-Karten reichen für fast 3 Stunden in 4K und acht Stunden Full-HD. In der Praxis halten die Kamera- und Drohnen-Akkus deutlich kürzer. Unsere Empfehlung lautet deshalb: Für Full-HD-Videos und gelegentliche Aufnahmen in 4K sind 32 GByte ausreichend. Für regelmäßige Aufnahmen mit 4K-Auflösung, sollten es Speicherkarten mit mindestens 64 GByte sein. Wer eine 360-Grad-Kamera mit einer Auflösung von mehr als 4K benutzt sollte keine Karten mit weniger als 128 GByte kaufen.

Ein weiterer Aspekt für den Kauf ist die maximal zulässige Speicherkartengröße der Kamera. Ältere Kameras und günstige 4K-Modelle erlauben häufig nur Karten mit bis zu 64 GByte. Ältere Flagship-Modelle, wie die Gopro Hero 6 (Testbericht) und Hero 7 (Testbericht) akzeptieren Karten mit bis zu 128 GByte. Laut einiger Berichte im Internet funktionieren sie teilweise auch mit 256-GByte-Speicherkarten; hier kann es allerdings zu Problemen kommen. Wer eine hohe Zuverlässigkeit braucht, sollte sich deshalb an die Herstellervorgaben halten. Aktuelle Actioncams, wie die Gopro Hero 8 (Testbericht), die DJI Osmo Action (Testbericht) und die Drohnen DJI Mavic Mini (Testbericht) und Mavic Air 2 (Testbericht) erlauben ganz offiziell die Nutzung von Speicherkarten mit bis 256 GByte. Mit der modularen Actioncam Insta360 One R (Testbericht) ist sogar die Nutzung von 1-TByte-Karten zulässig.

Wer sich für einen Kartentyp entschieden hat, sollte sich das Preis-Speicher-Verhältnis ansehen. Am Beispiel der Sandisk Extreme R160/W90 ist ersichtlich, dass Karten mit geringer Kapazität pro GByte häufig weniger kosten, als die mit sehr großer Kapazität. Wer seine Karte nur nach dem niedrigsten Preis je Gigabyte suchen will, kann sich die Angebote im Preisvergleich dementsprechend ordnen lassen. Hier sind die günstigsten Karten mit einer Schreibgeschwindigkeit ab 90 MByte/s und der Videospeed-Class V30 gelistet.

Sandisk Extreme R160/W90 Preis in € (Anfang Januar 2020) Preis pro Gbyte Preis in € (Ende Mai 2020) Preis pro Gbyte
64 Gbyte 14,90 23 Cent 12,00 19 Cent
128 GByte 23,80 19 Cent 22,00 17 Cent
256 GByte 59,10 23 Cent 59,75 23 Cent
400 GByte 84,79 21 Cent 81,07 20 Cent
512 GByte 125,99 26 Cent 138,71 27 Cent
1 TByte 373,64 37 Cent 339,90 33 Cent

Aus eigener Erfahrung raten wir grundsätzlich dazu, mehrere kleinere Speicherkarten zu nutzen, als nur eine Große. Im Falle eines Verlusts oder eines Defektes geht so immer nur ein Teil der Daten verloren. Das Sortieren und Sichten der Videos und Fotos ist bei kleinen Karten ebenfalls einfacher und übersichtlicher.

Das bedeuten die Aufdrucke auf den Speicherkarten.

Class 1 bis 10: Die ursprünglich schnellste Speicherkartenklasse ist die Class 10 mit einer Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MByte/s. Dieses Tempo sollte jede aktuelle Karte schaffen. Modelle mit niedrigerer Class-Angabe sind veraltet und zu langsam.

UHS-I/UHS-II: Ursprünglich übertrugen SD-Speicherkarten maximal 50 MByte/s. Das ist mittlerweile lange überholt. Mit der UHS-I-Technik sind bis zu 104 MByte/s möglich. Karten mit UHS-II-Technik erlauben ein Maximaltempo von bis zu 312 MByte/s. Die UHS-II-Karten unterscheiden sich optisch durch eine zweite Kontaktreihe.

UHS-II-Karten haben, im Gegensatz zu UHS-I-Modellen, eine zweite Kontaktreihe.

U1/ U3: Diese Zahl drückt das Schreibtempo einer SD-Karte mit UHS-I- oder UHS-II-Technik aus. U1 steht für eine Mindestschreibgeschwindigkeit von 10 MByte/s, U3 für mindestens 30 MByte/s.

V6-V90: Ist eine Schreibtempoangabe für Videoaufnahmen. Die Spanne reicht von 6 bis 90 MByte/s. Während für Full-HD-Aufnahmen eine Mindestgeschwindigkeit von V10 (10 MByte/s) ausreicht, empfehlen wir für 4K-Videos mindestens das Tempo V30 (30 MByte/s). Der tatsächliche Bedarf von 4K liegt zwar rechnerisch unter den 30 MByte/s, aber ein gewisser Puffer ist erfahrungsgemäß wichtig für den reibungslosen Betrieb.

SD/SDHC/SDXC: Ursprünglich sah die SD-Norm lediglich Karten bis zu einer Kapazität von 2 GByte vor – das gilt natürlich längst nicht mehr. Mit der Bezeichnung SDHC sind Karten bis 32 GByte spezifiziert, mit SDXC Speicherkarten mit bis zu 2 TByte.

A1/A2: Diese Angabe definiert, wie viele Zugriffe die Karte mindestens pro Sekunde schafft. Eine hohe Anzahl beschleunigt beispielsweise den Start von Apps auf einer Speicherkarte. Bei der Nutzung der Karte als Kamera-Speicher ist dieser Wert allerdings unerheblich. Wer seinen Smartphone-Speicher erweitern möchte, sollte sich unseren Ratgeber Speicherkarten für Android ansehen.

Ein ausführlicher Grundlagenartikel über die Geschwindigkeitsklassen ist hier zu finden.

Anbei die beliebtesten Micro-SD-Speicherkarten mit 32 GByte, 64 GByte, 128 GByte und ab 256 GByte. Alle Karten haben mindestens eine Schreibgeschwindigkeit von 90 MByte/s und sind so für die Verwendung in Actioncam und Drohne geeignet.

Wer sich seine Filter selbst setzen, oder die Produkte nach dem Preis sortieren will, kann dies auf der Preisvergleichsseite tun (Preisvergleich Micro-SD-Karten).

Speicherkarten mit einer Class-Angabe unter 10 sind veraltet und kommen für Kameras generell nicht in Frage. Ob Karten die Angabe A1 oder A2 haben, ist für Videos und Fotos unerheblich. Der Wert ist vor allem für Speicherkarten in Android-Smartphones (Ratgeber) wichtig.

Für Videos mit 4K-Auflösung und mehr, sollten die Speicherkarte mit U3 und V30 klassifiziert sein. Noch schnellere Karten sind teurer und bringen keinen praktischen Vorteil. Die ideale Speicherkartengröße liegt aus unserer Sicht bei derzeit 64 bis maximal 256 GByte. Es handelt sich somit um eine SDXC-Karte. Privat haben wir gute Erfahrungen mit der Samsung-EVO-Plus-Reihe und den Sandisk-Extreme-Speicherkarten gesammelt. Andere Hersteller, wie Kingston oder PNY, sind allerdings etwas günstiger. Wer nach Speicherkarten mit mehr Kapazität sucht, sollte sich unseren Vergleichstest von fünf MicroSDXC-Karten ab 200 GByte ansehen.

Für Full-HD-Aufnahmen, wie bei der DJI Mavic Mini (Testbericht) reichen auch die günstigen SDHC-Karten mit 32 GByte und einer Mindest-Klassifizierung mit U1 und V10.

Ähnliche Artikel auf TechStage

Einloggen, um Kommentare zu schreiben