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Kaufberatung: Notfallhandys bis 20 Euro

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In manchen Situationen ist es sinnvoll, das teuren Smartphone zu Hause zu lassen. Für weniger als 20 Euro gibt es für den Notfall vernünftige Geräte.

Egal ob auf der Baustelle, beim Sport oder auf Festivals – eine unachtsame Bewegung reicht aus und das teure Smartphone hat ein kaputtes Display oder geht verloren. Wer unbedingt telefonisch erreichbar bleiben möchte, muss sein Gerät entweder in dicke Schutzhüllen packen und extrem gut darauf aufpassen, oder ein Zweitgerät nutzen. Diese sind billiger als man denkt, die Preise liegen zwischen 10 und 20 Euro. Doch lohnt sich die Anschaffung? Wir haben es ausprobiert und sind positiv überrascht.

Um die günstigen Geräten zu testen, haben wir ein Nokia 105 und ein Minihandy mit der Bezeichnung M5 ausprobiert.

Die Ausstattung der Günstig-Handys ist dem Preis entsprechend niedrig. Neben der Telefoniefunktion sind nur wenige weitere Extras vorhanden. Immerhin ist bei den meisten Geräten ein ausreichend auflösendes Farbdisplay verbaut. Die Größe liegt zwischen 1,0 und 1,8 Zoll – das reicht, um eine SMS zu schreiben oder abzulesen.

Das Mini-Handy M5 ist zwar winzig, funktioniert aber problemlos.

Einige Geräte haben zwar eine Kamera an Bord, diese sind allerdings kaum der Rede wert. Mit Auflösungen zwischen 0,08 bis 1,3 Megapixel sind die Bilder nach heutigem Maßstab schlicht unbrauchbar. Praktischer ist da eine integrierte LED-Taschenlampe. Gerade in Notsituationen ist dieses Extra nicht zu unterschätzen.

Die Auswahl der verfügbaren Schnittstellen ist bei weitem nicht mit aktuellen Smartphones vergleichbar. Einige Modelle verfügen zwar über einen Micro-USB-Anschluss, dieser dient allerdings nur zum Aufladen des Akkus. Ein passendes Ladegerät zu finden ist damit immerhin sehr einfach.

Bluetooth ist in dieser Preisklasse ebenfalls zu finden – allerdings handelt es sich um sehr einfache Module nach alten Standards. Die Kommunikation mit Hilfe eines kabellosen Headsets ist dementsprechend zwar möglich, aber qualitativ nicht überragend. In den Produktbewertungen ist von wenig Reichweite und schlechter Sprachqualität zu lesen.

Bei vielen Geräten in unserer Auswahl ist ein 3,5-Millimeter-Klinkeausgang für kabelgebundene Headsets verbaut. Dieser eignet sich auch zur Nutzung des integrierten UKW-Radios – zumindest bei einigen Modellen. Wer das Notfallhandy mit einem Headset benutzen möchte, sollte also einen Bogen um die kleinen Geräte im Scheckkartenformat machen. Diese verzichten auf den Kopfhörerausgang.

Das Nokia 105 hat sogar eine Dual-Sim-Funktion.

Manche Handys haben einen Speicherkartenslot für Micro-SD-Karten verbaut. Wirklich wichtig finden wir dieses Extra nicht – dafür fehlt es schlicht an speicherintensiven Anwendungen.

Wer sein Gerät tatsächlich nur für den Notfall braucht, kann sich beispielsweise für ein winziges Gerät im Scheckkartenformat entscheiden. Hier hält der Akku für etwa 3 Stunden Telefonie. Die Standby-Zeit liegt immerhin schon bei mehreren Tagen. Das klingt viel, reicht in der Praxis aber nur für das Nötigste. Die größeren Geräte, wie das Nokia 105, haben da deutlich mehr zu bieten. Zum einen liegt die Gesprächszeit bei bis zu 15 Stunden und die Standbyzeit bei über einer Woche, zum anderen ist der Akku austauschbar. Wer in Sachen Verfügbarkeit auf Nummer sicher gehen will, sollte sich unbedingt ein Modell mit ausreichend langer Standby-Zeit zulegen. Um nur einen Anruf zu tätigen, reicht auch ein kleiner Akku.

Das M5 passt soagr in den Geldbeutel – allerdings empfehlen wir einen anderen Aufbewahrungsort.

Wer seine SIM-Karte zwischen Smartphone und Notfalltelefon wechseln möchte, muss auf das verwendete Format achten. Auch im Handysegment kommen sowohl normale, Mini- und Micro-SIM-Karten zum Einsatz.

In Sachen Software setzen die Hersteller ganz unterschiedliche, proprietäre Systeme ein. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie sind einfach aufgebaut und bieten keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten. Während sich die Menüführung beim Nokia sehr intuitiv anfühlt, macht uns die Bedienung des Scheckkarten-Handys anfänglich leichte Probleme. Hier ist es aus unserer Sicht sinnvoll, sich für ein Markengerät zu entscheiden.

Neben einem Kalender, Wecker und Taschenrechner, stehen beim Nokia beispielsweise auch zwei kleine Spiele zur Verfügung. Das Spielvergnügen ist allerdings eher begrenzt und erinnert uns an längst vergangene Zeiten mit Snake und Co. Das Telefonbuch und ein SMS-Programm sind einfach zu finden.

Alcatel One Touch 10.54D schwarz

Alcatel One Touch 10.54D schwarz

Emporia Telme T211 schwarz

Emporia Telme T211 schwarz

Archos Access 18F schwarz

Archos Access 18F schwarz

Bea-fon C60 schwarz

Bea-fon C60 schwarz

Alcatel 1066D schwarz

Alcatel 1066D schwarz

Energizer Energy E10 schwarz

Energizer Energy E10 schwarz


Eines der für uns entscheidenden Kaufkriterien ist eine vernünftige Sprachqualität. Diese ist beispielsweise beim Nokia 105 erfreulich gut. Weder wir noch unsere Gesprächspartner hatten während der Tests irgendeinen Grund zur Beschwerde. Der Klang ist ordentlich, ausreichend laut und es gibt keinerlei Störgeräusche. Der Empfang war im Test auch im Keller zuverlässig.

Eine Runde Snake erinnert an längst vergangene Zeiten.

Beim Scheckkarten-Handy ist der Empfang zwar gut, die Sprachqualität ist allerdings etwas schlechter als beim Nokia. Zum einen hört uns der Gesprächspartner verhältnismäßig leise, zum anderen klingt das Telefonat leicht blechern. Bevor wir gar kein Telefon haben, nehmen wir das allerdings gerne in Kauf. Für längere Anrufe empfehlen wir aber ganz klar ein Gerät größerer Bauart.

AEG M1220 schwarz

AEG M1220 schwarz

Swisstone D215 schwarz

Swisstone D215 schwarz

Aiek M5 schwarz

Aiek M5 schwarz

Nokia 105 (2017) Dual-SIM weiß

Nokia 105 (2017) Dual-SIM weiß

Wiko Lubi4 schwarz/weiß

Wiko Lubi4 schwarz/weiß

Archos Core 18F gelb

Archos Core 18F gelb

Handys für unter 20 Euro sind definitiv kein Smartphone-Ersatz. Wenn es allerdings nur um die Telefonfunktion geht, sind sie durchaus brauchbar. Wer sein Smartphone nicht kaputt machen möchte und trotzdem auf ein Telefon angewiesen ist, kann bedenkenlos zum Nokia 105 oder einem M5 Scheckkarten-Handy greifen. Als Zweit- und Notfallgerät sind die billigen Geräte gut geeignet. Auch als erstes Telefon für Kinder oder als Festival-Handy ist die Qualität absolut ausreichend. Wer sich für eines der billigen Telefone entscheidet, sollte insbesondere auf eine ausreichend lange Akkulaufzeit achten.

Soll das Telefon auch wasserdicht sein, wird es zumindest ein bisschen teurer. In diesem Fall lohnt sich der Blick auf unseren Ratgeber Outdoor-Handys unter 50 Euro.

Wer sich mehr Komfort und eine bessere Ausstattung wünscht, sollte sich unsere Marktübersicht über Smartphones mit Android 8.1 unter 70 Euro ansehen.

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