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Kaufberatung Schneideplotter: Basteln leicht gemacht ab 180 €

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Sticker, Textilaufdrucke und Airbrush-Schablonen selbst herzustellen ist mit Schneideplottern ein Kinderspiel. Wir zeigen, was Desktop-Geräte können und worauf es beim Kauf ankommt.

Um sich kreativ zu betätigen, gibt es viele Wege. Einige davon zeigen wir in unserem Ratgeber DIY-Projekte und Gadgets gegen Langeweile und Corona-Koller. Eine praktische Ergänzung für jede Nerdwerkstatt (Ratgeber) ist neben dem 3D-Drucker ein Schneideplotter. Neben der professionellen Unterstützung für DIY-Projekte bieten die Geräte auch jede Menge Potenzial, um zusammen mit Kindern zu basteln. Denn damit lassen sich Aufkleber, Vorlagen oder Schablonen einfach vom PC auf fast jedes Material übertragen.

Die Hauptfunktion von Schneideplottern ist die Ausgabe von technischen Zeichnungen und Vektorgrafiken auf verschiedenen Materialien. Nach der Übertragung der digitalen Vorlage auf den Plotter fährt der Plotterkopf die vorgegebenen Linien exakt nach und übertragt diese auf das Material auf der Trägermatte.

Bekannt sind Plotter in erster Linie aus dem Profi-Bereich. Die Modelle aus Beschriftungswerkstätten oder Architekturbüros sind allerdings für weit größere Formate geeignet als die Desktop-Plotter. Die Variante für den Privatgebrauch verarbeitet üblicherweise Größen zwischen DIN A4 und DIN A3.

Statt eines Druckkopfes kommt eine in der Länge verstellbare Klinge zum Einsatz.

Die Bedienung der Geräte ist dank verständlicher und intuitiver Software denkbar unkompliziert. Bei Problemen hilft eine sehr aktive Community. Selbst wer keine Vektorgrafiken zur Verfügung hat, kommt schnell und intuitiv zu einem vernünftigen Ergebnis. Die Software der Geräte wandelt Bilddaten mit wenigen Klicks in ein geeignetes Format um. Diese Daten werden per USB-Stick, Datenkabel oder drahtloser Verbindung zum Schneideplotter übertragen. Der Nutzer platziert anschließend Folie oder Papier auf der klebrigen Oberfläche der Schneidematte und schiebt diese in den Plotter. Nach der Wahl von Größe und Platzierung der Grafik kann der Plot-Vorgang beginnen. Das Design der Tischgeräte erinnert an klassische Drucker.

Statt eines Druckkopfes kommt beim Plotter eine scharfe Klinge zum Einsatz. Diese durchtrennt Papier, dünne Pappe oder selbstklebende Vinylfolien ebenso wie Folien zum Aufbügeln. Größere und stärkere Modelle sind gar in der Lage, Moosgummi, Filz, Stoff oder dünnes Leder zu schneiden. Je nach genutztem Material sind unterschiedliche Schneidematten und Klingen nötig. Die Verarbeitung von klassischen Verbrauchsmaterialien wie Papier und Folien ist üblicherweise mit dem Standard-Werkzeug möglich. Die Klingenlänge des von uns getesteten Brother SC750 ist mit einem Handgriff einstellbar. Dadurch lassen sich unterschiedlichen Materialstärken bearbeiten. Der Anpressdruck beim Schneiden und die Geschwindigkeit müssen für ein perfektes Ergebnis ebenfalls eingestellt und gegebenenfalls geändert werden.

Durch die Kombination aus verständlicher Software und einer einfach zu bedienender Hardware sind die Geräte für Jedermann geeignet.

Bei einigen der getesteten Materialien mussten wir ein bisschen herumprobieren, bis wir die perfekten Einstellungen gefunden haben. Sind diese nicht korrekt gewählt, kann sich beispielsweise das Papier von der Schneidematte lösen und sich während des Plottens verschieben. Bei selbstklebenden Folien ist die Suche nach den richtigen Settings für Geschwindigkeit, Anpressdruck und Klingenlänge erfahrungsgemäß etwas schwieriger als bei Papier. Die Herstellerangaben für die verschiedenen Materialien sind zwar nicht immer perfekt, aber immerhin ein guter Anhaltspunkt, um schnell die Idealeinstellung zu finden.

Wie lange ein Schneidevorgang dauert, ist also sowohl von der Komplexität der Grafik als auch von Material und Druckereinstellungen abhängig. Die bisher von uns gemachten Tests dauerten zwischen einer und sieben Minuten.

Sind die Schneidematten nach häufigem Einsatz mit kleinen Papierresten, Staubflusen und Fusseln bedeckt, verlieren sie stark an Klebekraft. In so einem Fall reicht ein Spülgang mit lauwarmen Wasser und die Klebefläche ist wieder voll einsatzfähig.

Eine Schneidematte vor und nach der Reinigung.

Beim Plotten von mehrteiligen Grafiken taucht schnell die Frage auf, wie deren Einzelteile exakt übertragen werden können. Wer Schriftzüge, komplexe Grafiken und Logos aufkleben oder -bügeln will, möchte die Einzelelemente schließlich nicht per Hand ausrichten und anordnen. Die Lösung des Problems sind Transferfolien. Dazu werden nach dem Zuschnitt zunächst die nicht benötigten Folien- oder Papierteile von der Schneidematte entfernt. Nun kommt die Transferfolie mit der haftenden Seite auf die fertig ausgeschnittenen Grafikelemente. Nach dem Festdrücken mit einem Rakel halten die Teile nun auf der Folie statt auf der Schneidematte. Die exakte Übertragung der mehrteiligen Grafik ist so problemlos möglich. Doch auch hier benötigt man etwas Übung, wie die eigene Erfahrung zeigt.

Für die Schneideplotter gibt es alternativ zum Schneide-Aufsatz eine Halterung für Stifte. Diese überträgt Grafiken, statt sie auszuschneiden. Diese Anwendung ist aus unserer Sicht aber unnötig. Wir haben bisher noch keine sinnvolle Anwendung dafür gefunden. Wer lediglich Farbe auf Papier bringen will, ist mit einem klassischen Drucker besser beraten.

Schneideplotter (20 Bilder)

Zuerst kommt Papier oder Folie auf die Schneidematte.

Schneideplotter der mittleren und gehobenen Preisklasse verfügen oft über einen integrierten Scanner. Dies hat mehrere Vorteile. Zum einen können Grafiken exakt auf dem tatsächlich auf der Schneidematte vorhandenen Material platziert werden, zum anderen lassen sich so auch fertige Grafiken bequem ausschneiden. Wer beispielsweise selbst Aufkleber-Folien druckt, kann diese mit dem Schneideplotter bequem anhand der Umrisserkennung ausschneiden. Beim Ausschneiden von Schnittvorlagen oder Grafiken auf Papier ist der Scanner ebenfalls hilfreich. Wer beispielsweise den Schriftzug oder die Grafik auf einer Grußkarte oder aus einer Zeitschrift ausschneiden will, kommt so ohne Umweg über den Computer ans Ziel.

Die Scanfunktion macht die perfekte Platzierung sehr einfach.

Die Scanfunktion erschien uns im Vorfeld der Recherche als unverzichtbare Funktion. In der Praxis haben wir allerdings festgestellt, dass wir diesen Punkt überbewertet haben. Nach den ersten paar Dutzend Versuchen mit den Schneideplottern haben wir diese Funktion lediglich zum Ausrichten der Grafiken genutzt. Wer nicht plant Motive auf Papier oder Folien auszuschneiden, kann sich den Mehrpreis sparen und auf die Funktion verzichten.

Neben Papier, dünnem Karton, Bügelfolien oder selbstklebenden Folien können teurere Schneideplottern auch Stoffe, Filz, Moosgummi oder Leder bearbeiten. Günstige Einsteigergeräte sind dazu allerdings zu schwach. Eine Verarbeitung von Papier, Kartonpapier, Bügel- und Klebefolien ist aber mit allen Geräteklassen möglich.

Wer hier mit Schere und Skalpell arbeitet, braucht deutlich länger als mit dem Schneideplotter.

Die verfügbare Materialauswahl ist riesig und Herstellerunabhängig. Günstiges Kartonpapier aus dem Supermarkt funktioniert ebenso wie spezielles Plotterpapier aus dem Fachgeschäft. Bei Klebe- und Bügelfolien sollte man sich erfahrungsgemäß verschiedene Varianten von unterschiedlichen Herstellern ansehen. So unterscheiden sich die Folien nicht nur in der Verarbeitbarkeit, sondern auch beim Klebeverhalten, der Farbtreue und Flexibilität. Dies spielt beispielsweise bei Stickern für den Outdoor-Bereich oder bei der Erstellung von Airbrush-Schablonen eine erhebliche Rolle.

Die ersten Versuche mit einer DIY-Schablone sehen vielversprechend aus.

Hinsichtlich des Materialverbrauchs haben wir während der ersten Tests ordentlich gestaunt. Steht der Schneideplotter erst zu Hause, will man auch damit arbeiten. Die ersten Blöcke Kartonpapier und die ersten Rollen Klebefolie haben im Test tatsächlich nur einige Tage gehalten. Die nächste Bestellung für die Bastelkiste fiel dementsprechend größer aus.

Schneideplotter für den Privatgebrauch sind auf dem deutschen Markt lediglich von zwei Herstellern zu finden. Die Anbieter Silhouette und Brother bieten immerhin eine breite Produktpalette und so ist für jedes Budget ein passendes Gerät zu finden.

Für Bastel- und DIY-Projekte sind Schneideplotter ein extrem cooles und praktisches Nice-To-Have-Produkt. Sie ersparen mühseliges Arbeiten mit Skalpell und Schere und sind zudem einfach in der Bedienung. Betrachtet man die Preise, die für individuell angefertigte Sticker, Textilbeschriftungen oder fertig vorgeschnittene Bastelbögen aufgerufen werden, amortisieren sich die Preise für Einsteigergeräte verhältnismäßig schnell.

Ein mit den Kindern und dem Plotter gebastelter Oster-Aufsteller.

Ein funktionierendes Gegenmittel für Langeweile sind die Schneideplotter auf jeden Fall. Wer Spaß an kreativen Arbeiten mit Papierkarten, Beschriftungen, Stickern, Wandtattoos oder Textildrucken hat, kann bedenkenlos zuschlagen.

Wer einen Schneideplotter für Arbeiten mit Filz, Stoff oder Leder sucht, muss allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Entsprechende Mittelklassegeräte wie der Brother ScanNCut SDX1200 sind ab etwa 500 Euro erhältlich.

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